lagerungen der meisten Tiefebenen. Weiteres s. Bei⸗
lage: Geologische Formationen, nebst Tafel, Exd⸗
Larten U, 1) sowie die geolog. Karten zu den einzelnen
krdteilen uͤnd Ländern.
Tertiarier und Tertiarierinnen (lat. tertius ordo
Jle poenitentia), auch Bußbrüder (fratres convorsi),
dritter Orden, diejenigen Laien, welche sich als Halb—
mönche und Halbnonnen einem Orden zur übung von
Buße und Aszese anschließen, ohne die Hauptgelübde ab—
zulegen und ihr weltliches Berufs- und Familienleben
zufzugeben; zuerst 1221 bei den Franziskanern. Im
14. Jahrh. schlossen sich Franziskaner-T. als Regulierter
Drden der T. (Regulierter Bußorden) zu klösterlichem
Ldeben zusammen.
Tertiärsyftem, s. v. w. Tertiärformation (. d.).
Terttlawechsel, s. Wechsel.
Tertie (ati) der 60. Teil einer Sekunde, durch
incr Zahl vben beigesehte Striche bezeichnet (109).
Tertiogenitur (neulat), die Herrschafts und Ver⸗
nögensteile des Drittgeborenen. (S. auch Sekundogenitur.)
*ertium (lat.), das Dritte; T. comparatiõnis (das
Dritte der Vergleichung), Vergleichungspunkt, das, worir
zwei Dinge übereinstimmmen; T. non datur, ein Drittes
gibt es nicht.
rTertius gaudet (lat. zu ergänzen dusbus tigan
Ahus), der Dritte freut sich (wenn zwei streiten).
Tertullian, Quintus Septimius Florens, ältester lat
stirchenvater, geb. um die Mitte des 2. Jahrh. zu Karthago,
zunüchst Rechtsgelehrter und Sachwalter, erst um 185
Christ, gest. nach 220 als Presbyter zu Karthago; als
Schriftsteller der Schöpfer der lat. Kirchensprache, glänzen⸗
der Verteidiger des Christentums gegen die Heiden wie
Haretiker, Mitbegrunder der alten kath. Kirchenlehre, Vor—
tampfer strengster Kirchenzucht, deshalb seit 202 Anhänger
und Führer der abendländ. Montanisten (. d.). Werke
von' Oehler (1851fg.), Reifferscheid und Wissowa
(Bd. 1, 1890), deutsch von Kellner (2 Bde., 1882). —
Vgl. Hauck (j877), Nöldecken (1890).
Teruel, Hanptstadt der span. Prov. T. (11818 qkm,
900: 246 600 E.; Aragonien), am Guadalquivir, 10797 E.
Tervueren (pr. wüer'n), Vorort von Brüssel, (1004)
1017 E., königl. Lustschloß mit Kongomuscum.
Terz (lat.) in der Musik Intervall von 3 Tonstufen;
die große T. besteht aus 2 Ganztönen, die kleine T. aus
1Ganzton und 1 Halbton, die verminderte T. aus2 Halb⸗
tönen, die übermaͤßige T. ans 1 Ganzton und einer über—
mäßigen Tonstufe; Stoß und Hiebart in der Fechtkunst
(s. Hieb); Gebetsstunde in Klöstern (s. Horen).
Terzeröl (ital.), kleine Pistole.
Terzeronen (Lercerones, span.), Abkömmlinge von
kuropüern mit Mulatten.
Terzett (ital.), Gesangstück für 3 Solostimmen.
Terzine (Terza rima), ital. Versform, bestehend aus
dreizeiligen, durch dreifachen überschlagenden Reim mit—
einander verketteten Strophen von iambischem Rhythmus
Terzka (Terzky, richtiger Treka), Adam Erdmann, Graf
kaiserl. General, böhm. Edelmann, Schwager Wallensteins,
diente in dessen Heere, ermordet 25. Febr. 1634 zu Eger—
Tes (Tais), türk.⸗arab. Wilajet, s. Jemen.
Tesa (Klafter), piemont. Längenmaß — 1,2 m.
Tesani (jspr. teschanj), Bezirksstadt im bosn. Kr.
Banjaluka, (1895) 6749 E., Kastell.
Teschen, Bezirksstadt in Hsterr.-Schlesien, an der
Olsa, (1800) 18881 E., Schloß, Gnadenkirche. Der Friede
zu T. vom 13. Mai 1779 beendete den Bayr. Erbfolge⸗
krieg. — Das ehemal. Fürstentum, später Hzgt. T. kam
1625 an Böhmen, 1766 an Albrecht (s. d.), Herzog von
Sachsen-T., 1822 an Erzherzog Karl, 1847 an dessen Sohn
Albrecht, 1895 an dessen Reffen Erzherzog Friedrich. —
Bgl. Biermann (Geschichte, 2. Aufl. 1894).
Tesching (frz. Teschin, spr. schäng), Handfeuerwaffe
kleinsten Kalibers, die ein Geschoß von geringem Ge—
wicht mittels der Zündhütchenfüllung auf kurze Entfernung
treibt; angeblich nach der Stadt Teschen benannt.
Teslaströnie, die von Tesla (geb, 1886 zu Smiljan
'n Kroatien) zuerst näher untersuchten Wechselströme hohern
Spannung (mehrere Millionen Volt) und hoher Wechsel—
zahl (einige Hunderttausend in der Sekunde). Zur Er—
seügung der T. dient jetzt meist folgende Anordnung

