Sti

768

denten zu den Deszendenten des andern Ehegatten, welche
nicht zugleich Deszendenten des erstern find.
Stiege, eine Anzahl von 20 Stück.
Stieglitz, J. Zeisige und Tafel; Singvögel, 8s.
Stieglitz, Heinrich, lyrischer Dichter, geb 22. Febr. 1801
ʒu Arolsen, 1828 88 Gymnasiallehrer in Berlin, seit 1826
mit Charlotte Sophie Willhöft (geb. 18. Juni 1806 in
Hamburg) verheiratet, die sich, um seine krankhafte Stim⸗
ung durch einen tiefen Schmerz zu heben, 29. Dez
1834 freiwillig den Tod gab, lebte danach in Jialien,
gest. 23. Aug. 1849 in Benedig; schrieb:„Bilder der
Qrients“ I 831 -33), „Stimmen der Zeit in Liedern
(2. Aufl. 1834) u. a.; „Selbstbiographie“ (1865); „Brief
an seine Braut“, hg. von —— Bden, 1859).
Stiehle, Gust. von, preuß, General, geb. 14. Ang
1828 zu Erfurt, nahm 1864 als Major im Generalstal
m dan. Feldzug, als Flügeladsutant des Königs in
Stab der Elbarmẽe an dem von 1866 teil, 1870714 Ge—
neralstabschef der II. deutschen Armee, darauf Leiter des
Allgemeinen Kriegsdepartements, 1875 Generalleutnant,
1881 General der Infanterie und Kommandeur des
5. Armeekorps in Posen, 1886—88 Generxalinspektem
des Ingenieurkorps und der Festungen; gest. 15. Rov
1899 in Berlin.
Stielbrand, s. v. w. Noggeustengelbrand, s. Brand
des Getreides)
Stieleiche, s. Eiche IAbb. 481].
Stieler, Adolf, Karkograph, geb. 26. Febr. 1775 zu
Botha, Geh. Regierungsrät daf. gest. 13. März 1838
ein „Handatlas“ (1817.28 in 50 Blattern, durch Peter⸗
mann, Berghaus, Vogel ꝛc. vervollständigt, 9. Aufl. 1901
-75; 2. Abor. 1906; 100 Karten) zählt zu den besten
Atlanten; er veröffentlichte außerdem Schulatlas⸗
78. Aufl, 1894), „Kleiner Atlas der deutschen Staaten⸗
80 Blätter, 6. Aufl. 1876) u. a.
Stieler, Jos., Porträtmaler, geb. 1. Nov. 1781 zu
Mainz, seit 1820 Hofmaler in Munchen, gest. das. . Äprit
1858; die bayr. Schönheitengalerie [Tafel: Portratmalexei
 I, 4], Goethebildnisse u. a. — Sein Sohn
Karl S., Dichter und Schriftsteiler, geb. 15. Dez. 1842
zu München, gest. das. 12. April 1888; bes. bekanut durch
eine Dialektdichtungen „Habt's a Schneid?“ (1877), „Um
Sunnawend“ (1878), „Winter-Idyll“ (1886) n. a, aud
hochdentscher Lyriker. — Vgl. Heigel (1891), Dreyer (1905)
Stiepel, Gemeinde im preuß. Reg.-Bez. Arnsberg
an der I (I 805) 6089 E.; Steinkohlenbergbau.
Stier, das mänunliche Rind; das 2. Zeichen im Tier⸗
reis; ein Sterubild des nördl. Sternhimmels mit der
Sterngruppen der Hyaden (darunter der Aldebaran, s. d.
und Plejaden (s. Sicbeugestirn). Tafel: Astronom ie T, 1.
Stiergefechte, Stierkämpfe, Kämpfe von Menschei
mit Stieren in der Arena zur Belustigung des Publi—
ums, schon im alten Griechenland und' Rom, noch jetzi
Lieblingsvergnügen der Spanier. Die Fechter (Toreadores,
 Toreros), geteilt in Picadores (s. d.) und Chulos
oder Banderilleros (s. Banderilla), reizen den Stier, bis
der Hauptfechter (Espada) demselben das Schwert in die
Brust stößt; den Gnadenstoß erhält das Tier von dem
Matador (. d.). — Bgl. Joest (1889).
Stieringen-Wendel, Dorf im Bez. Lothringen
1805) 3624 E.; Eisenwerke.
Stiersucht, s. Brüllerkrankheit.
Stieve, Felix, Historiker, geb.9. März 1845 zu Münster
Westfalen), seit 1888 Prof. an der Techn. Hoͤchschule in
München, gest. das. 10. Juni 1898; schrieb Kurfürsl
Marimiliau von Bayern“ (1882), „Die Politik Bayerns
1691-1607“ (2 Bde., 1878 -83) u. a.
Stift (das, Mehrzahl Stifter), jede mit Vermögen und ju—
cistischer Persönlichteit ausgestattkete, zu geistlichen oder andert.
rommen Zwecken bestimmte selbständige Anstält oder Korpo—
ration mit allen dazu gehörigen Personen undBesitzungen; da⸗
her schon die Kloöster S. heißen; insbef. aber die Vexreinigungen
der Geistlichkeit (Kapitel) an Kathedralen (Domlapiteh) und
Dollegiatstiftslirchen. Diese beschränkten seit dem 14. Jahrh.
ihre Mitgliederzahl (Geschlosfene Kapitel), wobei“die
Hochstifter und Erzstifter des alten Deutschen Reichs die
Aufnahine unter ihre Mitglieder an den Nachweis von 16
adligen Ahuen knüpften (Stiftsfähigkeit); hieraus entftand
der Unterschied der weltlichen Chocherren Teanonteci ae

