Kristallen (Würfeln) oder derben Massen, farblos oder
weiß, durch Beimengungen gefärbt, durchscheinend, bildet
mit Salztoön, Mergel und Gips mächtige Lager in durch
das Meer abgelagerten Flözformationein, aus denen es
lin Staßfurt, Wieliczka ac.) bergmännisch abgebaut oder
in Sinkwerken (im Salzkämmergute) aufgelöst und in
Sudwerken auf Fochsalz berfotten wird. (S. Salz.)
Steinsame, Pflanzengattg., s. Lithospermum
Steinschmaͤtzer (82xicola), zu den Drosseln gehörige
Singvogelgattg. mit pfriemenförmigem Schnabel und
kurzem, abgestuhtem Schwanz. Hierher der gemeine oder
graue S. (Weißkehlchen, Steinsünger, 8. oenanthe Becdlist
Tafel: Singvpögel, 31) 5 Unterseite und
Bürzel weiß, Brust rostgelblich Flügel schwarz.
Steinschmerle, s. v. w. Steinbeißer (. d.).
Steinschneidekunst, Glyptit, Femmogiyptik, die
Fertigkeit, aus Edelsteinen, Glas, Muscheln ꝛc. in er⸗
bener oder vertiefter Arbeit reliefartige Gebilde, Figuren,
Monogramme ꝛc. hervorzubringen, blühte bes. im Alter⸗
tum zur Zeit der Seleukiden nuud Plolemüer und im
16. Jahrh. in Italien. Berühmte Steinschneider find
Pyrgoteles, Dioskorides, G.delle Carniole, Foppa, Engel—
hart, Dollinger, Pichler, NRatter u. a. — Vgi. Fuͤrt
wängler, „Antike Gemmen“ (Bd. 8, 1900).
Steinfschneider, Moritz, Orientalist, geb. 80. März
116 zu Proßnitz (Mähren), erst Lehrer zu Prag, 1869 —90
Direktor der jüd. Töchlerschule zu Berlin, bes. um die hebr
Bibliographie verdieuͤt.
ene Fugenjchnitt, die regelrechte Bestimmung
der Kopfs- und Lagerflächen, der Stoß- und Wölbfugen bei
Mauerwerk und Gewoͤlben. — Vgl. Ringleb (S.Aufi. 1883),
Wehrle (1880). — S, in der Chirurgie, s. Steinoperation—
Steinschönau, Markt in Böhmen, (18900) 5080 E.
bedeutende Glasindustrie, Bronzewareufabritalion.
Steinschwämme (Lithistidae), zur Gruppe der
stieselschwömme gehörige Ordnung der Schwämme, von
massiver, steinartiger Bildung, zusammengesetzt aus vier⸗
oae oder unregelmäßig ästigen, innig verflochtenen
Kieselnadeln, Hauptverbreitung in Jura und Kreide.
Steintal, Gebirgstal im Bez. Unterelsaß, früher öde
und arm, durch Pfarrer Oberlin (s. d.) für Äckerbau und
Ihe e phycho d Sprachsersh
teinthal, Heymann, Psycholog un prachforscher
geb. 16. Mai 1823 zu Gröbzig (Anhalt), seit 1868 Prof
zu Berlin, gest. 14. März 1808; mit Vazarus Herausgeber
 der „Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprach⸗
wissenschaft“ (seit 1860); Hauptwerke: Der Urspruug
der Sprache“ (1851; 4. Aufl. 1888), „Charatteristit der
hauptsüchlichsten Typen des Sprachbaues“ (1860, neu bearb.
von Misteli 1803), „Geschichte der Sprachwissenschaft bei
den Griechen und Römern“ (1863; 2 Aufl. 188001)
„Einleitung in die Psychologie und Sprachwisseuschaft“
(187132. Aufl. 1881), „Ethik“ (1885).
Steintische, s. v. w. Dolmen.
Steinwald, Teil des Fichtelge—
irges zwischen Fichtelnab und Wald—
nab, 940 mm.
Steinwälzer (Strepsllas), zur
Familie der Regeupfeiser gehörnge
Gattg. der Sumpfpögel, lebt in der
Nähe des Meers. An den deutschen Küsten Zugvogel ifs
der gemeine S. (Halsband⸗S., Steindreher, Dolmetscher,8
interpres IIliq. [Abb. 1806)), rostbraun, schwarz gefleckt,
Lehle, Unterleib, Bürzel, Flügelquerbinde weiß, Vorder⸗
brust, Schwanz schwarz. fim Freihafengebiet,
Steinwärder, Stadtteil von Hamburg, zum Teis
Steinway (spr. weh), ursprüngligg Steinweg Klavier—
bauerfamilie in Neuyori (Firma:“ S. and Sons). Der
Begründer der Firma, Heirich (Henryy Engelhard S.,
geb. 16. Febr. 1797 in Wolfshagen im Harz errichtete
1825 in Seesen am Harz eine Orgelbauanstalt und baute
daselbst seit 1835 auch Klaviere, 18358 gründete er in
Neuyork ein neues Geschäft, zu welchem Filialen in London
(1875) und Hamburg (1880) hinzukamen; gest. 7. Febr 18714
Steinweichsel, Pflauzenart, s. PRunus sAbb. 1448]
Steinwein, s. Frankenweine.
Steinwender, Otto, österr. Politiker, geb. 1847 ir
Flagenfurt, Gymnasialprof. in Wien, 1885 Abgeordneter
Mitbegründer und Führer der denischen Voltsparteil.

