Stenotypie (grch), das Schreiben mit der Steno
zraphiermaschine . d.). [1549 E
Stenschewo, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Posen, (19085
Sten Sture, schwed. Geschlecht, s. Sture.
Stentando (ital., Mus.), zögernd; stentato, müh—
jam, mit merklicher Austrengung (zu singen); in der Ma—
erei; gezwungen, steif (tentiert).
Steutor, einer der Griechen vor Troja, der schreier
ounute wie 60 Münner. Daher Steutorstinme.
Steuzel, Gust. Adolf Hatald, Geschichtsforscher, geb.
21. März 1792 zu Zerbst, seit 1820 Prof. in Breslan,
gest. 2. Jan. 1864; Hauptwerke: „Geschichte Deutschlande
unter den fränk. Kaisern“ (2 Bde., 1827 -28), „Ge—
schichte des preuß. Staates“ I(5 Bde., 1830 64).
Stenzler, Ädolf Friedr. Sanstritist, geb. 9. Juli
1807 zu Wolgast, seit 1833 Hrof. in Breslan, gest. das,
27. Febr. 1887; außer verschiedenen Sanskritwerken gab
er ein „Elementarbuch der Sanskritfprache“ (7. Aufl
von Pischel, 1902) re
Stepenitz, r. Rebenfluß der Elbe im Brandenburgischen,
mündet nach 75 Km bei Wittenberge.
Stephan, 9 Päpste Is. Beilage: Päpste]. — S. 1.
der Heilige, 254357, behauptete gegen Cyprianus die
Lülugkeit der Ketzertaufe; gest. unter Kaiser Valerian; Ge—
dächtnstag 2. Aug. S. Un, 702 757, tief Pippin nach
Italien gegen die Langobarden, erhielt von diesem das
Erarchat die Grundlage der weltlichen Herrschaft des
Papstlums. — S. II.. 7608 772, bestätigte im Bilder—
streit die Verehrung der Heiligen, Keliquien und Bilder. —
S. V., 888 -691, behauptete sich gegen Kaiser Karl den
Dicken, krönte Guido von Spoleto zum König von Jtalien.—
S. VI., 886, stand auf der Seile Guidos, schaͤndete die
Leiche seines Vorgäugers Formosus; von seinen Gegnern
gefaugen, 897 im Kerker erdrosselt. — S. VII. 920 931
stand unter dem Weiberregiment der Theodora uud Marozia
— S. IX. 1057-658, vorher Friedrich, Bruder des Her⸗
Iogs Gottfried von Lothringen, staud unter Hildebrands
Gregors VII.) Einfluß; unter ihm trennte sidh die griech.
irche von der römischen endgültig.
Stephanu von Blois, König von England (1186
764), geb. 11085, schwang sich nach dem Tode seines Oheims
Heinrich J. auf den Thron, behauptete ihn gegen seine
Rivalin Mathilde, müßte aber deren Sohn 'Heinrich
Plantagenet als Nachfolger auerkennen.
Stephan, Franz Bikkor, Erzherzog von Österreich,
zeb. 14. Sept. 1817, 1848 Zivilgouperneur von Böhmeu,
18347-48 Palatin von Ungarn, gest. 19. Febr. 1867 in
Mentone. — Bgl. „Erzherzog So (1868).
Stephan Bathory, König von Polen, s. Bathory.
Stephan Duschan, Zar von Serbien, geb. um
1808, regierte seit 1331, siegreich gegen die Gricchen,
Türken und Ungarn, auch als Geseßgeben berühmt (Gefetz
buch von 18495 h9. 1876 u. 1888), gest. 20. Dez. 1386
Stephanu, Name von fünf Königen von Ungarn. —
S. J. (8997- 1088) führte das Christentum in Ungarn
ein, erhielt deshalb 1001 vom Papst Sylvester II. eine
Krone (Stephauskrone), 1087 heilig gefprochen (Gedächtnis—
tag 2. Sept. Beilage: Heilige ?c.), Fest in Ungarn
20. Aug.), Landespatron von Ungarn; daher Ungarn'und
seine Teile „die Länder der Stephanstrone“ genannt. —
S. II. regierte 111431. — S. III. (116172), Sohn
Geisas U, kämpfte gegen den Gegenkönig, seineü Oheim
S. IV. (gest. 1160. — 8. v. (127072), Sohn Belas IV.
kämpfte unglücklich gegen Ottokar von Böhmen.
Stephan, Meisier S., s. Lochner.
Stephan, Heiur. von, Stagtssekretär des deutscher
NReichspostamtes, geb. 7. Jan. 1831 zu Stolp, feit 1846
im Postdienst, 1870 Generalpostdirektor, regelte das Post:
wesen des Deutschen Reichs, führte eine Reihe Reformen
durch, schloß zahlreiche interuͤationale Verträge ab und machte
sich im Gründung des Weltpostvereins höchverdient; seil
1872 Mitglied des preuß. Herrenhauses, 1876 Generalpost⸗
meister und Leiter des Telegrapheuwesens, seit 1880 Staats—
sekretär des Reichspostamkes, 1885 geadelt, gest. 8. April
1897 in Berlin; schrieh: „Gefchichte der preuß. Post“ (1859),
—
Stephanie, Tochter König Leopolds II. von Belgien,
Witwe des Kronprinzen Rudolf (s. d.) von österreich, wieder
obermählt 1900 mit dem Grafen Elemer Lönyayess. d.).

