Sta

75

Blanz⸗S. (Lamprocoltus), mit dem Stahlglauz⸗S. (I.
halybaeus Sunch.), dunkelstahlgrün, Rordostafrita;
Schweifglanz⸗S. (Erzglanz⸗S., Glanzelster, Lamprot
ornis gaenéus Temm.), 50 em —19.
dunkelmetallgrün, Kopf schwarz, gold⸗
glänzend, Schwanz purpurviodlett,
Mittel- und Südafrika; Madenhacker
(Buphâga), mit einer mittel⸗ und
einer fJüdafrik. Art, folgen Rindern,
Kamelen, Elefanten ꝛc., um von deren
Haut Insekten abzulesen; Hirtenvogel
Hirten⸗S., Rosen⸗S., Pastor rosus
Lemm.), roseurot, Kopf, Flügel und
Schwanz schwarz, Südeuropa, nühtt durch Vertilgung von
Heuschrecken; Meinate (Mino, Weino, Hügelatel,Pre
digerkrãhe, Gracula religiöse T. IAbb. 1786)), tiefschwarz
mit weißer Binde über die Flügel und gelben, nacke
Hautlappen am Kopf, lernt sprechen und singen,.
Stargard. 1) S. an der Linde, Stadt in Mecklen—
hurg⸗Strelitz, (18905) 2800 E., Amtsgericht. — 2) S. in
Pommern, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Stettin, an der
Ihna, (1900) 26 8688 (1905: 26 908) E., Garnifon, Land-Amtssgericht,
 Gymnasium, Nealproghmnasium. — 3) Kreis
stadt im preuß. Reg.-Bez. Danzig, s. Preußisch-Stargard
Starhemberg, Ernst Rüdiger, Graf, österr. Geueral
feldmarschall, geb 1638 zu Graz, berühmt durch die Ver—
teidigung Wiens gegen die Türken 1683, gest. als Hof⸗
krieg ßratspräsident 4. Jan. 1701 zu Bösendorf. — Biögr
von Türheim (1882). — Sein Vetter Guido, Graf von S.
geb. 11. Nop. 1657 zu Graz, zeichnete sich im Türkenkriege und
im Span. Erbfolgekriege äls Feldmarschall gegen die Fran—
zosen aus, gest. T. März 1787. — Biogt. vou Arneth (1853)
Stäriza, Kreisstadt im russ. Gonv. Twer, an de
Wolga, 5396 E., 11 Am von der Bahnstauon S.
Starke, weibliches Riud, s. v. w. Farse.
Stärke, Stärkentehl, Krafimehl, Sahmehl, Amylum,
Amidon, Assimilationsprodukt der gruͤnen Pflauzen, aus
primär gebildetem Zucker durch Wasserabspaltung ent—
stehend; äls Resexvestoff in mikrostopischen, elliptischen oder
unregelmäßigen, schaligen Körneru abgelagert in den Samen
der e im Reis, in den Hartoffeln ꝛc., in Wasser
und Alkohol unlöslich. Von verdünnten Sänren wird ein
Teil langfam gelöst (Granulose), das unlösliche heißt Fa
rinose oder Stärkezeilulose. S bildet mit heißem Wasser
eine gallertartige Masse GKleister) und wird durch Jod blau
—5 — sie geht bei 160* in Dertrin (s. d.) uüͤber. Beim
ochen mit verdünnten Mineralsduren entsteht zuerst Der—
trin, sodann Dertrose (Stärkezucker, s. Traubenzucker). Be—
sondere Stärkearten sind das Inulin (s. d.) das Liche⸗
nin (s. d.), ferner das Glykogen (s. d.).“ Kartoffelftaäͤrke
[Abb. 1757 a41 wird aus Kaͤrtoffeln gewonnen durch Zet

A:no.

797. 4 Kartoffel—

— — —
b Weizen-, o Reisstärke (vergar.

ceiben der Kartoffeln, Spülen des Gerinns in Siebe, durch
die die S. durchgewaschen wird, während die Zellulose (Bülpe
zurückbleibt; aus der Stärkemilch lägt man die S. sich ab—
jetzen und bringt sie getrocknet in Brocken oder gemahler
als Kartoffelmehl in den Handel. Weizen-S. sp] bereite
man zetzt, indem man aus den zerquetschten oder gemahle—
nen Körnern die S. in Kleberwaschmaschinen (Mehlextrak—
euren) heransspült. Zur Gewinnung von Mais⸗S, und
ReisS. Ig1] werden die geschälten Körner zertleinert und
mit hwacher Natronlaugẽ mazeriert, dann zermahlen und
die S.ansgewaschen und getrocknet. S. wird weiterhin ge—
wponnen aus Noßkastanien, aus Palmenmark (Sago), aus
Wurzelstöcken von Manihots, Curcumg⸗, Batatasarten (Ta⸗
pioka, Arrowrovt). Sie dient zur Mehlspeisenbereitung,
als Material zur Spiritusdarstellung üud Bierbrauere!,
zu Appreturmasse, Schlichte, zu Keleifter, Dexitin, Startke?
zucker und Stärkesirup r2c., feingemahlen als Puder. —
Vgl. von Waguer (3. Aufl 1886), Rehwald (3. Aufl
1896), Saare 718975