18

761

Ste

Steinwurz, s. Agrimonia [Abb. 85).
Steinzeit, die kulturhistor. Epoche, in der die Men—
hen, mit den Metallen ünbekann, zur Anfertigung von
Waffen und Geräten sich vorzugsspeife des Steins be—
dienten. Man uuterscheidet eine ültere (palüolithische)
ind eine jüngere (neolithische) S. [S. auch Urgeschichte
nebst, Tafel: Urzeit In.25 IN, 1-29.)]
Steinzeug, Tonwaren mit dichlem verglasten Scherben.
Lewöhnliches S. (grau, braun oder bläulich) dient zu
Käpfen, Krügen, Flaschen ꝛc. (sog. Koblenger Geschirr);
eineres, wie die Wedgwoodware (s. d) * zu Kunst⸗
—
Steirische Alpen, früher Gesamtbezeichnung fuͤr die
Niedern, Tauern, Norischen und Cetischen Alpen.
Steißbein, Schwanzbein, Kuckucksbein (Os oceyxgis),
er unterste, beim Menschen aus 4455 verkümmerten' Wir⸗
neln bestehende, an das Kreuzbein ansetzende Abschnitt der
Virbelsäule [Tafel: Skelett J1, 101, entspricht dem
hwauzstkelett der Wirbeltiere.
Steißfußß, Vogelgattg., s. Haubentaucher [Abb. 769)].
Steißhühner (Finamidae, Ceypturtdac), Famitie
er Hühnervögel, mit sehr kurzen Fluͤgeln, Schwanz fehlt
oft, bräunlich, legen glänzende, bunte Eier, Heimat: Süd—
amerika. Hierher das kleine, rotbraune Taͤtaupa (Tinanus
 oder Oryptũrus tataupa Tenam.) und das huhn⸗
roße isabellfarbige Pumpashuhn (JInambu, Rhyneldtus
ufescens Temm.), aus Brasilien
Stele (grch), freistehende Pfeilersäule; insbes. der im
rriech, Altertunt ühliche, aus einer Marinorplatte hergeellte
 und mit Reliefs verzierte Grabstein (Graͤb⸗S.)
Tafel: Griechisch-Römische Kunst II, 211].
Stellage (eutschefrz. spr. ahsche), Stellgeschäft, ein
brämiengeschaft, bei dem der eine Kontrahent der Wähler
oder Käufer der S,) sich die Wahl vorbehält, ob er dem
indern (dem Steller, Stillhalter) eine Börsenware zu
inem ausgemachten höhern Preise abnehmen oder zu
inem verabredeten niedrigern Kurse liefern will. Die
Differenz zwischen beiden Kursen heißt das Stellgeld.
Stelarastronomtie, die Lehre von den Bewegungsrscheinungen,
 der Gestirne, im weitern Sinne auch die
Asttognosie (s. d.) und Astrophysik (s. d.) inbegriffen.
Steilaria T., Sterumiere, Pflanzengattg. der Karyo—
ohyllazeen, krautige, rasenartig wachsende Pflaäuzen; bei uns
zäͤufig S. medla L. Gogelmiere, »maierich, Hühnerdarm,
echwarm, ⸗Myrte, Mäusedarm), Vogelfutter.
Stellaärphotographie, s. v. w. Himmelsphotographie.
——— der Eugagementsbrief (s. Engagement)
iStellgeschüften (s. Steage).
Stellersche Eider, s. Tauchenten.
Stellerschhe Seekuh, s. Seekühe.
Stellgeld, Stellgeschäft, s. Stellage.
Stellhunde, s. Hühnerhuuͤde.
Stellingen, Dorf im preuß. Reg.-Bez. Schleswig,
305) 6098 E., Tierpark der Firma Hagenbeck.
Stellknorpel, s. Kehlkopf.
Stellmutter, s. Schrauben.
Stellvertreter, derjenige, welcher in einer Verwal—
ung oder bei einzelnen rechtlichen Handlungen die Stelle
»inetz andern vertritt, im Gegensatz zu einem Gehilfen,
her durch seine Handlungen nur einen andern untesrstutzt.
x*8 gibt notwendige oder gesetzliche und freie oder ge—
villkurte S. Zu den erstern gehören die Väter bezüglich
der Hauskinder, die Vormünder und Pfleger der geschäfts⸗
infähigen Personen. Die freien S. sind die Bevollmach⸗
igten und die unbeauftragten Geschäftsführer. — Beiu
Militär ist S. s. v. w. Einsteher (s. Einstehen).
Stelter, Karl, lyrischer Dichter, geb. 25. Dez. 18283
u Elberfeld, bis 1888 Kaufmann, lebt in Wiesbaden
chrieb: „Gedichte“ (18857), Kompaß auf dem Meere des
ꝛébens“ (3. Aufl. 1872), „Nene Gedichte“ (1887) uh a.
Stelvro, ital. Rame vou Stilfs (. Stilfser Joch).
Stelze, die Bachstelze (s. d.).
Stelzenadler, Stetzeugeier, s. Sekretär und Tafel:
Afrikanische Tierwelt, 19.
Stelzen laäufer, Gruppe der Schuepfenvögel, mit
iußerordentlich langen Läufen. Hierher die Gattg. Sübel
chnäbler Reenrvsrostra), bekannteste Art die Apocetie
f. d und die Gattg. S. Eiwmantopus), bekanntefte Art
der Strandreiter (s. d.).