Tantal c(chem. Zeichen TDa), metallisches Element, das
ich zusammen mit Riob in einigen seht seltenen Mine—
talien, z. B. Tantalit und Kolumbit, find er zäh,
diamanthart, unmagnetisch; spez. Gewicht
14217, Atomgewicht 183. Schmelzpunkt
bei 30000.
Tantalit, seltenes, rhombisches, eisen⸗
schwarzes, siatk glänzendes Mineral, ent—
hült neben Eisen und Mangan Tantal,
Niobium und Titan, bisweilen noch Zinn
Jriolich).
Tantaͤllicht, 1904 von von Bolton
und Feuerlein ersundenes elektr. Glühlicht,
bei welchem ein duͤnner Faden ans Tan—
talmetall (Abb. 1880 8] zickzackförmig
wischen Haͤlchen [u, p]ausgespaunt ist;
T. ist weißer und strket als gewöhnliches
Kohlenfadenglühlicht.
Tantaͤlos,Sohn des Zeus und der Pluto, Vater
des Pelopo und der Niobe, König in Phrygien, ward,
weil er die Geheimnisse der ihm befreundeten Götter
ausplauderte, oder weil er, um ihre Allwissenheit zu
prüsen, ihnen den eigenen Sohn (Velops) beim Mahle
dorsetzte, in der Unterwelt zu der Strafe verdammt,
dürstend im Wasser zu stehen, über das herrliche Früchte
hingen, und doch zu keinem von beiden gelangen zu können
daher Tantalusqualen).
rant as bruit pour uns omselette (spr. tang de
brüih pur uͤhn om'lett), franz. Redensart: soviel Lürm
im einen Eierkuchen (eine Geringfügigkeit)!
Tantieme (frz.), bestimmter Autell an etwas, Ge—
winnanteil von Vorständen, Aufsichtsratsmitgliedern, Be—
amten, Arbeitern ꝛc. an irgendeinem Unternehmen; ins⸗
bes. der Anteil dramat. Dichter und Komponisten an der
Linnahme bei Aufführung ihrer Werke. — Die T. des
Aufsichtsrats von Altiengesellschaften, Kommanditgesell⸗
caften auf Aktien und' Gesellschaften mit beschrünkter
Haftung ist nach Reichsgesetz vom 6. Juni 1906 mit 8 Proz.
hesteuert. ——
Tantra, Name desr heiligen Schriften der civaitischen
Tanz, s. Tanzkunst.
Tanzfliegen (Empidae), Familie
leiner Fliegen, die oft abends in der
Luft auf- und abtanzende Schwärme
bilden. Hierher die gewürfelte T.
Empis tecseliata aby. [Abb. 1861)),
e I. 8
anzimat, andere Schreibung für 9
Tanzkrankheit, s. Chorea. —
Tamzkunst, die Kunst, durch rhythmische Bewegungen
des Körpers in Verbindung mit der Gebärdensprache Ge—
fühle oder Handlungen zum Ausdruck zu hringen, ale
olche bef. auf der Buͤhne ausgeübt (theatralischer Tauz,
Orchestik, Ballett). Berühmte neuere Tanzkünstler: die
Familien Vestris und Taglioni, die Tänzerinnen Elßler.
Lerrito, Grisi, Grahn, Otero, Isadora Duncan. Nationaltänze,
 charakteristische Tänze einzelner Volksstämme, haben
einen eigenartigen Rhythmus und werden mit eigenen
Melodien begleitet, wie: Bolero, Cancan, Cannario, Ma—
surka. — Vgl. Klemm (7. Aufl. 1901), Diexinger (4. Aufl
1895), Becker (1901), Storck (1803); Geschichte von Czer⸗
wiuski (1862), Voß (1868), Böhme (2 Tle. 1886).
Tanzmeisterftellung, französische Stellung, bei
Pferden eine regelwidrige Stellung der Vorderfüße, mit
nach außen divergierenden statt parallelen Fesselbeinen.
Tanzwut, s. v. w. Chorxcomenie (s. Chorea).
Tavismius (vom chines. tad s. Loetse), Form der
hines. Volksreligion, ein Gemisig von Ahnendienst und
rohem Naturkultus, stark mit buddhistischen Elementen
durchsetzt, bes. in den niedern Klassen der Bevölkerung
oerbreitet. — Vgl. de Rosny (franz., 1892).
Taormina, lat. Tauromenium, Stadt in der ital.
Prov. Messina, (1901) 4351 E., gut erhaltenes griech,
Amphitheater mit berühmter Aussicht.
Tapaioz (spr. schohs), r. Zufluß des Amazonenstroms,
entspringt im brasil. Stäate Mato Grosso, mündet nach
1680 x bei Santarem, 330 xkm schiffbar.
Tapanhuna, Kinder von Negern und Indianern.
Taparica. brasil. Insel, s. v. w. Itaparica.

