Spitzbogen, s. Bogen sAbb. 2348].
Zpigbogenftil, s. v. w. Gotischer Stil (s. Gotil
Zpitze, g Spihzen. suebst Tafeln Ru. 11).
Spitzeber, maͤnnliches Schwein, dessen Hoden wie
deim Klopfhengst in der Vauchhöhle zurückgebleben sind
Zpitzeder, Adele, s. Dachauer Banken.
Spitzei, spöttish für Geheimpolizift. 9J
Spitzjen, zarte Gewebe oder ade mit durchsichtigem
Iruud und dichterm Mufter, nach dem Material emweder
Seiden⸗S. (Blonden), Baumwoil⸗S., Woll⸗(Mohair⸗)S
oder Leinen⸗S. (gewöhnlich Zwirn⸗S. genannt), wozu die
durch Handarben hergestellten feinern S. gehören, die aus
dom feinsten Flachs gefertigten Leinenzwirn (Spitzenzwirn)
hestehen Bruffeler uͤnd Valeneienner S.). Nach der Her⸗
stellungsweise unterfcheidet man: geklöppelte, genähte, ge—
stickte, gehülelie, geftrickte, gekuüfte a., Wiaschinen-S
und, applizierte S bei welchen lettern der Gruͤnd durch
Maschiue, das Mufler durh Handardeit Rähen) hergestell
st. Der Grund der genähten S. heißt Nadelgrund, der—
enige der geklöppelten Klöppelgrund ac. Nach der Kon⸗—
truktion des die Musterfiguren tragenden und verbindenden
Fadengebildes unterscheidet man Reseau⸗ und Guipüre⸗S.
7. Bal. Ilg, „Geschichte und Terminologie der S.“
1876); Frauberger, „Handbuch der Spitzenkunde“ (1894)
Spitzenglas, spibenahnliches Millefiori (s. d).
aseeee s. er Wene
Spitzenmaschine, s. v. w. —85 (. d.).
Spitzer, Daniel, Schriftsteller, geb. 3. Juli 1835 zu
Wien, gest. 11. Jan. 1883 in Meran; bekannt durch seine
atir. Feuilletous „Wiener Spaziergänge“ in der „Neuen
Freien Presse“, fchrieb außerdem Roͤpellen („Das Herren
cecht“, 1877 u. d.; Verliebte Wagnerianer“, 8. Aufl 1888)
Spitzer, Emauuel, Genremaler, geb. 30. Okt. 1840
u Paͤpa in Ungarn, seit 1871 in München; humoristische
Benrebilder aus dem Kinder⸗ und Müdchenleben.
Spitzertypie, ein von dem Münchener Maler Spitzen
erfundenes onan Vervielfältigungsverfahren, au
dessen für die Buchdruckpresse druckfähigen Druückformen
die Halbtöne ohne den autotypischen Räster (s. d.) wieder—
zegeben sind und dadurch der Illustration zu einer bessern,
Jeschlossiern Wirkung verhelfen als die Autotypie (s. d.)
Spitzfrett (Helietis), Raubtiergattg. der Marder—
samilie. Bekannteste südasiat. Art das javanische S. (E
rientalis hn rötlichbraungran, Unterseite, Kopf.
Schwanzspitze gelblichweiß; auf Java.
Spitzfußz, s. Pferdefuß.
Spitzgeschoß, s. v. w. Langge⸗
hoß (s. Weschoß).
——AI . Klopfhengst.
Spitzhörnchen (Cladobates),
Vattg. der Insekteufresser, von eich⸗
hornuhnlichem Ausfehen, aber mit 5
langer, spitzer Schnauze. Bekann— 8. Tana.
teste Art der Tana (O. tans Hagn. [Abb. 1788)), braur
oder schwarz, auf Sumatra und Borneo.
Spitzklette, Pflanzengattg., s. Xanthium.
Spitzmäuschen, Käfergattung, s. Apion.
Spitzmäuse (Soricidsa), Fanulie der Insektenfresser,
mit spitzem Kopf, langem, beweglichem Rüssel, fünfzehigen,
bekrallten Füßen, in den Weichen Drüsen, die ein moschus—
artig riechendes Sekret absondern.
— gefräßige Tiere, nühlich
durch Vertilgen von Würmern und
Inselten. Hierher Feld⸗S. (Oroei.
dũra leucsdon Bonup.), oben braun,
unten weiß; Haus⸗S. (0. aransa vi⸗
agn.), graubraun, nach unten in aus.
grau übergehend; Alpen⸗S. (Sorex alpinus Schinæ.), grau⸗
schwarz; Wald⸗S. (gemeine S., 8. vnlgaris T. IAbb. 1784)),
rostæ bis dunkelbraun, unten heller; Zwerg⸗S. (8. pyEmaeus
Pall. braungrau, unten weißgrau, kleinsies aller nördl. von
den AÄlpen lebenden Süugeitere;, Wasser S. (Orosspus
fodsens Vagn.) schwarz, unten weißlich, zuweilen durch das
Fressen der Fische und des Laichs schädlich, Ruffelmaus
(Bifamrüßler, Bisam⸗S., Moschus⸗S. Myognie), Zehen
mit Schwimmhäuten verbunden, bauen sich unter Wasser
öffnende Gänge; hierher der Desman (Wuchuchol, Wychv—
hosti, A. moschãta Brandi), rotbraun, unten hellgrau,
Südostrußland, Fell als Bisam zu Besätzen ꝛc. benutzt,