ãres), die die Pfründe genossen, und der regulierten Chor
erren regulares), die die mit der Stelle ver—
nüpften geistl. Pflichten versahen und allein wirklich Geist⸗
iche waren. Die Unmittelbaren S. (Reichs⸗S.) hatten bis
8083 Landeshoheit. Wirkliche Bedentung haben jetzt nur
ioch die kath. Domkapitel (s. d.). Die weiblichen S. waren
um Teil weltliche (Freie weltadlige Dameunstifter), aus
enen die Stiftsdamen bei ihrer Verheiratung austraten.
Stifter, Adalbert, Schriftsteller, Dichter uud Maler,
eb. 23. Okt. 1805 zu Oberplan (Böhmen), 1880 -65
Schulrat zu Linz, gest. das. 28. Jan. 1868; bes, bekannt
urch die Novellensaͤnunlungen „Studien“ (6 Bde., 1844
51u. ö.), „Bunte Steine“ (1853 u. ö.), die Rowane
Der Nachfommer“ (1857), „Witiko“ (1866267). — Bal.
duh (1872), Pröll (1891), Stoeßl (1902), Hein —
— —————— Bundeshütte, in Luthers Bibe ucer
etzung das tragbare Heiligtum der Israeliten währen
eß Wüssenzugs und bis zum Tempelbau, beschrieben
Mos. 26.vVgl. Schick (1896).
Stiftsschulen, s. Domschulen. Ott
Stiglutayer, Joh. Bapt., Erzgießer, geb, 18. 5
7913ů Fürstenfeldbruͤck bei Müunchen, gest. 2. März 1844
ils Direktor der Kunstgießerei zu München; Hauptgutz⸗
verle: Reiterstatue des Kurfürsten Mariniilidn nach Thor⸗
valdsen, 14 Kolossalstatuen bayr. Fuͤrsten für die Neue
Residenz und die Bavaria (s. dy).
Stigma (grch.), Stich, Punit, Wundmal; bei den
ilten Römern das Verbrechern und entlaufenen Sklaven
eingebraunte Zeichen; in der Zoologie Bezeichnung für die
Eingangslöcher der Atmuugsorgane der Insekten. Stigma⸗
tisteren mit einem Stigma verfehen, drandmarken. In
)er kath. Kirche sind Stigmatisierte Personen, an denen sich
»ie fünf Wundmale Christi (Stigmäta, Gal. 6, 17) zeigen
Stigmatisation) und zeitwellig dbluten sollen (z. B. Franz
»on Assisi, Katharine Einmerich, Louise Lateau), entweder auf
uschung oder auf religioser Nerpenüberreigung beruhend.
stismaria, Pflanzengattg. s. Sigillaxria.
stigęmatio lens, hoseg Objekuw, s. Anastigmat.
Stigmatypie (greh.), Verfahren zur Herstellung von
Bilderu ꝛc., durch fur den Buchdtuck gesehte Punkte.
Stikine (Steckine, Slickeen, spre kihn), Fluß in Nord⸗
imerika, entspringt in Brit.-Columbig, fließt durch Alasla,
nündet in den Stillen Ozean, 3804 xm schiffbar.
—ADDDDD
des guten schriftlichen Ausdrucks der Gedanken; dann
die eigentümliche Schreibweise einer gauzen Schriftgatung
 (prosaischer, oratorischer, poet. S.; Geschäfts⸗ und
Brief-S.) oder eines einzelnen Schriftstellers; in den
dünsten: die eigentümliche Varstellungsweise einer Periode,
iner Schule oder eines einzelnen Meisters; im Kalender:
. v. w. Zeitrechnung (Alter und Neuer S., s. Kalender.
— Stilistit (Teil der Rhetorik), Zusammenstellung der
Negeln des guten S.; stilistisch. diese betreffend, zum
zuten S. gehörig; stilisieren, stilmäßig formen.
Stilbit, zwei einauder sehr ähnliche Mineralien der
Jeolithgruppe, heide monoklin, weiß, oft gefärbt, in Hohl⸗
Zumen basaltischer Gesteine: Heutandit, wasferhaltiges
dalziums Aluminiumlilikat, und Desmin (Strahlzeolith),
vasserhaltiges Natrium-Kalzium-Alumininmsilitat.
Stilett (ital.), Dolch mit kurzer Klinge.
Stilfser Joch, ital. Giogo oder Passo dello Stelvio,
Sattel zwischen den Spölalpen nud der Ortlergruppe,
Brenze zwischen Tirol und der ital. Prov. Sondrio sTafeln
dartographie II, 2, und Alpeuländer II, I], exreicht
n der 3 2755 n. Die Postfiraße (1824)
st die höchste Kunststtaße der Alpen.
Stilicho, Flavius, ein Vandale, 390 Vormund des
daifers Honorius, besiegte 4080 den Westgotenkönig Alarich,
105 die Germanen; auf Befehl des argwöhnischen Ho—
iorius 408 hingerichtet. — Vgl. Keller (1884).
Stilisieren, Stilistik, s. Stil.
Stilke, Herm. Maler, geb. 29. Jan. 18083 zu Berlin,
gest. daßg, 22. Sept. 1860; Hauptbilder: Pilger in der
Wüste, Raub der Söhne Ednards IV. (beide in Bexlin),
Fresken auf Burg Stolzenfels u. a. — Seine Gattin
hbermine S. geb. 3. März 1808 in Stolberg bei Aachen,
jest. 28. Mai 1869 in Berlin, geschätzte Bluͤmenmalerin.
Stilleben, in der Malerei die Darftellung leblosen
Zegenstände (Jagdbente, Fische, Früchte, Gemüse nebst