„Stichblatt, scheibenförmiges Metallstück am Stoßdegen
über der Parierstange zum Schutze der Hand.
Stichbogen, in der Bantunft, s. Bogen JAbb. 2341)
Stichel, s. v. w. Grabstichel G. d.)
Stichelhaare, Granuen- Ober⸗, Borsten⸗, Hundsjaare,
 die langen, groben, nicht gekräuselten Haare, die
im Vlies der Schafe und anderer Wolltiere deben den
einen, gekrüuselten Haaren der Grundwolle vorkommen.
Stichflamme, duͤrch aus feiner Spitze heraustretende
duft angeblafene Flamme, ist fehr heiß, virtt orhdierend,
derwendet in der Lötrohranalyse, bei der Glasbläserlampe
G. ON) und zum Loten“(s. vötrohr [Abb. 108141).
Stichling, Stechbüttel, Stachelbarfch (Gastrostsus),
zu den Stachelflossern gehörige einzige Gattg. der Familie
der S. (Gactrostetdac),
Fische mit breiten Schup⸗
penplatten an Seiten uud
Vorderbauch und scharfem
aufrichtbaren Stacheln vor
der weichen Rücken⸗ Bruft⸗
und Usfterflosse. Die
Münnchen bauen wallnuß
große Nester aus Pflanzen⸗
fasern, die sie bewachen,
wenn das Weibchen die
Fier hinein abgelegt hat.
Gemeiner S. (6. aouleätus L. Abb. 18103]), Rücken
graugrün, sonst silberig, in allen Flußgebieten Mitteleuro—
pas (die Donau ausgenommen); kdleiner S. (Zwerg⸗S.
F. Pungitlus L.), Leinster einheimifcher Fisch, Europa
Nordamerika; Meer⸗S. (See⸗S., Dornfisch, G. pinachis
. — nordeurop. Küsten.
Stichmaßz, im Maschinenban ein Körper mit zwe
festen Spitzen, deren Entfernung gleich dem zu über⸗
tragenden Maß ist.
Stichomantie (grch.), bei den alten Römern übliche
Wahrsagerei aus Dichtern entuommenen Zeilen oder Ver—
sen, die, auf Stäbchen geschrieben, in einer Urne gemischt
und gezogen wurdeu.
Stichometrie (grch.), das Zählen der Zeilen (8tichoi)
den Handschriften zur Bestimmung des Umfangs.
Stichwahl, s. Wahl.
Stichwort, das letzte Wort eines Schauspielers, nach
dem ein anderer einzufallen oder etwas zu dun hat; in
enzyllopäd. Werken daͤs einem Artikel voranstehende, ge—
wöhnlich mit fetter Schrift gedruckte Bezeichnnugswort.
Stichwurz, s. Arnica Abb.
Stickeen, Fluß in Nordamerika, s. Stikine.
Stigerei, Verzierung gewebter Stoffe oder auch natür⸗
üücher Tegumente (Leder zc.) durch auf⸗ oder eingenähte
Muster. Die S. geschieht mit der Hand oder mit“ Stick
maschinen (s. d.), bes. in der Schweiz und im sächf. Vogt⸗
land; die wichtigsten Stiche sind der Plattstich, der Kreuz—
stich und der Ketten- oder Tamburierstich. Abarten des
Plattstiches sind Stielstich, Steppstich, Leiterstich, der zick—
zackförmige Herenstich, der Gobelin- oder Perlstich, der
Flechtenstich, Damaststich u. a.
Stickertressen, s. Borten.
Stickfluß, s. Lungenödem.
Stickgas, s. Stickstoff.
Stickhusten, s. Keuchhusten.
Stickmaschine, Einrichtung zur mechan. Herstellunç
von Stickerei (s. 2); die Heilmannsche oder PlattstichS
hat doppelspitze Nadeln, die Schiffchen-S. Nähmaschinen⸗
nadeln (Ohr, an der Spitze) und die Ketteustich— oder
Tamburierstich⸗-. Hakennadeln.
Stickoxyd, s. Stickstoff.
Stickorydul, s. Lustgas.
