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das Zweite Kaiserreich. Aus Opportunitätsgründen 1870
Gegner der franz. Kriegserklärung, fuchte 'er im Sept
oergebens auf einer Rundreise bei den Höfen der Groß—
nächte diese zu einem Eingreifen fuͤr Frankreich zu be—
pegen, ward 17. Febr. 1871 von der Rationalversamm—
ung in Bordeaur zum Chef der Eretutive gewählt, schloß
Jen Frieden mit Deutschland, schlug den“ NAufstand ber
Pariser Kommune nieder, 31. Aug. 1871 Präsident der
Republik auf, &amp; Jahre, 2ä. Mai 1873 durch die klerikal—
monarchische Mehrheit der Nationalversammlung gestürzt
gest. 3. Sept. 1877 in Saint-Germain-en-Laye. “Histor.
Hauptwerk: „FHistoire du Conenlat et de Em piro“
845 62 u. v.; deutsch von Bulan, 1845 -62). Tafel:
Porträtmalerei D 5.] — Biogr. von Eggenschwyler
1873), de Nemusat (fraͤnz., 1889)
Thiersch, Friedr. Vhsloölog, geb. 17. Juni 1784 zu
tirchscheidungen bei Freuburg“ ad. u., gest. 25. Febr.
1860 als Prof. zu Muüͤnchen; um die vileratur des
Altertums und um das deutsche Schulwesen hochver⸗
dient, Begründer der deutschen Philologenversamm—
lungen. — Sein Bruder Bernhard T., geb. 26. April
1784, gest. 1. Sept. 1885 zu Bonn, Philolog, seit 1832
Bymnasialdirektor zu Dortmund; als Dichter des Preußen⸗
liedes bekannt. — Söhne von FrichdrT. Heinr. T.,
drot. Theolog, geb. 5. Nov. 1817 in Muͤnchen, 18043 56
Prof. in Marburg, seitdem ein Hauptvertreter des
Irvingianismus, gest. 8. Dez. 1885 in Basel; schrieb:
„Die Kirche im apostol. Zeitalter“ (3. Aufl. 1878), „Uber
hristl. Familienleben“ (8. Aufl. 1889) „Inbegriff der
Hristl. Lehre“ (3. Aufl. 1886), Friedr. S(feines Vaters)
deben“ (2 Bde., 1866). — Biogr. von Wigand (1888).
F Karlt T., Chirurg, geb. 20. April 1822, seit 1867
Prof. in Leipzig, gest. das. 28. April 1895, um die
Technik der Hautiransplantation verdient; schrieb: „Der
Zpithelialkrebs⸗ (1885) u. a. — Vgl. His (1895). —
Zudwig T. geb. 12. April 1825, Historienmaler in Rün—
hen; malte Altarbilder und stercochromische Wandbilder
n Kirchen zu Petersburg, München, London, Paris u. a.
Ein Sohn von Heinr. Wilh. Josias T., Friedrich T.,
Architekt, geb. 18. Aßril 1852 in Marburg, seit 1879 Prof.
n München; erbaute dort 180197 den Justizpalast u. a.;
chrieb: „Die enn von Pergamon“ (1882).
Thiershein, Marktslecken im dayr. Neg.Beg Ober—
ranken, (1805) 1087 E. Amtsgericht.
Thiefsow, Dorf guf der Insel Rügen, Halbinsel
Möuchgut, (1800) 183 E., Seebad, Lotsenfickion. Retiungs
tation für Schiffbrüchige.
Thietmar (Dieimar, Dithmar), Geschichtschreiber,
Jeb. 25. Inli 973, Sohn des Glafen Siegfried von Wal⸗
heck, seit 1008 Bischof von Merseburg, gest.n. Dez. 1018
ein Chronicon“ (von Kurze in „Scriptores rerum
Zermanicarum“, 1889; deutsch von Laurent, 2. Aufi.
1892) Hauptquelle für die Geschichte der slaw. Gegenden
Thing, s. Ding. löstl. von der Elbe—
Thioalkohol, s. Merkaptan.
Thiobasen, f. Schwefel.
Thiocyan, s. Rhodan. [Rhodan)
Thiocyansäure, s. v. w. Rhodanwasserstoffsäure (.
Thiodiͤphenylamin, Phenthiazin, entsteht aus
Diphenylamin duͤrch Schmelzen mit Schwefel; Stamm⸗—
eubstanz des Lauthschen Violetts, Methylenblaus c.
Thiol, künstlich hergestelltes Gemisch von geschwefelten
dohlenwasserstoffen, bei Hautkrankheiten ünherlich ver
nendet; geruchlos.
Thionin, s. v. w. Lauths Violett (s. d.). shofen.
Thionviüle (spr.ttongwil), frang Name von Dieden
Thiophen, aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Schwefel
ꝛestehende chem. Verbindung, fiudet sich zu ,s Proz. im
Rohbenzol, wird daraus durch konzentrierte Schwefelsäure
zbgeschieden, farblose, dem Beuzol aͤhnliche Flüssigkeit; auch
üunstlich hergestellt. Dijod-T. (Shiophendijodid), in Waffer
in lösliche Kristalle, Ersatz des Jodoforms.
Fhioresorzin, Schwefelfubftitutionzprodnkt des Ne—
orzins durch Einführung von Schwefel in eine kochend⸗
eiße Lösung' von Resorzin in Natronlauge gewonnenes
elhliches oder gelblichgraues, geruchloses, in Wasser un—
zsliches Pulver, als Ersatzmittel des Jodoforms benutzt.
Thiosalze, Thiosfauren, s. Scwefel
Thira (Thera) griech. Infel Santckin.

