reuorium L., Gamander, Pflanzengattg. der Labiaten,
Frůuter oder Straucher der noördl. gemäßigten Zone. In
Deutfchland P. botrys L., T. chamaedrys L. T. scorlum
 T (Knoblauchgamander), sowie das vielfach dulti—
vierte P. marum L. (Katzengamander, kraut, gewöhnlich
dlaxum verum genanut), wild in Südeuropa, ein kampfer—
artig riechender Strauch. J
Tenerdank (Theuerdank), Titel eines allegorischen
Gedichts, das unter dem BSilde einer Brautfahrt die
dehenoschickfale Kaifer Ratimilians J. schildert; von diefem
selbst entworfen, von Melchior Pfinzing vollendet (zuerst
1317; neue Ausg. von Goedeke 18785 Laschitzer 1889)
Teufe (Bergwi), J. v. w. Tiefe, duf welche ein Stollen,
Schacht niedergebracht worden; ewige (unendliche) T.
die unbegrenzte Tiefe der Flöze und Gänge.
Teufel (rch. aiupolos, „Verleumder“; hebr. satan,
Widersocher“ im R. T. auch Beetzebub, Belial. später
Lugifer), in der jüd. und christl Theologie die Verkörperung
des Boͤfen in Gestalt des Obersten der Dämonen . d.s
die Lehre vom T. wurde erst (. Satan) in nacherilischer
Zeit, wahrscheintich unter dem Einfluß des Parsismus,
ausgebildet. Dem Urchristentum ecschien die, Aufgabe Jesu
als des Erlösers vorzugsweise als die der Befreiuug der
Menschheit von der Herrschaft des Dämonenheers und
seines Herrschers, des Fürsten dieser Welt““. Bei den
german Volfern vermischte sich der Teufelsglaube mit
den Resten der heidn, Mythologie und schuf zahllose
Mäarchen vom T. und seinem Umgange mit Herxen. Die
Firche blieb im wesentlichen bei der altchristl. Vorstellung
und betampfte den T. mit ihren übernatürlichen Guaden—
mittein und dem Beistand der Heiligen. (S. Exorzisieren.)
Auch die Reformation, zumal Luther, übernahm den Teufels⸗
glauben, bekämpfte den „alten bösen Feind“ aber nicht
mehr mit den von der Kirche gebotenen Schnutzmitteln,
sondern allein mit dem geistigen Mittel des reinen Gottes—
worts und frommen Gottvertrauens. In der Folgezeit
begann ein erneutes Aufblühen des Teufels- und Hexen⸗
glaͤubens in der altprot. Kirche. Erschüttert wurde dieser
Glaube erst durch die philos. und naturwiss. Erkenutnis
der neuern Weltanschauung. — Vgl. Roskoff, „Geschichte
des T.“ (2 Bde., 18689); A. Reville, „Listorie du
diable“ (1870); Längin, „Die biblischen Vorstellungen
vom T.“ (1890). slische Tierwelt, 18.
Teufel, Raubtier, s. Beutelmarder und Tafel: Austra—
Teufelrochen, s. Meerdrachen.
Pflanzenart, s. Seablosa.
Teufelsaffe (Coisbus satänas), einfarbig schwarze
Art des Stummelaffen (s. d.), auf Fernando Po heimisch
Teufelsauge, Pflanzengattg., s. Adovis.
Teufelsaustreibung, Teufelsbeschwörung (Eror
ismus), Teufelsbanner, s. Exorzisieren.
Teufelsbolzen, Vogel, s. Meisen.
Teufelsbrücke, Brücke über die Reuß an der Gottjardstraße,
 in der Schöllenenschlucht (schweiz. Fanton Uri);
dier Sept. 1799 Kämpfe der Osterreicher und Russen gegen
Teufelsdreck, s. Ass foetida. ldie Franzosen.
Teufelssinger, s. Belemniten JAbb. 188).
Teufelsinsel, Jie du Diable, eine der franz. Salut—
nsein, nordwestl. von Cayenne (Franz.-Guayana), De—
portationsort. [Bryonia(s. d.)
Teufelskirschenwurzeln, die Wurzelknollen von
Teufelsklaue, Pflanzengattg., s. Lycopodium; auch
eine Art der Flügelschnecken(s. d.).
Teufelskralle, s. v. w. Rapunzel (s. Phyteuma).
Teufelsmauer, grotesk aufgetürmter natürlicher
Wall aus Quadersandstein, bis 2580 mn hoch, von Blanken⸗
burg im Harz bis zu den Gegensteinen bei Ballenstedt
sich erstreckend; auch ein Teil des Pfahlgrabens (s. d.).
Teufelswurz, Pflanzengattg., s. Hyoscyamus.
Teufelszwirn, Name verschiedener Pflanzen, s. Cle—
matis, Cuscuta, Lydium.
Teufen, Dorf im schweiz. Kanton Appenzell-Außer—
hoden, (1900) 4585 E.; Musselinfabrikation und Stickerei—
Teuffel, Wilh. Sigismund, Philolog, geb. 27. Sept.
1820 zu Ludwigsburg, gest. 8. Vur 1878 als Prof. zu
Tübingen; Hauptwerk: „Geschichte der röm. Literatur“
(5. Aufl. 1890, besorgt von Schwabe).
