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de Die Terrainlehre (Feldkunde, Gelände—
ehre) behandelt die verschiedenen Terrainformen und lehrt
deren Darstellung (s. Terrainzeichnung), ferner die Be—
arteilung des T. mit Rückficht auf militür. Unternehmun—⸗
gen sowie, seine Erkundung (Rekognoszierung) zu'takti⸗—
chen Zwecken und die Beurteilung und prattische Benuhung
von Karten und Plänen. nee von von Rüd—
gisch (2, Anfl. 1886), Hoffmeister (8. Aufl. 1889), Staven⸗
hagen (2. Aufl. 1808); „Leitfaden“ (10. Aufl. 1899).
Terrainkurorte, Kuͤrorte, die wegen ihrer Boden⸗
zeschaffenheit zu Heilzwecken benutzt derden, um bei
Frankheitszuständen des Herzens und des Gefäßsystems
durch methodisch geregeltes Bergsteigen eine Kraüftigung
des Herzmuskels zu erzielen. Solche, zuerst nach An
zabe von Prof. Mar Jos. Oertel (s. d.) eingerichtete T.
ind: Meran-Mais, Bozen-Gries, Arco, Abbazig, Ischl,
Baden-Baden ꝛc. — VBgl. Oertel (2. Aufl. 1900.
Terrainzeichnung, Gelandezeichnung, Darstellung
eines Teils der Erdoberfläche auf Landkarten; man unter
scheidet Grundrißzeichnung (Situationszeichnung), welche
die sich horizontal ausdehnenden Teile der Erdoberfläche,
also Gewässer, Wohnplätze, Wege, Eisenbahnen, Acker,
Wälder, Wiesen r2c. und Bergzeichnung, die alle Boden—
inebenheiten zum Ausdruck bringt. Um diese verschiedenen
Begenstände auch bei kleinerm Maßstabe deutlich zur An—
chanung zu bringen, dienen die in allen Staͤaten für
datasters und andere Vermessungen für je einen bestimmten
Begenstand (Strom, Fluß, Kriegshafen, Wiese ic.) fest⸗
Jesetzten Zeichen, Signaturen (Kartenzeichen). JCTafel:
dartographie J, 2-6, u. II.]
Terra Japonica (Ilat), s. Katechu.
Terrakotta (ital., „gebrannte Erde“), Name der
dunstgegenstände (bes. Ressefs und Rundfiguren) aus ge—
zranntem, unglafiertem Ton; zahlreiche schöne Überreste
der antiken Kunst (Fliesen, Friese, Vasen, Statuetten
Tanagrafiguren, s. Fonearm 2c.. In neuerer Zeit zu
Zanornamenten (Friese, Gesimfe, Fensterverzierungen,
Rosetten, Kapitäle, Vasen ac.) benutzte Tonfabrikate
Vgl. Borrmann, „Die Keramit in der Bautunst“ (1897)
huisch, „Groek terracotta statuettes“ (1800).
Terralin, Salbengrundlage aus Gips, Kaolin, Kiesel⸗
iure, Lanolin, Glyzerin ꝛc., mit Wasser abwaschbar
Terralith, s. Siderolith.
Terramaren (ital.), Hügel mit Asche, Tierknochen,
Scherben ꝛc., in Oberitalien die Reste pfahlbauartiger
Wohnplätze aus vorhistor. Zeit. — Vagl. Helbig (1878).
Terrandva. 1) T. di Sicilta, Stadt in der ital.
Brov. Caltanissetta, an der Demung des Olivo ins
Mittelländ. Meer, (1901) 22114 E., Ruinen des alten
Bela. — 2) T. di Sibäri, Gemeinde in der ital. Prov
Cosenza, 2637 E. Ruinen des alten Sybaris. — 8) T.
Pausanfta,. Hafenstadt in der ital. Prov. Sassari, am Golf
von T., 4528 E.
Terrarium (lat.), mit Erde, Sand, Steinen ꝛc,
ersehener Glaskasten zur Zucht und Pflege kleiner Land—
liere, namentlich Reptilien, in dem auch zarte Gewächs-Jauspflanzen
 zc. kultiviert werden könneuͤ. — Vgl. Muͤß—
Joff (19040), Lohrenz (19085).
Terra rossa (ital.), eisenschüssiger Ton auf dem
Roden von Vertiefungen im Karsi.
Terra siginata (lat.), s. Bolus.
Terrassefrz.), stufenweise aufsteigende Erderhöhung
iuch s. v. w. Plattiform; terrassieren, e erhöhen
errassierte Werke, in Abstufungen (an Bergabhängen)
inegie Befestigungen.
errazzo (ital.), ein Fußboden aus einem Kalk- und
Zementestrich mit eingestreuten Marmorstückchen, für Trep⸗
»enhäuser, Flure c. Jeeignet.
Terre d'en Bas (spr. tür dang ba), Terre d'en
Haut (spr. tar dang oh), zwei der frangwefund. Aller—
seiligeninseln.
„Terre Haute (spr. tär oht), Stadt im nordamerik.
Staate Indang, am Wobash, (1900) 36673 E.
Terre⸗neuve (spr. tär noͤw), franz. Name für Nen—⸗
undland e(f. dy.
