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rechtlich entzogenen Besitzes. Spolienrecht, im Mittelalter
das von dem Landesherrn in Anspruch genommene Recht,
den beweglichen Nachlaß kath. Geistlicher einzuziehen.
Sponde (lat.), Bettgestell. Ibestehender Versfuß
Zpondeus (grch.) ein aus zwei laͤngen Silben (59)
Spondias , Pflanzengattg. der Anakardiazeen. 8
Mombin L. Mombinpflaumenbaum) liefert die Mom⸗
binpflaunten oder otaheitischen Apfel; aus seinem Bolze
wie von dem von 8. mangitéra Pens. (Amrabaum) in
Ostindien wird das Amrae oder Aruraharz gewonnen;
Inlois orst. (GGold- oder Cytherenapfel), auf den
Südseeinseln, die füdamerit. Sinten (Schweins
pflaume), sämtlich mit wohlschmeckenden Fruͤchten, die
Wurzelknollen von 8. kuberden (Imburzeiras) führen
reichlich Wasser.
Spondylus (grch., Mehrzahl Spondhlen), Wirbel⸗
nochen, bes. Rückgratwirbel; Spondyilarthrokäce, Wirbel
8 (. Pottsches übel); Spondylitis, Wirbelent⸗
zündung.
Spons iao, Spongien (lat.), s. Schwämme.
sSpongiua, s. Sußwasserschwamm.
Spongflös (Clat.), schwammig; spongiöse Körper,
o. w. Schwellkoͤrper (s. d.).
Spongiten kalt, Schwammkalk, aus fossilen Kalk—
chwäͤmmen aufgebauter Kalk, im Lias von Franken,
Schwaben, der Schweiz und Oftfrankreich auch im Malm.
Sponheim, ehemal. reichsunmittelbare Graffschaft im
Hunsrück, kam nach dem Erldschen der Grafen von S
1487) an Baden und Kurpfalz.
Sponsallen (lat.), Eheverloͤbnis; Vertrag, durch den
die künftige Vollziehuug einer Ehe zwischen zwei beftͤmm
ten Personen (Sponsa, Braut; Sponfus, Bräutigam)
sestgesetzt wird; sponsieren, um ein Mädchen werben
Spontan (lat.), freiwillig; ohne außere Einwirkung
erfolgend; Spontaneität, freie Willenskraft, Selbsttätig⸗
eit; Selbstbestimmung.
Spontini, Gasparo, Opernkomponist, geb. 14. Nov
774 zu Majolati bei Jesi, seit 1804 in Paris, 182040
Generalmusikdirektor in Berlin, gest. 24. Jan. 1851 ir
Majolati; Hauptopern: „Vestalin“ (1807),, derdinant
Tortez“ (1800), „Olympia (1819). — Val. Robert (1883)
Zponton,. Esponton sAbb. 528).
Sporaden ech „die Zerstreuten“), die Inseln des
Zriech. Archipels an der Küste Kleinafiens; größte
Rhodos, Telos, Kos, Samos, Chios, Lesbos, Tenedos
Sporadisch (greh.), zerstreut, einzeln vorkommend
dei Krantheiten Gegensatz zu epidemisch.
Sporanglum (grch.), der Behälter der Sporen bei
den Kryptogamen.
Sporck, Joh., Graf von, österr. General, geb. wahr⸗
heinlich 1601 zu Westerloh bei Delbrück, stieg in bayr.
Diensten vom gemeinen Soldaten zum General auf, als
ühner Reiterfuͤhrer ausgezeichnet, seit 1647 in österr.
diensten, 1664 heghe gest. 6. Aug. 1678 zu Herman⸗
Mestetz (Böhmen). — Vgl Rofenkrauz (2. Auf 1854).
Sporeco (ital., „unrein“), s. v. w. brutto.
Sporen, Mehrzahl von Sporn (s. d.).
Sporen (grch), bei den Kryptogamen mikroskopisch
dleine, ungeschlechtliche, einzellige Fortpflanzungskörper
Krankheitsverbreiter sind die S.
der Bakterien (s. d.).
Sporenam mer, Sporenfink,
Spornammer.
Sporengänse (Eleotropte
xidao), Familie der Entenvögel,
mit naͤcktem Höcker auf der Schua⸗
belwurzel und dorniger Kralle an
den Flügeln; hierher die im innern
Afrika heimische S. —0
die ost⸗ und suͤdafrik. Risgans (ägypt. Gans, Chenalõöpex
aeggptigeus Briss. IAbb. 1788).
Sporenschlacht, J. Guinegate und Kortrijk.
Zporenschlauch (Aecue), s. Askommeten
Sporentierchen Sporozda), Klasse der Protozoen
mit Kutikula, die weder Wimpern noch Geißeln besitzt
noch Pseudopodien aussendet. Fortpflanzung durch Sporen,
die von dem euzystierien Tier erzeugt werden. Betanu—
este der drei Grüppen die der Gregarinen is. d.) Vgl.
