Tabulator, an modernen Schreibmaschinen eine Vor⸗
richtung zum Tabellenschreiben.
Tabulatur (vom lat. tabüla), die alte Partitur—
einrichtung, eine Notenschrift, bestehend aus den sieben
ersten Buchstaben des Alphabets und Zahlen, namentlich
lange für die Laute gebräuchlich gewesen; bei den Meister⸗
sängern das Statut für die Dichtungsregeln.
Tabülett (lat.), Tragkasten mit Schubfächern für
herumwandernde Kleinhändler (Tabulettkrämer).
Tabür (Tabor), in der türk. Armee s. v. w. Bataillon.
Tabureöett (frz. tahouret), niedriger
Sessel ohne Lehne [Abb. 1846).
Taccastärke, s. Arrowroot.
Tacchini (spr.takt⸗), Astronom, geb.
21. März 1838 zu Modena; Direktor der
Sternwarte des Collegio Romano in
Rom, gest. 25. Maͤrz 1506 in Modena;
gründeke 1871 mit Secchi die ital. Spek—
trostopische Gesellschaft und beobachtete
1874 in Indien den Venusdurchgang.
Tachau, Bezirksstadt in Boöhmen, an der Mies, (1900)
Tachebineter, s. Tachymeter. [3482 E
Taächira (spr tätsch), Landschaft und Staat (1804:
132514 E) in Venezuela, Grenzgebiet gegen Ftolumbien;
dauptort San Cristobal.
Tachograph (grch.), dem Hektographen ähnlicher Vervielfältignugsapparat
 für Schrift und Zeichnung; auf
einem e ehehe wird das Original mit der Feder
exrzengt, derselbe mit gesäuertem Gummiarabikum be⸗
strichen, durch eine Walze mit Farbe, die nur an den
Schriftzügen haftet, eingeschwärzt. Durch Auflegen einer
elastischen Plaͤtte erhült man ein Negativ und von diesew
durch Auflegen von Papierbogen die Abzüge.
Tachometer (greh.), Instrüment zur Messung der Ge—
schwindigkeiten bewegter Körper, bes. der Umdrehungs—
zahlen rotierender Wellen, bernhen darauf, daß unter
dei Einfluß der Zentrifugalkraft rotierende Massen, ähn⸗
lich den Schwungkugelregulatoren, oder Flüssigkeiten der
Geschwindigkeit eutsprechend aus der Ruhelage ausschwingen
(Schwungkuͤgel-T. und Hydro⸗T.).
Tachygraph (grch.), Schnelischreiber; Tachygraphie,
Beschwindfchreibkunst, s. v. w. Steuͤographie.
Tachykardie (gich.), gesteigerte und meist auch ver⸗
stärkte Herztätigkeit, abwechselnd mit normaler, verursacht
durch Aufregung, Nervenstörungen (Hysterie, Neurasthenie)
oder durchgiftige Schädlichkesten uͤbermäüßigen Genuß
von Kaffer, Tee, Tabak).
Tachymeter, Tachcometer (grch., „Schnellmesser“),
zin zu Geländeaufnahmen benützter Theodolit (s. d.),
der außer zum Messen von Winkeln auch zum Messen
von Entfernungen bestimmt und deshalb mit einer Distanz⸗
latte versehen ist.
Tacktus, Marcus Claudius, röm. Kaiser 275-276
1. Chr., von meuterischen Soldaten ermordet.
Tacktus, Cornelius, röm. Geschichtschreiber, geb. um
55 u. Ehr. gest. nach 117; schrieb: „Dialogus de oraboribus“,
 uͤber den Verfall der Beredsamkeit ĩin der Kaiser⸗
zeit, „De vita et moribus Julii Agricolae“, eine Bio⸗
graphie seines Schwiegervaters, „De origine, situ, moribus
 ac populis Germanorum“, kurz „Germania“
genannt, die älteste ausführliche Schildernng Germaniens
und der Germanen, „Fistorisge“ in 14 Büchern über die
Geschichte der Kaiser Galba, Otho, Vitellins und des
flavischen Kaiserhauses, von denen die ersten vier und
die erfte Hälfie des fünften erhalten sind, und „Ab ex
cessu divi Augusti“ oder „Annales“ in 16 Büchern,
von denen die ersten und letzten sechs, aber zum Teil nur
unvollständig, erhalten sind, über die Geschichte der Kaiser
Tiberins, Caligula, Claudius und Nero. Gesanitausgaben
 von Nipperdeh (4 Bde., 10. Aufl. 1804 fg.), Orelli
(2 Bde., 2. Aufl. 1839 —95), Halm (4. Aufl. 1883) u. a.;
Übersetzungen von Teuffel (z Bde., 1866658), Roth (neue
Aufl. ig80 fg.). — Bal. Boissier franz., 1805).
Tacloban, Hauptort der Philippineninsel Leyte.
Tacna, eigentlich San Pedro de T., Hauptstadt der
ehemals peruan., 1884 an Chile abgetretenen Prov. T.
(28 958 qkm, 1805; 28938 E), 11304 E.
Tacoma, Ort im nordamerik. Staate Washington,
am Pugetsund, (1900) 37714 (1875: 800) E.
Brockhaus' Hleines Konversations-Lexikon. 5. Aufl. IT.

