Ausdrucks, einer Proportion ꝛc. T. aà quo, der Zeitpunkt,
von wo ab, T. ad quem, bis wohin gerechnet werden kann.
Termuinus, altröm. Grenzgött; sein Fest Terminalien.
Termiten (Termitidae), weißze Ameisen, Unglücks.
hafte, Familie der Falschneßflügler aus der Ordnung der
Geradflügler, trop., sehr lichischeue, einfarbig gelbe, braune
oder schwarze Insekten mit perlschnurförmigen Fühlern,
kräftigen Mundwertzeugen, vierglied⸗
rigen Füßen, leben gesellig, erinnern in
hrer Lebensweise an die Ameisen, bilden
Staaten mit zeitweilig geflügelten männ⸗
lichen und weiblichen und zeitlebens
flügellosen, in der Entwicklung der Ge—
schlechtsorgane gehemmten, sog. ge⸗—
schlechtslosen Bewvohnern. Letztere zer⸗
jallen in Arbeiter [Abb. 1858 a], die
aus Lehm, Sand, Kotꝛc. und Speichel die 3204 m hohen,
meist zuckerhutförmigen, sehr widerstandsfähigen Bauten
ausführen Tafel: Äftitanische Tierwelt, 211] und
die Naͤhrung herbeischaffen, und in die den Staat verteidi—
genden Soldaten JAbb 1658p], mit großen Köpfen, starl
zIutwickelten Kiefern und zuweilen mit einer in eine Art
Stachel ausgezogenen Stirn (Fasuti). Der Hinterleib
der befruchteten, hrer Flügel verlustig gegangenen Weibchen
GEöniginnen) schwillt ungeheuer an und entwickelt Tausende
von Eiern. Die T. fressen nameutlich Holz und werden
bes. dadurch schädlich, daß sie alle hoͤlzernen Gegen⸗
stäünde, Balken ic., innen ausfressen, die Oberfläche aber
hurersehet lassen, so daß die von ihnen besuchten, schein—
har unbeschädigten Gegenstände bei erster Gelegenheit zu—
sammenbrechen. Einige Arten sind aus den Tropen auch
in Südeuropa eingeschleppt worden. Manche T. werden
von Negern und Indianern gegessen.
Termonde, belg. Stadt, s. Dendermonde.
Ternate, niederländ.-ostind. Residentschaft, das Gou—
vernementsgebiet T. (2768 qkm, 1895: 28000 E.), das
NReich T. (46 281 4km, 1895: 68 000 E. ), das Reich Tidore
mit Niederländ.-Neuguinea und das Reich Batjan um—
fassend, 457 381 qkxm, (1900) 375 000 E., benannt nack
der Molukke T. (1357 4km, 9060 E., Vulkan 1722 muhoch);
Hauptort T. (1805: 2988 E.).
Ternblech, s. Weißblech.
Terne (lat.), s. Lotto.
Tertteunzen (spr. nösen), Neuzen, feste Stadt in der
ziederländ. Prov. Seeland, an der Westerschelde, 8174 E
Terni, Stadt in der ital. Prov. Perugig, an der Nera,
1901) 30641 E., königl. Waffenfabrik; Geburtsort des
Geschichtschreibers Tacitus.
Ternströmiazeen, Pflanzenfamilie der Zistifloren,
ue Gewächse; zu ihnen gehören der Tee und die Kamelie.
erpander Terpandros), griech. Lyriker und Musiker
aus der ersten Hälfte des 7. Jahrh. v. Chr., aus Antissa
auf Lesbos, führte die siebensaitige Kithära ein, dichtete
in Sparta; Bruchstücke in Bergks „Poeètae Iyrici graeci“
Bd. 83, 4. Aufl 1882).
Terpene, im Pflanzenreich weit verbreitete und in
vielen ätherischen Olen enthaltene Kohlenwasserstoffe. Man
unterscheidet 1) eigentliche T., die in naher Beziehung
zum Cymol stehen; 2) Hemti-T., niedrig siedende, leicht
veränderliche Substanzen, von denen das Isopren genauer
bekannt ist; 3) Sesqui-T., zu denen das Karyophyllen
lim Nelkenoͤl), das Kadinen (im Kadeöl und vielen Ter—
pentinölen) und das Zedren (im Zedernöl) u. a. ge—
hören; zieimlich indifferente, geruchlose, zwischen 250 und
280 siedende dicke Ole; 4) Poly⸗T. nicht unzersetzt sie⸗
dende, zähe Substanzen (Kautschuk und Guttapercha)
Die eigentlichen T. sind in reinem Zustande farblose
charakteristisch riechende Flüsfigkeiten, sieden zwischen 160
und 1900, verharzen an der Luft unter Sauerstoffauf—
nahme und gleichzeitiger Bildung von Wasserstoffsuperoxyd
und verbrennen mit stark rußender Flamme. T. sind: Pinen,
Kamphen (das einzige feste T.), Limonen, Dipenten,
Sylvestren, Phellandren, Terpinen. Natürliche sauerstoff—
haltige Terpenderivate sind die Kampferarten. Beim Stehen
von Terpentinöl mit Alkohol und Salpetersäure bildet
sich Terpinhydrat (Terpentinhydrat), geruchlose, rhombische
Ktristalle, mediz. zur Beförderung der Schleim- und Harn—
absonderung verwendet. Über Terpineol und Terpinol
s. diese Arlikel.

