ESpinnen (Araneina), wichtigste Ordnung der Spinnen⸗
tiere (s. d.) Kopforuft id Hinterleib ungegliedereleßte—
ver gestiell und mit Spinnwarzen versehen. Kieferfühlen
lauenfhrmig und miß Giftdrufe, Kieferlafter deinförmig
beim Mänuchen mit verdicktem, zum Begattungsorgan
umgebildeten Endglied, 4 (selten weniger) Paar Augen
am Vorderrand der Kopfbrust. Nahrung: Insekten, die
durch Einschlagen der Gistklauen gelähmt und ausgesogen
werden. Die Eier werden in ein sackförmiges Gespinsi
abgelegt. 7 Unterordnungen in 2 — Vier⸗
lunger mit 4 Fächertracheen: Erd⸗
weber (Territelaras), Fweilunger Dippeumönes), mit
2 Füchertracheen: a. WebeS. (Sedentarae): Rad-S
Orbitolariuen Netz⸗ S. (Retitelariae), Röhren⸗S. (Tubitelariac),
 Krabben-S. (Taterigraaune); b. Jagd⸗ẽ
(XYagabuncae): Schnellüuser (citigraae), ——
Saltigrädae). — Vgl. Hahn und Koch (1831 5499.
Zpinnenaffe, s. Klammeraffe.
Zpinnenkrabben, s. Krabben.
Spinnenseide, aus Spinnenfäden der madagassischen
Seidenspinne (Nephila madagascarensis) bestehenber
Ersatz für Seide VDie Faden wetden bon den auf Fanen
befestigten Tebenden Spinnen abgehafpelt. Die S. dient
bes. zum Uberspinnen von Violnfaiten.
Spinnentiere, Arachniden (Arochnoidsa), Klasse
der Gliederfüßer, flügellose Tiere mit verwachsenein Kopf⸗
vdruststück (Kephalothorar), woran 2 Poar Kiefer und
aar Beine. Gtuppen mit zusammen 8 Ordnungen
Gliederspinnen (Arthrogastra), mit gesondertem, deutlich
gegliedertem Hinterleib Walzenspinnen, Afterstorpione,
Slorpione, Gaͤßelstorpione, Afterspinnen; Rundspinnen,
mit nicht oder v deutlich segmentiertem Hinterleib:
Spinnen, Milben, Bärtierchen und Zungenwürmer (s. diese
Artikel) Vgl, Hahn und Koch (iss148), Woldenaer
 und Gervais (franz., 4 Bde., 1337-47).
Spinner (Bombyctaae), Familie der Großfalter, mit
dicht behaartem Körper, großen, in der Ruhe dachförmig
getragenen, beim Weibchen zuweilen fehlenden Flügeln
Raupen meist behaart, oft mit stard entwickelten Spinn⸗
drüsen, mit denen sie sich bei der Verpuppung in Koötons
zinspinnen. Zu den S. gehören Nachtpfanenauge, Nagel—
slech, Seiden?S. Glucke, KiefernEichen⸗Buchen,
Ningel⸗, SackS, Ronne, Prozessious Sc.
Spinnerei, die Arbeil des Spinnens, auch die hierfür
e Fabrik. Das Spinnen bezweckt, die Gefpinst⸗
asern (f. d.) nach entsprechen der Vorbereitung (Reinigungre.)
¶ umzuordnen, daß sie einen beliebig langen, gleichmäßig
dicken Faden bilden, dessen Festigkeit schon durch die Zu⸗
ammeudrehung der Fasern und ihre dadurch bedingte gegen⸗
eitige Annäherung begründet ist. Die Hand⸗S. benutz
einfache Hilfsmittel (Handspindel, Spinnrad) unter Be—
tätigung der Hünde die mechan. S. verschledene nach
einguder arbeitende Maschinen. Der Gebrauch der Hand⸗
rindel vertiert sich ins Vorgeschichtliche und wird in maͤnchen
Gegenden noch heute geübt. Einen' großen Fortschritt be⸗
deutet das 1830 von Juͤrgen erfundene Spiuntad. Die
eigentliche Spinnereiindustrie beginnt zu Anfang dee
18. Jahth. mit Einführung der Spinnmaschinen.“ Das
durch mechan. und chem. Reinigung vorbereitete Spinn⸗
material erlangt auf der Krempei, einer mit feinen Hakchen
besetzten Trommel, die ersie Umordnung zu einem zu⸗
ammienhängenden, gleichförmigen Faserband, welches durd
stufenweises Strecken (in der Baumwol-, Kammgarn-Flachs⸗,
 Hanfe, Jute- und Werg-S.) oder durch Vangs
teilung lin der Streichgarn⸗S.) zu Vorgarn oder Vorgespinst
der fadenförmigen Vorstufe zum Feingarn oder Feingespinst,
umgewandelt wird. Die eine Vielzahl von Füden verar—
beitenden Feinspinnmaschinen verwandeln durch Strecken
und Drehen das Vorgespinst in Feingespinst, das nun
die endgültige Feinheit und Festigkeit 0 Gegenwärtig
sind Zwel Hauplarten von Feinspinnmaschtten in Febrauch
der Selfattor und die Droffelmaschine. VBeim Setfaltor,
der aus der Mulefeinfpinnmafchine von Crompton hervor⸗
ging „wechseln, wie bei der Handspindel, das Spinnen
und Aufwinden ab, indem die zur Aufnahme des Ge—
spinstes bestimmten Spindeln auf einem Wagen so an—
Jeordnet sind, daß sie bei dessen Entfernung von dem Streck⸗
werk (Ausfahrt) die Zusammendrehung des Vorgespinftes
und bei dessen Annäherung an das Streckwerk (Tinfahrt)

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Spi

as Aufwinden des soeben gefertigten Feingespinstes be—
virlen. Bei der Drosselmaschine dagegen erfolgt, wie beim
Spinnrad, das Spinnen und Aufwinden gleichzeitig, wo—
»urch Raumersparnis, sowie eine größere Leistung erzielt
vird. Eine Verbesserung der Drosselmaschine ist die Ring⸗
maschine, bei welcher das Aufwinden geringern Wider⸗
tand findet, so daß auf ihr feinere Gaͤrne als auf der
Drosselmaschine gesponnen werden. Die feinsten Nummern
»erbleiben dem Selfaktor. — In der Kammgarn-S., er—
olgt nach dem Krempeln — das Kämmen mit der
ämmaschine, die eine weitere Parallellegung der Fasern
und ein Abschneiden kurzer querliegender Aen bewirkt.
