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lebenslängliches Mitglied des Herrenhauses, 1871 -81.
1884- 93 und seit 1805 Mitglied, 1801 und seit 1908
Vizepräsident des Reichstags (deutschkonservativ), 1891—
95 Oberprsident von Ostpreußen, und dem Ast Jannowitz
Graf Konstantin zu S.-Wernigerode, geb. 8. Okt. 1843 zu
Jannowitz Grov. Schlesien), 186471 Offizier, 1892
Regierungsprasident in Aurich, 1894 in dee 1898
Oberpräsident der Prov. Hannover, gest. 27. Mai 1905. —
2) S.S., die 1704 in zweß Haufer zerflel:a. Haus S.S.
vertreten durch Fürst Wolff Heinrich geb. 28. April 1803
- Einen Nebenast gründete Graf Christian Günther von
S. gest. als dän. Geheimrat 22. Jum 1765 Dessen Söhne
waren die Dichter: Ehristian, Graf von S., und Friedrich
Leopold, Graf von S.; erfterer, geb. 16. Okt. 1748 zu
Hamburg, —2— mit seinem Bruder zum Hainbund,
177751800 Amtmann zu Tremsbuttel (olstein), gest.
18. Jan. 1821 auf seinem Gute Windebye Schleswig);
veröffentlichte mit seinem Bruder WVaterländische Gedichte“
1815) u. a.; letzterer, geb. 7. Rov. 1760 zu Bramstedt
Holstein), 1789 dan. Gesandter in Berlin, 1791 - 1800
lubischer Kammerpräsident zu Eutin, krat 1800 zur kath
Kirche über, gest. 5. Dez. 1819 guf dem Gute Sonden
mühlen bei Ssnabrück; veröffentlichte „Gedichte“ (mit
Christian, 1778), Oden, Elegien, Satiren, Dramen, den
Roman „Die Jusel“ (1788). Rieise in Deutschland, der
Schweiz ꝛc.“ (neue Aufl. 1877) u. a. Biogr. Friedrick
Leopolds von Menge (1862), Janssen (3. Mufl 1900)
—.Ihre Schwester Auguste, Grafin zu S. geb. 7. Jan
1753 in Bramstedt, tral mit Goethe in Briefwechsel, 1778
mit dem dän. Minister Graf Bexrnstorff vermählt, gest
30. Juni 1835. b. Haus S.Noßla, jetziger Chef Fuͤrs
Jojst Chriftian, geb. 28. Dez. 1888, Mitglied des preuß
Herrenhauses.
Stolberger Diamanten, Bergkristalle vom Auer
derg im Unlerharz.
Stolgebühren CGurs stolae), die Gebühren für die
n der Amtstracht (Stola) von deu Geistlichen verrichteten
Handlungen, dann auch fuͤr Ausstellung von Tauf⸗, Trau—⸗
und Totenscheinen u. dgl. seit 16 Jahrh., weil diese Ein⸗
tünfte den Geistlichen zufällig sind, auch Atzidenzien ge⸗
nannt; jetzt vielfach abgeschasst.
Stollberg in ae Stadt in der sächs. Kreish.
Lhemnitz, am Gablenzbach, (1908) 7374 6. Amitsgericht,
Realschule, Progymnasium; dabei Schloß Hoheneck, jetzi
Landesgefaͤngnis.
Stolle, Ferd., Schriftsteller, geb. 28. Sept. 1806
zu Dresden, gest. das. 28. Sept. 1878 1814462 Heraus⸗
des humoristisch-polit. Volksblattes Der Dorf⸗
arbier“, schrieb Romane (,Deutsche Pickwickier“, „Erb⸗
schaft in Kabul“ ꝛc.) u. a.
Stollen EStouln), horizontaler (im Gegensatz zum
Schacht) von Tag ausgehender, oft unterirdisch verzweigten
Grubenbau, hauptsüchlich zur Wetterzufuhr und zur Ab—
führung der Wasser. — 'Im Festungskrieg ist S. oder
Galerie ein wagerecht geführter Minengang.
Stollen, bei den Meistersängern die beiden ersten
zleichgebauten Glieder einer Strobhe (f. Aufgesang).
Stollenrösche, Graben vom Mundloch eines Stollens
zum nächsten Wasserlauf.
Stollhofen, Dorf im bad. Kr. Baden, unweit des
Rheins, ounn 4028 E.; Mittelpunkt der im Mai 1707
im Span. Erbfolgekriege von den Franzosen genommenen
befestigten Stollhofener Linien.
Stolp (Stolpe), Stadtkreis und Kreisstadt im preuß.
Reg.eBez. Töslin, am Küstenftuf Siolpe, (1900) 27 283
1805: 81160) E. Garnifon, Land⸗, Amtsgericht, Reichs
ankstelle, Schloß, Gymnasium, Realschule; Seehandel⸗
20 xm entfernt der Hafen Stolpmünde (s. d.).
Stolpen, Stadt n der sachf. Kreish. Dresden, an der
Wasenig (1805) 1800 E. Amtsgericht, alles Schloß.
Stolpmünde, Marttflecken uͤn preuß Reg.⸗Bez
Cöslin, an der Mündung der Stolpe in die Ostfee, (1900)
2364 6.. Strandamt; Hafen mil Leuchtturm, Seebad. —
Bgl Zessin (1802.
Stoltze, Friebr., Frankfurter Dialektdichter, geb.
21. Nov. 1816 zu Frankfurt a. M., gab 1882 66 die
„Frankfurter Krebbelzeitung“, 186060 die „Frankfurter
Laterne“ (Neue Folge seit 1872) und den „Wahren
Jakob“ heraus, gest. 28. März 1891.5 „Gedichte“ (18631.

