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Ungebührlichkeiten erlaubt hatte, 1379 —ã86 als Gemüts—
kranker gefangen gehalten, lebte dann unstet, gest. 26. April
1595 im Kloster San Onofrio zu Rom. Hauptwerk das
Epos „Gorusalemme liberata“ (1081; tritische Ausg
von Scartazzini, 2. Aufl. 1882; Spagnotti, 2. Aufl. 1808
deutsch von Gries, 14. Aufl. 1880; Streckfuß, 4. Aufl.
1847 u. a.); außerdem lyrische Gedichte („Rime“, in
Auswahl deutsch von Förster, 1844), das Schäferspiel
Amints“ u. a, — Biogr. von Serasst (ital. neue Aufl,
1858), Streckfuß (1840), Milman (engl., 2 Bde., 1850),
Lecchi (1877; deutsch 1880), Speyer (1884
Tafsoni, Alessaudro, itäl. Dichter, geb28. Sept.
1568 zu Modena, gest. das. 25. April 1635; Verfaffer
hes komischen Epos Secohia rapita“ (deutsch von Kritz,
Der geraubte Eimer“, 1849).
Tafsurt, marotk. Handelsplatz, s. d. w. Mogador.
Taste (1Iat. eis vis, ital. tasto), das weiße oder schwarze
Fingerbrettchen (Unter-, Ober-T) in der Tastatur oder
Klaviatur (s. d.) der Tafteninstrümente (Klavier, Har—
nonium, Orgel, Schreibmaschine ꝛc.), durch dessen Nieder⸗
)rücken der Mechanismus in Bewegung gesetzt wird.
Tastempfindung, s. Gefühl und Taästsinn.
Taster, s. v. w. Palpen (s. d.). [Abb. 723).
Taster, Tasterzirkel, s. v. w. Greifzirkel (s. d. nebsi
rasto solo (ital. Mus., abgekürzt k. 8.), Taste allein,
). h. in der Generalbaßstimme, daß der Baß allein (ohne
begleitende Instrumente) zu spielen ist.
Tastsinn (lat. tactus), auch Hautsinn, die Empfüng—
lichkeit der Haut und Schleimhaut für Sinnesreige, be—
steht in der Wahrnehmung des Druckes (Drucksinu) und
der Temperatur (Temperatursinn). Gewisse Stellen der
gaut enpfinden nur Druck (Druckpunkte), audere nur
älte Kaltpunkte), wieder andere nur Wärme (Warmpunkte).
 Bei starken Druck— und Temperatureinflüssen
entsteht Schmerz. Tastorgane sind die in der Haut liegen⸗
den Nervenkolben (Meißnersche Tastkörperchen, VPacinische
dörperchen [(Tafel: Sinnesorgane'sn, 1u. 21); das
Zeutrum des T.mliegt in der Großhirnrinde.
Tastzirkel, s. vw. Greifzirkel (s. d. nebst Abb. 728).
Tata, ungar, Name von Totis (s. d).
Tatärei (fälschlich Tartarei), ehedem s. v. w. Zentral⸗
asien, dessen gegen W. vorstürmende Horden man unter
dem Gesamtnaämen Tataren (s. d.) begriff; später unter—
schied man die Kleine oder Europ. T. (Krim, Kasan,
Astrachan) und Große oder Asiat. T. (Turkestan).
Tataren (fälschlich Tartaren), ursprüuglich Name
eines mongol. Volks, später Kollektivname verschiedener
Völkerschaften, bes. der Mongolen, Tungusen und Türken,
jetzt Bezeichnung des hochasiat. (urxal-altaischen) Völker—
und Sprachstamms sTafel: Menschenrassen, 281 und
speziell der turko-tatar. Völkerschaften: die Krim-T., die
T. des Kankasus (Nogaier, Kumuüken 2c.), die Wolga-T.
kasansche, ufische ꝛc.), die Ural-T., die sibir. T. (s. Irtyschtataren),
 ferner noch die Kirgisen, Baschtiren und Karakalpaken.
 — T. auch irreguläre leichte Reiler des türk. Heers;
ein solcher brachte 1834 die unrichtige Nachricht von dem
Falle Sewastopols; daher Tatareunachricht s. v. w. un—
beglaubigte Nachricht.
Tatarenschlacht, die Schlacht bei Wahlstatt 9. April
1241 gegen die Mongolen.
Tatarensund oder Tatarischer Golf, das Meer zwi—
chen der Insel Sachalin und dem asiat. Festland, ver—
bindet das Japan. Meer z3.ab dem Ochotstischen Meer
chmalste Stelle: die Mamiastraße.
Taiãrental, s. Borsa. [bei den österr. Ulanen.
Tatarka (poln)), der Tschapka ähnliche Mühbe, früher
Tatar Pasardschit, türk. Stadt, s. Pasardschik, 2
Tataupa, s. Sleißhühner.
Taten, Volkerschaft pers. Herkunft, in den russ.-kaukas.
Bouv. Baku, Jelisawetpol und Dagestan, 95 000 Seelen,
prechen einen neupers. Dialekt.
Tatianus, cristl. Apologet des 2. Jahrh., aus
Ashyrien, des Justinus Martyr in Rom, Ver—
fasser einer „Rede an die Griechen⸗ (deutsch von Harnack
1884) und Liner Epangelicnharmonie(f. 85 später An⸗
Jänger, iner gnostisch-aszetischen Sekten
Tatihou spri iuhß,tletne befestigte franz. Insel im
danal, Dep. Manche, olog, Station
Tatlus, Achilles, sJ Adiues Tauus

Tatius, Titus, der Sage nach König der Sabiner,
zog nach dem Raub der Sabinerinnen gegen Rom, soll
nach Beilegung des Streites mit Romulus gemeinsam
geherrscht haben.
