Eßz-⸗ und Trinkgeräten 2c.) in künstlerischer Anordnung
bes. im 17. Jaͤhrh. von niederiand. Malern gepflegt,
ieuerdings von Preyer, Kunz, Vollon u. a.
Stille Gesellschafi, en für die Beteiligung
an dem Betrieb eines Handelsgewerbes eines andern
mit einer Vermögenseinlage gegen Anteil am Gewinn
und regelmäßig gauch am Verluͤst. Der Name des stillen
Gesellschafters“ist weder in der Firma noch im Handelsregister
 perzeichnet, er haftet also nicht für Forderungen
in, die Firma Dritten gegenüber.
Stiller Freitag, sege w. Karfreitag (s. Karwoche).
Stiller Dzeauß, Südsee, Großer Dzean, Pacifie,
ohte Wasserfläche der Erde zwischen den Westküsten
Amerikas und den Ostküsten —7 und Australiens
Karten; Auftralienzc. Iu. 11. Erdkarten I; Quer⸗
profil: Er dkarten IJ, 1N], ohne Nebenmeere etwa 1614 Mill.
Ixm; wichtigste Rebenimeete; Beringmeer, Ochotskisches,
Japan., Gelbes, Ostchines. Meer, — Meer und
Golf von Panama; als Mittelmeer gilt das Australasiat
In donesifche, Inse lindische Mittel⸗) Meer mit der Formosa⸗
straße, dem Golf von Tongting, dem Südgines. Meer,
der Sulus, Celebes⸗ und Javasee ꝛc. Mittlere Tiefe
3870 m, größte gemessene Tiefe 9636 m Meechesc ost⸗
südöstt. bon Gnam; 2 osi-wefil. Seekabel. Aber die Inseln
des S. O.s. Ozeanien. (S. auch Erde, Veer und Mecreströmungen.)
 Bvgl. Findlay lengl., 1884 u. 1886).
Stille Woche, s. v. w. Karwoche (s. d.).
Stillfried, Felix, Schriftstellername von Adolf Brandt
geb. 26. Sept. 1831 in Fahrbinde in Mecklenburg, Ober⸗
tehrer in Rostock; schrieb plattdeutsche Erzählungen („Dür—
ten Blanck“, 2. Aufl. 1803; Hack un Plück, 1900) und
Vedichte (Bieveglang“, 2. Aufl. 1801)
Stiulfried⸗Rattonitz, Rudolf, Graf von, portug
Vraf von Alcantara (eit 1888), geb. 14. Aug. 1804
preuß. Oberzeremonienmeister und Vorstand des Herolds⸗
amtes, gest. 9. Aug. 1882; verfaßte Schriften zur Ge—
schichte der Hohenzolern.
Stilliug, Benedikt, Anatom und Chirurg, geb. 22.
Febr. 1810 zu Kirchhain (Hessen), gest. 28. Jan. 1870
als Geh. Saͤnitätsrat in Cassel, um die Kenntnis des
Faserlaufs in Gehirn und Rückenmark verdient; schrieb:
„Uber die Spinglirritation“ (1840), „UÜber Bau und
Verrichtungen des Gehirns“ (1846),,über den Bau des
NRückenmarts“ (1858) u. a. — Bgl. Kußmaul (1879).
Stilling, Schriftsteller, s. Jung, Heiurich.
Stuling ia, Pflanzengattg., s. Talgbaum.
Stillwäter, Stadt im nordamerik. Staate Minne
'ota, am Saint Croix, (1900) 12318 E.
Stilpnosiderit, Eisenpecherz, Pecheisenstein, schwärz⸗
ichbraunes bis pechschwarzes Brauneisenerz mit Gehalt
an Kiesel⸗ und e
Stiltonkäse, scharf schmeckender, innen mit Schimmel
Rurchwachsener Käse, hergestellt in dem Dorfe Stilton
(660 E.) in der engl. Grassch. Huntingdon.
Stinime (Vox), die Tone, die im tierischen Orga—
aismus beim Durchgang eines kräftigen Luftstroms durch
die Stimmritze des Kehlkopfs (s. d.) infolge der dadurch
hervorgerufenen Schwingungen der Stimmbänder will—⸗
kürlich erzeugt werden; ihre Höhe wird durch die Längt
und Spaunung der Stimmbünder bestimmt (daher Kinder—
und Frauen-S. höher als Männer-S.). Das mensch-—
liche Stimmorgan ist einer Zungeupfeife vergleichbar, die
oberhalb des Kehlkopfes gelegenen Teile, die Mund- und
Nasenhöhle, dienen als Schallraum und bewirken in ihrer
verschiedenen Stellung die Klangfarbe des Tons. Der
Ubergang der hohen Kinder-S. in die tiefere des Er—
wachsenen (Stimmwechsel, Stimmbruch, Mutation) er—
folgt während der Pubertät. Stimmlosigkeit (Aphonie)
beruht meist auf einer Lähmung der die Stimmbänder
spannenden Muskeln. — In der Musik unterscheidet man
je nach Höhe oder Tiefe der Tonskala, die eine Sing-S.
umfaßt, Sopran oder Diskant, Alt, Tenor und Baß
(Tafel: Musik, U 20, innerhalb derselben S. wieder
wei Stimmregister: Brust⸗S. (s. d.) und Kopf⸗S. (s. Fal⸗
sett). In einer mehrstimmigen Instrumentalkomposition
heißt S. jede einfach t Horn ꝛc.) oder mehrfach (Vio⸗
line, Kontrabaß ꝛc.) besetzte Partie; ferner neunt man S
—
hodens der Streichinstrumente verbindende Holzstäbchen
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon. 5. Aufl. II.

