Ste

kreise, Stadtkreis an der Oder, (1900) 210 702 (1905
224078) E., Garnison, Sitz der Regierung, Oberlandes—
Land⸗-, Amtsgericht, Oberpost-, Eisenbahnd tektion, Reichs—
bankhauptstelle, Vorsteher der Kausfmanuschaft, Handwerks—
Landwirtschaftskammer, Generalkommando des 2. Armee—
korps; Königs- und Berliner Tor (Tore der ehemal Festung),
Denkmüler Friedrichs d. Gr., Friedrich Wil—
helms III., Kaiser Wilhelnis J. Brunnen
mit der Stetting, königl. Schloß (mit Mu—
seum), altes uund neues Rathaus, Theater,
Börse, Konzerthaus, Arsenal, Waisenhaus 4
LZönigl. Seminar für gelehrte Schulen, 8
Bymnasien 2. Realgymuüͤafien, höhere Müde 1809
henschule, Pommersches und Stadtmufenm; Stoelun.
bedeutende Maschinenfabrikation und Schiff⸗
hau (darunter der „Vnlcan“ in Bredow), Zuckers, Chemi—
kalienz, Portlandzement-, Papierfabrikatiost. Der Hafen
wurde 1894-99 erweitert, 1898 ein Freihafen eröffnet. —
S. im Mittelalter Hansestadt, kam 1648 an Schweden,
1720 an Preußen, bis 1873 Festung. — Bgl. Geschichte
oon Berghaus (2 Bde. 1876—76), W. H. Meyer (1887).
Stettiner Haff, s. Pommersches Haff.
Steub, Ludw., Schriftsteller, geb. 20. Febr. 1812 zu
Aichach GBayern), 183436 griech. Beamter zu Nauplia
und Athen, später Rechtsauwalt zu München, gest. das
16. März 1888; bes. Schildernngen aus der Alpenwelt
(„Drei Sommer in Tirol“, 2 Bde.,8. Aufl. 1895, 2c.), auch
Novellist und Ethnograph. „Kleinere Schriften“ (4 Bde.,
1873 75), „Lyrifche Reisen“ (1878). Selbstbiogr. (18083)
Steuben, Friedr. Wilh. von, General, geb, 15. Nov
1730 zu Magdeburg, 174764 im preuß. Heere, seit
1778 als Generalinspektor der Armee im Dienst der Nord—
amerik. Unlon; um deren Heeresorganisatiou sehr verdient
9— 28. Nov. 1784 zu Dueida County (Neuyork). —
Biogr. von Kapp (1858).
Steubenville (spr. stinhbenwill), Stadt im nord—
merik. Staate Ohio, x. am Ohio, (1900) 14344 E.
Steuerbord, f. Backbord.
Stenerbuch, s. Kataster. [Steuervergehen
Stenerdefraudation (Steuerhinterziehuug), J
Steuereinheit, Simplunt, der niederste (einfache,
Steuersatz, der je nach Bedürfnis für ein Jahr nach Ver—
einbaruug mit der Volksvertretung mehrfach erhoben wird
Steuerkontingent, der Beltrag, der von einer Ge—
famtheit von Steuerpflichtigen aufzübringen und inner—
halb dieser auf die einzelnen zu verteilen ist.
Steuermann, auf Handelsschiffen der im Kommande
auf den Schiffsführer folgende Seemann. Die Berechti—
gung zur Ausühuüng des Steuermannsberufes wird in
Deutschland, durch eine Prüfung nach dem Besuch einer
Vavigationsschule erworben. Das daraufhin ausgestellte
Steuermannspatent berechtigt zu einjähriger aktiver Dienst⸗
zeit in der Kriegsmarine. An Bord der Segelschiffe sind
zwei bis drei Steuerlente, auf Dampfern drei bis vie,
(Schiffsoffiziere genannt). In der Kriegsmarine ist S
ein Deckoffizier (s. d.), der bei der Navigietung (s. d.) de⸗
Schiffs verwendet wird.
Steunermaunskunst, Navigation, Nautik (s. d.)
die Kenntnis aller zur Bestimmung des Schiffsortes aui
See und des Schiffskurses über See erforderlichen Beob—
achtungen und Rechnuugen und des Gebrauchs der nau—
tischen Instrumente.
Steuern, Beiträge, die Staaten (Staats-S.) und
Gemeinden (Gemeinde-Abgaben), von ihren Angehörigen
zur Deckung der Staats- und Gemeindebedürfnisse er—
heben, Man unterscheidet Schatzuugen, die sich an die
Vermögens- und Einkommensverhältnisse der Person
halten Vermögens-, Grunds, Erbschafts-, Stempel⸗S
und Kopf⸗, Personal-, Klassenz-, Einkommen-, Grund⸗
rentensz, Kapitalrenten?, Gewerbes und Lohn-S.), und
Aufschläͤge (Aufwands-, Verbrauchs-S.), die an die Aus—
gaben des Steuerpflichtigen, au einzelne wirtschaftliche
Vorgänge auknüpfen (Zölle, Bier⸗, Branntwein⸗, Mahl-,
Schlacht⸗, Tabal⸗S. c.); soder direkte S., welche dou
ebenZder Verson gefordert werden, die fie nach Absicht
der Behörde auch kragen foll, und iudirette S., die von
jemand gefordert werden, der sie gewissermaßen nur vor—
schußweise leistet und auf diejenigen, die davon betroffen
werden sollen, abwälzt, odet Perfonal- umd ReatesS

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afern sie entweder die Personen nach ihren besondern Ver⸗
altnissen oder gewisse Objekte unabhängig vom Besitzer
reffen. — Vgl.“Schuffle (1880 u. 1886—96), Zuistin
1802), von Heckel (1904).
