Einheit, im Gegenfatz zur Analysis; synthẽtisch, zusam—
mensetzend, verbindend; synthetifche Methode, Synthetis⸗
mus, Lehrart, die, von den Prinzipien ausgehend, die
Folgerungen entwickelt (Gegensatz: analytische Methode);
synthetisches Urteil, ein erweiterndes Urteil, desfen Pru—
dikat nicht pre im Subiektsbegriff liegt; synthetische Spra⸗
chen, Abteilung der organischen Sprachen, bei denen die
grammatischen Verhältnisse vorwiegend durch das Mittel
der Flexion zum Ausdruck gelangen (z. B. Latein und
Griechisch); synthetische Chemie, der Teil der Chemie, der
vom künstlichen Aufbau komplizierter chem. Verbindungen
aus einfachern oder aus den Elementen handelt.
Syntonin, Azidalbumin, Parapepton, entsteht bei
der Auflösung von Fibrinen und andern Eiweißkörpern
in Salzsäure; flockige, in verdünnter Salzsäure (also
auch im Magensaft) und in Alkalien lösliche Substanz
Syphax, König der Lestor im westl. Numidien,
jm 2. Punischen Kriege Verbündeter der Karthager 208
v. Chr. durch Scipio und Masinissa überwunden, gest. bald
darauf in rm. Gefangenschaft.
Syphilis (grh), venerische Krankheit, Lustseuche,
eine chronische Infeklionskrankheit, welche durch die Uber—
tragung des Schankergifts oder syphilitischen Virus währeud
des Beischlafs voder durch Vererbung c(hereditäre S.) ent⸗
steht. Als Erreger wurde 1008 von Schaudinn und
Hoffmann eine Spirochute (Spirochaets pautda) ent⸗
deckt. Etwa 3 Wochen nach der Infektion tritt an de
Stelle, wo die Austeckung stattfand, ein Geschwür mit
hartem Grunde (yharter Schanker, Primäraffekt, Initlal⸗
stlerose) auf, nach weitern Wochen verbreitet sich über den
ganzen Körper (konstitutionelleS.) mit Ausnahme des
Gesichts ein fleckiger, blaßroter Jee (Roseola
syphrtitisches Exauthem oder Syphilid),ng eeihn treter
Geschwüre im Halse auf und schwellen die Lymphdrüser
an, ohne zu schmerzen (indolente Bubonen). Wird die
Frankheit nicht oder nicht vollfandig geheilt, so bilden
sich in der Haut, den innern Organen und den Knochen
sog. Gummigefchwülste (Rummata), Syphilome ctertiärt
Form der S.). Außerdem können mannigfaltige Haut—
ausschläge auftreten, sowie fast stets ein Ausschlag aul
der Stirn (Benusblütchen, Venuskrone, Coröna vene
xis). Heilmittel: Quecksilber und Jod. Die S, tra!
zuerst in größerer Verbreitung am Ende des 15. Jahrh
IAs Franzosenkraukheit (Morbus zaiuae im Heer
arls VII. von Frankreich auf. — Vgl. Neumann
(2. Aufl. 1800); M. von Zeißl, ehwug 002); ders.
R (1906); Geschichte bon Proksch (2 Bde.
894- 95), Rosenbaum (7. Aufl. 1904).
Syphon, falsche Schreibweise für Siphon (s. d.).
Syr, Fluß, s. Syr-darja.
Syra, im Altertuͤm Syros, eine der griech. Zykladen,
2 qRm, (1896) 26886 E.; Hauptstadt Hermupolis. Di⸗
Stadt S. (Aus S.), 3272 E.
Syracuse (spr.hirekjuhs), Stadt im nordamerik. Staate
Nenyork, am Onondagacreek, Onondagasee und Eriekanal,
03) 114443 E., universität, Salzquellen.
Syrakus, Siracrusa, Siragosa, Hauptfiadt der ital
Prov. S. (83135 qkm, 1905: 4048 421 E; auf Sizilien)
auf der Insel Ortygig, (1001) 32080 E, Dom, Mufenm—
antike Tenipel- und Bäderruinen; im S. die Quelle der
Arethusa. — S. im Altertum die bedentendsie Stadt
Siziliens, um 734 v. Chr. von korinth. Auswanderern
gegründet, gelangte unter Gelon (41832476) und Hieron J.
476467) zur dollen Machthoͤhe. 466 ward der Tyrann
ennb vertrieben, aber nach einem glücklichen Kriege
mit Athen von eednt I. (406 - 367) die Tyrannie
wiederhergestellt. Diefem folgte 367 844 Dionysius II.,
nach dessen Vertreibung Timoleon aufs neue die Demo—
ratie einrichtete. Bald brachen aber wieder heftige Partei⸗
kämpfe aus, in denen zunachst Agathokles (817280),
später Hiero II. (26s0— 215) die Herrschaft an sich riß.
212 ward die Stadt von den Römern unter Marcellus
erobert und zum Teil zerstört.
ee Syr oder Sir⸗darja, im Altertum Jaxartes
Fluß in Russ.⸗Zentralasien, entspringt im Gebiete Se⸗
mirjetschenst als Naryn; mündet in den Aralsee, 2860 xm
lg.schiftbar; Flußgebiet 158350 4km.
Syr⸗darja⸗Gebiet, Gebiet in Russ.-Zentralasien,
zum Generalgouv. Turkestan gehörig, 501658 41km,

7907

Syr
173398 E. meist nomadisierende Kirgisen, auch Sarten,
dadschik ꝛc. Hauptstadt Taschkent.