328

Tes

durch einen Funkenindultor mit hoher Unterbrechungszahl
vird eine Leidener Flasche geladen, die sich durch eine
tellbare Funkenstrecke oszillierend entlädt, wodurch die
chon hohe Wechselzahl des Induktorstroms noch bedeutend
exhöht wird; durch einen Transformator wird dann noch
die Spannung erhöht sTafel: Elektrizität 1I1, 14;
Funkenentladung: Taf. T85]. Die T. haben merkwürdige
Ligenschaften; die umgebende Luft mächen sie zu einem
—00
lossenen Leiter nähert, leuchten auf; dem in den Strom—
reis eingeschalteten menschlichen Körper fügen sie trotz
hrer Stärke keinen Schaden zu und werden nicht einmal
»on ihm empfunden. Dagegen fand d' Arsonval, daß sie
nuf die im Körper stattfindenden Verbrennungsprozesse
zünstig einwirken, und gründete darauf sein Heilverfahren
Arsonvalisation, s. d. und Elektrotherapie, sowie Tafel:
Moderne Heilverfahren II, 1u. 2). — Bgl. „Teslas
Untersuchungen“ (deutsch von Maser, 1895).
Tessarotypie, von Angelo Tessaro erfundenes Ver—
fahren, auf Landkarten und Plünen Namen, Schriften ꝛc.
nittels eines mit Alphabeten versehenen Rädchens einzu—
ragen; mit Umdruckfarbe auf Stein oder Zink überzudrucken.
Tefseralsystent, das reguläre Kristallsystem (s. Kri—
Tessin, ital. Fluß, s. Ticino. sstalle).
Tefsin (ital. Ticino), der südlichste Kanton der Schweiz,
2818 4km, (1900) 38 638 meist ital. kath. As
F., im obern Teil von den Lepontinischen d —
Alpen eingenommen, im S. fruchtbafres
Boralpenland und Ebene, vom obern Ti— —9 —
ino durchströmt. Hauptstadt Bellinzona. e—
Früher in die Kantone Bellinzona und
ugäno geteilt, wurde das T. 1803 selb- 1859. Tessin.
tändiger Kanton.
Tefsin, Stadt in Mecklenburg-Schwerin, an der Reck—
uitz, (1906) 2849 E., Amtsgericht; Zuckerfabrik u. a.
Tessiner Alpen, Gruppe der Lepontinischen Alpen,
000 2800 w, im Basodino 3276 mm hoch.
Testa (lat.), Samenschale (s. Samen).
Testaccio ospr. attscho) Monte T., Hügel im SW.
soms, aus Scherben antiker Tongefäße bestehend, 35 m hoch.
Testakte(vom engl. test, d. h. Probe), engl. Gesetz von
678, welches das Einschleichen der Katholiken in die
Amter hintertreiben sollte; es forderte von jedem Be—
imten einen Eid (Testeid), daß er nicht an die kath.
Lehre von der Transsubstantiation glaube; 1829 aufgehoben.
Testament (lat.), Letzter Wille, die feierliche Er—
lärung, wie es mit dem Vermögen des in dieser Weise
ich Aussprechenden (Erblasser, Testator, Testätrix) nach
einem Tode gehalten werden soll (s. Erbrecht). Die Be—
immungen üͤber Noterben, öffentliche T., privilegierte
T., gegenseitige T., gemeinschaftliche T., Militär-T. sind
n den verschiedenen Ländern verschieden geregelt. Nach dem
Deutschen Bürgerl. Gesetzbuch kaͤnn ein T. in einfachster
Weise so errichtet werden, daß der Testator das T. eigenhändig
chreiht und Ort und Tag angibt und unterschreibt. Von
dem Kodizill (s. d.) wird es nicht mehr unterschieden.
Testameénut, Altes und Neues, s. Bibel.
Testamentärisch (lat.), ein Testament betreffend,
em Letzten Willen gemäß.
Testaͤmentsvolistrecker (Testamentarius), die vom
xrblasser zur Ausführung der Bestimmungen seines Testa—
nents ernannte Person.
Testäv Epr. ung), portug. Silbermünze zu 1hu0 Mil—
Testat (sat.), Zeugnis. sreis — ca. 45 9.
Testätor (lat.), Erblasser (s. Testament).
Teftazeen (Téstacéa), die schalentragenden Weich—
iere, Schnecken und Muscheln; Testaziten, versteinerte
—
Testazelliden, Raublandschnecken (Testacelliaao), in
deutschland mir durch die Gattg. Daudebardia vertretene
Familie der Landlungenschnecken (s. Lungenschnecken).
Teste, La (pr. test), gsennadt im —* Dep.
gironde, an dem mit dem Atlant. Ozeau verbundenen
gassin⸗d' Arcachon, (1901) 6840 E.
Testeid, s. Testalte. lnis ausstellen, bezeugen.
Testieren at.) ein Testament errichten; ein Zeug⸗
Testierfreiheit, die Befngnis einer geschäftsfahigen
Person, über das ihr gehörende Vermögen von Todes
vegen zu verfügen.