EStadt-S.) oder zur Verbindung von Städten, Landesteilen
 oder Lundern (Kand-S.). Kunst-S., oft von be⸗
deutender Lange und sehr fest gebaut, waren schon im
Altertum in Gebrauch; Reste davon find noch erhalten.
Ein ausgedehntes Netz von Heeres-S. besaßen die Römer
(28 Linien von zusammen 80 d00 km Länge). In Deutschland
 beginnt ein geregelter Straßenbau erst im 183. Jahrh
Knotenpunkte: Rürnberg, Frankfurt a. M., Leipzig).
Straßßenbahnen, Trambahnen, Tramways, Tertiär
bahnen, Stadtbahnen, deren Gleise auf vorhandener
Straßen gelegt sind. Die Fortbewegung der kinzelner
Wagen geschieht durch Pferde (Pferdeeifenbahn) oder moto—
risch (durch Dampfinaschinen, Gas-, Preßluft- oder Eleltro⸗
motoren). [Hierzu Tafeln: Straßenbahnen Lu. II.]
Straßenlokomotive, eine Lokomotive, deren Räder
aicht in Schienen laufen, sondern zum Befahren jeder
Straße geeignet sind. Die erste S. war zugleich die erste
Lokomotive üͤberhaupt, der 1769 von Cugnot konstruierte
Dampfwagen [Tafel: Automobil J, 11]. Die ietzigen
S. dienen zu landw. (bei der Dampfbodenkultur) und
techn. Zwecken (zur Beförderung von Lastzügen im Straßen⸗
Straßenraub, s. Raub. [bau).
Straßenrecht, s. Wegeordnungen. S. auf See, die
vur Verhuͤtung von Schiffskollisionen durch internationale
VBereinbarung festgesetzten Regeln für das Ausweichen der
Schiffe auf See, im Deutschen Reiche in der Verordnung
zur Verhütung des Zusammenstoßens von Schiffen auf
See vom 9. Mai 1807 zusammengefaßt. Dampfer müssen
—AD—
ausgewichen. Das Segelschiff, das den Wind günstiger
hat, weicht dem andern aus. Nachts müssen zur Kennt—
lichmachung der gegenseitigen Lage der Schiffe Wositionslaternen
 4 d.) geführt werden, bei Nebel Rebelsignale
von Dampfern mit der Dampfpfeife oder Sirene, von
Seglern mit dem Nebelhorn gegeben werden, vor Anker
mit der Schiffsglocke.
Straßenwaälze, eine maschinelle Einrichtung zur
künstlichen Dichtung der Schotterdecke von Chausseen oder
der Schotterunterdeckung von Pflasterstraßen. Für leich—
ten Betrieb Pferdewalzen mit Wasserballast, für schweren
Dampfwalzen von 16—206 Gewicht.
Strateg (grch.), Heerführer, Feldherr; Strategem,
Krriegslist.
Strategie (grch.), Feldherrnkunst, die Lehre von der
Anwendung der Kriegsmittel zur Erreichung des Kriegs—
wecks die in Friedenszeiten schon in der Anlagce von
Befestigungen, in der Unterbringung und Ausbildung
des Heers und dem Ausbau der Flotte, sodann aber im
Ktriegsfalle beim Aufmarsch und beim Vorgehen der Trup—
pen sowie in der Ausnützung des Geländes und aller
Schwächen des Gegners sich zu bewähren hat. sHierzu
die Karten: Strategie Tu. WU; s. auch Karten: Die
Alte Welt 11, bei Ältertum, und Mittelalter II.]
Strategische Einheit, s. Einheit.
Stratford (spr. strättf'rd), nordöstl. Vorort von Lon⸗
don, in Esser, J. an der Lea, (1901) 44825 E.
Stratford, S. (upyon Avon (spr. strättf'rd öpp'n ehw'n).
Stadt in der engl. Grafsch. Warwick, am Upper Avon,
(1901) 8310 E., Geburts- und Sterbeort Shakespeares
Stratford Avon (spr.strättfr'd ehw'n), Fluß,s. Avon.
Stratford de Redeliffe (spr. strättf'rd de reddklif),
Biscount, bekannter als Sir Stratford Canning, brit.
Diplomat, geb. 4. Nov. 1786 zu London, 1825-838 mit
wenigen Unlerbrechungen einflußreicher Gesandter in Kou⸗
stantinopel, gest. 14. i 1880 in London. — Bgl.
Stanley Lane-Poole (2 Bde., 1888).
Straͤth (spr. sträth), s. Glen.
Stratifitation (neulat.), s. v. w. Schichtung (s. d.);
itratifizieren, schichten; auch s. v. w. ankeimen.
Stratigraphie (lat.⸗grch.), Lehre von den geolog.
Formationen (Formationslehre, s. Geologie).
Stratidt (grch.), Soldat.
Stratiõotos L., Wasserscheer, Krebsscheer, Wasserfäge
hangugattse der Hydrocharidazeen. 8. aloĩdes T., mit
einer Rosette schwertförmiger, gezähnter Blätter, in stehen—
den Gewässern Mitteleuropas.
Stratokummulus, Wollkenform, s. v. w. Kumulostratus
s. Kumulonimbus).
Stratovulkane, s. Vulkane.

777

Str
Stratus (lat.), Schichtwolke, Wolkenform mit oben
d unten horizoutalen Grenzflächen.
