Storax (Styrax), wohlriechendes, aus der innern
Ninde des morgenlaänd. Storaxbaums (s. LAaquidambar)
ausgekochtes und ⸗gepreßtes Harz, wird als Heilmittel
gegen Krätze und in der Parfümerie benutzt. Fluüssiger S.
oder flüssige Ambra ifl gereinigter S. Auch vom Apotheker ⸗
storaxbaum G Styrax) wurde früher S. gewonnen.
Storch, Ludw., Saͤriftsteller, geb. 14. April 1808 p
Ruhla, lebte seit 1666 in Kreuzwerthheim am Main, gest
das. erblindet 5. Febr. 18810Auͤsgewählte Romant
und Novellen“ (31 Bde. 188662).
Störche Ordnung der Vögel, mit langem
dickem Schnadel, laugem Hals, langen, stakken Beinen und
großen, läungen und vreiten Flügeln; Nesthocker. Hierher
die Familie der Storchvoögel (Ciconigaaod, 53 der
Alten Well, die wasserreiche, ebene Gegenden lieben und
auf Bäumen oder Gebüuden misten. Zur Gattg. Storch
icona) gehört der weiße S. (Klapper-S., Haus-⸗S.
Adebar, O giba T), mit spitz kegelförmigem, geradem,
rotem Schnabel; schwarzer S. (Wald⸗S., C. wigra 0
braunschwarz grün und purpurn schimmernd, Unterseite
weiß; zur Familie der Storchvögel gehören ferner Sattel⸗
storch, Marabu, Kelaffschnabel und' Rimmersatt, (J. diese
Artilel Isen
Storchnest, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Posen, (1005)
Storchschnabel, Pantograph, Instrument zum Über—
ragen einer guuna oder Karte in einen andern (meisi
kleinern) Maßstab; von Christoph Scheiner 1603 erfunden
und in dessen Pantographia“ (1635) beschrieben. Panto
graphie, die Kunst, mit dem S. zu zeichnen; auch die dami
erhaltene Zeichnung selbst. — Vgl. Pellehn (1903).
Storchfschnabel,. eranium,; Storchschnabelgewächse,
Storchschnepfe, s. Strandreiter. s. Geraniazeen
Storchvögel, s. Storche.
Store (engl. spr. stohr), Vorrat, Verkaufsladen.
Store frz., spr. stohr), Fenstervorhang, bes. reich ge—
musterte Gardinen in voller Feusterbreite.
Störe (Acipenseridae), Familie der Schmelzschupper,
Fische mit langgestrecktem, schuppenlosem, aber mit fünf
Reihen gebuckelter Knochenschilder versehenem Körper,
flachem, in einen rüsselförmigen Schnauzeufortsatz ausge⸗
zogenem Schädel; Maul auf der
Unterseite des Kopfes, weit hinter
der Schnauzenspige (Abb. 1821).
Die unreifen Cier werden als Kaviar,
de —— zu duscubet
erwendet. Gemeiner S. Acipenser 1821. Störkopf:
sturio L. [Tafel: Fische Iĩ, 7P, unterseite mit i
bis 6 melg.braun, Bauch weiß,
Mittelmeer, Atlant. Meer, Rord- und Ostsee, steigt z. B.
in der Elbe bis nach Böhmen hinauf; Sterlet (A. ruthénus
selten über 1n Ilg., dunbelgrau, Bauqh heller, in russ.
Zlussen, im Schwarzen und e Meer, auch in der
Donau und ihren Rebenflüssen, Fleisch sehr geschätzt Stern⸗
hausen (Scherg, Schert, Sewruga, . stellätus Pall.),
hellxötlichbraun bis blauschwarz, Seiten und Bauch weiß,
wie voriger verbreitet; wichtigste und größte Art der S. ist
der Haufen (f. dy).
Storehammer, norweg. Stadt, s. Hamar.
Stoerk, Karl, Laryngolog, geb. 17. Sept. 1832 zu
Ofen, 18765 Prof. in Wien, —9— 18. Sept. 1899, ver⸗
dient um die Technik der Laryngostopie; schrieb;: „Krank⸗
heiten des Kehlkopfs, der Nase und des Rachens“ (2 Bde.,
89 „Lehrbuch“ (1895 -97). — Sein Bruder Felix S.,
Jurist, geb. 20. Ott. 1881 in Ofen, seit 1882 Prosf. in
Greifswald; schrieb : Handbuch der deutfchen Verfassungen“
(1884), „Zur Methoͤdik des oͤffentlichen Rechts“ (1888),
„Der staatsbürgerliche Unterricht“ (1803) u. a., gibt seit
1886 mit Laband das „Archiv für öffentliches Recht“ heraus.
Storkow, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Potsdam, Kr.
Beeskow-S., am Austrilt des Storkower Kanals aus
dem Storkower See, (1908) 2719 E. Amtsgericht.
Storm, Theod., Dichter und Nopellist, geb. 14. Sept
1817 zu Husum, 1867—80 Amisrichter das., gest. 4. Juli
1888 in Hademarschen (Holstein); „Gedichte“ (1882 u. ö.),
zahlreiche Novellen („Immensee“, Im Sonnenschein“,
„Auf der Universität“, Abseits“ Viols tricolor“,
Adquis submersus“, NRenate“, Elkenhof“, „Der
Schimmelreiter“ u. a.). ⸗Bgl. Schuͤtze (1887), Wehl
(1888), Remer (1897).

