Tal

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Talgdrüsen, die den Hauttalg absondernden Haut⸗
)rüsen; ihre Verstopfung bildet die Mitesser (s. d.)
Talicunasl, Carapaöl (s. Carapa).
Ta⸗lien⸗wan, Bucht des Gelben Meers, an der Ost⸗
üste der Halbinsel Kwanstung, mit der Hafenstadt Dalnij
Ta⸗lis(zfu), Stadt in der chines. Prov. Jün-nan,
vestl. vom See von T., 2030 mu. d. HRi Opiumbau
Talion (lat.), Vergeltung. Poena talidnis, die Strafe,
welche in der Verhängung eines mit dem Verbrechen
aleichartigen Übels besteht.
Talipotbaum, s. orypha I 378).
Talisch lrichti ger Talysch), Gebirgskette im russ.-kankas
Bouv. Baku, Ausläuser des Elburs.
Talisman (arab.), Gegensiand, der seinen Besitze—
chützen, ihm Gluͤck bringen soll.
Talith, Taleth (hebr Verhüͤllung“), der Gebetschleier
er Juden, 4 Mos. 18, 352fg. angeoronet.
Talie (Seew.), Flaschenzug mit vier oder weniger
Scheiben (Rollen). [Takelage dienen.
Taljereep (Seew.), Taue, die zum Setzen der
Talt (Talcum), weiches, settig auzufühlendes, phanero⸗
ristallinisches Mineral, weiß, grünlichweiß odet gelblich⸗
grau, besteht aus Kieselsäure, Magnesia und Wasser,
dient als Maschinenschmiere, in den besten Sorten und
als feines Pulyer pharmazeutisch allein oder in Mischun—
gen (z. B. mit Salizylsäure, Stärke ec.) zu Streupulvern,
als Schminkengrundlage, zum Konspergieren der Pillen.
Steatit oder Speckstein ist ein dichtes AUggregat von T.,
der feinschuppige Topfstein ein Gemenge von T. und
Chlorit. Taltschiefer, schieferartiges, aus Talkschuppen
pusammengesetztes Gestein.
Talkerde, s. v. w. Magnesia (s. Magnesium).
Talkspat, s. v. w. Magnesit (j. d.).
Tallahäffee (spr. ßihs, Hauptstadt des nordamerik
Stgates Florida, (1900) 2981 E. Kapitol.
Tallapoosa (pr. tällepuhse), Quelifluß des Alabama.
Tallart (pr Rahr), Camille, Graf von, Herzog von
Hostun, franz. Marschall, geb. 14. Febr. 1662 in der
Dauphine, im Spau. Erdͤfolgekrieg 17083 Marschall,
13. Aug. 1704 bei Höchstädt geschlagen und von den Engändern
 gefangen; kehrte 1712 nach Frankreich zurück, darauf
Pair, Herzog und Staatsminister; gest. 20. März 1728
Talles, v. w. Talith (sf. d.).
Talleyrand⸗Perigord (sprtall'rang, gohr), Charles
Maurice, Herzog von, Fürst von Benevent, Herzog von
Dino, franz. Diplomat, geb. 18. Febr. 1754, 1788 Bischof
v»on Autun, 1789 in der Nationalversammlung Wort⸗
führer der Reformpartei, als Förderer der Zivilkonstitution
des Klerus 1791 von Pius VI. in den Bann getan,
lebte bis 1796 in Nordamerika; 1797 Minister des Aus—
wärtigen, half Napoleon beim Staatsstreich vom 18. Bru—⸗
maire, 1804 Oberkammerherr, 1806 Fürst, fiel 1809 in
Ungnade, bewirkte 1814 die Proklamation der Bourbons
und ward Minister des Auswärtigen (bis Sept. 1815);
für das an den Nirchenstaat zurückgefallene Fürstent.
Benevent erhielt T. vom König beider Sizilien 1817 eine
reiche Dotation und den Titel eines Herzogs von Dino, 1830
—38 Botschafter in London, gest. 17. Mai 18838 zu Paris.
„Briefwechsel mit Ludwig XVIII. während des Wiener
Kongresses“ hg. von Pallain (deutsch 1881). „Mémoires“
(dentsch 189192), „Correspondance diplomatique“
——
Lady Blennerhasset (1894), de Lacombe (1904). — Seine
Würden gingen über auf seinen Neffen Alexandre Ed⸗
mond, Fürst⸗Herzog von T., geb. 2. Aug. 1787, 1809
mit Dorothea, Tochter des Herzogs Peter von Kurland
(s. Biron), vermählt, gest. 14. Mai 1872 zu Florenz;
daun auf dessen Sohn Napoleon Louis, Herzog zu Sagan
und Herzog von Valencay (geb. 1811, geft. 1808); jetzger
Herzog dessen Sohn Bozon, Vrinz von Sagan (geb. 1832)
Tallien (spr. liäng), Jean Lambert, franz. Revo—
lutionür, geb. 1767 zur ßaris, 1792 Selkretar des Ge—
meinderats, im Konvent Mitglied der Bergpartei; durch
die Neigung zu Madame de spaͤterer Fürstin
Chimay (s. d.), zur Mußigung beftimmt, führte er Rodes
pierres Sturz herbei, ward Prusident des Wohlfahrts⸗
ausschusses, 1788 Mitglied des Rats der Fuͤnfhundert,
Jest. 16. Nov. 1820 zu Paris.
Tallinn, Stadt s. Reval.

Tallis, s. v. w. Talith (s. d.).
