ZToleosteĩi, s. Knochenfische.
Telepathie (grch.), das angebliche Vermögen manche,
Individuen, räumlich oder zeitlich auseinanderliegende
Vorgänge zu empfinden (s. Fernwirkung).
Telephoͤn (grch.), Fernfprecher, Apparat zur Über—
mittlung von Tonen oder Worten auf weite Eutfernungen,
entweder durch Fortleitung des Schalls (akustische T.) oder
durch den elektr. Strom (elektr. T.); letztere sind für weite
Entfernungen allein tanglich; das erste elektr. T. wurde
1860 von Phil. Reis (s. d.) konstruiert. Bei dem 1877
in Deutschland eingeführten T. von Bell wird eine vor den
mit Drahtspulen umwickelten Polen eines Stahlmagneten
befindliche Eisenmembran beim Sprechen in Schwingungen
versetzt, die in den Spulen Magnetinduktionsströme er—
zeugen; dieselben, durch eine Telegraphenleitung nack
einer entfernten Station (Fernsprechamt) fortgepflanzt,
durchlaufen das. die Spulen eines gleichen Apparats und
dersetzen dessen Platte in gleiche, hoͤrbare Schwingungen.
Das Bellsche T. ist Empfänger und Sender zugleich und
trägt auch in seinem Magneten die Stromquelle in sich.
Bei den mit Batterieströmen arbeitenden T. wird jetzt als
Sender meist ein Mikrophon (s. d.) benust. sTafel: Tele⸗
grgaphie II, 1-11.)
Telephotographie, vergrößerte Photographie ent—
fernter Gegenstünde, ursprünglich durch Verbindung der
photogr. Camera mit einem Ferüurohr erhalten; jetzt hat
man dierzu besondere Objektive (Teleobjektive), die an
die Camera statt des gewöhnlichen Obiektivs befestigt
werden. JTafel: Photographie J, 5.)]
Teleskop (grch.), Fernrohr; Telestopie, Lehre von den
Fernröhren; teiestopisch, nur durch das Fernrohr sichtbar
Teleskopfische, sJ. Goldfisch.
Tel est notre bon plaisir, s. Car tel est ete.
Teleunten, türk. Volf in den Kr. Kusnezk (Scha⸗
mauen), Tomsk (Mohammedaner) und Biisk (Christen),
526000 Seelen, Ackerbaner.
Teleutosporen (grch.), s. Uredincen.
Telezker See, tatar. Aityn-⸗nor („Goldener See“),
See im russ.-sibir. Gouv. Tomsk, zwischen den Telezki—
schen und Abakanischen Bergen, 478 qkm; Abfluß die Bija.
Telgte, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Münfier, an der
Ems, (1905) 2675 E., Kirche mit wundertätigem Marien—
bild und Gnadenkapelle, Rochushospiz, Rettoratsschule;
dabei Kirchspiel T. (2274 E.).
Telinga, Drawidavolk, s. Telugu.
Tell oder Kleiner Atlas, nördl. Randgebirge in Marokke
und Algerien, im Dschebel Dschurdschüra 2308 mm hoch.
Tell, Wilhelm, schweiz. Held, nach der Sage ein Land⸗—
mann aus Bürglen (Kanton Uri), Held der gleichnamigen
Dichtung Schillers, soll bei Rettung eines Kindes im
Schächenbach ertrunken sein. Die
Erzählung vom Apfelschuß T.s
geht wahrscheinlich auf einen alt—
german. Mythus zurück (s. Egill).
— VBgl. Gisler (1895).
Teilego, s. Stinkdachs.
Tell eiAmarna,s. Amarna.
— dug ucen
eiserne Raubtierfalle Abb. 18561,
deren Aufstellung mittels eines »6. Tellereisen.
zwischen den niedergebogenen Bügeln [B] eingespannten
Tellers sa] erfolgt, bei dessen Beruüͤhrung die Bügel durchk
Federkraft zusammenschlagen.
Tellerschnecken, s. Napfschnecken. — T. heißt auch
eine Art der Süßwässerschnecken (s. d.).
Tellez (spr. telljez), Gabriel, pseudonym Tirso de
Molina, span. Dramatiker, geb. 1572 zu Madrid, gest.
1648 als Prior des Klosters Soria; gleich groß im Lust—
spiel wie im ernsten Charaktergemälde, dramatisierte zu—
erst die Don-Juan-Sage („Eiĩ burlador de Sevilla“).
Ausgabe seiner Komödien von Hartzenbusch (1836 —42).
Zeuez y Giron (spr. telliez i chi), Don Pedro,
. Osuna.
Tell Hum, Trümmerstätte am See Genezareth, von
oielen für das Kapernaum des N. T. gehalten.
Tellingstedt, Gemeinde im preuß. Reg.-Bez. Schles⸗
wig (19080) 5707 E.
Tell muscheln (Tellintdas), Familie der Muscheln,
mit gleichklappigen, zarten, schmalen, oft klaffenden Scha—
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon. 5. Aufl. 11

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Tem

en, graben sich in Sand und Schlamm ein; meist eßbar.
fine Art (Tellins gari Gm.) liefert die in Ostindien
gebräuchliche, pkikante amboinifche Tunke (Bakassan). Zu
hen T. gehören ferner die Sandmuschel, Stumpfmuschel?c.