763

Ste

Stephanit, Melanglanz, Sprödglaserz, rhombisches
Hwarzes bis graues Mineral, bestehend aus Silber,
Iutimon und Schwefel; eines der reichsten Silbexerze.
Stephanoceeras Humphriesianum Sore. Ammonit,
Leitfossil des mittlern Dogger, s. Abb. 61.
Stephanoskop (grehi), Inftruntent
zur Darstellung der Benguugserschelunu—
gen des Lichts.
Stephauskraut, s. Delphinium.
Stephanskrone, J. Stephan, Könige.
cafel: Wappenkunde II, 598]
Stephausorden, ungar. Orden, von
Maria Theresia 5. Mai 1764 gestiftet,
Ordenszeichen ein grün emailliertes Kreuz
nit rotem Mittelschild sAbb. 1806).
Stephansort, Ort im deutschen
zchutzgebiet Kaiser-Wilhelms-Land, an
er Astrolabebai, 1896— 99 Hauptort von 8
daiser⸗Wilhelms⸗and. Stenhaus-Stephaitus,
 drei Heilige. — 1) Der orden·
seil. S., einer der sieben Armenpfleger der Gemeinde zu
dernsalem, bei einem Volkstumulte 36 oder 837 gesteinigt,
exster Märtyrer (Protomartyr); Gedächtnistag26. Dez.
Beilage: Heilige ꝛc.). — 2) Papst S. J1. und 3) S. R,
könig von Ungaru, s. Stephau.
Stephanus, Irz. Estienue (Etieunch, franz. Buch—
ruckerfamilie, stammt ab von Henricus (I.) S. (1460
—1520), Buchdrucker in Paris. Sein Sohn Robertus
3., geb. 16083, gelehrter Kenner des Gricchischen uund
Hebraischen, dxuckte seit 1326 in Paris, seit 1382 in Genf
hilol. uud theol. Werke, gab heraus ein lat. Neues
Testament (1628). „Thesgauvus Lngunae latinge“ u. a.,
gest. 7. Sept. 1688. — Dessen Söhne? Henricus (11.) geb.
328 in Paris, druckte in Geuf seit 1057 Klafsiker, den
Thesaurus linguse graecae“ (1572) u. a. gest. 1088 in
Mon (vgl. Granutoff, 18602; Clement franz. J.1809), und
Paulus (1466 1627), hatten ebeufalls eine Buchdruͤckerel
n Genf. Des letztern Sohn Paul Eftienne (1698 1674)
ornckte in Paris bis 1664. Noberts Bruder Charles Estienne
1504 -64) in Paris wax zugleich fruchtbarer Schriftsteller.
Vgol. Renouard (2. Aufl. 1843), Bernard (1856).
Stephen (spr. stihwn), Leslie, engl. Schriftsteller,
jeb. 28. Nov. 1832 in Kensington, 1871 82 Herausgebei
es „Cornhill Magazine“, dann bis 1891 des Dictionary
t National Biography“ (Bd. 1-26), gest. 28. Febr. 1904
n London; schrieb: „Aours in a library“ (1874 - 79),
History of Englisn thought in the 18th century“
1876), „Social rights and duties“ (18906), „Tue
nglisn utilitarüans“ (1900) u, a.
Stephenson (spr. stihwens'n) George, Hauptbegründer
es Eisenbahnwesens, geb. 8. Juni 1781 zu Wylam
Northumberland), baute 1814 als Direltor der Ravens-—
vorthschen Kohlenwerke hei Darlington für diese seine
erste Lokomotive, dann, seit 1824 Juhaber einer Maschineu—
abrik in Newcastle, 18285 die erste öffentliche Bahn zwischen
Stockton und Darliugton, 1828 die Liverpool-Manchester—
Zahn, leitete seitdem zahlreiche Bahnbauten auch auf dem
dontinent; gest. 12. Aug. 1848 in Taptonhouse bei Chester—
jeld. — Sein Sohn Rob. S., geb. 16. Dez. 1803 zu
Bilmington, gleichfalls Leiter vieler Eisenbahnbauten,
es. berühmt durch den Bau der Britanniabrücke (Röhren⸗
rücke über den Menaikanal) und durch den Entwurf der
Ziktoriabrücke über den Lorenzstrom in Canada; gest. 12. Okt.
859 zu London. — Biogr. beider von Smiles (0. Aufl.
874), Robert S.s von Jeaffreson und Pole (1864).
Siepney, (spr. steppue), Stadtteil Londons, im East
End, l. von der Themse, (1901) 208 600 E.
Steppengntilope, die Saigaantilope (s. Antilopen
ind Taͤfel: Asiatische Tierwelt, 4).
Steppenfuchs, s. v. w. Korsak (s. Fuchs).
Steppen⸗Generalgonvernement, Verwaltungs⸗
ebiet in Russ.-Zentralasien, umfaßt die Gebieie Almo—
insk und Semipalatinsk, 889 068 q4km, 1867 198 E.;
Sitz des Generalgouverneurs in Omst.
Steppenhuhn, s. Slughühner und Tafel: Aflasche
 Tierwelt, 19.
Zteppenkuh, s. p. w. Säbelantilope (j. Antilopen).
Steppenraute, s. Peganum.
Steppenschwalbe, s. Brachschwalbe.