Stickstoff, Stidgas (Jitrogonium, chem. Zeichen N),
farbe, geruch⸗ und geschmackloses gasformiges Elemeut, das
sich durch starken Druck und starke Abkühlung zu einer farb—
losen Flüssigkeit, die bei — 194 siedet und bei — 214
erstarrt, verflüssigen läßzt; spez. Gew. O,os, Atomgew. 14,01
findet sich frei in der Luft zu 781 Volumproz, gebunden
als Natrium- und Kaliumnitrat, in vielen Pflanzen-⸗ und
Tierbestaudteilen (Eiweiß, Blut ec.), wird aus der Luft (mit
Argon gemischt) erhalten, indem man den Sauersioff durch
Auhendes Kupfer, Phosphor oder alkalisches Pyrogallol ab⸗
sorbieren läßzt; chemischerein dargestellt durch Erhihen einer

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Sti

onzentrierten Lösung von salpetrigsaurem Ammonium, das
n S. und Wosser zerfällt, oder durch Einleiten von Chlor
u wässeriges Ammoniak. S.ist sehr indifferent, weder
zrennbar noch die Verbrennung unterhaltend, vereiuigt sich
n der Kälte Inr mit Lithium, bei Notglut mit Kalzium,
Nagnesium, Bor, Titan zu Ritriden, n Wasserstoff und
Sauerstoff direklt nur unter Einwirkung des elektr—
Stroms mit Kohleustoff liefert er giftiges Cyan (sj. d.),
mit Wasserstoff Ammoniak(f. d.), Hydrazin und Stickstoff
wasserstoff (Azointid), als Natriumsalz aus Natriumamid
)urch Stickorydulgas entstehend, wasserfrei eine helle, bei 7*
iedende Fluͤssigkest bildend, die häufig schon von selbst
nit furchtbarer Gewalt explodiert; die wãsserige Lösung
ist gefahrlos, löst dieselben Metalle'wie die Salzsäure und
zildet Salze (Stickstoffmetalle), die trocken sehr explosiv sind;
Zauerstoffverbindungen (Oxyde) des S.: Hydroxylamin;
Stickstoffoxydul (s. Lustgas); das Anhydrid der untersal⸗
petrigen Süure Gitrofylsüure), eine dicke, farblose, leicht
erplodierende Flüssigkeit; ihre Salze (Hyponitrite) entstehen
bei der Reduktion bon Nitraten oder Ritriten mit Natrium⸗
amalgam; Stickstoffoxyd (Stickstoffmonoryd, Stickoxyd)
entsteht aus Salpetersäure durch Kupfer, OQOuccksilber und
audere Metalle; ere uentrales Gas, bei — 930 und
1. Atmosphären Druck zu einer farblosen Flüssigkeit ver—
dichtbar, ist nicht brennbar, unterhält die Verbrennung mit
großer Energie, erplodiert nicht, wenn es, mit Wasserstoff
jemischt, eutzündet wird, bildet mit Luft oder Sauerstof
emengt sofort rote Dämpfe pon Stickstofftris und Tetroryd,
st wichtig für die Schwefelsäuredarstellung in den Blei—
ammern; Stickstofftrioxyd ist das Auhydrid der Salpetrigen
Säure (s. d.); Stickstofftetroxyd (Stickstoffpervxyde früher
Intersalpetersüure genannt) entsteht durch Vereiniguug
leicher Volumina Stickoryd und Sauerstoff, bildet sich bei
ielen Oxydationen mit konzentrierter Salpetersäure, wird
)urch Erhitzen von Bleinitrat gewounen, ist bei niederer
Temperatur eine farblose Flüssigkeit, die bei — 100 zu
chmelzenden Kristallen erstarrt, hefert mit kaltem Wasser
alpetrige Säure und Salpetersäure, mit Bafen deren Salze,
ärbt sich schon bei o? gelb und verwandelt sich, über den
Siedepunkt (26) erhitzt, vollständig in das rotbraune, er—
tickend riechende Stickstoffdioxyd; dieses ist ein sehr giftiges,
tark orydierend wirkendes Gas, das mit Wasser in Sal⸗
netersäure und Stickoryd zerfüllt (in der roten rauchenden
Zalpetersäure enthalten); Stickstoffpentoxyd ist das An—
ydrid der Salpetersäure (s. d.). Mit den Halogenen
iefert der S, sehr explosive Verbindungen (Chlorstiaftoff
zodstickstoff, Chlor und Jod).
Stickstosfbor, Borstickstoff.
Ztickstoffnretalle, zoxyde, s. Stickstoff.
Ztigstosorydulgas, Luͤstgas.
Stickstosfsammler, Pflanzen, die die Fähigkeit be—
itzen, sich den Stickstoff der Atmofphäre anzueignen, und
e beim Unterpflügen in grünem Zustaude oder bei Zuͤrück
assung massenhafter Wurzeln den Boden damit bereichern:
Schmetterlingspflanzen (Klee, Lupine ꝛc.), aber auch Erle
u. a. Ermöglicht wird die Stickstoffaureichernng durch
Bakterien, die mit den S. (in Wurzelknöllchen) in Sym⸗
biose leben. Fehlen diese Bakterien, so mussen sie, um
———
PBräparate (Ritragin oder Impfdünger) dem Boden zu—
jeführt werden GBodenimpfung).
Stickstoffsilber, s. Knallsaͤure.
ZSticksto gtrioryd,Salpetrige Säure
Stickstoffwasserstoff, s. Sckstoff.
Stiota Schreb. Grubenflechte, Pflanzeu⸗
gattg. der Laubflechten. S. pulmongessa
Ach. Cungenflechte Abb.1811)), lederartige
Flechte an Baumstaͤmmen.
Stieda, Karl Wilh., Nationalökonom,
eb. 1. April 1802 in Riga, 1878 Prof. in vnngene
Dorpat, 184 in Roftoc 1808 in deipzig; Lungenflechte.
chrieb⸗ Zur Entste hung des deutschen Zunftwesens“( 1877),
Die deutsche Hausindustrie“ (GBd. 1, 1080) Dos Ge⸗
verbegericht“ (I880), „Der Befuͤhigungsnachweib⸗ (1895),
Die Lebensfühigkeit des deutschen Handwerks⸗ (1897) u. a.
Ztiefgeschwister, s. Halbgeschwister.
Stiefinütterchen, Pflanzenart, J. Viola.
Stiefverwandtschaft, eine Att der Schwägerschaft,
os Verhältnis des einen Ehegatten und feine Deszen⸗