Stärkeglanz, Weberschlichte aus Stearin, Wint eno
Stärkegummi, s. Dertriu. (Stärke.
Stärkentehl, s. Stärke.
Stärkenesser, s. v. w. Fekulometer (s. d.),
Starkenburg. ) Suͤdöftlichste Frovinz des Großhzat.
Hessen, 8019 gRmm, (1905) 843717 E. 7 Kreise, Haupt⸗
sadt, Darmstadt. — M) Burgruine bei Heppeuheim.
Stärkende Mittel, tonische Mittel (Boborantia.
Tonica), Mittel zur Steigerung der Tätigkeit des Wor
pers und seiner Organe; pharinazeutische: Eisfen⸗ und
Lhininpräparate, Wein, Ather, Kampfer u. a.; dynamische:
üͤlte, Seebäder, Massage und Elektrizität.
Stärkezucker, J. Traubenzucker.
Starkstromtechnik, im Gegensatz zur Schwachstrom—
echnit (s d) derjenige Zweig,der Elektrotechnik, welcher
ich mit solchen Einrichtungen befaßt, bei deiren Ströme
roher Stärke und Spannung zur Verwendung gelangen
eleitt. Kraft- und Tichtaulagen, Elektrometallurdie zc.).
Stärliuge, s. Trupiale.
Starnbérg, Dorf im bayr. Reg.-Bez. Oberbayern
1905) 3257 E.; Amtsgericht, Schlod, am Nordende des
»on der Würm durchflössenein Würm oder Starnberger
Zees (57 4kmm, bis 126mW tief). Am Seeufer Lustschlösser,
arunter Schloß Berg (s. d.) und Landhäuser.
Starobjelse, Kreisstadt im rufs. Goup. Charkow,
m Ajidar (zum Donez), 14292 E.
Starokonfstantiuon, Krelsstadt im russ. Goupv.
Wolhynien, am Slutsch, 21618 E. d
Staͤrosta (ssaw.), Stammesältester, jetzt Vorstand
on Gemeinden, Gefelschaften egin Boöhmen auch
Purkeneiten Starösten, in Polen früher Edelleute, die,
m Besitz eines Kronlehns (Starostwo), bisweilen eine
esondere Gerichtsbarkeit (Starosteigericht) ansübten.
Starowijerzy (xuss.), s. Raskolniken.
Starrkrampf (rTetânus), andauernder Krampf der
Muskeln, bedingt dur krankhaft gesteigerte Refherene
harkeit des Rückenmarks, ergreift bald einzelne Muslel⸗
artien, z. B. die Muskeln am Kinnbacken (Kinnbackenrampf,
 —— Mundsperre), die Muskeln einer
dörperfeite (Pleurothotonus), die Ruͤckenmuskeln Opiftho⸗
onus) oder die Bauchmuskeln (Emprosthotonus), wobei
tets der Körper nach der erkrankten Seite gekrümmt ist,
dald sind alle Muskeln ergriffen. Hervorgerufen wird
der S. durch die Tetanusbazillei [Tafel: Batterien, 61;
diese kommen in der Erde vor, dringen mit Verunreini—
Jungen in Wunden (Wund⸗S.), vermehren sich dort und
rzeügen das Tetanustoxin; außerdem könuen bestimmte
Fifte (Strychnin, Bruzimn. a.) S.erzengen (toxischer S.
Behandlung: warme — narkotifche und anüsihetische
Mittel, Einspritzungen voun Curare, nenerdings Ein—
pritzung von Tetanusantitoxin. — Die vom S. befallenen
Haustiere halten den Kopf steif und mitunter horizontal
Hirschkrankheit) und können nicht kauen (Maulsperre);
Heilung selten. — Vgl. Nose (1897), von Behring (1904).
Starrsucht, Katalepsie, seltener krampfartiger Krank⸗
jeitszustand mit plötzlicher Unterdrückung des Bewußt⸗
seins, der, freien Bewegung und der Sinnestätigkeit,
wobei der Körper eine wachsartige Starre annimmt und
tunden-, selbst tagelaug in derselhen Stellung verharrt.
Behandlung: Klistiere, kräftige Hautreize, Riechmittel,
Slektrizität. — S. der Seidenraupen, s. Muskardine.
Start (engl.), bei Wettrennen die Ablaufsstelle der
Vennpferde, Radfahrer u. a.; der Starter gibt mit einer
Fahne das Zeichen zum Ablauf.
Startin (Starting), Flüssigkeitsmaß in Steiermark
40 Wiener Eimer — 565,80 1.
Staryj Bychow, russ. Stadt, s. Bychow.
Staryj Krym, taͤtar. Eski Krym (Ali-Krym), Stadt
m xruss. Gouv. Tanrien, am Tschurnk-su, 3330 E.; im
Mittelalter das Handelsemporium Soltata.
Staryj Osksl, Nreisstadt im russ. Gouv. Kursk,
im Oskol (zum Don), 16662 E.
Stasimon (Jgrch.), Standlied, die Lieder des Chors
m griech. Drama mmit Ausnahme des Einzugs- (Paro⸗
In8), und Auszugsliedes (Erodos).
Stasis (Stase, grch.), Stellung; Blutstockung, Blut⸗
Istaud, fuͤhrt meist zur Blutgerinnung (s. Thrombose).
Staßzfurt, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Magdeburg,
u der Bode, (1900) 20011 (1905: 18308) E. Amts⸗