769

Sti

— Bgl. Guttmann, „Die Gymnastik der S.“ (6. Aufl.
902), Barth, „Aber die Bildung der menschlichen Stimme“
1804), Imhofer, „Die Krankheiten der Singstimme“
4804); über Hygiene der S. vgl. Mandl (1876)3, 6, 6
dörner (1809), Bottermund“ 1809. Juß
Stimmgabel, gabelförmiger Stahlstab, 9
ur Angabe eines Tons von bestimmter Höhe. 431494
Die Soschwingt in drei Abteilungen AAbb. 4.14
1812]; die beiden Enden a, s schwingen ent—
gegengesetzt hin und her, der Bügel bauf und —
ib, die Knotenpunkte e, o bleiben in Ruhe. KW
Iber die Schwingungskurven der S. und den *7
Stimmgabelinterferenzapparat s. Tafel: Schall, 1812.
wu. 10; II, 1. Stimm⸗
Stimmritze, s. Kehllopf und Stimme. gabel.
Stimmritzengeschwulst, Glottissdem, s. Glottis.
Stimmritzenkrampf, Asthma der Kinder, krampf⸗
afte, in Anfällen auftretende Zusammenziehung der Stimmitze
 bei Kindern in den ersten eeieene Kennzeichen:
Iötzliches Wegbleiben des Atems, Angst und Ünruhe,
Blauwerden des Gesichts, worauf eine langgezogene pfei—
ende Einatmung folgt.
Stimmmwechfel, . Stimme.
Stimulieren —9 — anreizen; Stimulantia, Reiz⸗
nittel; Stimulation, Reizung, Anregung.
Stinde, Julius, Schriftsteller, geb. 28. Aug. 1841 in
dirch⸗Nüchel (Holstein), seit 1876 in Berlin, gest. 8. Aug.
1905 in Olsberg bei Cassel, schrieb popuiär- naturwiff.
Schriften, plattdeutsche Komödien, die humoristischen
Schilderungen des Berliner Bürgertums „Familie Buchholz“
 (1884 u. ö.), „Buchjolzens
 in Italten“ (1888
u. d.), „Frau Wilhelmine“
1886 u. ö.) u. a.
Stinkasant, s. A8sa
toetida. senua.
Stinkbaum, sJ. Ster-Stinkdachs,
 Telagon,
Tdellego, Teledu (AMAydaus
mellceps R. Cuv. [Abb.
1813), zur Marderfamilie
gehöriges dachsartiges Raub⸗
jer, mit rüsselartig verlüngerter Schnauze und Stinkdrüsen
em After, dunkelbraun mit weißem Rückenstreifen; Java.
Stinksluß, s. Flußspat.
Stinkiachs, s. Stint.
Stinkmalve, s. Sterculia.
Stinkmarder (Putorius), Gattg. der Marderfamilie,
nit spitzer Schnauze, kurzen Beinen, behaartem Schwanz,
nordlustige Raubtiere, deren
Afterdrüsen ein stinkendes Se—
tret absondern. Hierher der
Iltis (Ilk, Ell, Stünker, Stink⸗
viesel, Ratz, Putorius foetidus
Zra JIAbb. 1814]), unten
chwarzbraun, oben heller, Eu⸗
copa, ve Hermelin (großes Wiesel, P. orminsus Ouen),
anten gelblichweiß, oben braunrot, im Winter weiß, Eu—
copa, disen— Pelz früher sehr geschätzt; Wiesel (tieines
Wiefel, Hermännchen, Hermchen, P.
culgaris Rich.), oben braunrot, unten
veiß, im Winter zuweilen ganz weiß,
kuropa, Nordasien; Nerz (Nörz
Zumpfotter, Wasserwiesel, Menk, P.
utredla Keys. et Blas. Abb. 1816)),
30 em lg.glänzend dunkelbraun,
Zehen mit Bindehäuten verbunden,
sieuropa, schwimmt sehr gut, Pelz 040. Nero.
ehr geschüßt; Mint (Vison, F. Xison Capper), dem Nerz
ehr ühnlich, etwas größer, Nordamerika.
Stinkmelde, Pflanzenart, s. Chenopodium.
Stinkmorchel, s. PHRalius und Tafel: Pilze, 31.
Stinkspat, Stinkstein, s. Kalkspat.
Stinkteufel, Pflanzenart, s. Solanum.
Stinktier Aophitis), Raubtiergattg, der Marder—
amilie, mit spitzem Kopf, kahler, dider Rafe, niedrigen
Beinen, fast ganz verwachsenen Zehen mit langen Rägein;
die, großen Afterdrüsen fondern ein fünkendes, ölauiges
Sekret ab, das sie ihren Feinden meterweit entgegensprigen.
19

1814. Iltis.