Stenerruder, s. Ruder.
Steuer⸗ und Wirtfchaftsreformer, Deutsche,
rese Vereinigung dentfchet Landwirte zur Vertretung der
agrarischen Juteressenpolitik.
Stenerung, an Hubmaschinen (Motoren, Pumpen,
Geblase) eine Vorrichtung, durch welche die Arbeitsflüssigkeit
 (Wasser, Dampf, Gas) in der richtigen Weise zum
Arbeitskolben hin und von ihm fortgeführt wird. Die
Maschinenteile, welche dies direit bewirken, siud die innern
Zteuerungsteiie (Ventile, Schieber, Drehschieber); diese
verden durch die üußern Steuerungsteile (Erzenter,
Stangen, Hebel) bewegt.
Steuervergehen, Finauzdelikte, die Vergehen, welche
ils für die Stäatseinnahmen nachteilig unter Strafe ge⸗
tellt sind; hierher gehört die Steuerdefraudation r
Zteuerhinterziehung, den auf Verkürzung der Staats⸗
innahmen gerichtete Verhalten, und die Stenerkoutrapen⸗
ion, die soustige, nur mit Ordnungsstrafe belegte Ver⸗
ehlung gegen fiskalische Sicherungsvorschriften.
Sienerwalze, Kontroller, ber elelte, Straßenhahn⸗
vagen der von Wagenführer gehandhabte Apporat zur
Legelung der Stromzufnhr zu den Elektromotoren Cafel:
Straßeunbahnen II, 4].
Steven, die vorn (Vorder-S.) und hinten (Hiutern
Achter⸗S.) am Schiff in den Kiel senkrecht oder etwas
eueigt eingelassenen Balken dder Gußstücke, die den
Schiffskörper vorn und hinten abschließen. Auf Ein— uud
Dreischraubendampfern ist hinter der Schraube noch ein
weiter, der Ruder-S. (s. de), augebracht. —34
Stebenson ispr fuühmenf“n), Rob Vonis, engl. Schrift⸗
teller, geb. 135 Novp. 1850 in Edinburgh, gest, 8, Dez.
1894 iu Vailinta bei Apia auf Upoluß schrieb Aben⸗
enerromane; New Arabian nighis“ (1883 u. 1896),
Freasuro i8ldna“ (1883), phantaftische Reifebeschreibun⸗
jen („Travels witna donkey in the Cevennes“, 1879),
ferner „Child's garäden of verses“ (6. Aufl. 1895), „Songs
»f traval“ (18806) u. a. — VBgl. A. Browne (18956),
Balfour (1901), Johnstone (1905). y
Stevens Point (spr. stihwns peunt), Stadt im noxd⸗
mierit Staae Wisconsin, am Wiscoufin River, (1900)
1524 E.; Holzhandel, Mühlen.
Steward (engl., spr. stinerd), Verwalter, Proviant⸗
reister; Kellner auf Schiffen; weiblich: Stewardeß- 8.
t Hxreat Britain, s. v. w. High Steward (s. d.).
Stewart (spr. stjuert), Balfonr, engl. Phusiker, geb.
.Nop. 1828 zu Ediuͤburgh, seit 1870 Proͤf. in Manchester,
jest. 18. Dez. 1887 in Itland, bes. durch seine Unter⸗
uchungen über die Physik der Sonne verdient (,Die
krhaltung der Energie“, deutsch, 2. Aufl. 1883).
Stewaͤrt (pr.stjnert), Sir Tharles, s. Londonderry
Marquis von.
Stewart (jpr. stjukrt), Dugald, schott. Philosoph,
eb 22. Rov. 1768 zu Foinburgh 1780— 1810 Prof. das.
jest. 11. Juni 1828, schrieb: „lements of tho philoophy
 of the human ιν3αν b Bde, 1792 1827 n. ö.“
„BPhilosophy of the active and moral powers“ (2 Bde.⸗
828) n. a. Werke mit Biographie hg. von Hamilton
1 Bde., 18831. 60).
Ztewartinsel (spr. stjuert), Rakiura, kleinste der zum
gentlichen Neuseeland gehörigen Inseln, 33 qKkm.
Steyerdorf, ungar Großgemeinde, s. Steierdorf Aning—
Steyermark, s. Steiermark.
Steyr (Steyer, Steier), Bezitksstadt in Oberösterreich,
in der Mündung des Flufses S. in die Enus, (1900)
7592 E. Schloß, Museum; bedeutende Eisen- und Stahl⸗
ndustrie, Waffenfabrik (gegründet von Werndl). — Bgl.
solleder, „Heimatkunde von S.“ (1894).
Stheino (Stheno), s. Gorgo.
Zthenie (Irch.), Kraftfülle, erhöhte Lebenstätigkeit
Stipium (lat.), Antimon (s. d.). des Körpers.
Ztibnit, s. Antimonglanz.
Stich, im Bauwesen die Höhe des Scheitels eines
dogens über der Fußlinie; in der Kunst s. v. w. Kupfer—
Stich, Klara, s. Erelinger. sstich und Stahlftich.
Ztichbahnen, s. Eisenbahnen