Legenstände der staatlichen Tätigkeit; z. B. Zoll⸗, Handels—
Schiffahrtsverträge n. a. Uber die wichtigsten S. des Deut⸗
schen Reichs s. Beilage; Staͤatsderträge.
Staatsverwaltung, im weitern Siune die gesamte
staatliche Tätigkeit, die des Gesetzgebers inbegriffen; im
engern Sinne hat man die Verwaltung (s. d.) der Ge—
setzgehung gegenüber gestellt; im cugften Sinne die Ad—
ministration im Gegensatz zur Rechtoͤpflege.
Staatswissenschaften, diejenigen Wissenschaften,
welche den Staat zum Ausgängs- und dZielpuntt nehrten
vorbereitende S. dßg Statistik, Gesellschaftswissenschafi
und Vationaldkonbmie, eigentliche S. Staatsrecht und
Politik, woran ich Völterrecht, Verwaltungsrecht, Ver—
v grngelenre Polizei) und Finanzwissenschaft schließen.
Stab, Elleumaß, sv. w. AÄune.
Stab, das bei den Kommandobehörden der Truppen
Zom Balaillon aufwärts stehende Personal. Die im
Offizierrange stehenden bilden den Ober⸗S., die übrigen
den Unter⸗S. (S. auch Generalsiab und Stabstruppen.)
Stabat mater (lat.), die Mutter (Jesu) stand (am
reuz) nach den Anfangsworten benannter, wahrschein⸗
lich von Jacopone (f. dd von Todi um 1300 gedichteter
lat. Hymnus, vft in Mufit gefetzt (von Pale rina, Aftorga,
bexgolefe, Rofsini u. ah. Vgl. Lisco (1843).
Stabbio, schweiz. Dorf, s. Stabio.
Stäbchenbakterien, s. Bazillen und Bakterien.
Stäbchenrotlauf der Schweine, s. Rotlauf.
Stabeisen, s. Walzeisen.
Staberl, stehende Figur der älktern Wiener Lokal
osse, ein Parapluiemacher,
Stabheuschrecken, . Gespenstheuschrecken IAbb. 678)]
Stablä, Küstenstadt in Kampanien sKarte: Italien
l, 6], mit bexühmten Heilquellen; 79n. Chr. mit Herku—
anum und Pompeji verschüttet.
Stabil (lat.), stehend, beständig; stabiles Gleich
gewicht, s. Gleichgewicht; stabilieren, sest begründen.
Stabilität (lat.), Siandfestigkeit, das Bestreben, den
disherigen Zustaud zii erhalten, isi um so größer, je größen
das Gewicht und die Stützfiäche ist und je tiefer der
Sen liegt; dann Beständigkeit (polit.), starre
Beharrlichkeit beñ dem Bestehenden (Stabilsmus).
Stabio (Stabbio), Dorf und Bad im schweiz. Kantor
Tessin, (1900) 2255 E., Schwefelquellen.
Stablewfki, Florian von, Erzbischof von Gnesen und
Posen, ge, 16. Okt. 1841 zu Fraustadt, 1876 Mitglied
des Abgeordnetenhauses, 1880 Geheumtammerer des
Papstes, 1889 apostolischer Protonotat, 1891 Erzbischof
Stablo, Stadt in Belgien, s. Stavelot.
Stabmessung, s. Bakulomeirie.
Stabreint, s. Alliteration.
Stabroek (pr. bruk), Stadt, s. Georgetown.
Stabsapotheker, s. Militärapotheker.
Stabsarzt, s. Sanitätsoffiziere.
Stabschrecken, s. Gespenstheuschrecken [Abb. 675).
Stabshautboist (Stabshoboist), Leiter der Musuüka—
zellen der Fußtruppen im deutschen Heere, bei den beritienen
Truppen Stabstrompeter. (Abzeichen zeigt Abb. 1677, bei
Stabsoffiziere, s. Offizier. [Schwalbennester.)
Sta botruppen, Stabswachen, Truppenabteilungen in
Osterreich, im Kriege hohen Kommandobehörden zu Sicher—
jeits? und Ordonnanzdienst beigegeben.
Stabtierchen, s. Bazillariazeen.
Stabwurz, Pflanzengattg., s. Artemisia.
Staocato (ital., Mus.), abgestoßen, nicht verbunden
Stachel, boͤtan. s. Dorn.
Stachelbarsch, s. Stichling.
Stachelbeere, Stachelbeerstrauch (Kibes grossularie
. Ribes), dorniger, in Euxopa und dem nördl. Asien
wildwachsender Strauͤch mit saftigen Beeren, bes. in Eng⸗
land kultiviert. Amerik. S. Peireskio.
Stachelbeerspanner, s. Spanner und Tafel
Schmetterlinge 11, 1.
Stachelberg, Stachelberger Bad, Badeort im schweiz
Kanton Glarus, an der Linth, 664 m hoch, am Fuße
der Baumwaldberge; Schwefelquelle (9,806) gegen Skro⸗
fulose, Hämorrhoiden ꝛc. — Vgl. Schönemann (1802).
Stachelechse, s. v. w. Moloͤch (s. Agamen).
Stachelflofser, Hartflosser, Ukanthopterygier (Acan
hoptäri, Acanthopteryglä), Ordnung der Knochenfische,

