ir bereiste seit 1844 den Himalaja, 1854 mit R.
urton das Somalland, gelangte auf einer zweiten Reis
mit Burton 1888 als erster Europäer an den Tanganjikasee,
entdeckte 3. Aug. 1858 den Biktoria-Njansa, umwanderte
n 4860 63. und verfolgte 1868 den Weißen Ril nag
S. bis zu dessen Ausfluß aus dem See, gest. 15. Sept.
1864 bei Bath; sqhrieb Journal of me digcoreσ
the souros o Ns (2 Bde., 1863; deutsch 1864).
Sypektabel (lot), anfehnlich Speltabiliiat. Ansehn
ichkeit, Titel der Dekane auf einigen Universitüten.
Evpettatel (lat. spectaculum), Aublick, Schauspiel
Lürm; Spektakelstück, T eaterstück, das durch Aufzüge
Tanze, Feuerwerk, aet Schmuck wirken soll; spekta
kulieren (pektakeln), Larm machen.
Spektraͤlanalyfe, die von Bunsen und Kirchhoff
1859 erfundene Meihode der Analyse, vermöge welcher
man die Grundstoffe einer chemisch zusammengesetzten Ma—
terie gus dem Anblick der hellen Linien im Spektrum
ihrer Flammen qualitativ sicher anzugeben vermag, beruht
auf der Tatfache daß, wenn sich in bner sehr heßen und
wenig leuchtenden Flamme ein Metall oder ain Metallsalz
verflͤchtigt, im zugehörigen Spekirum an genau veftimm
ten Stelleu heile e nach der Ratur des Miauls Herette
ristisch e Linien erscheinen, die den dunklen Fraun⸗
hoferschen vinen . Spektrum) entsprechen; so gibt glühen⸗
der Natriumdampf im Speitrum Line helle gelbe Linie,
Lithium eine rote und ein schwach gelbe Linie ꝛc. Mau
benutzi zur S. besondere, mit einem oder mehrern Prismen
versehene Apparate (Spettralapparate, Spektrostopeß, n
denen mittels einer Reihe von Prismen das Spektrum zu
inem möglichst langen Bande ausgezogen wird. Die S
bietet nicht nur über die chem. Zusammensetzung der irdi⸗
cen Körher, sondern auch über die der Himmelstörper
Sonne, Firterne, Komelen, Nebelflecke) Aufschlüsse. Mit
Hilfe der S. hat man auch hereits neue Elemente auf—
gefunden; serner dient sie zur Bestimmung der Geschwin—
digkeit der Firsterne in der ne nach dem Doppler⸗
hen, Prinzipe(f. Doppler, Ehriftian). Vgl. Schellen
3. Aufl. 1883), Roscoe (6. Aufl 1890), Vogel (2. Aufl.
1888), Scheiner 880), Landauer (1806), Kayser Hand⸗
buch“ Bd. 13 1800 5).
Spektralfarben, s. Spektrum.
Spektroskop eß J. Spektralanalyse.
Spektrotelegraphie, befondere AÄrt der optischen
Telegraphie, bei der vor der Lichtquelle eine durchlochte
Metauf heibe angebracht ist; diese Löcher entsprechen dem
Morfe⸗Alphaber Durch eine Linse und vorgelegtes Prisma
werden die Lichtstrahlen in einzelne Spektren zerlegt, die
sich zum Teil uberdecken, so daß der Beobachter (Empfuͤnger)
die Zeichen auch nur durch ein Prisma erkennen kann.
1888 von Poul la Cour erfunden.
Spertrum (lat.), das durch die Zerlegung eines ein—
farbigen Lichtstraͤhls entstehende vielfarbige Bild. Die
Zerlegung geschieht entweder durch Brechung (s. d.) des
Lichts in enem Prisma (oder mehrern Prismen) oder
durch Beugung (s. d.) Das Sonnen⸗G. zeigt folgende
Farben, von den weniger brechbaren an gerechnet: Rot,
Drange, Gelb, Grün, Blau, Indigo, Violett. Die Schwin—
gungszah steigt von 400 Billionen zu 800 Billionen.“ Auf
eiden Seiten lassen sich aber noch für das Auge unsicht⸗
bare Strahlen nachweisen; die ultraviolelten virken bes
hemisch, photographisch, die ultraroten sind die Wärme⸗
strahleü. In dem Sonnen-S. zeigen sich außerdem noch
eine Reihe dunkler Linien, die fog Fraunhoferfchen Linien
die von gewissen Bestandteilen im Sonnenlicht herrühren,
indem das Licht diefer Bestandteile durch die gasförmige
Sonnenphotosphäre absorbiert wird. Das S. andern
Lichtquellen zeigt sich entweder kontinuierlich oder zer⸗
treunt durch eine Anzahl Ie Linien. Diese für sede
Aichtquelle charatteristische Gestall des S. wird nn u
Spektralanalyfe (s. d) benuht. das S. fester oder flüs⸗
siger, glühender Etoffe gehört zu den erstern; glühende
Dämpfe dagegen Jeigen an Linien⸗S., man sich
die Sonne als einen festen oder flüssigen, glühenden Körper
zu denken 8 der mit einer Dampfatmosphäre umgeben
st. Tafel: Opftiter, 3.]
Spekulation (lat, Auskundschaftung, Erforschung;
m philos. Sprachgebrauch Streben nach Erkenntnis der
er gewöhnlichen Erfahrutg nicht zugänglichen Dinge; im
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon. 5.Auft 1Ir