807

Tar

Tapayaxrin, s. Leguane JIAbb. 1033)].
Tape (engl. spr. tehp), schmaler Band- und Papier⸗
streifen; auch telegr. Druckapparat (System Hughes).
Tapet, veraltet für Tapete (im Sinne von Decke,
Tischdecke), in der Redensart etwas aufs T. bringen,
8 zur Sprache bringen.
Tapeten (vom lat. tapetum, Decke, Teppich), ur—
sprünglich aus Geweben (Teppichen, Katiun una) oder
Leder, jetzt meist aus Papier hergestellte, gemusterte Wand—
bekleidung, Bei der Woll-oder Velours-T.ist der Grund oder
ein Teil des Musters mit Scherwolle oder Holzwolle bedeckt.
Tapezierbiene, Blattichneider (Iégachtle), Gattg.
einsam lebender Sammelbienen, deren Weibchen in Baum—
und Erdlöchern aus ausgebissenen Blattstückchen fingerhut—
'örmige, nebeneinanderliegende Tuten für ihre? Nach—
Tapezierborten, s. Borten. stomnen bauen.
Tapezierspinne, s. Erdweber [Abb. 516)].
Tapiau, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Königsberg, au
er Teilung des Pregels und der Deime, (1905) 3118 E.
Amtsgericht, Landarmenanstalt im ehemal. Ordensschloß,
Tapioka, s. Manihot. [Gärtnerlehraustalt.
Tapir (Tapirus), einzige Gattg. der zu den Unpaar—
zehern gehörigen Familie der T., verhältnismäßig kleine,
olump Febaufe Tiere, mit mittelhohen, kräftigen Beinen,
ingleichzehigen (vorn 4, hinten 3 huftragende Zehen)
züßen, kurz rüsselförmiger, zum Greifen dienender Nase,
chlankem Hals, stummelartigem Schwanz, aufrechten, kurzen
Dhren, kleinen Augen, kurzer, dichter Behaarung, be—
vohnen familienweise die, Urwälder des trop. Ame—
cika und Südasien, Pflanzenfresser; leicht zähmbar.
Amerik. T. (Auta, T. americanus L. [Tafel: Ameri—
kanische Trerwelt, 29]), bis 2m lg. und über 1m
hoch, schwarzbraun, jung weiß gefleckt und gestreift, im
lrop. Südamerika, wird wegen des Fleisches gejagt; ind.
T. (Maiba, Schabracken⸗T., T. indious Desm.), schwarg,
mit graulichweißer, satteldeckenartiger Zeichnung, Hinterudien,
 ind. Inseln, Südchina.
Tapifferie urz.), teppichartige Stickerei.
Tapolesäny, ungar. Großgemeinde, s. Nagytapolcsäny.
Tapotement Efrz., spr. mäng), Klopfung, eine Art
r Massage (s. d.).
Tapp, süddeutsches Kartenspiel, ähnlich dem Skat;
von den 36 Blättern (As bis Sechs) erhält jeder 11,
Foeur ist die beste Farbe.
Tappert, Wilhelm, Musikschriftsteller, geb. 19. Febr.
830 bei Buͤnzlan, seit 1866 in Berlin als Musiklehrer
uind Kritiker; schrieb: „Musik und musikal. Erziehung“
867), „Wandernde Lieder“ (2. Aufl. 1890) u. a.
Taprobane, bei den Alten die Insel Ceylon.
Täpti, Fluß in Ostindien, mündet nach 706 km
serhalb Surat in den Golf von Cambay.
Tapu, s. Tabu.
Taquarny, l. Nebenfluß des Paragnay, mündet nach
ORxm zwischen Albnquerque und Corumba.
Tara (ital.), Abgang, das Gewicht der äußern Um—
üllung (der Kiste, des Fasses ꝛc.) einer Ware, bei Zoll⸗
imtern oft durch allgemeine Tarasätze (Zoll-T.) bestinmit,
Netto⸗T., wenn im einzelnen Falle durch Wägung er—
nittelt. Super-T., Gewichtsvergütung neben der T.,
die vom Bruttogewicht abgezogen wird.
Tara, Geld- und Gewichtsgröße in Siam — 400 000
Tara, Quellfluß der Drina (s. d.). Bat I. d.).
Tara, Kreisstadt im russ.-sibir. Gouv. Tobolsk, am
rinsch, 7712 E.
Tarabulus, das syr. Tripolis, Stadt im türk.-zasiat.
Wilajet Beirut, am Mittelländ. Meer, mit dem Hafenort
Fl.Mina (7000 E.) 80000 E. (4600 Christen), schön ge—
saut. — T. im Wilajet Trapezunt, J. v. w. Tireboli (s. d.).
Taraoana, die latinisierte russ. Bezeichnung der Kuchen⸗
habe (s. Schaben). sSüdfnße des Himalaja.
Taraui (Terai), wasser- und wildreiche Talebene am
Taraikatze, s. Tüpfelkatze.
Tarakau, s. Schaben.
Tarancön, Städt in der span. Prov. Cnenca, am
tianzares, (1900) 6292 E.; hier 18. Jan. 1809 Sieg der
anzosen über die Spanier.
Tarant, sJ. Mauerbohrer. sbäumen.
Tarantäs (xuss.), bedeckter Wagen auf langen Trag⸗—
Taranutel, Tarantelspinne, s. Wolfsspinnen.