This, alte Stadt in der oberägypt. Prov. Girgeh,
eblich Heimat des Königs Menes, jeht Bardis (Berdis
oaee s. Pyramos. [(1887) 7811 E.
Thifted, Hauptort des dän. Amtes T. (1751 qkm,
Q:. 71438 E.), am Limfjord, 6072 E.
Thiva (Thiva), neugriech. Name von Theben (s. d.).
Thlinkiten, Kotjuschen, Koluschen, Koloschen, Ju—
ianerstamn im südöstl. Alaska, 6487 Seelen. — Bgl.
drause (18885).
Thoas, nach der griech. Sage König von Taurien,
us Iphigeneia dort Priesterin der Artemis war.
Thode, Henry, Kunsthistoriker, geb. 18. Jan. 1867
n Dresden, Prof. an der Universität in Heidelberg;
chrieb Biogr. über Hans Thoma (18091), Künstlermond⸗
graphien über Mantegna (1897), Correggio (1897), Tin—
oretto (18901), „Franz von Affisi und' die Anfänge der
zunst der Rengiffance in Jtalien“ (2. Aufl. 1904),
Mihelangelo und das Ende der Renaissance“ (1902) u. a.
Thogra (Tughra), Namenschiffre des Snltans, eine
»urch kuͤnstliche Verschnörkelung arab. Buchstabenverbinungen
 gebildete Figur.
Tholey, Flecken im preuß. Reg.-Bez. Trier, (1906)
2120 E., Amtsgericht, ehemal. Benediktinerabtei.
Tholos, die (grh.), Kuppelbau, insbef. Bezeichnung
der vorhellen. Kuppelgräber, z. B. zu Mykenäa, Argos,
Orchomenos; früher fuͤlschlich Schahhüuser genannt.
Tholuck, August, prot. Theolog. geb. 30. März 1799
u Breslau, 1886 Prof. in Halle, dest. daf. 10. Jum
877; von pietistischer Grundrichtung, war er Vertreter der
Bermittlungstheologie und, spuͤter Vorkämpfer der sog.
»ositiven Union; verfaßte Kommentare zu verschiedenen
Büchern des N. T., Werke zur Geschichte des theol. und
irchlichen Lebens des 17. und 18. Jahrh., bes. „Vor⸗
eschichte des Rationalismus“ (4 Bde. 1853—62), ferner
Die Glaubwürdigkeit der evang. Geschichte“ (1837, gegen
). Fr. Strauß), Predigten und Erbauungsschriften. —
Hiogr. von Kaehler (1877), Witte (2 Bde. 1884 -86).
Thoma, Hans, Maler, geb. 2. Okt. 1880 zu Bernan
m Schwarzwald, in Karlsruhe, Düsseldorf, Muͤnchen ge⸗
ildet, lebte seit 1877 in Frankfurt a. Mi, feit 1809
dircktor der Kunsthalle in Karlsruhe; eigenurtige Landchaftsbilder
 aus der Maingegend, dem Schwarzwald, der
Schweiz und Italien, allegorische Bilder (Huter des Tales,
Wäͤchter des Liebesgartens), Religises (Paradies, Christus
nit Magdalena), Kindergenre, auch Originallithographien.
Biogr. von Thode (1891), Ostini (1900), Bierbaum
Thoma, Therese, s. Vogl, Heinr. [(01904).
Thomar, Stadt in der portug. Vrov. Estremaduca,
90) 633 6E.
Thomas, närrifcher, Eidechsenkuckuchk, Regenvoget,
Arriera (Cuohlus Mersini d'Orb.), brauner, auf Jamaika
eimischer Kuckuck mit sehr langem, an der Spitze weißem
Schwanze, brütet selbst; schreit daut bei drohendem Regen.
Thomas (aramisch „Zwilling“; grch. Didymos), einer
»er zwölf Jünger Jesu, wegen Joh. 2d, a fg. als der un—
läubige T. sprichwörtlich geworden, foll in Parthien und
Indien gewirkt haben, daher die dortigen Chriften Thomas.
Hristen genannt. Als Thomastag feiert die griech Kirche
den 8. Juni und den Thomassonntag (ersten Sonntag
aach Ostern), die röm. den 21. Dez. Is. Beilage: Hei—
ige 2c. J. Dem. T. wurden zugeschrieben die apokryphen,
arsprünglich gnostischen, dann kath. überarbeiteten Aota
Phomase“ (hg. von Bonnet, 1883) und das „Rvangelium
zocundum Fhomam“, das die Ereignisse von der Kind—
heit bis zum Auftreten Jesu (,Prangelium intfantiae
ristã“ exzählt. — Vgl. Lipsius, Die apokryphen
Apostelgeschichten“, Bd. 1 —
Thomas a Becket, der heit. Thomas von Cauter -
zury geb. 1118 zu London, 11585 Kangler des Reichs,
162 Erzbischof von Canterbury und Primas von England,
nachte die Rechte der Kirche gegenüber dem Staate energisch
jeltend und wurde 29. Dez. 1170 auf Veranlassung Hein⸗
richs IT. ermordet; 1172 kanonisiert und jährlich duürch ein
Fest gefeiert ss. Beilage: Heilige 2c.J. Heinrich VIII.
erbot diese Feier, sein Name ward aus dem Kalender
gestrichen und seine Gebeine verbrannt. — Vgl. Buß (1856),
Morris (engl. 2. Aufl. 1885), Robertson lengl., 7 Bde.,
876 86), Abbot (engl., 2 Bde., 1898); nopellistisch be⸗
andelt von Konr. Ferd. Meyer. Der Heilide“ (1880).