Syrla Dea, J. Derketo
Syriasis (grch), s. v. w. Elefantiasis (s. d.).
Syrlen, pers. Soristan, türk. Surin, Teil der Asiat.
Türkei [Karten; Asten JLu. II, Die Alte Welt J,
bei Altertum, Karten zur viblifchen Geschichte,
3 u 4 bei Palüstina], zwischen dem Hiittelland! PHreet
m W. und dem Euphrat und der Syr. Wüste im O. von
A durchzogen, welches
vieder durch eine 860 km lange, bis 28 ehreite Furche
in einen ösil. und westl. Teil zerschnitten wird; letzterer
ällt gegen W. staffelförmig ad und erreicht im Liba—⸗
ion 8212, im Antilibanon 27590 m, der östl. Teil
jeht in die Syr. Wüste über. Boden fruchtbar; Kultur—
flanzen: Getreide, Wein, Maulbeerbaum, Olbaum,
ßaumwolle, Tabak, Südfrüchte. Bevölkerung Cetwa
Mill., meist seinitisch, eingewanderte Araber, Be—
duinen, Türken, Turkmenen- uaüd Kurdenstämme; aͤußer—
dem viele Christen und Juden, Politifch umfaßt S.
etwa 186 500 Ikm, und zwar das Sandfchak Haleb, das
Wilajet Beirut, das Mutessarriflik (die Provinz) Libanon,
208 Wilajet S. (98 900 qkm, 7105500 E) und des
Nutessarriflik Jerusalem; wichtigste Städte: Damaskus,
daleb, Beirut, Jerusalem. Der äültefte Kulturstaat im
iördl. S. war das Reich Naharina oder Mitauni (16.
ind 16. Jahrh. v. Chr.), das uͤm 1400 p. Chr. durch die
hethiter G d.) vernichtet wurde. Spuͤler wurden die
lreinwohner, die Aramäex, wieder mählig und bildeten
mehrere Reiche, unter denen das von Damaskus hervor⸗
ragte. Seit dem 14. Jahrh. v. Chr. wurde S. von Assy⸗
rern, Babyloniern, Medern und Persern, dann von Ale—
rander d. Gr. erobert, bildete darguf din eigenes Reich
(s. wurde 64 v. Chr. röm. Proving feit 630
on den Arabern erobert, war 10001187 im Besitz der
kreuzfahrer, kam dann wieder unter die ägypt. Sultane,
1517, unter die Herrschaft der Türken. — vVgl. Sachau
1888), Lortet (frauz. 1884), Cuinet franz., 1886 1901),
on Oppenheim (2 Bde. 1800 — 1909), Sberhummer und
zimmerer (1899), Geschichte von Salverte (franz. 1861),
ẽdwards' (franz, 1840 -62).
Syringa L. Pflanzengattg. der Oleazeen, in Osteuropa
ind dem gemäßigten Asen; Zierpflanzen. S8. vulgarie
. (gemeiner oder span. Flieder, türk. Holunder, Jelänger⸗
elieber), mit weißen, roken oder violetten, duftenden Blu—
entrauben in vielen Varietäten: Mariy- Versailles⸗
Trianon⸗, Orlẽausflieder mit open Blüten und dichten
Sträußen; der Rouenflieder, Blendling zwischen 8. Ful
zaris und 8. persloa L. (pers. Flieder), guter Treibstrauch.
Syriux, nach der griech. Sage eine arkadische Rymphe,
vurde von Pan verfolgt, in Schilfrohr verwandell, aus
»em sich Van eine Pfeife schnitt, daher Hirtenpfeife.
Syrifche Christen, Gesamtbezeichnung fuͤr die Chri⸗
tten des Orients, die sich des Syrischen als Kultussprache
dedienen (Maroniten, Jakobiten, Thomaschristen), im
engern Sinne die Reste der Nestorianer (s. d.) am Urnüs(a)-see
 und in Kurdistan.
Syrische Eisenbahn, schmalspurige Eisenbahn Bei⸗
ut⸗Damaskus (147 xm) und deren Fortfetzung bis Muferib
Hauranbahn; 106 xw).
Syrische Kirche, in den ersten Jahrhunderten wich⸗
iger Teil der allgemeinen christl. Kirche; gn Metropole
Antiochia schon in gpostolischer Zeit die Mutterstadt des
heidenchristentums (Apostelgesch. 18), seit 328 Patriarchen⸗
utz, Pflegestätte wissenschaftlicher Theologie, die Ih in
er ostsyr. Kirche in den Schulen von Edessa und Nifibis
epflegt wurde. Infolge der hristologischen Streitigkeiten
agten sich im 5. Jahrh. die ostsyr. Christen als Nestorianer
inter bers. Schutze von der Reichskirche los, ebenso im
3. Jahrh. der nenohttsu gesinnte Teil der westsyr.
dirche als Jakobiten (s. d.) und im 7. Jahrh. die Marn.
niten G.d: Die, Anhänger der orthodoren griech.
irche, Melchiten (s. d.) genannt, blieben nut drabKul
tussprache unter griech. Prälaten; an ihrer Spitze sihen
noch heute die Patriarchen von Jernfalem und don An—
tiochia Getzt mit Sitz in Beirut). Wie schon früher die
Marxoniten, so hat neuerdings die röm. Propagandg auch
einen Teil der Jakobiten und Melchiten (mit —
ais syr., resp. arab. Kirchensprache und Zulafsung Ver—