durch Nachsetzung (Suffigierung), oder Vorsetzung (Prä—
figieruug) oder Hineinsegzung (Infigierung) zusammen—
gefügt werden (die olynesischen, — uralaltaischer
S. 2c.); 3) fleltierende S., bei denen die Wurzel selbst zuͤn
Zweck des Beziehungsgusdrucks verändert und außerden
die Beziehunghlaute mir der Wurzel zusammengefügt wer—
den (der indogerman. und semit. Sprachstamm). (S. auch
Analuting und Synthese. Die Schrift-S., d. h. die über
den Dialeklen stehende Ausdrucksweise der Schriftsteller
wie aller Gebildeken eines Volks, ist meist der Dialekt
des Stammes, der zuerst eine Literalur erzeugte. (Vgl
auch Artikel Etde und Menschenrassen, sowie Karte: Be⸗—
völterung U, 3.) — Bgl. W. von Humboldt, „Ube
die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaues“ (neu
Ausg. 1876) Steinthal, „Ursprung der S.“ (4. Aufl
1888); ders., „Charalteristik der hauptsächlichsten Typen
des Sprachbaueb⸗(S. Nufl. 18383); Paul, Prinzipien de⸗
Sprachgeschichte“ (3. Aufl. 1889); von der Gabelentz, „Die
S.“ (5. Aufl. 1901); Wundt, Stagesgrn und Sprach⸗
ychologie“ (S Bde., 1001); Delbrüc, Eiuleitung in dae
Sprachstudium“ (4. Aufl. 1904); Wundt, „Völkerpsycho—
ogie“, Bd. 13„Die Sprache“ (2. Aufl. 1804).
ZSprachfehler, s. Sprachorgaͤne und Sprachstörungen
Zprachgefellschaften, Gefellschaften des 17. Jahrh.
afleglen die reine deutsche Mutlerfprache und die edle
deutsche Poesie; zu ihnen gehörten! die Fruchtbringende
Gesellschaft (s. d.) die Aufrichtige Tannengeselischaft, (seit
1683 zu Straßbürg), die Deutschgesinnte Genossenschaft
Feit 1643 zu Hamburg), der Pegnißorden (s. d.) u. a.
Sprachgewöͤlbe, s. v. w. Flüstergewölbe (s. d.).
Sprachlaut, s. Laut.
Zprachlehre, s. Grammatik.
Sprachorgane, die lautbildenden Organe des mensch⸗
chen Körpers, bestehen aus dem Kehlkopf, dessen Stimm—-bänder
 durch ihre Shhwingungen die musikalisch als Töne
destimmbaren Bokale erzeugen, und aus der Mund- und
Nasenhöhle, in denen durqh die verschiedenen Stellungen
der Zuͤnge zum Gaunmen und zu deun Zähnen die Kon
onantengeraufche enm Fehlerhafte Bildung der S.,
falsche Junervalion der betreffenden Ruskeln und Mangel
an Intelligenz und Willenskraft sind die Ursachen der Sprach
fehler (Stammeln, Stottern u. dgl.). (S. auch Spraqh—
störungen.) — Vgl. Hermann, „Die Technk des Sprechens“
2. Aufl. 1802). l[wissenschaft (s. Sprache).
Sprachphilosophie, s. v. w. allgemeine Sprach—
Sprachphysiologie, s. v. w. Lautphysiologie (s. Laul
id Sprachorgane).
Sprachreinigung, s. v. w. Purismus.
Sprachrohr, abgestumpfter hohler Kegel, in dessen
engere Offnung man spricht, dient zur Verstärkung des
Schalles; die — Rufweite eines S. von 2 m Länge
beträgt bis Kn, auch Kommunitationsrohr für den
mündlichen Verkehr zwischen getrenntliegenden Zimmern
ESprachstörungen, Störungen des Vermögens, sich
in Wort und Schrift richtig zu dͤußern. Die Storungen
der Lautsprache betreffen teils die Artikulation (Alame
oder Anarthrie), wobei die zum Hervorbringen der vaute⸗
erforderlichen Muskelbewegungen nicht ausgeführt werden
können, teils die Diktlon (Aphafie, f. d). Paraßhafie vder
Paraphrasie, krankhaftes Sichversprechen, Gebrauch ent⸗
stellter Worte oder solcher, die den richtigen Sinn nicht
wiedergeben. Den Störungen der Lautsprache entsprechen
solche der Schriftsprache, der Aphafie entspriht die Agra—
phie, d. i. das Unvermögen, die Gedanken mit Hilfe der
Schriftsprache wiederzugeben, während Alexie das Unver.
mögen ist, geschriebene oder gedruckte Worte richtig auf—
zufassen. Akataphasie oder Agrammatissmus, das uͤnver—
mögen, die Worte grammatisch zu formen und richtig in
Sähe zu bringen. Schriftblindheit (senforische Agraphie):
die Unfahigkeit, bei gesunden Augen und guter Jutelligenz
Geschriebenes dem Sinne nach zu verstehen. — Vgl. Kuß⸗
maul (8. Aufl. 1885), Gutzmann (1808), Treitel (1894).
Sprachverein, AÄllgemeiner Deutscher, s. Deutscher
Sprachverein. s[matik e(s. Grammatik).
Sprachvergleichung, s. v. w. vergleichende Gram⸗
Sprachwissenschaft, s. Sprache.
Spratzen, die Eigenschaft mancher Metalle, z. B. des
Silbers, im flüssigen Zustande abforbierte Gafe“ während
der Abkühlung wieder auszustoßen.