Stratzen, s. Strazza.
Itraubfuß, s. Igelhuf.
Straubing, unmittelbare und Bezirksstadt im bayr.
Keg.eBez. Niederbayern, r. an der Donau, (18000) 17 611
1905: 20 E., Garnison, Land-, Amtsgericht, Gym—
zasium, Realschule, bischöft. Knaben-, Lehrerseminar, Taub—
ee
rauchapfel, eine niedrige, stammlose Apfelform, die
vegen ihrer schönen Blüten und ine eree
vie z. B. Pirus spectabilis L. var. floribunda Sieb.
— ůpfel
ient, wie der Johannis- und der Splitt oder Süßapfel
Douein), zwei Spielarten von Pirus pumila Miil.
Strauchratte, s. Trugratten.
Strauchweichseln, 9. und 10. Klasse des Truchseß⸗
zucasschen Kirschensystems (. Kirsche).
Straͤusberg, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Potsdam,
am Straussee (AxmeIg., bis 12 xm br.), (1905) 7886 E.,
Amtsgericht, Landarmenhaus, Propinzialschul- und Er—
ziehungsaustalt.
Straufß, David Friedr. theol. Schriftsteller, geb. 27. Jan.
808 zu Luͤdwigsburg, rief als Repetent (seit 1832) am
heol. Stift in Tübingen durch „Das Leben Jesn, kritisch
—BB——
den groöͤßten Teil der evang. Geschichte für mythischen Ur⸗
prungs erklärte, eine mächtige Bewegung hervor, wurde
»ebhalb als Gymnasialprof. nach Lüdwigsburg versetzt,
Jab'1836 diese Stellung auf; gest. 8. Febr. 1874 in Lud—
vigsburg. Er schrieb ferner: „Die christl. Glaubenslehre“
2Bde. I840 -41), „Der alte und der neue Glaube“ (1872
5. Aufl. 1803), „ülrich von Hutten“ (3 Bde. 6, Aufl.
806), „Das Leben Jesu, für das deutsche Volk“ 1864;
3. Aufl. 1004), „Voltaire“ (8. Aufl. 1898). — Biogr.
on Zeller (1879, Hausrath (2 Bde., 1876 f9.), Eck (1888).
Strauß, Joh. Tanzkomponist, geb. 14. März 1804
u Wien, dgest. als Hofballmusikdirektor das. 28. Sept.
845. Sein Sohn Johann S., geb. 25. Okt. 1826,
Jest.n3. Juni, 18909, Tanz- und Operettenkomponisti
Fledermaus“ ꝛc.). — Dessen Brüder Joseph S., geb.
28. Aug. 1827, gest. 22. Juli 1870, und Eduard S.,
Icb. 182 Marz 1835, Dirigent der S.schen Kapelle in
wien, ebenfaus Tanzkomponisten.
Straufz, Richard, Komponist und Dirigent, geb.
11Fum1864 zu München, 1889 Hofkapellmeister in
Weimar, 1895 in München, 1898 in Berlin; schrieb
Sinfonien und sinfonilge Dichtungen („Don Juan“,
Till Eulenspiegel“, „Also sprach Zarathustra“, „Ein
heldenleben“, Sinfonis domoestica“) 2c. die sich bes.
Zurch Kuͤhnheit in der Verwendung der orchestralen Mittel
msgeichnen, auch Opern („Guntram“, „Salome“ 2c. Iu.a.
Strauß, Viltor Friedr. von S. und Torney, Schrift⸗
teller, geb. 18. Sept. 1809 zu Bückeburg, 1860- 66
Zundestagsgesandter des Fürsten von Schaumburg-Lippe,
ebte seit 1872 in Dresden, gest. das. 1. April 1899; ver⸗
offentlichte „Gedichte“ (1841), Epen, Dramen, Romane,
Rovellen und Überfetzungen aus dem Chinesischen. — Seine
zntelin Lulu von S. und Torney, geb. 20. Sept. 1873 in
Zůckeburg, ebenfalls Dichterin und Romanschriftstellerin.
Strauße, zwei Familien der Laufvögel, mit nur je einer
Battung: die zweizehigen S. (Struthionidae) und die
reizehigen (amerik.) S. (Rheidae). Einzige Art der
rstern: der afrik. S. (gemeiner S., Struthio oamelus L.
Tafel: Afrikanische Tierwelt, 24)), größter lebender
Jogel, Kopf, Hals und Schenkel fast nackt, Flügel zum
Fliegen unbrauchbar; schwarz, Flügel- und Schwauzfedern
Linweiß, Weibchen braungrau und schmutzigweiß; Lauf
ang, hark, großgeschuppt, mit zweizehigem Fuß. Lebt
polhgamisch, oft herdenweise in den afrik. und westasiat.
Wusten, läuft schneller als ein Pferd, die Eier werden
om Männchen bebrütet; der Federn wegen wird er
Jejagt und gezüchtet. Einzige Gattg. der dreizehigen S.:
der Randu (Rhea), mit befiedertem Kopf und Hals, ver⸗
ümmerten dlugen, verlümmertem Schwanz, drei kurzen
zehen. Zwei Arten: der Pampa-S. (Avestruz, amerit.
S. R. americans Lath. Tafel: Amerikanische Tier⸗
welt, 33)), Rücken, Brust und Flügel bräunlichgrau,
Kopf, Hals, Nacken, Vorderbrust VIee Unterseite