Terre⸗Noire (spr. tär ndahr), Vorort von Saint⸗
Etienne im franz. Vep. voire, (18000 2646
Terres⸗fortes Etz. spr tur sori), Bordeauxweine,
die in den Niederungen ohne Sand wachsen

Terresin, Gemenge von Kohlenteer, Kall und Schwe—
Wient als Asphaltsurrogat. —
Terrestrisch (lat.), auf die Erde, das Land bezüglich.
orrour frʒ., spr. röhr), Schrecken, Schreckensherr⸗
haft (. Terrorismus); *r. blanche (spr. blangsch), die
valistische Reaktion in Frankreich nach dem Sturze Na—
derribel (lat.), schrecklich. s[poleons J.
errler, engl. Hunderasse, s. Forterrier.
derrine (frz), Suppenschüssel.
Zerritet⸗Glion (spr. —Ateh glisng), Kurort bei
Montreux am Genfer See. [Tortur.
Territion (lat.), Abschreckung, Bedrohnng mit der
Territorial (Idt), zu einem Territorium s. d.) ge⸗
vörig, darauf bezuglich.
Territorialarmee, eigentlich jede Armee, deren
Tkruppenkörper aus bestimmten Teilen des Staatsgebietes
rgänzt werden; häufig im Gegensatz zur aktiven Armee,
vie z. B. in Frankreich, wo die T. der deutschen Land⸗
w entspricht.
erritorialgewässer, diejenigen Teile des Meers,
velche als zu kinem Staatsgebiete gehörig betrachtet
verden; hierher gehören das Küstenmeer bis auf drei
Seemeilen vom Strande weg bei niedrigstem Wasserstande
ind Meerbusen bis zu zehn Seemeilen Offnung, aber
iicht sog. geschlossene Meere, d. h. solche, die durch Meer—
ngen zugänglich unter der Waffengewalt eines oder
negrrrer Staaten stehen.
erritorialität, Territorialprinzip, die staatsrecht⸗
iche Ansicht, daß die Souveränität auf den Besitz des
Territoriums gegründet ist (Territorialhoheit).
Territorialfystem, Territorialismus, im Kirchen—
zecht die Ansicht, nach welcher dem Laneeen die volle
Ausübung aller Kirchengewalt als ein Ausfluß seiner
Staatsgewalt zukommt, ausgedrückt in dem Satz: Cujus
egio, ejus religio (s. d.).
Territorium (lat.), im Mittelalter Amtsbezirk eines
nit Verwaltung der kaiserl. Hoheitsrechte betrauten Va⸗
allen; daun s. v. w. Staatsgebiet. In Nordamerika ist
T. (engl. Territöry) ein Staatskörper, der noch nicht
die genügende Seelenzahl, um zum Staate erhoben zu
verden, und im Kongreß noch keine Stimme hat.
Terror, Vulkan auf der Frebusinsel, einet Insel an
der Küste des antarktischen Viktorialandes, 3318 m hoch;
»on J. Roß 1841 entdeckt.
Terrorismus (neulat.), Schreckensherrschaft, bes. die
»om Mai 1783 bis 27. Juli 1794 in Frankreich durch
die Jakobiner ausgeübte (vgl. Ternaux, „Histoire de 16
lPerreur“, 8 Bde., 186281; Wallon, „La Terreéur“,
2 Bde. 1878); Terrorist, Anhänger des T.; terrorisieren,
nit Schrecken erfüllen, T. ausüben.
Tersche Küste, s. Terstische Küste.
Terschelling (pr. tersch), westfries. Insel, zur nieder⸗
aid. Prov. Nordholland gehörig, 108 qkm, (18689) 3929 E.
Tersches Gebiet, s. Terekgebiet.
Terflei⸗Alatau, s. Alatau,
Lerskische Küste, Tersche Küste, die östl. und süd⸗
»stl. Küste der Halbinsel Kola (s. d.).
Fersengen, Gerhard, reform. Mystiker und Pietist,
geistl. Liederdichter, geb. 25. Nov. 1687 in Mörs, lebte
ils Seidenbandwirker in Mülheim a. d. R. gest. 8. Aprib
769; schrieb: „Geistl.Blumengärtlein“ (1729] neueste Aufl.
898), „Brosamen“ (1773; Auswahl 1901) n.a. Geisil.
dieder“, hg. mit Biogr. von Nelle (1897). vBal.
gründler (1897).
Tersus⸗Tschai, jetziger Name des Kydnos (s. d.).
Tertia (lat.), die drilte Schulklasse; Tertiäner, deren
Schüler. Theißt auch eine Schriftgattung von 16 typo—
raph. Punkten.
Tertian (lat.), dreitägig; Tertianfieber, an jedem
itten Tage wiederkehrendes Fieber. (S. Wechfelfieber.)
ertiärbahnen, s. Kleinbahnen.
ertiärformation, Schichtensystem zwischen Kreide
ind Diluvium, bestehend aus festen Konglomeraten
Nagelfluh), kompakten Kalken (Grobkalk), Saͤndsteinen,
Schiefern, wie auch aus weichen Sandsteinen (Molasse),
osen Sanden und plastischen Tonen (Tegel); charakeristisch
 das Vorkommen von Braunkohle (daher auch
Jraunkohlenformation); lebhafte und ausgebreitete Vul⸗
antätigkeit: Gebirgsbildung: Unterlage der jüngsten Ab⸗