Thomas a Kempis, deutscher Mystiker, eigentlich
hamerken (Hämmerlein, lat. Maileolus), geb. 1380 1
empen (Campen) bei Köln, gest. 25. Juli 1471 albé
Subprior des Augustinerklosters auf dem Agnetenberg bei
Zwolle. Unter feinen Werken (deutsch von Silbert
I338 s9.) sind weltberühmt die vielfach übersetzten „Bien
Bücher von der Nachsolge Christi“, deren Verfasserschaf⸗
ihm jedoch bestritten wird (s. Nachfolge Christi).
Thomas don Aquino, der größte Scholastiker, geb.
1225 oder 1227 auf Rocca Sicca bei Aquino im Neapo⸗
litanischen, ans grafl. Geschlecht, Dominikaner, Sqüler
von Albertus Magnus, lehrte zu Köln, Paris, Rom
Bologna, Neapel, gest. 7. März 1274 zu Fossa Nuopo
bei Terracina, Dootor angelicus oder universalis genannt.
1328 heilig gesprochen ss. Beilage: Heilige 2c.). Seint
Anhänger, die Thomisten, die bes. aus den Dominikanern
bestanden, vertraten die Augustinische Theologie im Gegen⸗
sat zu den Scotisten (Franziskanern) die einen mehr pela⸗
gianifchen Standpunkt einnahmen. Durch Leo XII. wurde
T. 1879 zum ersten Lehrer der vi Kirche und 1880 zum
Patron aͤller kath. Schulen erhoben. Hauptwerke: vier
Bücher uber die Sententiae' des Pelrns Lombardus,
„Summa äe veritate fidei catholicas contra gentiles“,
Sommn theologise“. Neue Ausg. der Werke durch
ßapft Leo XII.Xfeit 1882). — Biogr. von Werner
(3 Bde. 18388859); vgl. Banmann (1878), Eucken (1886),
Frohschammer an Portmann (1894).
Thomas von Bradwardine, s. Bradwardin.
Thomas von Canterbury, s. Thomas g Becket.
Thomas von Kempen, s. Thomas a Kempis.
Thomas (spr. tomah), Ämbroise, franz. Komponist.
zeb. 5. Aug. 1811 in Meh seit 1871 Direktor des Parise⸗
onservatotiums, gest. 12. Febr. 1896; bekannteste Opern:
„Mignon“ (1866), „Hamlet“ (1868).
Thomas, Shdneh Gilchrist, geb. 16. April 1850 in
oder bei London, erfand mit seinem Vetter Percy Gilchrist
die Entphosphorung des Eisens im Konverter (Abschluß
der Versuͤche 1879), gest. 1. Febr. 1888 in Paris.
Thomaschristen,. Nestorianer und Thomas (Apostel).
Thomaseisfen, s. v. w. basisches Flußeisen (s. Eisen⸗
rzeugung).
Thomasius, Christian, Rechtslehrer, geb. 1. Jan.
1688 zu Leipzig, hielt als Prof. das. zuerst Vorlesungen
in deutscher Sprache, ging, wegen seiner freimütigen Ge⸗
sinnung verfolgt, 1680 nach Halle, gest. das. 28. Sept. 1728
als Prof. und Direktor der Universität, deren Errichtung er
veranlaßt hatte; bes. verdient als Bekämpfer der Hexenpro—
zesse und der Folter. — Vgl. Wagner (1872), Nicoladon
1888), Landsberg (1894)
Thomastus, Gottfr. luth. Theolog, geb. 26. Juli 1802
zu Egenhausen in Franken, 1842 Prof, in Erlangen, gest.
das. 24. Jan. 1873; einer der Hauptvertreter der neuern
3 Orthodoxie. Hauptwerke: „Christi Person und Werk“
(3 Bde.; 3. Aufl., 2 Bde. 1886 88), „Origenes“ (1837)
Aegh Dogmengeschichte“ * Aufl., 2 Bde., 1886 -809)
homasschlacke, s. Eisenerzeugung.
Thomassonntag, s. Thomas (Apostel).
Thomastrauermücke, s. Pilzmücken.
Thomisten, s. Thomas von Aquino. [Graf von
Thompfon s(spr. tomms'n), Benjamin, s. Rumford,
Thompfon (spr. tomms'n), Sir Henry, Chirurg, geb.
s. Aug. 1820 zu Framlingham (Suffolt), feit 1866 Prof.
in London, gest. das. 18. Äpril 1904, vervollkommnete die
Technik der Steinoperationen; schrieb: „Practleal lithotomy“
 (1863; deutsch 1882), „Lectures on surgery of
the uxinary organs“ (1884; deutsch 1888), „On tumours
 of the pladder“ (deutsch 1885); auch Romane
unter dem Pseudonym Pen Oliver-Thompfon
 (spr. tomms'n), Silvanus Phillips, Phy—
siker, geb. 19. Juni 1861 zu Hork, seit 1886 Direktor des
Teclniceal Colege zu Finsbury (London) und Prof. der
Physik; schrieb: „Elementary lessons in oloctrioity
an magnetism““ (1881; deutsch 1897), „Dynamo.
aloctrio machinery“ (1884; deutsch 1897) u. a.
Thomsen, Julius, dan. Chemiker, geb. 16. Febr.
1826 in Kopenhagen, 1866 Prof, an der Universität und
1883 19010Direttor an der Technischen Lehranstalt das.,
ee der Thermochemie; begründete 1883 die
ryolithindustrie, seit 18668 Direktor der Kryolithminen⸗
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon. 5. Aufl. UV

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Tho

ind -handelsgefellschaft in Kopenhagen; schrieb: „Thermo⸗
hem. ne (4 Bde., 1882 -86).
