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Stelzenpalme, J. Lriartes.
Stelzvögel, s. Sumpfvögel.
Stemma (Irch.), Mehrzahl Stemmäta, Kräuze, mit
»enen die Alten ihre idee schmückten; daher
Stammbaum; auch die Nebenangen (s. d.) der Jnsekten:
Stemmatographie, Stamm-, Geschlechtskunde.
Stempel, Werkzeug mit harter Aufsetzfläche zum Auf—
drücken pon Zeichen auf einen Gegeustand; daun diefes
Zeichen selbst, das zur Verhütung von Verwechflungen,
als Merkmal der erprobten Güté einer Warc, des Ur—
pruugs ac. dient; daun zur Bestenerung des buͤrgerlichen
Verkehrs gngewendet, indem gewisse schriftliche Verhand⸗
luugen (Kontrakte, Eingaben an Gerichte und Verwal—
tungsbehörden 1c.) nur“ auf Stempelpapier geschrieben
werden dürfen, wofür eine im S. ausgedrückte Äbgabe zu
eutrichten ist, teils nach allgemeinen Sützen (Klassen-⸗Si)
teils irach dem Wert des Obselts (Wert- oder Gradatious
S.) normiert; feruer als Mittel zur Erhebnung von Steuern
Stempelstener) auf Spielkarten, Lotterielose, Kalender,
Zeitungen (für letztere beiden in Deutschland aufgehoben)
Wechsel, für die zu diesem Zweck besondere, auf der Rückseite
 des Wechsels aufzuklebende Marken (Wechselstempel
markeun) eingeführt sind, Tantieme ꝛc., Frachturkunden,
Personenfahrkarten, Erlauhniskarten fuͤr Kraftfahrzeuge.
Die Stempelhiuterziehung ist mit Strafen (meist vielfaches
der hinterzogenen Abgabe) bedroht. (Gesetz, betr. die Wechsel—
stempelsteuer, vom 10. Juni 1869, abgeändert 4. Juni 1879
betr. den Spielkartenstempel, vom 3. Juli 1878; betr. die
Erhehung von Reichsstempelabgaben neue Fassung vom
27.April 1894, abgeäündert zuletzt 8. Juni 1806.)
Stempel, pPistiil, s. Gynüzeum.
Stenipelakte, brit. Gesetz vom 22. März 1768, das
n den amerik. Kolonien alles zu Geschäften verwendete
Schreibpapier einem Stempel unterwärf, wurde zwar
18. März 1766 wieder aufgehoben, war aber ein Haupt—
aulaß des nordamerik. Freiheitskrieges.
Stempelmarken, s. Stempel.
Stempelpochwerk, s. Pochwerk [Abb. 1412)].
Stempelschneidekunst, die KQuust, Figuren, Buch—
staben ꝛc. in Metall vertieft dder erhaben zu grävieren
bes. zur Herstellung von Stempeln für Matrizen zum
Letternguß, sowie zum Prägen von Münzen und Me—
daillen. Die Arbeit wird heute teilweise mittels Ma—
ichluen und auch durch AÄtzen ausgeübt.
Stempelstener, s. Stempel.
Stenbock, Magnus, Graf von, schwed. Feldherr, geb.
1664 zu Stockholm, Begleiter Karls XII. auf dessen
neisten Feldzügen, schlng die Dänen 28. Febr. 1710 bei
Helsingborg, verbraunute9. Jau. 1743 Altona; 16. Mai
1713 mit — Heer bei Tönningen kriegsgefaugen und
rach Kopenhagen gebracht, gest. das. 1717 im Kerker.
Stendal, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Magdeburg
Bahnknotenpunkt, (1905) 23278 E., Garnison, Land—
Amtsgericht, Dom (1188), Gymnasium; Gehurtsort Winckel⸗
nanns. [Karte: Mittleres Westdeutschland J, J, be
sheinpropinz.] — Bgl. Götze (Geschichte, 1873). . d.).
Stendhal (spr. stangdall), Pseudonhm füt M. H. Beylt
Stengel (Caulis), die oberirdischen Stammorgane der
Vewüchse (Formen auf Tafel: Botänik 1, 71], im engern
Siunne bloß die der eigentlichen Kräuter, während die der
Bräser Halme genannlk werden.
Stengel, Edmund Marx, Philolog, geb. 5. April 1845
u — a. S., 1878 Prof. in Marburg, 1895 in Greifs⸗
vald; gab ältere roman. Deukmäler heraus u. a.
Stengel, Hermann, Freiherr von, Staatsmann,
jeh. 19. Zuli 1837 in Speyer, 1879 bayr. Oberrechnungs⸗
at, 1881 Ministerialxat, 1894 Ministerialdircktor, 1809
Stagatssekretär des Reichsschatzamtes, verdient um das
zustandekommen der Finanzreform.
Stengel, Karl, Freiherr von, Jurist, geb. 26. Juli
840 zu Peulendorf in Oberfrauken, 1871 Landgerichtsrat
u Mülhausen i. E. 1878 in Straßburg, 1881 Prof. in
Breslau, 1890 in Würzburg, feit 1808 in Mäünchen
schrieb: „Lehrbuch des“ denschen Verwaltungsreats
(1886), „Staatsrecht des Koönigreichs Preußen“ (1894)
iu. a., gab heraus „Wörterbuch des deutschen Verwal—
tungsrechts“ (4 Bde. 1889 g3),, Der Kongostaat“ 1803)
Stengelbrand, s. v. w. Foggenstengelbrand, s. Brant
des Getreides.