Wasiliewski (1896).

1785. Nilgans.

Spürgel, Futterpflanze, s. Spergula [Abb. 1775).
e Pilzgaltg. der Pyrenomyzeten; mehrere
Arten erzeugen den Rußtau (s. d.).
Spörk, Futterpflanze, s. Spergula Abb.1776), An⸗
Sporn, am, Keilerstiesel befestigte Vorrichtung
hlag⸗ oder AnschnallzsKasten⸗) S.) zum AÄntrieh de.
ferdes, in staqelahnlicher Form oder mit rahntem
tädchen versehen. — S., bei Kriegsschiffen, s. Ram.
Sporn, Orden vom goldenen, s. Goldener Sporn.
Spornammer (Ploctrophanes), den Ammern nghe
»erwandte Vogelgattung. Hierher die Schneeammer —
Uxalis Meyen), im Sommer braunschwarz, im Winter
gelblich, Unkerseite weiß, Fsland, Lappland: Lerchenammter
P. lapponloa Smith), der vos
igen aͤhnlich, hochnordisch.
nornblume, s. Centran
Nnus.
Spornflügler, Blätter
zühner, Blätterroller (Parri
Jae), trop. Familie der Stelz⸗
rögel, Fürbung meist braun, am
Fluͤgelbug ein Sporn. Hier—
her der FJassana (Parra Jas
L. ——— von
uayana bis Paraguay, an u
tehenden ——— irss. Jasan
Zporogonium (grch.), die Sporenfrucht der Poege
Sporozven (Sporozda), s. Sporentierchen. IIC. ).
Sporozyste, s. Saugwürmer. Bes⸗
Sport (engl.), Spiel, Unterhaltung, bes. Alle Leibe
ibungen und Vergnugungen, die sdiciget Kraf
und Kühnheit erfördern Jagd, Fischerei, Wettrennen,
Schwimmen, Rudern, Segeln, Gymnastit, Fechtkunst 2c.);
Zportsman (spr. mann), Liebhaber des S.
Sporteln (lat.), Gebühren für Amtshandlungen,
trüher geregelt durch Sporteltarxen. Dare
Sposaliæio bnt in der ital. Malerei die Dar⸗
tellung der Verlobung oder Vermählung der Jungfrau
Maria mit Joseph.
Spottdroffel (Mmus poly-Jottus
 Boie [Abb. 1787]), zur
Drosselfamilie gehöriger Singvogel,
graubraun, unten weißlich, ahmt den
Vesang anderer Vögel däuschend nach;
eliebter Stubenvogel, südl. Vei⸗
in 8 —
Zpötter, die Zaungrasmücke (s. el.
Zpötterling, s. eeee arsꝛ. Spottdrosf
Spottvogel, s. Gartensänger und Beutelstare.
S. P. O. K. ⸗ BSenatus Populusque Romanus (at.),
»er Senat und das röm. Volk.
Sprache, im allgemeinen der lautliche Ausdruck des
Zedankens (Sprachvermögen); im befondern der gesamte
Vorrat von Worten und deren Formen, in denen ein
Bolk seine Gedanken ausdrückt. Den lebenden S. (noch
jetzt von einem Volke im Verkehr gesprochenen) stehen die
toten S. ( niur in Denkmälern erhaltenen), wie Latein,
Altgriechisch ec. gegenüber. Die Sprachwisfenschaft (Lin⸗
zuistik) erforscht den Ursprung der S, das Verhältnis
des Sprechens zum Denken, den genetischen Zusammen—
hang von S, untereinander und die hifiot, Veränderung
der Sadn Grammatik, s. Grammatik). Sie hat
nachgewiesen, daß eine gewisse Anzahl von S. ans einer
lUrs oder Grundsprache hervorgegangen sind und zusammen
einen Sprachstamm bilden, der in verschiedene wieder
uäher verwandte Abteilungen, Sprachfamilien (3. B.
indogerman. Sprachstamm, dJerman. Familie), und diese
in Einzelsprachen (die germañ. in Gotisch, Nordisch, West⸗
Apiie und endlich diese wieder in Dialekte (Anglo⸗
riesisch, Niederdeutsch und Hochdeutfch) zerfallen. Die
einem Sprachstamm oder einer Sprachfamilie angehören⸗
den S. heißen Schwester⸗ S., die von einer ähtern S.
ihstammende jüngere Form Tochter⸗S. Rach der Mor⸗
hologie der S unterscheidet die Sprachwissenschaft:
Nisolierende (einsilbige) S., die nur Bedeutungslaute
Wurzeln) haben, zwischen denen die Beziehung lautlich
nicht ausgedrückt ist (z. B. das Chinesische); 2) agglutinierende
 (zusammenfügende) S., bei denen die Beziehungs⸗
aute mit den unverändert bleibenden Wurzeln entweder