Stechrüssel, s. Rüssel.
Stechschloß, ein Kombinationsschloß, bei dem ein
die Verschiebuug des Riegels bedingender Zylinder erst
dann gedreht werden kaun, wenn der fläche, mit Äbstufungen
versehene Schluͤssel eine Anzahl Zuhaltungen in eine, den
Abstuͤfungen entsprechende Lage gebracht hat; auch Schloß
an Handfeuerwaffen, bei dem durch vorhergegangeires An—
ziehen des Stechers das Abfeuern durch deisen Druck er—
möglicht wird.
Stechwinde, Pflanzengattg., s. Smilax.
Steckbrief, auf Grund eines Haftbefehls (bei Ent—
prungenen auch ohne diesen) erlassenes öffentliches Er⸗
uchen an ander? Behörden, eine näher bezeichnete Person
sestzumehmen und einzuliefern vder behufs der Abholung
Nachricht zu geben (Strafprozeßordn. d 139 und 8 489)
Steckenkraut, s. Ferula“ Abb. vöo].
Steckfluß, s. Luugenödem.
Stegckine, amerik. Fluß, s. v. w. Stikine (s. d.).
Steckleitern, s. Feuerleltern.
Steckmufchel (Pinna), Gattg. der Vogelmuscheln,
mit gleichtlappiger, dünnwandiger, lang-dreleckiger, hinten
klaffen der Ehhale. Hierher die schuppige S. (P. quamose
L) groͤßte Art, im Mittelmeer, eßbar; edle S. (E. no
buis L) durch zurüdtgebogene Schuppen stachlig, Mittel—
meer, Atlant. Ozean; ihr Byssus wird mit Seidée zu Hand⸗
schuhen versponnen.
Stecknitz, Fluß im preuß. Kr. Lauenburg, entspringt
aus dem Güdowsee, mündet bei Geninsr. in die Trave,
bildet mit der Delbenau eine 73 cm lange Wasserstraße
Stecknitzkanal) zwischen der Elbe und Traͤve
Steckrübe, s. Kohlrübe.
Stedinger (d. h. Gestadebewohner), im Mittelalter
die aus sachf. und fries. Elementen gemischte Bevölkerung
an der Weser, im jetzigen Oldenbuürg (Stedingerland)
sie unterlagen nach dangjührigen Kämpfen mit den Erz⸗
bischöfen von Bremen einem Kreuzheer 1234 bei Altenesh
— Bol. Schumacher (1865).
Stedman (spr.-maͤnn), Edmund Clarence, nordamerik
Dichter, geͤ. 8. Oft. 1838 zu Hartford (Connecticut), erst
Journolist, dann Bankier in Neuyork; schrieb: „Lyrios and
idylis“ (1879), „Poets of America“ (1885),, Victorian
Poets“ (13. Ansg. 1887), „Phe natùro aud eélewments
ↄ poeètry“ (1899), gab IAbrary of Amorican litora
turoe“ (mit Ellen Huͤtchinson, 11 Boe. 1883 90),, Vietorian
 anthology“ꝰ (1896) u. a. heraus.
Steele, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Düsseldorf, (1900)
2245 (18905: 12990) E., Amtsgericht, Rektoratschule,
Waisenhaus; Sandsteinbrüche, Steinkohlenwerke.
Steele (jspr. stihl), Sir Richard, engl. Schriftsteller,
geb. 1672 zu Dublin, gest. 1. Sept. 1720 zu Llangunnot
bei Caermarthen; gab seit 1700) die einflußreichen Zeit⸗
schriften „Tatier“, Spéotator“ und „Guardian“ heraus,
—D
Steen, Jan, holländ. Genremaler, geö. um 1626 zu
deideun, Besitzer einer ——— in Leiden, gest.
das. 1679; malte: Wie die Alten sungen, fo zwitschern
guch die Jungen (Amsterdam), Bohnenkönigsfest (Casfel),
Arzt bei kranter Fran, Lockere Gesellschaft (Berlin) u. a.
— Biogr. von Nosenberg (1897).
Steen, Johannes Wilh. Christian, norweg. Staats—
mann, geb. 22. Juli 1827 in Kristiania, 1866—01 Schul⸗
reltor in Stavanger, seit 1859 radikales Mitglied und
öfters Präsident des Storthings, 1891 -93 und 1838 1902
Staatsminister, gest. 1. April 1906 in Vossevangen.
Steenbergen, Stadt in der niederländ. Prov. Nord—
brabant, am Bliel, (1899) 7587 E.; Krappindustrie.
Steenstrup, Japetus, dän. Zoolog, geb.8. März 1813
in Vang, 184585 Prof. in Kopenhagen, gest. das. 20. Jun
1897, bes. durch seine Untersuchungen uͤber den Geuerations—
wechsel (deutsch 1842), über die Kiökkenmöddinger (1886
und seine prähistor. Forschungen verdient. — Sein Sohr
Johannes S., geb. 5. Dez. 1844 in Sorö, seit 1877 Prof.
der Geschichte und nordischen Altertumskunde in Kopen—
hagen; Hauptwerk: „Nornmannerne“ (4 Bde. 187686)
Steenwijk (spr weik), Stadt in der niederländ
Prop. Oberyssel, (1889) 5691 E.; 3 1xm eutfernt der
Flecken Steeuwijkerwold, 5882 E.
Steenwijke(spr. weit), Hendrik van, der Altere
aiederländ. Architekturmaler, geb. um 1550 zu Steenwijk,