Stenochromte (greh.), s. Mosaikdruck
Ztenograͤmm (arch), eine stenogr. Niederschrift (f.
enographic). .
Stenograͤph (grch.), jemand, der mit Hilfe eines be⸗
udern Kurzschriftsyfteus (s. Stenographic) Gesprochenes
vortgetreu niederzuschreiben vermag.
Sltenographie (grch, Eugschuft“), Kurzschrift oder
zchnellschrift, die mit möglichster Ersparnis an Schrift⸗
ügen, n mit großer Raum- und Zeitersparnis be⸗
virkte lesbare Darsiellnug des Gedachten und Gehörten,
Laut- oder Buchstabenschrift, die eutweder aus, den
lüchtigsten Bestandteilen der Kurrent- und Kursivschrift
graphische Systeme) oder aus den einfachsten geometr.
Jeichen (Punkt, Kreis, Kreisbogen, gerader Strichl (Geo⸗
netr. Shfleme) besteht, unter Anwendung gewisser Ab—
ürzungszeichen (Sigel) für oft wiederkehrende Silben
und Wörter. Die S.schon den Griechen und Römern
Tironische Roten) bekaͤnut, im Mitlelaller fast vergessen,
and zuerst (feit 16. Jahrh.) wieder in Euglaud ihre Pflege
ür die Aufzeichnung der parlamentarischeu Verhaudlungen
spütere Systeine von Taylor 1786, Pitman 1887); in
deutschland ward die S. näch den Versuchen von Mosengei
1786), Horstig, Leichtlen u. a. zuerst don Gabelsberger
s. d.), elbständig begründet. Sein System, in zahl⸗
zeichen Bereincu, des, durch den „Deutschen Stenographeu—
hund Gabelsberger“ (seit —— gepflegt und, vervoll⸗
ommuet, wurde im Deutschen, Keichstag, bei fast allen
Jandtagen Deutschlands und Österreichs, sowie jn Uber⸗
ragung auf die betreffenden Sprachen in üngarn, Gricchen—⸗
and, Dänemark, Finnland ac. verwendet und ist auch sonst,
als Geschäfts- und Verkehrsschrift, am weitesten verbreitet.
Bon den nach ihm auftauchenden Systemen ist das von
Wilhelm Stolze (s. d.) am verbreitetsten gewesen; dasselbe,
1872 durch Franz Stolze umgearbeitet (Neustolze), wird
zeim preuß. Laudtag, beim Deutschen Reichstag, beim
iebenbürg. Landtag und, übertragen auf die ungar. Sprache,
eim Neichsstag in Budapest angewendet, ist aber seit 1897
ast vollständig verdrängt durch das System Stolze-Schrey,
das, eine geringe Abänderung des Systems Schrey dar—
stellend, unter Beseitigung der wesentlichsten Grundlagen
oes Systems Stolze (Dreizeiligkeit, Dreisiufigkeit) sich dem
System Gabelsberger sehr nähert. Außerdem haben die
Systeme von Arends (s. d.), abgeändert von Röller, von
Faulmann, von Schrey (s. d.), Stolzes und Gabelsbergers
-Zystem vereinigend, i die Stenotachygraphie (s. d.
‚ewisse theoretische Bedentnug erlaugt, jedoch ebensowenig
vie die Systeme von Brauns, von Kunowski (National⸗
tenographie), Scheithauer u. a. größere Verbreitung ge⸗
unden. Etwa 506 Lehrbücher zu den verschiedenen deutschen
zystemen; über die Geschichte der S. vgl. Zeibig (1863;
878), Moser (1889) und Faulmann (1895).
Stenographierinaschine, eine Sqhreibmaschine(s. d.)
um Nachschreiben der fließenden Rede. Die vom Jtaliener
Michela aee druckte die Schrift auf einem Papier—
treisen, was das Ablesen erschwerte; eine neuere vom
Amexikaner Hardy erfundene S. (Stenotyper) schreibt
unf Bogen mit verbesserten Morsezeichen.
Stenokardie Fh, s. Brustbräune.
Stenvnischer Gauig, Ausführungsgang der Ohr—
—— benanut nach seinem Entdecker, dem däu.
Arzt Nikolaus Steusen (Stenonis), geb. 10. Jan. 1688
u Kopenhagen, gest. 25. Nop. 1686.
Stenopaäisch (grch, „mit engem Loch“) heißen op—
ische Apparate, die uur durch eine kleine Sffnung Licht
n das Auge gelangen lassen. Die stenopäischen Brillen
zestehen aus einer undurchsichtigen Scheibe mit einem
Zoch GLochbrille), oder mit mehrern strahlenförmig auge—
»rdneten Löchern (Siebbrille), oder statt des —8 mit
iner Spalte (Spaltbrillen, Schlitzbrillen).
Stensse (grch.), Verengeruug von Gefäßen und Ka—
iälen (s. Striktur).
Stenotachygraphie (grch., „Eugschnellschrift“), ein
»on A. Lehmann um 1878 erflindenes Stenographie—
ystem, das statt der Vokalsymbolik im auslautenden
onsonanten die Symbolisierung im Anlaut verwendet.
Stenvtelegraph (grch.), ein Schreibtelegraph für
ereinbarte Schrift, die die Geschwindigkeit des Tele—
raphierens erhoͤht (bis zu 200 Worte pro Minute), 1888
jon Cassagnes in Paris konstruiert