Strukturformel, s. Chemische Formeln.
Struma (Cat.), Kropf; strumss, kropfig.
Struma, der alte Suymon, Fluß der Balkanhalb—
nsel entspringt am Vitos in Bulgarien, durchstromt den
See Talinos (Tachyno) und mündet nach 265 Km in den
Strymonischen Meerbusen (jett Golf von Rendina ode
Orphani) des Aguschen Meers 91
Struinieca fftt. iha), Stadt im türk.-mazedon. Wilajet
Saloniki, am Fiuß S. (zur Struma), 8000 E—
Struͤimpell, Ludw., Philosoph, geb. 28. Juni 1812
Scheppenstedt (Braunschwelg), bis 1870 Prof. zu
Dorpat, seit 1878 zůu ie gest das. 18. Mat 1880, Ver—
treter det Herbartschen Philosophie, schrieb! Geschicht⸗ der
griech. Philosophie“ (2 Bde. 1884 61), Psychol. Pa
dagogit⸗(18809, „Padogogische Hathologie“(. Aufl
1808) u. a. — Sein Soͤhn Adolf von S., Mediziner
geb, 28. Juni 1888 zu Reu-Auh (Kurland), 1882 Krof
in Leipzig, 1886 in Erlangen, 1003 in Breblau; schrieb
HLehrbuche der spegiellen Palhologie und Therapie der
unern Krankheiten“ (15. Aufl., 8 Bde. 1904).
Strumpf/ der Glühkörper beim Gasglühlicht (s.d. nebst
Strumpfiweber, Vogel, s. UmmersObb, 618 0).
Strunkschwamun,Glaveria.
Struppen, vorf in der sachs. Kreish. Dresden,
an der Elbe, (1000) 1004 ẽ., tönigl. Soldatenknaben⸗
erziehungsanstalt; Sandsteinbrüche.
Strufi (ital.), die innern pergamentartigen Teile der
dokons, werden ju Florettfeide berearbeitet.
Struthiin, ESaponin.
Struve, Friedr. Abolf Aug., Arzt, geb. 9. Mai 1781
zu Neustadt in Sachfen, gest. 26. Sept. 1840 in Berlin,
legte 18021 in Dresden die erste dabrit künfiliger Mueral⸗
wuͤsser an; schrieb: Uber Rachbildung der natuürlichen
Heilquellen“ (182426).
Struve, Gust. von, republikanischer Agitator, geb.
1. Ott. 1806 in Münchei, Abvokat in Rannheim, versuchte
April und Sept. 1848ine republikanische Schilberhebung
in Baden, 8 dem Treffen in Staufen 26. Sept. verhaftet
Jurch den Aufftand 14. Mai 1848 befreit, flüchtete nach der
Schweiz, später nach Amerika, kehrte 1863 nach Europa
zurück, gest, 21. Aug. 1870 in Wien; auch histor., staats⸗
wissenschaftl. phrendlog. und vegetariamischer Schriftsie uer
Struve, Wilh. von, Astronom, geb. 15. April 17983
u Altona, Direklor der Dorpater Sternwarte, 18839 58
der Hauptsteruwarte zu Pulkowa, gest. 23. Nov. 1864
u Petersburg. — Sein Sohn Dtto Wilh, von S., geb
. Mai 1818 zu Dorpat, 188200 Diretior der Steru⸗
rarte zu Pulkowa, gest 17. April 1808 in Karlsruhe
Herausgeber der „Observations de PouIkava“ (seit 1869)
Dessen Sohn Hermann, 4he: 83. Okt. 1851, ist jeht
Direktor der Slernwarte in önigsberg i. Pr.
Struvit, Guanit, rhombifcheß, ausgezeichnet hemi—
morphes Mineral, farblos, ueenn, glasglänzend; ist
wasserhaltiges Animonium- Magnesiumphobphat; in Dün
gergruben, Kloaken, im Guano.
Struys (spr. streus), Alerandre, belg. Genremaler,
8 24. Jan. 1852 zu Berchem, lehrte 1875—81 an der
Akademie zu Weimar, woer auch einige Reformations⸗
bilder für die Wartburg malte, lebt in Mecheln; Haupt—⸗
bilder: Raubvögel (d. ĩ. Jesuiten als Erbschleicher, 1871)
Gestorben, Besuch beim Kranken, Hoffnungslos (Gent).
Strychnin, sehr giftiges Altaloid, neben Bruzin (f. d)
in den Krähenaugen, Ignatiusbohnen und im Schlangen—
ze . Strxehnos) enthalten, kristallifiert, mit heihem
aneaezogen in kleinen, farblosen, außerordent⸗
lich bitter shmedenden Prismen; schwer in Wasser, leicht
in Alkohol, Benzol und in Ehloroform Löslich, büdet unn
Säuren die wie das S. selbst in kleinsten Gaben nerven—
reizenden, in größern Starrkrampf hervorrufenden Strych⸗
ninsalze. Wird torikologisch auch in Spuren durch die
blaue Fürbung nachgewiesen, die eine Lösung in konzen⸗
trierter Schwefelfuͤure mit einem Körnchen Kalrumbichromat
zeigt, dann auch durch den Tierversuch. Offizinelle Strychnin⸗
präparate sind: Strychninnitrat, das innerlich, subkutan
oder äußerlich in Salben oder Linimenten Verwendung
indet, Brechnußertrakt und Brechnußtinktur.
Stryonnos T, Pflanzengattg. der Loganiazeen, meist
sletterstrͤucher der Tropen. 8. nux vomios T. (Krähen
augenbaum [Abb. 1830; * aufgerollte Bluͤte, b Frucht