Talljein aun (vom engl. tallyman, d. h. der das
derbholz Führende), Beauftragter des Reéders oder
Ladungsempfäugers, der beim Laden und Löschen das
ichtige Vorhandensein der Ladung feststellt.
Talma, Fraucois Jos., tragischer Schauspieler, geb.
16. Jan. 1763 zu Paris, feit 1787 am Théatre Franqais
das. gest. 19. Ott. 1826. — „Memoires“ (4 Bde., 1860).
— Seine Gattin Charlotte Vauhove, geb. 10. Sept. 1771
m Haag, gest. 11. April 1860 in Paris, ebenfalls aus⸗
nezeichnete Schauspielerin.
Talmigold, gelbe Kupferlegierung, welche als Blech
der Draht mit Gold plattiert und dann zu Schmucksachen
erarbeitet wird; enthält nur bis zu 1 Proz. Gold.
Talmud (neuühebri, „Lehre“), das Gefetzbuch des nach⸗
hristl. Judentums, die Grundlage seiner religiösen und
ürgerlichen Einrichtungen. Der T.besteht gus der Mischna
Unterricht“), einer um 218 n. Chr. zu Tiberias in
a Ordnungen redigierten Sammlung der bis Ende des
2. Jahrh. von den Tannaim (s. d.) gegebenen Erläute—
rungen des Mosaischen Gesetzes, und der Gemära (,Voll⸗
endung“), welche die Erklärungen der Amoraim (die
Besetzeslehre des 3. bis 5. Jahrh.) zur Mischna enthält.
Da die Gemara in Palästina ünd in Babylonien in ver⸗
chiedener Gestalt ausgebildet und redigiert wurde, unter⸗
cheidet man den jerusalemischen, palästinensifchen T.
Jeruschalmi, im 4. Jahrh. abgeschlossen) und den um—
angreichern babylonischen T. (Babli, um 580 vollendet).
Neueste Ausgabe: „Der babylonische T.“ (Terxt, Über⸗
etzung und Anmerkungen) von Goldschmidt (18096 fg.)-—
 Bgl. Deutsch (3. Aufl. 1880); Strack, „Einleitung in
den T.“ (2. Aufl. 1899; Weber, „Jud. Theologie“ auf
Grund des T.“ (2. Aufl.
Talon frz. spr. ong), Ferse; Vorsprung der Außen⸗
mauer an Bastionen; im Kartenspiel: die nach dem Ver⸗
teilen übrigbleibenden Kaufkarten; bei Aktien und Staats—
papieren (T. oder Zinsleiste) der Streifen an den
Couponsbogen, gegen dessen Rückgabe ein neuer Coupons⸗
7Talpa, sJ. Maulwürfe. [bogen ausgehändigt wird.
Talsperre, ein Staudamm (s. d.) zur Aufstauung
des Wassers eines Tales und zur Festhaͤltung der Ge⸗—
schiebemassen. Das aufgespeicherte Wasser (welches bei Hoch⸗
luten keinen Schaden aurichten kann) benutzt man zur
Basserversorgung von Ortschaften, zur Speisung von
Zchiffahrtskanälen oder in Wasserkraftanlagen (f. de) zum
Betrieb von Industriewerken, elektr, Straßenbahnen ꝛc.
Die höchste T. (neuer Crotondamm bei Neuyort) hat 70 m
Zöhe und staut ca. 125 Mill. obm Wasser auf; größere
T. sind die bei Gemünd (25,8 m), bei Marklissa
48 m), bei Chemnitz (28 w), bei Remscheid (25 m) u. a.
im den Bau deutscher T. ist bes. O. Jutze (s. d.) verdient.
Taltal, Stadt in der chilen. Prov. Auͤtofagasta,
Stillen Ozean, (1902) 6574 E.
Talus (Ifrz. spr. Aüh), Böschung; talutieren, abböschen.
alus (lat.) das Sprungbein (s. d.).
Talut, Inselgruppe, s. vaw. Jaluit.
salvj, s. Robinson, Therese Albertine Luise.
Talysch, Gebirge, s. Talisch.
Talzium, s. v. w. Magnesium.
Tamuan, Halbinsel zwischen dem Schwarzen und Asow⸗
chen Meer, zum Kubangebiet gehörig, im W. mit der
Tamanbucht; Schlammvulkane und Naphthaquellen.
Tamandua, s. Ameisenbär.
Tamarikazeen, Pflanzenfamilie der Zistifloren, Kräu⸗
ter, Sträucher oder Bäume der nördl. gemäßigten Zone
und Südafrikas, mit schuppenartigen Blättern.
Tamarinde, Pflanzengattg., f. Tamarindus.
Tamarindenmus, das schwarzbraune, sauer schmek⸗
sende Fruchtfleisch der Tamarinde (s. Tamarindus), als
rfrischendes und gelinde abführendes Mittel, auch im
Aufguß medizinisch verwendet.
Tamarindus L., Tamarinde, Pflanzengattg. der Le⸗—
‚uminosen. T. indies L. (ind. Tamarindenbaum), im
rop. Asien einheimisch, in allen Tropengegenden als
Schattenbaum kultiviert. Das Mark seiner Hülsen wird
u der Medizin (s. Tamarindenmus) gebraucht; er liefert
Nutzholz, in der Rinde Gerbmaterial.
Tamariæx, Tamariske, Pflanzengattg. der Tamarikazeen,
mmergrüne Sträucher der Miltelmeerländer und Asiens,