Ste

7,80

produktive Steinkohlenformation (s. Steinkohlenfornigtion)
 bildend, doch sinden sich auch vereinzelte Flöze in
iltern und jüngern Formationen. Man unterscheidet die
S nach ihrem Bitumengehalt als fette und magere, in
technischer Hinsicht bes. als Back-⸗, Sinter- und Sandkohle
nach gewissen äußern Eigenschaften als Glanz- oder Pech—
tohle, Kännel-, Grob-, Blätter-, Faser-, Ruß- und Schieferkohle;
 sie werden teils unmittelbar, leils in verkoktem
Zustaude als Brennmaterial, sowie zur Darstellung des
Leuchtgases benutzt. In Deuischland findet sich die S bes
bei Aachen, im Saarbecken, Ruͤhrbecken, in Oberschlesien
und im Sächs. Erzgebirge; außerdem sind Belgien, Eng—
land, Nordamerika und Ehina reich an S.
Steinkohlenformation, Karboncische Formation)
zis über 4000 m mächtige Schichtenreihe, aus Kalksteinen,
Grauwacken, Sandsteinen, Konglomeralen, Tonschiefern
Schiefertonen bestehend, ausgezeichnet durch das Vor—
lommen zahlreicher mächtiger Steinkohlenflöze, meift zr
mehrern übereinander in einem Kohlenfeld vereinigt. Dit
untere Abteilung (Unterkarbon oder fubkarbonische For
mation) ist meist kohlelerr, im Oberkarbon der marim
Fusulinenkalk (oberer Kohlenkalk) oder die terrestre Bil⸗
dung der produktiven S. Weiteres s. Steinkohle und
Beilage: Geologische Formationen nebst Tafel.
Steinkohlengas, das gewöhuliche Leuchtgas (s. d.)
Steinkohlenkanipfer, s. vw. Naphthalin.
Steinkohlenteer, Kohlenteer, ein Teer, der bei der
rocknen Destillation der Steinkohle zu etwa 6 Proz
entsteht, eine durch Kohlenstaub schwarz gefärbte Flüssigeit
 vom spez. Gewicht 1,24,8, enthält feste und flüssige
Kohlenwasserstoffe, Karbolsäure, kleine Mengen orgamschen
Basen und asphaltbildende Bestandteile, dient in rohem
Zustande zum Konservieren von Holz, Metall und Siein
und zur Herstellung von Dachpapper Die größte Menge
wird durch Destillation verarbeitet nud in folgende Destil
late geteilt: 1) Borlauf, bis 1050 siedend; 2) Leichtöl
bis 170*3 3) Karbolöl (Mittelöl), bis 2300; 4) Schweröl
bis 2700; 5) Anthrazen⸗- oder Grünbl, 270 bis gegen
390; der Ruͤckstand dient als Steinkohlenpech zur 963
stellung von Asphalt, schwarzen Lackfarben u. ĩ. Nueé
dem Vorlauf und dem Leichtöl werden Benzol, Toluol und
xylol rein abgeschieden, der untrennbare Rest (Naphtha)
wird als Lösungsmittel in den Handel gebracht; aus dem
darbolöl werden kristallisiertes Phenol und flüfsige Kreofot—
öle hergestellt; aus dem Schweröl Naphthalin, aus den
Brünsl Anthrazen. Diese Stoffe dienen zur Darstellung der
künstlichen organischen oder Teerfarbstoffe. — Vgl. Lunge
3. Aufl. 1888) G. Schultz (2. Aufl., 2 Bde. 1886 900.
Steinkolik, s. v. w. Nierenkolik (s. Kolih).
Steinkorallen, s. Heraltinien.
Steinkrankheit, s. Stein und Steinoperation.
Steinkraut, s. Alyssum.
Steinkreis, s. Kromlech sAbb. 986)].
Steinla, Moritz, eigentlich Müller, Kupferstecher, geb
21. Aug. 1791zu Stesinlah bei Hildesheim, gest 21. Sept 1888
als Prof, an der Dresdner Äkademie; Stiche nach Tiziap
Zinsgroschen), Raffael (Sixtina) und Holbein (Madonna)
Steinle, Ed. von, Maler, geb. 2. Juli 1810 zu Wien,
seit 1850 Prof. am Städelschen Institut in Frankfurt a. M.,
gest. das. 13. Sept. 1886; religioͤse Staffeleibilder, Fresken
für en Kirchen, Entwürfe für Kirchenfenster, Aquarelle
zu Shakespeares Bramen. — Biogr. von Wurzbach (1879)
„Briefwechsel mit seinen Freunden“ (2 Bde 1887).
Steinlinde, s. Linde JAbb. 1054).
Steinmann, Gustav, Paläontolog und Geolog,
geb. 9. April 1866 in Braunfchweig, 1885 Professfor in
Jenga, 1886 in Freiburg i. Br. seit 1906 in Bonn, er—
'orschte 1882 814 und 1903 —4 Südamerika; schrieb ü. a.:
„Flemente der Paldontologie (mit Doöderlein, 1800)
„Einführung in die Palkontologe“ (1903).
Steinmark, verfchieden gefürbtes Mineral, wasser⸗
haltiges Tonerdesilikat, bildet Trümer und Nester in
andern Gesteinen. Die fleischfarbene Varietät (Karnat),
die zierenförmige (Myelim) sinden sich im Porphyr des
Rochlitzer Berges (Sachsen). Eisenoxydhaltiges perlgraues
S. Eisen⸗ S) früher als sachs. Wandererde zu“ Heil—
zwecken angepriesen.
Steinmasse, Steinsurrogate, Kunststein, ans ver—
'chiedenen Stoffen durch Stampfen oder Pressen hergestellte