737

Spe

Veschäftsleben das Trachten nach Durchführung von Unter⸗
nehmungen, bei denen der Unkernehmer CGSperulant) auf
Bewinn aus Wahrscheintihteitsarun den rechnet. Spetku⸗
lationspapiere, hertpapiere mit starken Preis- oder Kursveranderungen,
 die daher zur S. Anlaß geben; spekulativ,
sorschend, auf S. gerichtet, begründet; spekulieren, er—
den übersinnlichen Betrachtungen nachhängen; sich mit
A
Spelãäologie (greh.), Höhlenforschung.
Bpeloerpes oder Geotriton, Gattg. der Molche, mit
ünnem Schwanz; Zunge scheibenförmig, gestielt, weit
orstreckbar; Amerika. Nur eine europ. Art, 8. kuscus
Bonop., braun, in Italien und auf Saͤrdinieun.
Spelter (engl.), s. v. w. Zink.
Spelunke Cati), Höhle.
Spelz, Weizenarten, s. Dinkel [Abb. 425)].
Spelzen, Hüll⸗ und Deckblätter der Grasblüten.
Spencentetall, Eisenthiat, metallähnliche, durch
Zusammenschmelzen von Schwefeleifen, Schwefelzink,
Schwefelblei und Schwefel entstehende Masse zu Abguffen
»on Kunstgegenständen, Klischees, Gußformen ꝛc.
Spencer, John Poyntz, Graf S. engl. Staatsmann,
geb. 27. Olt. 1885, 1882 — 88 Vizekönig von Irland,
886 Präsident des Staatsrats, 1802 95 erster Admi
alitütslord.
Spencer, Herbert, engl. Philosoph und sozial⸗polit.
Schriftsteller, geb. 27. April 1820 zu Derby, lebie in
dondon, gest. 8. Dez. 1808 in Brighlon; entwickelte ein
System der philos. Wissenschaften auf der Grundlage der
Epolutionstheorie in; „a 8ystem of gyνtheti philoophyvon
 den folgende Teile erschienen e ,
oiplos of biology (1884-67; deutsch 1876. T), Psychology“
 (1870 72; deutsch 1882 86) „Sociology“ (1876
—79; deutsch 1877 fg., „Ethies“ (1870 fg.; deutsch
1879 fg.). Außerdem schrieb er: „The study of sociologyꝰ
18783; deutsch, 2. Anfl. 1896); „Autobiographie“ (deutsch
18065). — Vgl. Michelet (1888), Kindermann (1888),
Hudson (1894), Gaupp G Aufl. 1800).
Spencergewehr, Repetiergewehr mit Magazin im
SSyfe zur Aufnahme von 7 Patronen.
Spencergolf, tiefe Einbuchtung des Ind. Ozeans an
der Südküste Australiens, zwischen der Hort- und der
Eyriahalbinsel.
Spendieren sitan schenken; spendãbet, freigebig.
Spener, Phil. Jak., prot. Theolog, geb. 13. Jan.
1635 zu Rappoltsweiler Glaß 1666 Semior der Geist—
lichkeit in Frankfurt a. M. ü686 Oberhofprediger iur
Dresden, 1691. Propst zu St. Nicolai in Berlin, gest.
5. Febr. 1705; seine Colsegia pietätis, d. h. Erbauungs⸗
tunden (seit 1670) bilden die Anfünge, seine Schrift
„Pis desideria“ enthält die Grundgedanden des Pietismus
. Pietisten); von der Orthodorie vielfach angefeindet;
dußerst fruchtharer Schriftsteller, auch Begründer der wissen⸗
chaftlichen Genealogse und Heraldik in Deutschland.
Bgl. Hoßbach (3. Aufl. 1861), Grünberg (2 Bde., 1883 —
Spengler, s.v. w. Klempner. (1905).
Spennymoor (spr. muhr), Stadt in der engl.
Brafsch. Durham, unweit des Wear, (19001) 16661 E.
Spenser, Edmund, engl. Dichter, geb. 1588 zu Lon—
zon, Geheimschreiher des Statthälters von Irlaud, gest.
16. Jan. 1599 zu London; Hauptwerke das Hirtengedicht
„Shephoerd's calondar“ und das allegorische Heldengedicht
Fairy Queen“, in der von ihm zuerst gebrauchten, aus
einer verschobenen Oktave mit angehängtem Alexandriner
bestehendeni Stanze (Spenserstanze). Werke hg. von Collier
1862), Morris (neue Ausg. 1887). — Bior. von Crait
3 Bde., 1845), Church (1888). loberrock.
Zpenzer nach Lord Spencer), jackenartiger Halb⸗
Speranstij, Michail Michaslowitsch, Graf, russ.
Staatsmaunn, geb. 1. Jan. 1772 im Gouv. Wladimir,
1810 Sekretär des von ihm eingerichteten Reichsrats,
812 gestürzt und verbannt, 181921 Generalgourernene
»on Sibirien; verfaßte den „Swod zakon (1832;
.Russisches Recht) und ward kurz vor seinem Tode
I1. Febr. 1839) in den Grafenstand erhoben.
Spergtus, eigentlich Ofer, Paul, geisil Liederdichter,
Jeb. 18. Dez 1484 zu Röthlen bei Ellwangen, Anhäuger
und Gehilfe Luthers, seit 1884 als Hofprediger des Herzoge
Albrecht zu Königsberg Reformakor Osipreußens, gest.
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