773

Sto

Stormarn, reis im preuß. Reg.⸗Bez. Schleswig
827 qkm, 1805: 76474 E.), umfaßt einen Teil der
dandsch. S.; Sitz des Landratsamtes Wandsbeck.
Stornieren (ital.), s. Ristorno.
Stornowan 8 we), Hauptstadt der schott. He—
hride Lewis, Grafsch. Roß, (1801) 3711 E., Hafen.
net (spr. xrosch.), Markt und Bezirksort in
der Bukowing, J. am eh (1900) 6673 E.
Störtebeker, Klaus, Anuführer der Vitalienbrüder,
aus Wismar, 1401 von den Hamburgern in der Schlacht
bei Helgoland gefangen und hingerichtet. Dichtung von
Lauff (1892). — VBgl. Frahm und Sundermann (1885).
Storthing (Storting), die norweg. Reichs- oder
Ständeversammlung, besteht aus dem Lagthing (Erste
dammer) und Odelsthing (8weite Kammer).
Störung, in der Astronomie, s. Perturbation.
Story, Sos., amerik. Rechtsgelehrter, geb. 18. Sept.
1778 zu Marblehead bei, Boston, 180811 im Kongreß
ein Haupt der demokrat. Partei, 1811 Richter am obersten
Berichtshof der Ver. Staaten, seit 1829 zugleich Prof.
in Cambridge, gest. das. 10. Sept. 1845. — Sein Sohn
William S., geb 12. Febr. 1819 in Salem (Massachusetts),
Bildhauer und Dichter, gest. 9. Okt. 1895 zu Vallombrofa
in Italien, schuf verschiedene Statuen (Edw. Everett in
Boston, Nationaldenkmal in Philadelphia ꝛc.) und Mar—
norgruppen (Thetis und Achilles, Bacchus auf dem Pan—⸗
her ac.), schrieb eine Ziege seines Vaters (2 Bde., 1851),
Roba di Roma“ (7. Aufl. 1875), „Poèëms“ (2 Bde.,
i886) u. a. — Vgl. James (1903).
Stosch, Albrecht von, preuß. General und deutscher
Admiral, geb. 20. April 1818 zu Koblenz, im 3
riege von 1866 als Generalmajor Oberquartiermeister
der I. Armee, dann Direktor des Militär-Okonomiedepartements
 im Kriegsministerium, 187071 General⸗
inlendant der deutschen Heere, dann Chef des General—
dabes des Großherzogs von Mecklenburg, 1872 Chef der
—
des Bundesrats, 1875 General, 1876 Admiral, 1883 pen⸗
ioniert; gest. 29. Febr. 1886 in Ostrich — — „Denk⸗
würdigkeiten“ (3. Aufl., Stuttg. 1904), —- Vgl. Koch (1903).
Stoß, die Wechselwirkung beim Zusammentreffen zweier
Zörper; er ist gerade, wenn die Richtung der Bewegung
enkrecht auf die Berührungsebene ist, sonst schief; zentral,
wenn die Richtung der Bewegung durch den Schwerpunkt
der Massen geht. Je nach der Größe der Elasitizität der
Massen ist die Wirkung eine verschiedene. In der Aktustik
heißt S. die größte Tonstärke der Schwebungen (s. d.);
im Bergbau die Seitenwand eines Grubenbaues (Schacht⸗
S., Strecken-S.); dann ein von der Seite in Angriff
zenommener Bau; in der Jägersprache der Schwanz des
Federwildes (außer Fasan-, Auer- und Birkwild).
Stoß, schweiz. Luftkurort, s. Stoos.
Stoßß, Veit, Bildschnitzer, geb. um 1445 in Nürn⸗
jerg, erblindet gest. das. 1333; Grabmal Kasimirs IV.
Krakau), Engl. Gruß (Lorenzkirche, Nürnberg), Rosenkranz
German. Museum). —. Biogr. von Daun (1906).
Stößel, Anatolij Michajlowitsch, russ. General, geb.
10. Juli 1848 in Petersburg, 1904 Kommandant der
Festung Port Arthur während ihrer Belagerung durch die
Japaner, ergab sich 2. Jan. 1806. Eine kriegsgerichtliche
intersuchung der Kapitulation führte zur Verurteilung Sis
Juli 1906), doch steht noch die Entscheidung eines obersten
driegsgerichts bevor. [1292 E.
Slö hen, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Merseburg, (1905)
Stößßer, der Hühnerhabicht (s. Habichte nebst Abb. 744).
Stoßfechten, s. Fechtkunst.
Stoßheber, s. Vppnanlisher Widder [Abb. 8385)].
Stoßmaschine, s. Hobel
Stoßmine, s. Sceminen [Abb. 17085)].
Stoßwerk, s. Prägen.
Stoßzähne, s. Zähne. 11 Centime.
Stotinka — Stotinki), bulgar. Bronzemünze
Stötteritz, Dorf in der sächs. Kreish. Leipzig, bei
deipzig, (1005) 13 220 E.; Eisengießerei, Zigarrenfabrika—
tion; dabei Irrenanstalt Thonberg.
Stottern (I180b20phonsa), das momentane Unver⸗
mögen, ein Wort oder eine Silbe anszusprechen, beruht
auf einem bald durch körperliche, bald durch pfychische
Irsachen (mnangelhafte Gewalt des Willens über die Spraäch⸗