ünstliche Steine, wie: Zement, Beton, Annalith, Cendrin⸗
tein, Kajalith, Hochofenschlacke, Hydrosandstein, Magnesitlatlen,
 Korksteine, Schwemuisteine, Xylolith, Marmor—
emeuntsteine, Uralith.
Steinmerle, s. Steindrossel [Abb. 1803)].
Steinmetiz, Karl Friedr. von, preuß. Generalfeld⸗
narschal, geb 27. Dez. 1796 zu Eisenach, machte die Feld—
ͤge 1813215 mit, focht im Deutschen Kriege 1866 als
dommandierender des 8. Arneekorps bei Nachod, Skalitz und
Zchweinschädel, im Deutsch-Frauz. Kriege 1870 als Ober⸗
defehlshaber der J. Armee bei Spichern, Colombey-Nouilly
ind Gravelotte-StPrivat, 15. Sept. 1870 abgerufen und
heneralgonperneur vou Pofen, 1871 Generalfeldmarschall;
lest. 2. Aug. 1877 in Landeck. — Vagl. von Krosigk (1900).
Steinmetzbrot, von Steinmen in Leipzig hergestelute
ßrotsorie, bei welcher der hohe Rährwert des Klebers
dem Brote erhalten bleibt.
Steinmetzwerkzeug, die zur Steinbearbeitung pon
Steinmetzen und Bildhauern benutzten Werkzenge Abb.
804: a Zweispitze, buFläche, &amp; Scharriereisen, d Schlag⸗

1804. Steinmetzwerkzeug.
»der Beizeisen, e Krönel, 5* Stockhammer, g Klöppell.
Das Schlageisen dient zur Herstellung der Begrenzung
des Steins, dessen Flächen dann durch Zweispitze, Slac
rbnel und Stockhammer geebnet werden; Schlag- und
—A— 8 mit dem Klöppel oder eineni eiser⸗
ien Hammer geschlagen.
en Elias, Germanist, geb. 8. Febr. 1848
1. Nowamwes bhei Potsdam, seit 1877 Prof. in Exlaugen;
ʒauptwerk: „Althochdeutsche Glossen“ (mit E. Sievers:
Boͤe. 187605).
Steinmeyer, Franz Ludwig, prot. Theolog, geb.
5. Nov. 1812 zu Beeskow (Mark), seit 18808 Prof, in
Berlin, gest. das. . Febr. 1900; schrieb: „Apologetische Bei⸗
räge ( Bde. 18608 78)., Beilruge zur prattschen Theo⸗
ogie (6 Bde., 1874 758), „Beiträge zur Christologie
8 Bde, 1880 —82), „Beilräge zum Verflandnis des
Manneischen Evangeliums“ (8 Bde. 1886 — 93), „Studien
her den — an die Römer“ (2 Bde., 1894 95) u. a.
Steinmifpel, s. Cotoneaster.
Steinmuschel, s. Miesmuscheln.
Steinnuß, s. v. w. Elfenbeiunuß (s. d.).
Steinobsi, s. Obst.
Steinöl, s. Erdöl.
Steinoperation, die operative Beseitigung der Haru⸗
teine (s. d.); beim Steinschnitt (Sithotomie) wird die Harn⸗
»lase geöffnet und der Stein herausgezogen; die Steinzer—
rũmnierung (Eithotripsie, Liihotritie Lithothlibie) besteht
n dem Einführen eines katheterförmigen Instruments
Steinbrecher, Lithotriptor) durch die Harnröhre, mit wel—
hem der Stein gefaßt und durch Schraubendruͤck zermalmt
vird; die Bruchstücke werden durch Blafenspulungen ent—
ernt. (S. auch Litholaparie.) — Vgl. Thompfon (1883).
Steinpappe, Garton- pierre, Papiecrstuck, eine Art
Zapiermacheé (. d), bei dem zur Masse Leinol oder Leinöl⸗
irnis zugesetzt ist; dient zu Deckenfluck.
Steinpeitzger, s. Steinbeißer.
Steinpicker (Agdnus), Gattg. der Panzerwangen,
yon keulenförmiger Gestalt. Hierher der gemeine S. (Tang
naus,. 4. cataphractus Bi. Solm.), vorn achtæ, hinten
echskantig, dunkelgraubraun mit schwarzen Querbinden;
nördl. Atlant. Ozean bis zum Kaual. — S. heißt auch der
jemeine Steinschmützer (s. d.).
Steinpilz, Herrenpilz (Bolẽtus edũlis L. (Tafel:
Zilze, I eßbarer Röhrenpilz mit dickem, hellbräun⸗
ichem Stiel, lederbraunem Hul und weißem Fleisch; in
ichten Wäldern Nord- und Mitteleuropas.
Steinpleis, Dorf in der süchs. Kreibh. und Amtsh.
zwickau, an der Pleiße, (1905) 8449 E.; Vigognespinnerei,
fabrikation von landwirtschaftlichen Maschinen.
Steinrötel, sJ. Steindrossel Abb. 1808).
Steinsalz, Bergsalz, Kochsalz, Seesalz, wasserfreies,
ehr oder weniger reines Chlornatrium in regulären