884), „Novellen“ (1880 —88), „Gesammelte Werke“
B Bde. 1888 1902). — Bal. Proelß (1804).
Stolz, Alban, kath. Theolog und Volksschriftsteller,
Ieb. 8. Febr. 1808 zu Bühl (Baden), 1848 —80 Prof. zu
vreiburg i. Br., gest. das. 16. Olt. 1888 Verfasser zahl⸗
ceicher kirhenpolik. und erbaulicher Schriften, 1848284
derausgeber des „Kalenders fuͤr Zeit und Ewigkeit“.
Gesammelte Werke“ (19 Bde, 1886-095; Voltsausg
d Bde 1808 1000). — Vgl Hagele (8. Aufi 1889).
Stolze, Wilh., Begründer des nach ihm bengunten
tenographischen Systems, geb. 20. Mai 1788 zu Berlin,
Privatlehrer, gest. d. Jan. 1867 als Vorsteher des Steno⸗
raphischen Auͤttes der preuß. Zweiten Kammer; schrieb:
Ausführlicher Lehrgang“ (10. Aufl. 1890), „Anleitung
ur deutschen Stenographie“ (63. Aufl., hg. von seinem
Sohne Franz S., 1808).
Stölzel, Adolf, Jurist, geb, 28. Juni 18831 zu Gotha,
dichter am kurhess. und preuß. Dienst, 1886 Prasident der
reuß. Prüfungsbehörde für die zweite jurist. Prüfung,in
herlin, 1887 90, auch Prof. das,, feit I801 Mitglied des
derrenhauses und Kronsyndikus; schrieb: „Die Entwicklung
es gelehrten Richtertums“ (2 Boe. 1872), „Brandenburg⸗
Zreußens Rechtsverwaltung und Rechtsverfassung“ (2 Bde.,
888), „Schulung für die zivilistische Praxis“ 72 Tle.,
3. Aufl. 1902) u. a.
Stolzenau, Flecken und Kreisort im preuß. Neg.-Bez.
dannover, nahe der Weser, (1900) 1512 E., Amtsgericht.
Stolzenfels, kenigl Bergschloß im preuß. Reg.Bez.
doblenz, l. am Rhein, 6 xm oberhalb Kobleng, der Lahn⸗
nündung gegenüber; 1689 von den Franzosen zerstört,
183642 nach Schinkels Plänen wieder hergestelt.
Stolzer Tritt, piaffieren, in der Reuͤkunst hoch—
raben; dem Spanischen Tritt (s. d) ähnliche Bewegung,
ther auf der Stelle ausgeführt.
Stolzit, s. Scheelbleierg [. Spaltöffnungen).
Ztoma (grch. Mehrzahl Stomäta), Mund, Mündung
Stomachal (lat.), was sich auf den Magen Gtomũ ·
hus) bezieht; Stomachtka, magenstärkende Heilmittel.
Sto matika Hene Mundheilmittel; Stomatitis,
itzündung der Mundhöhle.
Stomatopaoda, s. Maulfüßer. d
Btomatos rod arpumdspieget zur Beleuchtung un
antersuchung der Mundhöhle. [(. Aondupois.)
Stone (engl., spr. stohn, Stein“) Gewicht — 6,b xtz.
Stone spr. stohn), Stadt in der engl. Grafsch. Staf⸗
ord, am Trent, (1961) 53680 E.; Brauereien.
Stonehaven (spr. stohnhehw'n), Hauptstadt der schott.
Brafsch. Kincardine, an der Mündung des Carron in
die Nordsee, (1801) 4560 E., Seebuder
Stonehenge (engl., spr. stohnhenndsch, „hängende
Steine“), vorgeschichtliches megalithisches Monument in
Wiltshire, bei Salisbury.
Stonehouse, engl. Stadt, s. East Stonehouse.
Stonsdorf, 2 im preuß. Reg.⸗Bez Liegniß, (1900)
I15 GE. Schloß; der Stonsdorfer Buter wird jeht im nahen
dunersdorf hergestellt.
Stovf, alteres russ. Flüssigkeitsmaß in den Ostsee⸗
provinzen; der neue Rigaer S. — Leis ĩ, der Rigger
Pegel· oder Visier⸗S. ⸗Us J1, der Pernauer S. — I.2eI,
er estlündische S. — 18 1; jett s. v. w. Kruschka (1.28).
Stoos Stoßz), Luftkurort im schweiz. Kanton Schwyz,
xm südöstl. von Brunnen, 1290 mi. d. M., am
Stop sengl.), halt! Frohualpstock (1922 w).
Stopfbüchfen, Maschinenteile in Form einer Büchse,
velche mit einem Dichtuugsmaterial, der Liderung (s. d.),
icht ausgefüllt sind, verhindern an Offuungen, in denen
ich zylin drische Stangen bewegen, den Durchgang von
ruckflüssigkeit (Wasser, Dampf, Gas).
Ztoppelpilz, s. Iyanum und Tafel: Pilze, 27.
Stoppelrübe, die weiße Rübe.
Stoppen, die Schiffsmaschine und damit das Schiff
am Stillstand bringen.
Stoppenberg, Landgemeinde im preuß. Neg.-Bez.
usseldorf, (1905) 89002 E.; Steinkohlenbergbau.
Ztoppine (ital.), Werglunte, Zündfchnur; auch
Stör, s. Store. blecherne Büudröhre,
Stör. 1) Südl. Abfluß des Schwweriner Sees, mündet
in die Elde. — 3) Fluß in Holstein, mündet unter—
jalb Glückstadt nach 75 k1 r. in die Elbe.