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Sta

ei denen die vordern Strahlen der Rückens, After⸗ und
Bauchflossen ungegliedert, einfach und sest sinde Zu den
—38 die Familie der Barsche, Schuppeuflosser, Meer⸗
arben, Meerbrassen, Drachenküpfe, Schwertfifche, Slachel⸗
chwünze, Makrelen, Armflosser, Panzerwangen, Meer—
rundeln, Schleimfische, Meexäschen, Stichlinge.
— Futterpflanze, s. Mex,
Stachelhäuter (Eohinodermata), Kreis wirbelloser
Tiere, von radiärem, meist fünfstrahligem Körperbau, mit
nehr oder weniger stark entwickelten, aus maschigem
dalkgewebe gebildeten Hartteilen der ünterhaut, die sich
tachelförmig über die Körperoberfläche, erheben koöͤnnen,
nit einem eigentümlichen Wassergefäßshstem (Ambutatral.
ystem), das fich in schwellbaͤre als Bewegungsbrgane
dienende Anhaͤnge, mit Saugscheiben versehene Saug⸗
üßchen (Ambulakren, Ambulakralfüßchen) fortj etzt. Körper⸗
eile radial um eine mittlere enrege Achfe gelegen an
deren Endpunkten sich Mund und After befinden Ge—
chlechter meist getrennt; Entwicklung meist durch fehr der—
wickelte Umbildung der kleinen ee ad et
eigentümlichen Larvenformen (Plutsus, Bipinnarta [Tafel ß
Antwigtungsgeschichte IL 8u. 9], Brachiolaris und
Snriculaxta). Alle S. sind Meeresbewohner. Sieben
dlassen: en Seeigel, — Seesterne,
Seelilien, Seeäpfel und Knospenstrahler (s. diese Artikel).
— Bgl. Joh. Müller (1834), Ludwig (2 Bde. 1877 80
ISssa fg., fortgesetzt von Hamannd.
Ztachelhum mer, die gemeine Languste (s. Panzerkrebse
Stachelmohn, s. Argemone. snebst Abb. 1818).
Stachelmyrte, s. Ruscus.
Stachelnuß, Wassernuß, s. Prapa.
Stachelpilz, Stoppelpilz, s. Hpänum.
Stachelrochen, s. Stechrochen.
Stachelschnecke (Nurox), den Purpurschnecken ver—
vandte Gattg. der Vorderkiemer, mit dornenförmigen oder
abgeplatteten oder verbogenen Stacheln.
Brandhorn (Türkenblut, MA. brandaris
L. [Abb. 1793)), keulenförmig, blaß⸗
zrau, gemein im Mittelmeer, eßbar, zu—
veilen aber schädlich; U. trunculus L.,
zauchig, weiß⸗ und braungebändert, ge—
mein im Mittelmeer und Atlant. Ozean.
Stachelschwamm, die Pilzgattg.
Axdnum (s. d.
Stachelschwänze, Lederfische (Aoro- 4783.
auraas), Pflanzen und Korallen fressende Vrandhorn.
trop. Familie der Knochenfische, mit Dornen oder Stacheln
an den Seiten des Schwanzes. Hierher der Chirurg
Acanthũrus chirurgus Bl. Sehn.
Abb. 1794)), bräunlich, an den
itlant. Küsten Afrikas und Amerikas
Stachelschweinausfsatz, s.v. w.
dystrizismus (s. Ichthyosis).
Stachelschweine (RAystrichilae),
 Familie der 33— mit
inem Stachel- oder Vorstenkleid;
dörperbau gedrungen, Kopf dick, Augen und Ohren klein.
Altweltliche Arten: gemeines S. (Tvstrix cristäta d
Abb. 1785)), Stacheln bis
10 em lg., spitz, schwarz und
veiß geringelt, Hals mit
uufrichtbarer Borstenmähne;
urchtsames, träges und harm⸗
soses nächtliches Tier, frißt
Begetabilien; Mittelmeerländer.
 Siacheln zu Federhal⸗
tern ꝛc. benutzt, Fleisch in Ita⸗
ien gegessen. Quastenstachler
— p ba
angem, am Ende mit Quaste aus Hornplättchen verse n
Schwanz und ee Stachelkleid, p und —
Arten. Neuweltliche: Borsten-S. (Borstenschwein, ürson—
rothizon dorsaitur Quv. ) mit dichtem Velz, unterfeite
zorstig, zwischen Hagren und Borsten bis Lcmn lange
Stacheln; Nordamerika; Greifstachler (Ceroolabes), mit
angem Greifschwanz, fast ausfchließlich fuͤdamerit, Arten,
o der Cuandu (Coandu, C. preenius bι, Stagein
o q lg. gelblichweiß, Zueygano⸗ Brasilien; Fleisch eßbar.
Ztachelschweinholz, s. KHokospalme

1794. Chirurgq.