757

Ste

Jest, um 1608 in Frankfurt a. M.; Innenansichten got.
dirchen. —, Sein Sohn Heudrik S., der JZüͤngere, geb.
um 1580, seit 1629 in England, gest. nach 1649 in Loudon,
ebenfalls Architekturmaler.
Steeplechase (engl., spr. stihpl tschehs, „Kirchturm—
agd“), ursprünglich Wettritt quer über Feld nach dem
zZtt einer Kirchtürnispitze, jetzt s. v. w. Hindernisrennen.
Stefaniesee, See in Brit.Oftafrita, nordoͤsite vom
Rudolfsee (s. d.), 8330 qkmm, bis 87u tief, erhält im N. den
Sagan (Galana Amara) als Zufluß; wurde 1887/88 mit
»em Rudolfsee von Graf Telckiuud Höhnel entdeckt.
Steffeck, Karl, Maler, geb. 4. Apuͤl 1818 in Berlin,
859 Prof. und Mitglied der Akademie das., seit 1880
Direktor der Akademie in Königsberg, gest. das. 11. Jus
1890; malte preuß. Geschichtsbilder: Albrecht Achilles im
dampfe mit den Rürnbergern, König Wilhelm bet König⸗
grätz, Überbringung des Briefs Napoleous II. Kan König
Wilhelm (Wandgemälde im Zeughaus); Bildnisfe Mönigiů
duise mit ihren beiden Söhnen) nud bes. Pferdebilper
Steffens, Heurich, Philosoph, Naturforscher uünd
Dichter, geb. 2. Mai 1778 zu Ekavanger (Norwegen),
1811 Prof. der Physik in Breslau, machte die Befreiuugs⸗
riege mit, seit 1832 Prof. zu Berlin, gest. 18. Febr. 1815;
chrieb: „Karikaturen des Heiligsten“ 1819 21), „Authro⸗
»vlogie“ (1822), „Novellen? (1837 88), die Selbst—
»iographie „Was ich erlebte“ (2. Aufl. 184446) u. .
Biogr. von Tietzen (1871), Petersen (deutsch 1884).
Steg, au Streichmusikiustrumenten das Breltchen auf
»er obern Fläche, über welches die Saiten gezogen werden,
m Buchdruck: schmale Holzstücke, um den leeren Raum
wischen den Kolumnen in der Form auszufüllen; in der
Zaukunst: die einzelnen Stücke des Thürrahmens, welche
»en Spiegel aufnehmen.
Steganopoden (Steganopödes), J. Ruderfüßler.
Stege, Hanuptstadt der dän. Jusel Möen, (1901)
2245 E., Hafen. —
Steglitz, Landgemeinde im preuß. Reg.⸗Bez. Potsdam,
üdl. von Berlin Karte: Dentsches Reich T8), (1000)
214265 (1805: 32831) E., Gymuasium, Realschule, Fried
ichsstift für arme Soldatenkinder, Blindenanstalt, Feier—
nendhaus für Lehrexinnen, Institut für Serumforschung.
Stegnosis (grch.), Verengeruug, Verstopfung.
Stegodonten, s. Mastodon.
Stegreif, s. v. w. Steigbügel (s. d.); aus dem S.,
hue Vorbereitung; Stegreifdichter, jemand, der ohne Vor—
eͤreitung ein gegebenes Thema in poet. Form vortrügt;
Ztegreifritter, Raubritter.
Stehendes Gut, s. Laufendes Gut. [1003.
Stehlager, s. Lager (im Maschinenbau) nebst Abb.
Stehlsucht, Stehltrieb, Kleptomanie, eine der sog.
apulsiven Monomanien (s. d.).
Steier, österr. Stadt, s. Steyr.
Steierdorf Anina (Steyerdorf), Großgemeinde in
ingarn, Komitat Krassb⸗Szörkuhy, (19000) 13 723 E.; Eisenvert
 Aning, staatliche Schienenwalzwerke, Mafchinenabriken,
 Eisen⸗ Steinkohlen-, Olschieferbergwerke.
Steiermark (Steyermart), Herzogtum, Kronland des
isleithan. Teils der Osterr.⸗Ungar. Monarchie sKarte:
OBsterreichisch-Ungarische Monarchie 1IIf, 22426
Ikxm, (19000) 1356 494 meist deutsche E. If.
Zeilage: Osterreichisch-Ungarische
Monarchie], großenteils Alpenlaͤnd(Rot⸗
enmanner Tauern, Eisenerzer Glein-, Stei⸗
ische Alpen, Bachergebirge Steiner Alpen).
Zauptfluͤsse: Mur, Drau, Save, Euns;
iele Alpenseen (Grundl-, Töplitzs, Kam—
ner⸗, Alt⸗Ausseer, Leopoldsteiner See), über
70 Mineralquellen (Gleichenberg, Ro—
zitsch, Neuhaus, Tüffer ꝛc.); sehr gut an—
jebaut (03 Proz. Acker⸗æ, Wiesen-⸗, Wald⸗ 1801
boden). Haupterwerbsquelle: Hornvieh— Steiermart.
ucht lin Ober-S.); bedeutende Geflügelucht
 (teir. Lapauue, in Unter⸗S.). Universität, Technische
Zochschule, Akademie für Handel und Industrie, Zeichenaka—
vemie (alle in Graz), Bergakademie (in Leoben), Staats⸗
gewerbeschule in Graz) rc. Landtag von 683 Mitgliedern, zum
sterr. Abgeordnetenhaus 27 Abgeordnete. Ander Spitze der
Berwaltung steht der Statthalter in der Hauptstadt Graz.
inteilung: 4 Städte mit eigenem Stalut,'?0 Berirts-—

