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Temmermetten, sJ. Finstermetten.
Temn ikow, Kreisstadt im russ. Goup. Tambow, r. an
der Mokscha, 7508 E., Flußhafen
Tempe, das seiner Schoͤnheit wegen von den Alten
gepriesene Tal des Peneios, zwischen Olympus und Ossa
bis zum Meer, jetzt Paß von Lykostomo, 6 Xmlg.
Tempel (lat. templum), urfprunglich jeder abgegrenzte
zeweihte Raum, dann daß einer Gottheit geweihte Ge—
zäude mit den Bildern und Ältären derselben, daher
v w. Gotteshaus.
Tempelbrüder, s. Tempelherren.
Tempelburg, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Cöslin, zwi⸗
hen Zepplin⸗ und Dratzigsee, (1905) 4867 E. Amtsgericht.
Tempelgesell schaft, Lempelverein, deutscher Teim·
vel. Jerusalenisfreunde, Hoffmannianer, eine von Christ.
Hoffmann in Württemberg seit 1848 gebildete Gemein—
chaft zur Erwartung und Aufrichtung des Gottesreichs;
zuerst organisiert in der Heimak auf dem Kirschenhardthof
bei Mardach, dann feit“ 1868 Kolonien nach Palästina
Haifa, Jaffa, Sarong) sendend, die fich zu wirtschaftlicher
Hlüte entwickelt haben. — Vgl. Ehr. Hoffmann, „Mein
Weg nach Jerusalem“ (2 Bden 1881 -84).
Tempelherren, Tempelbrüder, Templer, in den
dreuzzügen entstandener geistl. Ritterorden, gestiftet 1118
oon frauz. Rittern zum Schittz der Pilger nach Palüsting,
1127 von Honorius II. bestätigt (GBerpflichtung der Rit⸗
er zu mönchischer Aszese, zum Kampf gegen die Ungläͤu—
higen und zur Bewahrung des heiligen Grabes), siedelte
1291 nach Cypern, dann Zach Frankreich über; von Ele—
mens J. 1812 bes. auf Betrieb des franz. Königs Phi⸗
lipp 1V. aufgehoben. Letzter Großmeister war Molay
. d. 7 Bsl. Prutz (1829 f9), Schottmüller (2 Bde.,
1887). Gmelin (1803) — Im 18. Jahrh. wurde in
Frankreich ein neuer Templerorden gegründet, der an—
zeblich mit dem alten Tempelorden zusammenhing.
Tempelhof, Dorf im preuß. Reg.Bez. Potsdam,
sfüdl. von Berlin Karte: Deutsches Reich J, 3).
1805) 10574 E., Garnisonlazarett, Militärmagazine; int
2. Jahrh. von den Tempelherren gegruündet. Rördl. das
Tempelhofer Feld, Exerzierplatz.
Tempelkolonien, s. Tempelgesellschaft.
Tempeln, Hasardspiel mit zwei Haufen Whists oder
Bikettkarten; Ehsüge derx Spielenden auf die Felder eine
empelartigen, auf den Tisch gezeichneten Figur.
Tempeltey, Eduard, dramat. Pian geb. 13. April
1832 in Berlin, 186874 Hoftheaterintendant, 1871
dabinettschef, 1887—96 Präsident in Gotha; Dramen
„Cromwell“ (1883), „Klytämnestra“ (1887), „Hie Welf,
nie Waiblingen“ (2. Aufl. 1861) u. a.
Tempelverein, s. Tempelgesellschaft.
Temperamalerei, s tempera inalen (ital.), die vor
Erfindung der Slmalerei, aber auch jetzt benutzte Mal⸗
veise, wobei Mineralfarben durch mit Efsig verdünntes
Eigelb oder Leim auf Gips- oder Kreidegrund befestigt
und dann meist mit Slüberzogen werden.
Tentperament (lat. „Mischun sperhältnis“), die
Bemütsart eines Menschen, insoweit durch seine Kon⸗
titution (sj. d.) bedingt ist; man unterscheidet das cho⸗
erische, phlegmatische, sanguinische und melancholische T.
— Bgl. Hirk (1805).
Temperanzgefellschaften, Mäßigkeitsvereine, in den
Ver. Staaten und in England Vereinigungen, welche
hre Mitglieder (Temperenzler, Teetotaler) zu völliger
»der teilweiser Enthaltung von geistigen Getrünken ver—
aflichten. Die bedeutendste Organifation ist in der Union
die National Temperance Society mit vielen Hilfsgesell⸗
chaften, daneben, die Woman's Chriflian Temperance
Anion. Auch in Deutschland traten derartige Maußsgteits—
bestrebungen hervor, der „Verein gegen Mißbrauch geistiger
Zetrünke, der Guttempler⸗Orden (. d.), der Verein Blaues
creuz (f. d) u a. Val. Bergmann (deutsch 1904).
Temperatur (lat) der Wänmezuftanbeeines Kör—
rs, ausgedrückt in Graden des Thermometers, s. d.).
Man nimmt an, daß die T. proportional der Bewegungs
uergie seiner Moleküle ist; sind diefe in Ruͤhe, so ist der
ghrper absolut kalt (absolute T. ber deht
oluten Pullpunkth. Kritische Ti, J Kritisch. Mittlere T.
st der Mittelwert der T für einen Erdört, aus lang—
sährigen Beobachtungen destimmt sJErdkarten IIL 2.