80

Tag

Tacullies, sJ. v. w. Tahkali (s. Tinneh).
Tacunga, Stadt in Ecuador, s. v. w Latacungga.
Tacutu, Rebenfluß des Rio Branco in Brasilien,
enzfluß gegen Brit.?Guayana,
Tadema, Laurens Alma, Maler, s. Alma Tadema—
Tadmor (Thadmor), alte Stadt, s. Palmyra.
Tadsch, T. Mahal, 245 mm hohe Grabstätte bei Agra
n Vorderindien, 1628--48 zu Ehren der Gemahlin des
Broßmoguls Schah Dschahan, aus weißem Marmor er—
cichtet (Tafel: Arabische und Indische Kunst 1, 7)].
Tadschik, in Mittelasien die persisch redenden Studte—
bewohner, Reste früherer iranischer Bevölkerung, sprechen
auch vielfach türkisch (dann Sart genaunt).“ In den
tüdl. Gebirgen leben noch sog. Berg⸗T. (Galtscha).
Tadschurabai, s. Tedschurabai.
Tael (spr. tehl), Tale, Tail, chines. Liang, chines. Geld—
einheit zu 10 Mas (Tsien), 100 Candarin oder 1000 Käsch,
eine chines. Unze Silber von je nach den Handelsplätzen ver⸗
schiedener Feinheit und wechselndem Kurs. Am meisten wert
ist der Regierungs⸗T. oder Haikwan⸗T. (37,18 g Feinsilber),
in welchem die Zölle bezahlt werden. 100 Haikwan-T.
'ind — 1144 Schang⸗hai⸗T. Die seit 1880 in Kanton gepräg⸗
ten Drachentaler sollen dem merik. Adlerdollar entsprechen;
100 merik. Dollar gelten 75y76 Schang-hai-T. Als
Bold- und Silbergewicht ist der T. — 37,518 8, als Han—
delsgewicht * 837,700 8. — T. oder Tömling heißt auch
das vierfache des siames. Bat (s. d.).
Tafa, s. Beutelmarder.
Tafel, die obere, mittlere Fläche eines geschliffenen
ẽdelsteins [Tafel: Edelsteine II, 7].
Tafelbai (engl. Table Bay), große Bai im SW. der
Kapkolonie sKarte: Afxika J, 61; an ihr liegt Kapstadt
and der Tafelberg (engl. Table Mountaiin; 1082 mm hoch).
Tafeldruck, der Druck der sog. Blockbücher (s. Holz⸗
Hneidekunst); auch eine Art Zeugdruck (s. d.).
Tafelente, s. Tauchenten.
Tafelfarben, s. v. w. Applikationsfarben (s. d.).
Tafelfichte, Gipfel des Isergebirges, 1122 m.
Tafelgebirge, s. Gebirge und Tafel: Karto—
aphie I, 4.
Tafelglas, Glastafeln, früher als Mondglas (s. d.),
tzt als Walzenglas durch Blasen, Aufsprengen und Aus—
iten eines Zylinders (Walze) hergestellt.
Tafelgüter (Bona mensalia), s. Mensalgüter.
Tafeljura, s. Jura, 2.
Tafelrunde, s. Artus.
Tafelschnitt, Tafelschliff, Schlifform der Edelsteine,
durch breite Ober- und Unterfläche tafelartig [Tafel:
Edelsteine II, 48 u. 50).
Tafelwage, eine Hebelwage, bei welcher der Wage⸗
halken in ein Gelenkviereck so eingefügt ist, daß die Wag—
halen über denselben zu liegen kommen.
Taferne (Taferu), s. v. w. Taberne; Tafernwirtschaft,
Taffet, s. Taft. [Schankwirtschaft.
Taffta, s. Rum.
Tafilet (Tafilelt), Oase im S. des Atlas, zu Marokko
hörig, 1880 qkm, 100 000 GE.; bevölkertste Stadt Abuam.
Tafna, Küstenfluß in der alger. Prov. Oran, mündet
ach 160 Km in das Mittelländ. Meer.
Taft (Taffet, frz. tatketas), glatte, leichtere, leinwand—
rtig gewebte Zeuge aus gekochter Seide.
Tag, der Zeitraum, während dessen die Sonne sich
iber dem Horizont befindet; seine Länge ist wegen der
Neigung der Erdachse gegen die Ekliptik an den meisten
Drten der Erde im Laufe des Jahres sehr verschieden.
stur unter dem Rquator sind T. und Nacht stets gleich
ang; von da aus nach den Polen hin ist die Länge mit
)en Jahreszeiten veränderlich; unter den Polen dauert
der T. ein halbes Jahr. Astrouomisch bezeichnet T. den
zeitraum von einer Kulmingation der Sonne his zur nächstolgenden;
 wegen der nicht gleichförmigen Bewegung der
Erde um die Sonne ist die Länge dieser T. nicht immer
dieselbe. Im bürgerlichen Leben wird der T. durch zwei—
mal 12 Stunden von einer Mitternacht zur andern ge—
echnet, im Verkehrsleben —— in einigen
Rdern (z. B. Belgien, Spanien) durch 24 Stunden von
MNitternacht zu die Astronomen zählen
24 Stunden von Mittag bis Mittag. (S. Sonnenzeit
und Sterntag.)