Tätowieren, die Körperoberfläche mit eingeritzten und
jefärbten Figuren verzieren, bes. bei Indianern, Austra⸗
iern und Ozeaniern, Negern gebräuchlich; neuerdings
vehr und mehr verschwindende Sitte.
Tatra, Hohe, Gebirgszug, s. Hohe Tatra.
Lätrafüred, ungar. Name von Schmecks (s. d.).
Tatscher, s. v. w Barches (f. d.).
Tattegrain (spr. tatt'gräng), Francis, franz. Maler,
jeb. 1853 in Peronne; malte realistische Szenen aus der
altern franz. Geschichte: Leidtragende zu Etaples (1888,
Amiens), Ubergabe Saint-Omers, Szene aus der Belage⸗
ung von Chätequ Gaillard, Abzug aus Saint-Quentin
1899); ferner: Rettung Schiffbrüchiger (1807).
Tattersall, Anstalt zur Wartung und zum Verkauf
»on (Sports-) Pferden, zuerst 1777 von Richard Tatter—
all in London eingefuͤhrt; auch s. v. w. Reitbahn, mit
*tzreihen für Zuschauer.
'atti, Jacopo, ital. Bildhauer, s. Sansovino.
ättowieren, s. Tätowieren.
atu, s. Gürteltier.
au, Manuaga, eine der amerik. Samoainseln, 42 qkm.
aub, s. Tanbheit; im Bergbau s. v. werzleer.
aubahn, s. v. w. Kabelbahn (s. d.).
aube Flut, s. Ebbe und Flut.
auben, Girrvögel (Columbinae, Gyrantes), Ordaung
 der Vögel, mit geradem Schnabel, der an der Wurzel
eine weiche, gewölbte, die Nasenlöcher ninschließende Wachs—
zaut trägt, meist nacktem Lauf-, Sitz- oder Spaltfüßen;
PVesthocker. 6 Familien: Eigentliche T. (Columbidae).
dierher die Gattg. Columba, mit der Ringel-⸗T. (grossen
dolz⸗T., Kohl⸗, Wild⸗T., O.
dalumbus L., Palumbus torlnatus
 Xaup. [ Abb. 18852 a]),
langrau, größte europ. Art, klei⸗
ten Holz-T. (Hohl⸗T., weil in
ßaumhöhlen brütend, O. oonas
.), voriger ähnlich, kleiner, J
Felsen⸗T. (Feld⸗T. Haus⸗Ti, 1852. 4 Ringel-, b Fels⸗
vis L. TAbb. 1882v),. iun taube.
den Mittelmeerländern heimisch, auf schroffen Felsen ni—
tend, die Stammform der vielen Liebhaber- und Haus—
cassen (Trommel-, Haubens, Schleier- oder Perücken-T.,
türk. T., Brief-, Kropf-, Purzel- oder Tuümmler-T.,
Möwchen-, Pfauen-T., orient. T. oder Bagdette:c.); ferner
die Wander⸗T. (Dotopistes migratorins Sudins. Tafel:
Amexrikanische Tierwelt, 6)), schieferblau, östl Rord—
merika, in ungeheuren Scharen wandernd, dem Getreide
chadend, das Kaptäubchen (E. capensis L), tleinste Art,
erchengroß, Südafrika; die Turtel-T. (Turtur), mit der
zemeinen Turtel-T. (T. anritus Bp.), rotgrau, in Mittel⸗
ind Südenropa, Nordafrika, Westasien, häufig in Ge—
angenschaft gehalten, und der Lach-T. (T. risortus Spains.),
sabellfarbig, Ostafrika, Westasien, in Steppengegenden,
ei uns oft in Gefangenschaft; die Spiegel T. (Ehaps),
nit der Schopf⸗T. (P. Iophötos Seloy), mit langer, spitzet
Federhaube am Hinterkopf, und der Erzflügel-T (Brongelügel·T.,
 Phaps ohaicopteèra Selby), mit metallisch
Jlänzenden Flügeln, beide in Australien. UÜber die üb—
igen 5 Familien der Dronten, Zahn-T., Mähnen-T.,
zrucht-T. und Kron-T. s. diese Ärtikel. — VBgl. Haget
Taubenzucht“, 2. Aufl. 1901), Lavalle und Liete
„Taubenrassen“, 1905). [systems (s. Apfel).
Taubenäpfel, 5. Klasse des Diel-Lucasschen Apfel—
Taubenfalk, Taubenhabicht, der Hühnerhabicht (s.
bichte nebst Abb. 744).
Taubenkropf, Pflanzenart, s. Silene.
Taubenpapageien, s. Kurzschwanzpapageien.
Taubenposten, Nachrichtenbeförderung durch abge—
ichtete Tauben (Brieftauben, größere Haustaubenart), die
his zu 100 xm (durchschnittlich 30 —35) in der Stunde zurück⸗
egen, ermöglicht durch die Heimatsliebe, den Orientierungs—
inn und die Ausdauer im Fliegen. Die Tauben sind durch
Ringe (gewöhnlich Aluminium) mit Zeichen und Zahlen au
)en Füßen gekennzeichnet. Die Nachrichten werden meist in
mikroskopisch-photogr. Verkleinerungen in Federspulen oder