Tellur (chem. Zeichen Te), dem Selen ähnliches,
eltenes Element, kommt in der Ratur gediegen vor,
zewöhnlich aber an Gold, Silber, Blei und Wismut
jebunden; silberglänzendes, sprödes Metall vom spez. Ge—
vicht 6,20, Atomgewicht 127,83 Schmelzpunkt 5000 6. Es
ꝛestilliert bei hoher Temperatur, löst sich in konzentrierter
Schwefelsäure purpurrot, verbrennt, an der Luft erhitzt,
un ristallinischer telluriger Säure, verbindet sich mit
Wasserstoff zu Tellurwasserstoff, einem sehr giftigen Gafe.
Teuurblei, Altait, reguläres, gelbligh zinnweißes
Mineral, Blei und Tellur mit geriugem Silbergehalt.
rin anderes wesentlich aus Tellur nud Blei bestehendes
Mineral ist das Blättererz Glättertellur. s. Naghagit).
Tellurisch, auf die Erde (lat, tellus) bezüglich; Tei—
urismus, Erdsystem; auch s. v. w. Tierischer Magnetismus.
Tellurium (lat.), mechan. Lehrmittel zur Veranschau—
lichung der Bewegung der Erde um die Sonne.
Tellursilber, Hessit, reguläres, dunkel bleigraues
Mineral, wesentlich aus Tellur und Silber besiehend,
zisweilen Gold, Blei, Eisen enthaltend.
Tellurwismut, blätteriges, blei- bis stahlgranes
Mineral, aus Wismut und Tellur bestehend; schwefel—
altiges T. ist der rhomboedrische Tetradymit.
Tellus, Gottheit, s. Gaia.
Telmann, Konrad, s. Zitelmann, Konrad.
Telos, griech. Insel, s. Tilos.
Telsamen, s. v. w. Nigersaat (s. d.).
Telschi, Kreisstadt im russ. Gouv. Kowno, am See
Mastis, 6487 E.; in alten Chroniken Talsen genannt.
Teltow, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Potsdam, am
Teltowkanai (1806 eröffnet; s. Spree sKarte: Dentiches
Reich J, 8]), (1905) 4009 E.; Anbau der Teltower Rüben
sJ. Weiße Rübe).
Teltsch, Stadt in Mähren, (1900) 4618 E.
Telugu, Telinga, Drawidavolk in Vorderindien,
ördl. von den Tamil, (1901) 20696872 Köpfe, mit
eigener Sprache und Literatur. [benes) Instrument.
Telyn, altkelt. (von Klopstock den Skalden zugeschrie—
Tembe, in Aquatorialostafrika verbreitete Hausform
eine solche mit vier Flügeln auf Tafel: Ethno—
zraphie J, I16). lauch Palmwein.
Teinbo (im Sugheli, Mehrzahl Matembo), Elefant;
Tembulaud, Distrikt imO. der Kapkolvpnie, 10 662 qkm,
1904) 231472 E. (8056 Weiße), Acker- und Weideland
Schafzucht); einheimische Bevölkerung Amatembukaffern
Tambukn).
Temenos, ein Heraklide; seine Nachkommen, die
Temeniden, gelten als Gründer des Mazedon. Reichs.
Temerin, Großgemeinde im ungar. Komitat Bäcs-—
Bodrog, (1900) 9328 E.
Tenies (spr.mesch), Fluß in Ungarn, entspringt im
Banater Gebirge, mündet unterhalb PancsovanIl. in die
Donan, 440 kKmuälg. Nach ihm benannt das Komitat T.,
7196 4km, (1800) 398 040 E. ss. Beilage: Ssterreichisch-Ungarische
 Monarchie, v), Hauptstadt Temesvpär.
Die Komitate Temesvär, Torontäl, Krasso bildeten 1849
260 das Temeser Banat, das mit der Serbischen Woi—
vodschaft zu einem österr. Kronlande vereinigt war.
Temesvär (spr. temmeschwahr), königl. Freistadt und
Hauptstadt des ungar. Komitats Temes (s. d.), ehemal.
Festung, am Begakanal, (1900) 53033 E., röm'-kath.
ind griech. rorient. Bischof, Handels- und Gewerbekammier,
kath. Kathedral-, griech. Domkirche, Obergymnasium, Ober—
real-, Kadettenschule. 1552 von den Türken erobert, wurde
T. erst 1716 durch Prinz Engen wieder befreit.
Temir⸗Chan⸗Schura, Hanptstadt des russ.-kankas.
Bebietes Dagestan, im Tale des Erpili-osen, 8769 E.
Temme, Jodocus Donatus Hubertus, Kriminalist
ind Romanschriftsteller, geb. 22. Okt. 1798 zu Lette (West⸗
alen), 1848 Vizepräsident des Oberlandesgerichts zu
Münfter, radikales Mitglied der preuß. und deutschen
Nationalversammlung, 1849 wegen Hochverrats in Unter—
'uchung, seit 1832 Prof. zu Zuͤrich, gest. das. 14. Nop.
1881; verfaßte verschiedene Lehrbücher, zahlreiche Kriminal—
ropellen u. a. „Erinnerungen“, hg. von Born (1883).