S. auch Baumwollspinnerei, Flachsspinnerel rc.)
Spinnfasern, s. v. w. Gespinstfasern . d.).
Zpinnhütten, s. Seidenspinner.
Zpinnlaus, J. Spinnmilbe.
Spinnmaschinen, s. Spinnerei.
Spinnmilbe, Spinnlaus (Tetranfchus telarfus
) blaßgelbe oder rötliche Milbe, auf Lindenblättern, auch
auf Buchen, Eichen, Rosen ꝛc., sowie auf Hopfen, wo sie
urch Aussaugen der Blätter den Kupferbrand verursacht.
ZSpinnmühle, s. Filatoxium.
Spinnorgane, bei Gliederfüßern verbreitete Vor—
ichtungen zur Bildung von Gespinsten, bestehend aus Druůͤ—
en, die als Modifikalionen des Chitins anzusehende, an
der Luft erhärtende Stoffe (Seide, Spinnweb) absondern.
Bei den Spinnen liegen Spinndrüsen im Hinterleib und
münden mit Gruppen von röhrigen Ausführungsgängen
auf den oben 7 den Spinnwarzen gelegenen siebartig
urchbrochenen Spinnfeldern nach außen. Bei den Insekten
hier nur den Larven eigen) und Tausendfüßern muünden
ie Spinndrüsen in den Schlund. Auch die Byssusdrüfe
Byssus) der Muscheln ist ein S.
Zpinnwebenhaut, Arahnitis.
Spinola, Ambrosio, Marchese de, span. Feldherr, geb.
669. zu Genua, nahm 1628 als Oberbefehlshaber dal.
ind span. Truppen in den Niederlanden Breda ein, gest.
25. Sept. 1680 in Italien zu Castelnuovo di Scidia.
Bgl. Siret (franz., 1881). V
Spinss (lat), dornig; spitzfindig; schwierig.
Spindza (Spinosa), Baruch de (lät. Benediktus),
Philosoph, geb. 24. Nov. 1632 zu Amsterdam, wegen
seiner religiosen Ansichten aus der Judengemeinde auͤs—
gestoßen, schloß sich keiner bestimmten Kirchengemeinde an,
—8 vom Schleifen optischer Gläser, gab bei Lebzeiten
jeraus: „Renati Descartes principia philosophige“
1663) und „Tractatus theologicospolitieus“ (1670),
jeft. 1. Febr. 1677. „Opera posthuma““, hg. von Meyet
1677), darin das Haupfwerk Ethioa“, Tractatus poitieus“
 und „De inteloctus emendatione““. Samm—-⸗
ung seiner Schriften von Vloten und Land (2. Aufl.,
3 Bde., 1895); deutsch von B. Auerbach (2. Aufl., 2 Bde.,
1872), Kirchmann und Irdn Bde. 1872).
S.s philos. System ein Pantheismus; Mittelpunkt desselben
der Satz: „Es gibt nur eine unendliche Substanz (Gott)
mit unendlichen Attributen, von denen der Mensch nur
wei, das Denken und die Ausdehnung, erkennen känn.“
— Biogr. von Colerus (holländ., 1705; franz., 1706
deutsch 1876 im „Briefwechsel des S.“), Freudenthal (1889
4. 1804); vgl. ferner Baltzer (1888), Berendt und Fried—
änder (1881), Hoff (1895), ————— Kuno Fischer,
Geschichte der neuern Philosophie“ Bd. 1, Abt. 2 (4. Aufl.
Spint, s. Bienenfresser [Abb. 207]. 11807).
Zpintherismus (grch), das gonlemerhen
Zpintisieren, grübelnd sinnen. [Müůnzen ꝛc.
Spintrien (lat.), obszöne Darstellungen auf Gemmen,
Spion (ital.), Späher, heimlicher Kundschafter; Spio⸗
iage (spr. ee Ausspähung, bes. in bezug auf
nilitär. Verhältnisse.
Spionskop, Berg im westl. Natal (Südafrika), am
obern Tugela, westl. von Colenso; 24. Jan. 1900 von den
Buren nach siegreichem Kampf gegen die Engländer besetzt.
Spira/ Johanues de, oder Johann von Speyer, erster
Buchdrucker Venedigs, gest. 1470; Erstlingsdruck 1160.
Sein Bruder Wendelin de S. druckte mit andern Typen,
472-78 in Verbindung mit Johann von Köln, bis
1477 lat. Klassiker, Schriften von Dante u. a.
Spiraes . Spier, Pflanzengattg. der Rosazeen,
dräuter, Sträucher, seltener Bäume, meist in der nordl