östl. Asien, mit schuppenförmigen Blättern. Häufig als
Zierpflanzen kultiviert werden T. oceidentalis L (amerit.
Lebensbaum), mit horizontal ausgebreiteten Zweigen, und
T. drentans (morgenländ. Lebensbaum), aus Japan
and China, mit fentrecht orientierter Verzweigung.
Thujzaöl, ätherisches Ol aus den Blättern von Thnjs
oeidentalis L. gelblich, dünnflüssig, von starkem kampfer⸗
ähnlichen Geruch und bitterm Geschmack; dieut als schweiß⸗
und harntreibendes Mittel.
Thule, bei den Alten ein Inselland im äußersten
Norden, vielleicht die Shetlandsinsein oder Island.
Thum, Stadt in der sächs. Kreish. Chemnitz, im Erz⸗
lebirge, (1905) 4188 E.
Thumanm, Paul, Genremaler und Illustrator, geb.
3. Dtt. Asnn zu Tyzschacksdorf. (Niederlausitz), seit 1875
Prof. an der Abademie zu Berlin; Jllustrationen zu Dicht⸗
werken (Chamissos , Frauenliebe und zleben“, Bater⸗
unser““) ESzenen aus Luthers Leben für die Wartburg,
antike Genrebilder (Parzen, Psyche am Wasser, Kunst
dringt Gunst), weibliche Studienkoͤpfe.
Thumielleins, der in der röm. Gefangenschaft geborent
*ohn des Arminius (s. d.).
Thumer Stein, Thumit, s. Arinit.
Thummel, Fricor. Wilh, evang Theolog, geb.6. Man
856 zu Barnien, 188198 Pfarrer in Remscheid, seit
1901 Vrof. in Jena, eifriger Polemiker gegen den Katho⸗
lizismus wegen seiner Schriften gegen die Transsub⸗
stantiatiouslehre (1886) und „Rhein Richter und röm.
Briester“ (1887) Zweimal zu Gefängnisstrafe verurteilt.
Thummel, Morit Aug. von,Schriftsteller, geb.
27. Nai Tbs in Schöncfeld hei Leipzig, 1788 -83 coburg
Minister, geft. 26. Okt. 1817 zu Coburg. Hauptwerk der
Roman „Iteise in die mittäglichen Provinzen von Frank⸗
reich“ (1781 18035). „Werie“ (mit Biogr. von Gruner,
neue Aufl., 8 Bde., 18854 -55).
Thummim, s. Urim und Thummim.
Thun, Bezirksstadt im schweiz. Kanton Bern, am
Aussinß der Aure aus dem Thuner See (18 xwelg., bis
3 Xmibr., bis 216m tief, a8 qkm), (1900) 6030 E., Militürschule;
 gröhter Waffenplatz der Schweiz, bes, für Artillerie
(Schießplatz); Zeughäuser, Munitionsfabrik.
Thunberg, Kaͤrl Peter, Naturforscher und Reisender,
geb. 11. Nor 1743 in Jönköping, Schüler Linnes, he—
reiste 1778 75 Südafrika, begleitete 1775 die holländ. Ge—
sandtschaft nach Japan, 1781 Vrof. in Upsala, gest. 8. Aug.
1828 in Tunaberg bei Upsala; Hanptwerke: „Flora
Japonica“ (1784), „Icones plantarum Japonicarum“
(I794303ö), „Fiore Capentis“ (180718) c. Reisebeschreibung
 deutsch von Groskurd (2 Bde., 1792-94)
Thunbeérgisa I., Pflanzengattg. der Akanthazeen, trop
Nräuter Asiens und Afrikas. T. fragans Roæub. Ost⸗
indien), Topfzierpflanze.
Thünen, Joh. Heinr. von, Nationalbkonom, geb.
24. Juni 1783 bei Jever, Besitzer des Gutes Tellow
Mecklenburg), gest. das. 22. Sept. 1880. Hauptwerk
„Der isolierte Staat“ (3. Aufl. 1875). — Bgl. Joh
Heinr. von T. (2. Aufl. 1883).
Thuner See, s. Thun.
Thunfisch (Thynnus), zur Familie der Makrelen ge—
hörige Fischgattg. mit dicht hintereinander stehenden Rücken—
flossen (zwei großen und zahlreichen kleinen), einer großen
und vielen kleinen Afterflossen, großen, eine Art VPanzer
bildenden Schuppen an der Brust. Gemeiner T. (T.
thynnus aite sTafel: Fische II, 8)), bis 600 xg schwer
werdend, stahlblaͤu, Bauch siibergrau, in großen Gesell⸗
schaften im Atlant. Ozean und Mittelmeer, folgt den
Heringen, Sardinen ꝛc5; Fleisch geschätzt; bedeuteudster
Thunfischfang an den sardin. und sizil. Küsten. Echter
Bonite (T. pelamys GC. V.), blänlich, am Bauche vier
bräunliche Lüngsstreifen, im trop. Atlant. und Ind. Ozean
Fleisch nicht genießbar; unechter Bonite (Pelamys sarda
LV), bläulich, schief dunkel gestreift, Bauch silberig,
Mittelmeer, Atlant. Ozean; Fleisch geschätzt.
Thun und Hohenstein, Friedrich, Graf von, österr
Staatsmann, geb. 7. Mai 1810 in Tetschen, 1860 -68
Bundestagsgesandter, dann Gesandter in Berlin, 1858
-63 in Petersburg, gest. 24. Sept. 1881 in Tetschen. —
Sein Bruder Les, Graf von T., geb, 7. April 1811 in
Tetschen, 1849 —59 Kultnsminister, schloß 1855 das Kon—