Thomsen, Wilhelm Ludwig Peter, dän. Sprach—
— geb. 25. Jan. 1842 in Kopenhagen, seit 1887
Prof, das. schrieb: Uber den Einsluß der german. Sprachen
auf die finn ⸗lappischen“ (deutsch 1870), „Der Ursprung
des russ. Staates“ (Ddeutsch 1879), „Iuscriptions de
Orx hon décohiffréos“ (1896) u. a.
Thomsensche Krankheit (Ayotonia congenita),
omsche Krämpfe, die in den Muskeln bei beabsichtigten
gewegungen eintreten, wodurch die gewollte Bewegung
»erzögert, zum Teil unmöglich wird; angeboren.
Thomson (spr. tomms'n), James, engl. Dichter, geb.
1 Sept. 1700 zu Ednam (Schottland), gest. 27. Aug.
748, berühmt durch sein beschreibendes Gedicht „TRke
oasons““ („Die Jahreszeiten“, 1730, oft übersetzt), auch
Berfasser des Nationalliedes „Rulo Britannis“
Thomfon (spr. tomms'n), Joseph, Afrikareisender,
jeb. 14. Febr. 1888 zu Penpont bei Thornhill in Schott⸗
land, unternahm 1878—80 zuerst mit Johnston, nach
dessen Tode als Leiter eine Erpedition nach Ostafrika zut
Zrforschung des Tanganjika- und Njassasees, bereiste 18883
Esa den Kilimandschato und Kenia und entdeckte die
Aberdarekette, durchforschte 1888 Sokoto, 1888 Marokko,
1890 Brit.⸗Zentralafrika-Protektorat und Rhodesia, gest.
2. Aug. 1888 in London; schrieb: „Erpeditlon nach den
Seen don Zentralafrika“ (deutsch 1882), „Durch Massai—
and“ (deutsch 1888), „Pravels in the Atlas“ (1880). —
Bgl. J. B. Thomson (engl., 1896).
Thomson (pr. tomms'n), Thomas, schott. Chemiker,
geb. 12. April 1773 in Crieff (Schottland), 1817 Prof.
u Glasgow, gest, 2. Juli 1852 zu Kilmun, verdient um
die Einführung der Atomtheorie, gab die „Annals otf
philosophy“ und das „Philosophscal magazine“ herzus,
 schrieß chem. und mineralog. Lehrbücher.
Thomson (spr. tomms'n), William, Lord Kelvin, engl.
Physiker, geb. 26. Juni 1824 zu Belfast, 1846-90 Prof.
u' Glasgow, bes. um die Lehre von der Elektrizität und
Pärme verdient. — Vgl. Fitzgerald (engl., 1809). (S. auch
dotmaschine.)
Thomson (pr. tomms'n), Sir Wyville, Naturforscher,
eb. 3. März 1830 in Bonsyde in der schott. Grafsch.
dinlithgow, 1850 Prof, in Aberdeen, 1888 in Cork, 1854
n —* 1870 in Edinburgh, gest. 10. März 1882 in
Bonsyde, Begründer der e war 1872 - 76
der tne Leiter der Challenger-Erpedition (s. d.);
chrieb: „The depths otf the sea“ (18738), The voxage
Jthe ohallenger in the Atlantäe“ (2 Bde., 1877) ac.
Thomsons Patentlot, s. Lotmaschine.
Thonon⸗les⸗Bains (spr. tonöng lä bäng), Stadt im
anz. Dep. Haute⸗Savoie, am Genfer See, (18901) 6288 E.
Thor, chem. Element, s. Thorium.
Thor— hoͤchd. Donar, im nord. Volksglauben der höchste
Gott, der bes. in Norwegen verehrt wurde; in der nord.
Mythologie Sohn Odins und FJörds (Erde), bewaffnet
mit dem Ipruet Miöllnir, siegreicher Bekämpfer der
Riesen [Tafel: Religionen J. 24]. Seine Gattin Sif
(j. d.), seine Söhne Modi (Mut) und Magni (Kraft),
seine Tochter Thrud (Stärke).
Thora (hebr., „Lehre“), das Mosaische Gesetzbuch,
der Pentateuch; Sefer⸗T. Buch des Gesetzes, die ge—
schriebene Rolle (Gefetzrolle), aus der in den Synagogen
die Abschnitte des Pentateuch vorgelesen werden.
Thorakostrãken (Thorôcostruca), s. Malakostraken
und Schalenkrebse.
Thorar —5 — are anatomisch der Brust⸗
tafien, bei Insekten das Bruststück (s. d.).
Thorarfistel, s. Brustfellentzündung.
Thorbecke, Joh. Rudolf, niederländ. Staatsmann,
jeb, i8. Jan. 1798 zu Zwolle, 1825 Prof. in Gent, 1830
Leiden, Führer der Liberalen in der niederländ. Kammer,
Hdaupturheber der revidierten Verfassung von 1848, 1848
Bz, 1862-66 und wieder seit 1871 Minister des Innern
und Ministerpräsident, gest. 4. Juni 1872 im Haag. —
Bgl. Olivier Geus 1872), Levy (ebd. 1876).
Thoreau (Epr. — Henrh amerik. Schriftsteller,
———
3. Mai 1862; Hauptwerk: „Walden, or life in the
Foods“ (1854;: deutsch 1897).