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Ter

Terpentin, aus Stämmen verschiedener Nadelhölzer
eim Anschneiden oder Aufbersten der Rinde gewonnener,
igentümlich riechender, bitter schmeckender Bälsam, durch
rristallinische Ausscheidungen trübe, geschmolzen gelblich—
»raun, klar, in Alkohol klar löslich. Benannt ist T.
ach dem den sog. cyprischen T. liefernden Terpentinbaum
J. Pistacia). Stammpflanzen des gemeinen T. sind die
Strandkiefer im südwestl. Frankreich (franz. T.), die
Schwarzföhre in Riederösterreich, die gemeine Kiefer in
Deutschland und Rußland, Pinus autralis Mich, P.
taeda. L. u. a. in Nordamerika (amerik. T.). Mit Wasser
destilliert, liefert T. Terpeuntinöl (. d.) und gekochten T.
(Glaspech), ohne Wasser entsteht Kolophonium. T. dient
bharmazeutisch als Zusatz zu Salben und Pflastern, technisch
zur Herstellung von Terpentinöl und Harz. Veuczianischer
T. ELärchen⸗T.), wasserfrei, klar, durchsichtig, ohne Äus—
cheidung, wird namentlich in Südtirol und der Schweiz
duͤrch Anbohren der Lärchenstäimme gewonnen, trocknet in
dünner Schicht zu einem durchsichtigen Firnis ein, dient
als Zusatz zu Firnis, Siegellack, Lad,, Kitt, pharmazeutifch
vie der gemeine T. Kanad. T., s. Kanadabalsam. — Vgl.
erpentinbaum, s. Pistacis. [Andes (1908).
erpentinhydraät, s. Terpene.
Aerpentinöl, durch Destillation des Terpentins (s. d.)
ür sich oder mit Wasserdampf gewonnenes, farbloses,
igentümlich riechendes, scharf kratzend schmeckendes ätheri—
ches Ol vom spez. Gewicht o,ss —O, sr, ein Gemisch mehrerer
Terpene, bes. Pinen, siedet bei 162—1600, in Wasser
nicht, in Weingeist klar löslich. Löst Schwefel, Phosphor,
ziele Harze, Kautschuk und Guttapercha, orydiert sich an
der Luft unter Bildung von Wasserstoffsuperoryd, wird
dabei dickflüssig und harzartig, deshalbe in verschlossenen
Befäßen aufzubewahren. Handelssorten den Sorten des
Terpentins (s. d.) eütsprechend; amerik., frauz. österr. ꝛc.
T. Rusf. (poln., deutsches) T. enthält mehr harzige Be—
standteile, riecht unangenehm und ist die geringste Sorte
Kienöl). Feine, zu Parfümeriezwecken (Tannenduft)
dienende, aus den Nadeln, jungen Trieben oder Zapfen
ewonnene Sorten sind Kiefernadelöl (Waldwollöl, da
die zerfaserten Nadeln sog. Waldwolle liefern), Latschenöl
s. d.) Tannenzapfenöl (s. Templinöl) 2c. T. dient
technisch zur Herstellung von Lacken und Anstrichfarben,
zum Verdünnen von Olfarben, zum Beseitigen von l—
farben- und Fettflecken, zum Bleichen von Elfenbein,
Berfälschen anderer ätherischer Ole, mediz. üusserlich zu
kinreibungen, innerlich bei Gonorrhöe, Blasenkatarrh,
Würmern, zu Inhalationen ꝛc.
Terpentinölfirnis, s. Firnis.
Terpentinsalbe, Digestivsalbe, aus gleichen Teilen
Terpentin, gelbem Wachs und Terpentinöl bereitete gelbe
Zalbe, zum Verband von Wunden dienend.
Terpentinschwefelbalsam, s. Haarlemer Balsam.
Terpineol, aus Terpentinhydrat und Terpin ge—
vonnenes farbloses Ol, findet sich in ätherischen Olen, riecht
stark nach Flieder und findet deshalb in der Parfuͤmerie
Berwendung Sliederduft).
reee, s. Terpene.
Terpinol, durch Destillation von Terpinhydrat mit
»erdünuter Schwefelstäure gewonnenes Gemenge von Ter—
pineol, Terpinen, Terpinolen und Dipenten, riecht hya—
zinthenartig; dient zur Exleichterung des Hustens sowie
zur Verdeckung des Jodoformgeruchs. sgesangs.
Terpsichösre, Muse der Tanzkunst und des Chor—
rerra (lat.), Erde, Land; 7. incognita, unbekanntes
Land; T. Urma (span. Tiorra strma), Festlaud; früher
Name der veneziau. Besitzungen auf dem ital. Festlande;
dann auch des nordwestl. Teils von Südamerika (Kolum—
hien), im engern Sinne der Landenge von Panamä.
Ferracina (spr. Aschi⸗), das alte Auxur, Hafenstadt
in der ital. Prov. Rom, am Tyrrhen. Meer und' am
Südende der Pontinischen Sümpfe, (18901) 11310E.
Terra di Bari, ital. Provinz, J. Bari delle Puglie.
Terra di Siena (ital,), s., Bolus.
Terra d'Otranto, früher Name der ital. Prov. Lecce.
Terrain Erz., spr. räng), Gelände, Gesitaltung der
Erdoberfläche einer Gegend, bes. im Kriegswesen hin—
ichtlich des Einflusses auf Stellung und Bewegung der
Truppen; danach wird reines und kupiertes T. (s. Ku—
dieren), offenes und bedecktes, ebenes und unebenes T.