781

Stu

m Querschnitt, s Same)), in Ostindien, liefert in seinen
Samen die offizinellen Brechnüsse oder Krähenaugen, die
Strychnin (s. d.) und Bruzin (j. d.) enthalten; Seieuté
Leschen., Schlingpflanze in
Java, enthält in ihrer Wurzel⸗
cinde ein Pfeilgift (Upas) 8.
toxicaris Schomb. in Guͤays
ana, und andere Arten das
Turare (s. d.); das Holz von
3. colubrina L. (Schlangen⸗
holz), in Ostindien, wird gegen
Schlangenbiß benutzt; von 8.
gnatia Berg (Ignatius⸗
trauch), auf den Philippinen,
ammen die offizinellen Igna⸗
iusbohnen.
Stryj, Bezirksstadt in Ga—
zien, am Flußß S., Bahnknotenpunkt, (1900) 23 205 E.
Strymon, alter Name des Flusses Struma (s. d.).
Stuart (spr. stjuh'rt), altes schott. Geschlecht, soll don
inem Zweige der engl.-normann. Familie FiheAlan ab
tammen, der im 12. Jahrh. die Würde eines Steward
daher der Name, S.) erwarb. Walter S. Schwieger—
ohn Roberts J. Bruce, 1871 als Robert II. König von
Schottland, Gründer der Dynastie, die seitdem Shottand
 beherrschte und mit Jakob VI. (s. Jakob I., König
»on Großbritannien und Irland), dem Sohne der Mariaä
Stuart (s. d.), 1603 auch die Krone von England er⸗
langte. Nach Roberts III. (1396 1406) Tode herrschte
zine Zeitlang dessen Bruder, der Herzog von Albany
gest. 1420), und dann dessen Sohn Murdoch, bis ihn
Roberts Sohn, Jakob J., 1424 vertrieb und hinrichten
ließ. Mit Zakob II. (s. d.) wurde 1688 der Manns
tamm der S. aus England vertrieben; sein Sohn Jatob
ẽduard (s. Jalob III.), sowie dessen Sohn Karl Eduard . d.)
uchten vergeblich die verlorenen Reiche wieder zu erlangen.
Des letztern Bruder Heinrich Benedikt, 1747 Kardinal,
tarb als letzter männlicher Nachkomme des königl. Haufes
5. zu Frascati 18. Juli 1807. — Bgl. Klopp (14 Bde.,
875 -88), Thorton (engl., 1890), Foster (engl, 1902).
Stuart (jspr. stjuh'rt), John MacDouall, Entdeckungs—
reisender, geb. 7. Sept. 1815 in Schottland, begleitete
1844 -46 Sturt auf seiner Reise ins Innere von Australien,
bereiste 18838659 Südaustralien, durchquerte 1862 Austra⸗
lien von Süden nach Norden, gest. 5. Juni 1866 in Lon—
don; schrieb: „Explorstäons in Australia 18588 — 62“
(hg. von Hardman, 2. Aufl. 1864).
Stubaital, Hochtal der Stubaier Gruppe der östl.
Otztaler Alpen in Tirol, Bezirksh. Innsbruck, vom Rutz⸗
bach durchströmt, erstreckt sich 40 Kmelg. von Schönberg
bis zum Fuße der Stubaier Ferner (im Zuckerhütl 3511 2
hochh). Hauptorte Mieders und Vulpmes (elektr. Bahn
tach Innsbruck). — Vgl. „Stubai, Tal und Gebirge,
daud und Leute“ (1891).
Stubbenkammer, Vorgebirge auf Rügen Karte:
Dstpreußen ꝛc. J, 831, besteht aus Großer und Kleiner
Z., zwei senkrecht abfallenden Kreidefelsen; höchster Punkt
1383 0) der Königsstuhl.
Stubbs op stöbbs), William, engl. Geschichtschrei—
her, geb. 21. Juni 1825 zu Knaresborough, 1866 Prof.
u Orford, 1884 Bischof von Chester, 1888 von Orford,
jest. das. 22. April 1801; gentoern „Constitutionai
vustory of England“ (8 Bde. 4. Aufl. 1883).
Stübchen, früher Flüssigkeitsmaß in Norddeutschland,
n Hamburg S 3,«21, Bremen — 8221 und 3,25 1.
Stübel, Alphons, Geolog, und, VJorschungoreisender,
geb. 26. Juli 1885 zu Leipzig, bereiste 1886—67 Agypten
ind 1868—277 (mit W. Reiß) Südamerika, 1882 und
8980 Syrien, gest. 40. Roy. 1804 in Dresden; fchrieb
„Die vulkanischen Ausbrüche bei Santorin“ (mit Reiß,
1868), „Das Totenfeld von Ancon in Peru“ (3 Bde.,
880 87) „Die Wasteneethe von Ecuador“ (1887), „Ein
Wort über den Siztz der vulkanischen Kräfte“ (19015,,Das
tordsyr. Vulkangebiet“ (1903),, Die Vulkanberge von
Folombia“ (1006, hg. von Th. Wolf) u . a.
Stuben, Fisch, s. Renke.
Stuben (ungar. Stubnya), Badeort im ungar. Ko—
tat Turbcz, bei Kremnitz, mit falinischen Thermen.
Stubenarrest, s. Hausarrest.

1830. Krähenaugenbaum.