Teukros (Teurer), Sohn des Flußgottes Skamandros
und der Nymphe Idaia, erster König der Troas, dessen

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Tex
ßewohner Inn ihm Teukrer hießen. — T., Sohn des
elamon, Halbbruder des Ajar, der beste hellen. Bogen—
hütze vor Troja.
Teupitz, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Potsdam, am
Teupitzer See, (1908) 705 E., Schloß auf einer Insel.
Teuschnitz, Bezirksstadt im bahr. Reg.-Bez. Ober⸗
ranken, am Thüringer Wald, (1905) 1056 E., Amisgericht.
Teutobod (Teutoboch), König der Teutonen, fiel nach
der Schlacht von Aquä Sertiä 102 v. Chr. in die Hände
des Marius.
FZeutoburger Wald, Höhenzug in Westfalen Karte:
Mittleres Westdeutschland TLund Tafel: Mittleres
Westdeutschland II, 5, bei Rheinprovinz), zerfällt in
die Egge, den Lippischen Wald oder Osning und die Kette
der Ravensberger, Osnabrücker und Tecklenburger Berge.
zeginnt bei Warburg an der Diemel, durchzieht das Pader—
zorner Land, Lippe üund Osnabrück, endet bei Bevergern am
. Emsufer, 148 kmelg., 7—15 Rm br.; höchster Gipfel der
Bölmerstod (468 m), in der Egge; Schauplatz der Barus—
eg (. Varus und Karte: Die alte Welt II, 11,
zei Altertum).
Teutonen, ein bes. durch seine Kämpfe mit den
Römern bekannt gewordenes Volk, das sich 103 v. Chr.
nit den Cimbern (s. d.) vereinigte und bei Aquä Sextiä
102) von Marius fast gänzlich aufgerieben wurde.
Teutsch, Georg Dauiel, prot. Theolog, evang.⸗luth.
Bischof in Siebenbürgen, geb. 12. Dez. 1817 zu Schäß—
»urg (Siebenbürgen), 1867 Bischof in Hermannstadt,
gest. das. 2. Juli 1893; verdient um die evang. Kirche und
zas deutsche Volkstum Siebenbürgens. Hauptschriften:
„Geschichte der Siebenbürger Sachsen“ (2 Bde., 23. Aufl.
874; Bd. 1, 3. Aufl. 1898), „Die Reformation im
Siebenbürger Sachsenland“ (6. Aufl. 1886). Biogr. hg.
om Verein für siebenbürg. Landeskunde (18984).
Teveẽre, ital. Name des Tiber (s. d.).
Teverone, heutiger Name des Anio (s. d.).
Teviot (spr. tiwwlott), r. Nebenfluß des Tweed in der
ott. Grafsch. Teviotdale (spr. dehl) oder Roxburgh (s. d.).
Tewsik Pascha, Khedive von Ägypten, geb. 1862,
Zohn Ismail Paschas, gelangte nach dessen Absetzung
26. Juni 1879 zur Regierung, geriet unter den Einfluß
der Nationalpartei unter Arabi Pascha, dann nach dem
derunglückten Versuch, den Sudan wieder zu erobern,
unter den Englands, gest. 7. Jan. 1892.
Tewfik Pascha, Ächmed, türk. Diplomat, geb. 1843,
882 Gesandter in Athen, 1884 Botschafter in Berlin,
1895 Minister des Äußern und Präsident des interna—
ionalen Sanitätsrats.
Tewkesbury (spr. tjühksbörrt), Stadt in der engl.
Jrafsch. Gloucester, am Zusammenfluß des Severn und
ipper Avon, edn 5418 E., normann. Kirche.
Tox., offizielle Abkürzung für den Staat Texras.
Texarkanag, Stadt in den beiden nordamerik. Staaten
kexas und Arkansas, an der Grenze gegen Arkansas,
1900) 5266 und 4914, zusammen 10170 E.
Texas, südwestlichster und größter Staat der Ver.
Staaten von Amerika sKarte: Vereinigte Staaten II,
588 940 qkm, uzoo⸗ 3048710 E. (622 041 Farbige), meist
zusgedehnte Ebene, zerfallend in das 502170 km breite,
wasserreiche Küstenland mit gutem Boden für Zucker, Reis
ind Bauimwolle, das Hügel- und Prärieland mit frucht—
haren Savannen und vedeutenden Waldungen, und das
metallreiche und bewaldete Hochlaud mit gut angebauten
Tälern. Hauptstadt Austin.“ T. früher zu Mexiko gehörig,
—
861 der Sezession an.
Texasfieber, Texasseuche, im S. der Ver. Staaten von
Amerita einheimische Seuche der Rinder, in der akuten
Form in kutzer Zeit tödlich endend; wird durch einen
Mikroorganismmus (Piroplasma bigeminum Smiti), der
zie roten Blutkörperchen bewohnt und zerstört, erzeugt und
zdurch Zecken übertragen. — Vgl. Kilborne und Smith
(1883), Knuth (1905).
Texedco (fpr. tech), Salzsee im mexik. Staate Meriko,
40 qĩm; daran die Stadt T., (1900) 13930 E.
Terel, Werkzeug, s.Dexel.
Texel (pr. tessel), Nordseeinsel, zur niederländ. Prov.
Nordholland gehörig, durch das Marsdiep vom Festlande
etreünt, 190 qkm, (1899) 5954 E.; Scafzucht,