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—3*

Thü

ordat mit dem Papst, als Mitglied des böhm. Landtags
ind österr. Herrenhauses Führer der äußersten Rechten,
jest. 17. Dez. 1888. — Vgl. Frankfurter (1805). — Des
erstern Sohn Frauz Anton, Graf von T. u. H., geb.
2. Sept. 1847 in Tetschen, 1889 96 Statthalter von
Böhmen, 1898 bis Sept. 1899 Ministerpräsident.
Thuok, Ellenmaß in Annam — 63,88 eni.
Thur. 1) L. Nebenfluß des Rheins, entspriugt im Kau—
on Sankt Gallen, mündet nach 123 kmebei Ellikon. —
2) L. Rebenfluß der Ill, entspringt inr Oberelsaß, mündet
nach 88 kmiin zwei Armen bei Ensisheim und Colmar.
Thureau-Dangin (spr. türoh dangschüng), Panl,
ranz. Geschichtschreiber, geb. 14. Dez. 1837 in Paris, Mit⸗
arbeiter an der Zeitung „Le Franqais“, seit 1893 Mitzlied
 der Akademie; Hauptwerk: „Uistoire de la monrehie
 de Juillet“ (7 Bde.,, 1886-92).
Thure Brandtsches Heilverfahren, die von
jure Brandt (s. d.) angegebene Massagemethode.
Thurgau, Kanton der nordöstl. Schweiz, am Boden—
see und Rhein, 1005 4km, (1900) 113221
meist prot. E. (35 824 Katholiken); Hügelland,
 von der Thur bewässert; Hauptsiadt
Frauenfeld, — 1460 den Österreichern eut—
rissen und durch Landvögte verwaltet; seit
1798 Kanton der Helvetischen Republik,
eit 1803 selbständiger Kanton. — Vgl.
Bupikofer (Geschichte, 2. Aufl., 2 Bde.,
886 89).
Thurii, altgriech. Stadt in Unteritalien, von Atheu
im 4483 v. Chr. gegrundet, 194 v. Chr. röm. Kolonie unter
dem Namen Copiä; Ruinen bei Terra Nova.
Thüringen, das Land zwischen Werra, Saale, Harz
ind Thüringer Wald (s. d. Karte: Mittleres West—
deutschland J, bei Rheinprovinz)). Die Thüringer bil—
Zdeten im 5. Jahrh. ein großes Reich, das bald zerfiel, und
vurden seit 849 von Markgrafen und Herzögen regiert; 908
tam das Hzgt. T. an die süchs. Herzöge. 1036 erwarb der
fränk. Gaugraf, Ludwig der Bärtige, großen Besitz in T.;
Us seine Rachkommen, seit 1130 Landgrafen, 1247 mit
Zeinrich Raspe ausstarben, brach der Thüringer Erb—
vᷣlgestreit ans; derselbe wurde 1263 dadurch beigelegt,
daß Heinrich der Erlanchte von Meißen das eigeutliche
T. Sophia von Brabant die hess. Besitzungen erhielt:
eitdem blieb T. beim Hause Wettin. Friedrich der Ernst—
jafte (1321 249), der Sohn Friedrichs des Gebissenen,
uͤhrte 1342 545 den Thüringer Grafenkrieg mit Erfolg
jegen die aufstrebenden Grafen. Bei der Landesteilung
485 zwischen Ernst und Albert von Sachsen fiel T. au die
Ernestinische Linie (s. d.). Jetzt gehören zu den Thüriug.
Ztaaten die vier sächs. Herzogtümer, die Fürstent. Reuß
und Schwarzburg. — Vgl. zur Geschichte: Wachter (3 Bde.,
826 — 30), Knochenhauer (1863 u. 1874); Gebhardt,
Thüring. Kirchengeschichte“ (3 Bde., 188082); ferner
stegel, „T., ein geogr. Handbuch“ (3 Bde. 1802 -96);
ders., „T., ein landeskundlicher Grundriß“ (1897);
Walther, „Geolog. Heimatskunde von T.“ (2 Aufl. 1903).
Thürinuger Pforte, Engpaß in der Finne, durch
die Schmücke mit der Hainleite gebildet.
Thüringer Wald, Gebirge in Mitteldeutschland
Karte: Mittleres Westdeutschland I, bei Rhein—
Fropinz—], von der Werra bei Eisenach südöstl. bis zum
Fraukenwald, 110 kmulg., 10-35 xm br., 400-500 m
soch, nach NO. steil, nach SW. allmählich abfallend, im nord⸗
vesil. Teil Bergkette mit den höchsten Erhebungen (Großer
Beerberg 983 mn, Schneekopf 976 m, Inselsberg 914 m)
ind viel besuchten Badeorten (Friedrichroda, Ilmenau
n. a.), im SO. wellenförmiges Hochland (im Burzelberg
317 51); reiche Waldungen und schöne Täler mit leb—
hafter Industrie (Porzellanfabrikation, Glashütten, Holz⸗
und Spielwarenindustrie, Tonwaren). — Bgl. Trimins
(8 Bde., 1886- 1802) Pröscholdt (1891), Senft (1894).
Thüringischer Zoll⸗ und Steuerverein, die
irjprünglich (10. Mas 1833) unter dem Namen Thüring.
Zoil- und Handelsverein 20. Nov. 1889 getroffene Ver—
inbarung der thüring. Staaten, Zölle und indirekte
Szteuern gemeinschgftlich zu erheben,
Thüringisches Volksrecht (Bex Angliörum et
Werinorum hoc est Thuringérum), entstanden 802 oder
z03 zur Zeit Karls d. Gr. in den von den Augeln und
—