743

Spo

ind die pyrenäische Bisam-S. (A. pyrenatoa Geoffr.),
kastanieubraun, unten grau, Nordspanien (hier Almizi—
ero genannt).
Spitz morchel, J. Morchella und Tafel: Pilze, 28.
Spitzpocken, Kinderkrankheit, s. Varizellen; Tier⸗
b s. 38*
vitzfäule, s. v. w. Obelisk (s. d. nebst Abb. 1260).
—A
chwanz (j. Vi e c 9 w Phriemen
Spitzweg, Karl, Geuremaler, geb. 4. Febr. 1808 in
München, gest. das. 28. Sept. 1888 humoristische Bilder
aus dem Kleinbürgertum, auch Landschaftliches.
Spir, Joh. Bapt. von, Naturforscher, geb. 9. Febr.
1781 zu Höchstadt a. d. Aisch, Konservator“ des Zoolog.
Museums zu München, bereiste mit Marktius 181731
Brasilien, gest. 13. Mai 1826 in München; schrieb:
„Geschichte und Beschreibung aller Systeme in der Zoologie“
1811), „Reise in Brasilien“ (mit Martius,8 Bde.
182481) und Prachtwerke über brasil. Tieratten.
Spizilegium (lat.), Ährenlese, Auswahl.
Spizza (sslaw. Spit), Hafenort in Dalmatien, am
Adriat. Meere (1900) 1415 E.; gehörte vor dem Betliner
Bertrag (1878) zum türk. Wilaset Skutari.
Splanchna (grch.), Eingeweide; Splanchnologie, Lehre
on den Eingeweiden.
Spleen (eugl spr. splihn), Milzsucht, eine Art der Hy—
ochondrie; Sonderbarkeit im Benchmeu, Verschrobenheit.
Splen (grch.), Milz; Splenalgie, Milzleiden; Splenitis
Milzentzündung; Splenologre, Milzlehre.
Splendid lat.), glänzend, pruüchtig, freigebig; im
tzuchdruck; weit gesezßt.
Splint, die äußern, jüngern Holzschichten, die das
dernholz umgrenzen. — S. (Spließstift), eine Schrauben—
icherüng (s. Schrauben) aus Draht mit halbkreisformigem
Querschnitt (Splintdraht).
Splintkäfer, s. Borkenkäfer und Holzfresser.
Splissen, zwei Tauenden so miteinander verbinden,
aß wie ein Stück erscheinen.
Zplittapfel, s. Strauchapfel.
Splügen (roman. und ital. Spluga), Paß mit Kunst⸗
raße (1318-22 erbaut), zwischen dem Vorf S. im
chweiz. Kanton Graubünden und Chlsavenna in Ober—
talien, erreicht zwischen dem Piz Tambo und dem
Surettahorn 2117 Höhe. Das Dorf S., am Hinterrhein,
 1460 m ü. d. M., (1900) 373 E.
Spodlum (greh.), schwarzes, s. v. w. Knochenkohle
(s. d)); weisses S. Knochenasche (s. d.).
Spodumen, Triphau, monoklines, grünlichweißes,
glasglänzendes Minerxal der Pyroxengruppe, ein Lithiüm—
Tonerdesilikat; meist in Graniten oder Pegmatiten; wird
zur Darstellung von Lithiumpräparaten verwendet.
Spohr, Louis, Komponist und Violinvirtuos, geb.
5. April 1784 zu Braunschweig, 1822 -57 Hoflapell⸗
meister in Cassel, gest. das. 22. Okt. 1889; verdient um
die künstlerische Ausbildung des deutschen Violinspiels; seine
Dpern („Jessonda“, „Die Kreuzfahrer“, „Faust“ u. a.),
Oratorien („Die letzten Dinge“ u. a.), Sinfonien, Violiu⸗
kompositionen ꝛc. waren fruͤher sehr beliebt. — Selbst⸗—
biogr. (1862). — Bgl. Schletterer (1881).
Spokane Fauls sspr. spocken fahls), Stadt im nord⸗
merik. Staate Washington, am Spokane River, (1900)
Spöke, s. Seekatzen sAbb. 1701)]. [36848 E.
Spöl, Fluß, s. Livigno.
Spölalpen, Gruppe der Rhätischen Alpen zwischen
den Berninas und den Otztaler Alpen, zerfällt in die
Livignoalpen (Cima di, Piazzi 3489 m) und die Münster—
taler Alpen (Waldaschlikopf 8250 m).
Spoleto, Stadt in der ital. Prov. Perugia, an
der Mareggia, (1901) 24 642 E., Kathedrale (110 bis 12.
n eheret Waßseren ung S in ültertune ae
Spolotium bedeutende Stadt Umbriens, waährend der
daͤngobardenherrschaft Hauptstadt eines Herzoglums, das
m 13. Jahrh. an den Kirchenstaat kam.
Spoliation (lat.), Beraubung; spoltieren, plündern.
Spolium (lat.), Beute; Mehrzahl Spoltien, bei den
ilten Römern erbeutete Rüstungen, Waffen eꝛc. als Sieges⸗
eichen; im Mittelalter ritterliche Ehrengeicen (Schild,
delm 2c.). — Sy in dex Rechtssprache Besitzentsetzung;
3polienklage, früher die Klage aus Rückgabe des wider