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Spr
Spran (engl. spr. spreh), Sprühregen; Zerstäubungs⸗
apparat für antiseptische Ant ihe
Sprecher, im engl. Parlament, s. Spealker; bei
deutschen Burschenschaften der erfte Chargierte.
Spree, Nebenfluß der Havel, entspringt in der sächs.
Oberlausiß bei Spreedorf, eilt sich unterhalb Bautzen in
ie Broße und Kleine S., durchfließt den Spreewald, den
Schwielochsee, Berlin, mündet“l. bei Spandau sKarte:
Deutsches Reich J. 81; Flußgebiet 10 104 qus, bog
g. (176 k schiffbar). ————— l. Dahme oder Wendische
. x. Panke; Kanäle: Friedrich⸗ Wilhelms- Kanal und
Oder⸗Spree⸗Kanal zur Oder, Berlin⸗Spandauer Schiff⸗
ahrtskanal zur Havel, Teltow-Kanal von der Dahme
ind S. (Zweiglanal) zur Havel ꝛc. Karte: Branden
durg ꝛc. I].
Spreewald, bruchige Niederung in der preuß. Nieder—
ausitßz, 2765 4xm, von der Spree vielarmig durchschnitten,
um Teil durch Kanäle entwässert, 80 000 meist weud, E. mil
vend. Tracht ind Sitte lTafel: Brandenburg?c. , 31;
erfällt in den Obern (von Fehren bis Lübben) und Untern
3. (pon Lübben bis Alt-Schadow). — Vgl. Kühn (1889),
ZSprehe, der gemeine Star. [Braͤunsdorf n
Spremberg, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Frankurt,
 (1900) 10528 (1005: 111859 6 Amloͤgericht, Wallahrtskapelle
 (12. ——— altes Schloß, Realprogym⸗
iasium, königl. Webschule, Handelsschule; Tuchfabrikation;
»abei Braunkohlengruben. — Vgl. Wertsch (1803).
Sprengel, Christian Konrad, Botaniker, geb. 1760
zu Brandenburg a. H., 4780-94 Rektor zu Spandau,
sest. 7. April 1816 in Berlin; begründete mit feinem
Zuche „Das entdeckte Geheimnis im Bau und in der
Zefruchtung der Blumen“ (17983; neu hg. 1885) die
Bluͤtenbiologie. — Sein Neffe Kurt S., Patholog und
Zotaniker, geb. 8. Aug. 1766 zu Boldekow bei Añklam,
Prof, zu Halle, gest. 153. März 18838; schrieb: Handbuch
der Pathologie“ (3 Bde., 1785 87), Gefchichte der
Botanik“ (2 Bde. 1817 -18), „Neue Entdeckungen im
anzen Umfange der Pflanzenkunde“ (3 Bde. 1819 22)u.4.
Sprengelsche Erplosivstoffe, 1870 von Sprengel
rfundene Sprengstoffe, bestehen aus zwei an sich nuͤht
xplosiblen Komponenten, die erst kurz vor dem Gebrauch
emischt werden; die eine Komponente ist meist Salpeter⸗
ãure, die andere ein Nitrat, der aromatischen Reihe,
Schwefelkohlenstoff oder Pikrinsäure; z. B. Hellhoffit (f. d),
Nackarock (s. d.), Romit G. d.).
Spreuger, Alois, Orientalist, geb. 8. Sept. 1818
u Nassereut (Tirol), wirkte 1848537 in ind. Hoch—
chulen, seit 1838 Prof. in Bern, gest. 19. Dez. 1893 in
Heidelberg; gab arab. Werke in der „Bibliotheca Indiea““,
 „Das Leben und die Lehre des Mohammed“
(3 Bde. 1861 -65) sowie andere Schriften über orient.
Beographie und Geschichte hexaus.
Sprenggelatine, zu den Abeliten ee Spreng⸗
mittel, Aneeh durch Lösen von 8 Teilen Kollodiumwoue
n 92 Teilen Nitroglyzerin; durch Zusatz von 4Proz. Kampfer
pird es unempfindlich gegen mechan. Einwirkung und gegen
Erhitzung und bedarf dann zur Erplosion einer Zundvatrone
»on Gelatinedynamit (s. d.).
Sprenggeschosse, Explosionsgeschosse, Geschosse für
Feuerwaffen, die am Ziel oder in dessen Nähe durch eine
Sprengladung in ihrem Innern zum Springen gebracht
werden (Brisanz⸗ oder Sprenggranaten, Sgrapnenen S.
ür Handfeuerwaffen dürfen nach der Petersburger Konven—
ion von 1868 nicht mehr verwendet werden.
Sprenggummi, s. v. w. Sprenggelatine (s. d.).
Zprengkufen, Sprengtonnen, s. Feuertonnen.
Spreugliug, s. Asche JAbb. 1285).
RPrengmörser, s. Petarde.
Prengöl, Nobels S. s. Nitroglyzerin.
*prengpulver (Nobels), J. Nobels Sprengpulver.
Prengstoffe, Erplosivstoffe (s. d.), die vorzugsweife
Sprengzwecken dienen.
ZSpreukel, Sprangrute, Vogelschlinge, elastische Hasel⸗
uuß⸗ oder Weidenrute, durch deren durchbohrtes dickeres
5nde eine am dünuern Ende befestigte Schlinge gezogen
st, die durch ein Sprung- oder Stellhoͤlzchen befestigt wird.
Spreu, Kaff, beim Ausdreschen der Körnerfrüshte ab—
allende Spelzen, Samenhüllen, Grannen, vermischt mit
Blättern und Stengelteilen.