Temperaturkurve, die Linie, die bei einer graphi⸗—
hen Darstellung von Temperaturbeobachtungen entfieht,
»ziell die Fieberkurve (s. d.).
Temperatursinn, s. Tastsinn.
emperenzler, s. Temperanzgesellschaften.
Tempergußz, Gußwaren aus gewöhnlichem Roheisen,
ie durch langsames Glühen ihre Sprödigkeit verloren
jaben; im engern Sinne Gußwaren aus weißem Roheisen,
hie mit Eisenerzen geglüht und dadurch oberflůchlich eutkohlt
end schmiedhar gemacht (getempert) werden.
Femperieren (Ilgt.) maßigen, mildern abkühlen.
emperierte Häufer, s. Gewauchshüufer.
empern, s. Adoucieren und Temperguß.
Tempesta (ital.), Sturm, Seesturm; auch Sturm⸗
mälde; tempestoso, stürmisch, heftig.
Tempesta, Cavalier T. (d. . Ritter Sturm), Beiname
»es holländ. Seemalers Pieter Mulier, geb. 1637 in Haar⸗
em, gest. 1701 in Mailand. — Antonis T. (Tempestino),
lorentin. Maler und Kupferstecher, geb. 1556, gest. 1630.
Tempieren, eine Zeit bestimmen; den Zeitzünder
s. Brennzünder) für Hohlgeschosse mittels des Tempier⸗
chlüssels auf eine bestimmte Brennzeit stellen.
Jempio Pausania, Stadt auf Sardinien, (1901)
15927 E.
Tempi passati (ital.), vergangene Zeiten.
Temple (spr. templh), Richard Grenville, Graf von,
ugl. Staatsmann, geb. 26. Sept. 1711, 1756- 61 im
MNnisterium, bekümpfte 17683 68 seinen Schwager Pitt,
gest, 11. Sept. 1779.
Temwpleisen, die Ritter des Grals (s. d.).
Templer, Templerorden, s. Tempelherren; auch die
Mitglieder der Tempelgesellschaft (j. di).
Templin, Kreisstadt im preuß. Reg-Bez. Potsdam,
im Tewupliner See, der durch den 12 m langen schiff⸗
jaren Templiner Kanal mit der Havel in Verbindung
teht, (1805) 4928 E., Amtsgericht
Templinöl, Tannenzapfensl, Edeltannenöl, ätheri⸗
ches Ol, aus einjährigen Fruchtzapfen der Eveltanne,
nediz. wie Terpentinöl und als Parfüm benußt. T.
jeißt auch das Latschenöl (s. d.).
Tempo (ital, Mehrzahl Tempi), in der Musik Zeit⸗
naß, Grad der Schnelligkeit, in der ein Tonstück vor⸗
jetragen werden soll, durch die Ausdrücke: Largo, Adagio,
Andante, Allegro, Prefto, Vipace aec. bezeichnet; A. primo,
zeitmaß wie zuerst; T. au Narcia, T. au Menuotto, im
zeitmaß des Marsches, des Menuett ꝛc.
Tempora (lat.), Mehrzahl von Tempus (s. d.): auch
ie Schläfe; temporat, zeitlich, weltlich; auch auf die
Schläfe bezüglich.
Temporalien (lat.)), die mit einem kirchlichen Amt ver⸗
undenen Einkünfte und weltlichen Rechte, im Unterschied
»on den Spiritualien (s. d.). Temporaliensperre, die
Lorenthaltung des Gehaltes feitens des Staates gegen⸗
iber ungehorfamen Geistlichen (s. Brotkorbgesetz).
Tempora mutantur, nos ot mutãmur in Iiis,
at. Sprichwort (Hexameter): Die Zeiten ündern sich und
nir ändern uns mit ihnen.
Temporar (lat.) zeitweilig, vorübergehend.
Temporisieren (frz), die Zeit abwarten, aufschie⸗
ben; sich den Zeitumstäuden fügen.
Tempus, (Cat.geit“; Mehrzahl Tempsra, in der
Brammatik die eine beftimmte Zeit ausdrückenden For—
nen des Verbums (ßräsens, Imperfektum, Perfektum,
Plusquamperfektum, Futuruin, Fulurum exaktum). 7.
lausum, T. feriãtum, Geschlossene Zeit (s. d). T.ν.
tinüum („laufende Zeit“), bei gesetzlichen Fristen ein Zeit⸗
aum, bei dessen Berechnung' jeder Kalendertag, ⸗—mo⸗
iat ec, eingerechnet wird, im Gegenfatz zu T. utile („taug⸗
iche Zeit“), wo die Zeit nicht eingerechnet wird, wäh—
end deren der Beredhtigte verhindert ist, den Richter
inzugehen oder die betreffende Handlung vorzunehmen
Feiertage, Krieg, Naturereigniffe). T.“ cü meem,
limakterische Zeit, Aetge Jahre, s. Klimakterisch.
Temrijuk, Kreisstadt im russ.⸗kaukas. Kubangebiet,
inf der Halbinsel Taman, am Liman von T. des Asorschen
MNeers, 14476 E.
Temsche, belg. Flecken, s. Tamise.
Temuco, Haͤuptstadt der chilen Prov. Cautin, am
autin, (1903) 10390 6