Thu

Warnen bewohnten thüring. Gebieten (s. Germanische
Volksrechte).
Thurles (spr. thörls), Stadt in der irischen Grafsch
rtipperary (Munster), am Suir, (1891) 4500 E.
Thurmayr, Geschichtschreiber, s. Turmair.
Thurmberg, höchster Gipfel des Uralisch-balt. Höhen
uckens bei Schönberg im preuß. Reg.⸗«Bez. Vanzig, 381m
Thurn, Heinr. Matihias, Graf von, geb. 1580 von
rot, Eltern, Burggraf von Karlstein gab
23. Mai 1618 zu Prag das Signal zum Aufssand, drang
1619 als Feldherr des ——— gFen bis Wien vor,
loh dnach der Schlacht am Weißen Verge 1620 nach Sie“
enbürgen, schloß sich sputer Gustav Adolf an, wurde Okt
16383 bei Steinau a. B. von Wallenstein zur Kapitulation
Jenötigt, aber wieder freigegeben, gest. 28. Jan 1640.
Thurnau, Flecken im bahr. Reg.-Wez. Oberfrauben,
1800) 1294 E. Amtsgericht, Schloß, Lateinschule
Thurn und Taxis ifrzbe la Tour et Taxis,ital. della
Torre e Tassis), ehcmals reichsunmittelbares Haus in
Deutschland. Franz von T. u. Teerrichtete 1816 die deste Poft
wischen Wien und Brüssel, wofür sein Haus das Reichseneral⸗Erbpostmeisteramt,
 1624 die Rechsgrafen-, 1698
die Reichsfürstenwürde erhielt. 1867 verkaufte das Hans
den letzten Rest seiner Posigerechtsame an Preußen. Haupt
)er ältern Linie ist Fürst Aibert, geb. 8. Mai 1867
residiert zu Regensburg), der jüngern Pring Alexander,
jeb. 1. Dez. 18851, residiert zu Krag.
Thuröcz, ungar. Komitat, s. Turocz.
Thursday Island (spr. thörsde eilännd), Port
denunedy, Insel, 80 xm von der nordöstlichsten Spihe
Australiens (Kap VYork) entfernt, (1903) 1515 E.
Thurso (spr. thör⸗), nördlichsste Stadt Schottlands
Grafsch. Caithneß), auͤ der Thurfsobai, (18901) 3724 E.
Thusis, ital. Zosana, roman. Tufaun, Marktflecken im
chweiz. Kanton Graubunden, an der Mündung der Nolla
n den Hinterrhein, der Viamala; — der
SZplügens und Schynstraße. — Vgl. Lechner (2. Aufl. 1807)
Thusnelda, Gemahlin des Arminins (s. dy.
Thutmösis (Tutmes), Name von vier ägypt. Königen
der 18. Dynastie. Am bekanntesten ist T. III. (Mitte
des 2. Jahrh. v. Chr.), der Agypten die weiteste Aus—
ehnung verfchaffte.
Thyaden (Thyiaden), s. v. w. Bacchantinnen.
Thyatira, alte Stadt in Lydien, s Alhisfar.
Thyéstes, Sohn des Pelops, Bruder' des Atreus
J. da, der ihm aus Nache, des S. eigene Söhne (von
— —
iuf den Thron von Myken gesetzt.
Thyiladen (Thyaden), Bacchantinnen.
Thyllen, Fülizellen, parenchymatische Zellen in den
ßefäßen einiger aeeeen sie entstehen dadurch, daß
ich die angrenzenden, lebenden Zellen in das Lumen der
vefäße vorstülpen.
Thymelãäazeen, Pflanzenfamilie der Thymelinen,
Bäume oder Sträucher großenteils im südl. Afrika; hier⸗
jer der Seidelbast (s. Äaphne).
Thymele, auf der altgriech. Bühne ein Altar in
»r Mitte der Orchestra.
Thymelinen, dikotyledonische Pflanzenordnung, um⸗
zt die Thymeläazeen, Eläagnazeen und Proteazren.
Thymlan, Pflanzengattg,, s. Thymus.
Thymlankampfer, s. Thymol.
Thymianöl, dünnflüfsiges, gewürzig riechendes und
chmeckendes ätherisches Sl von Thymus vuigaris T.
J„Thymus), enthält Thymol, Zymol und Thymen, zu
kinreibungen verwendet. Ihnm ühnlich das aus Thyus
rpyIlum L. bereitete Feldthymian-oder Quendeisöl.
Thymiansäure, s. Thymol.
Thymoform, Kondensationsprodukt von Thymol und
Formaldehyd, Erfatz des Jodoforms.
Thymol, Thymiankampfer, Thymiansäure, e
propylphenol, farblose, durchsichtige nach Thymian riecheude,
romatisch schmeckende Kristalle, Bestandteil des Thymian⸗
öls und des ätherischen Ols von Monarda punétata T
uind Ptychotis ovean Pec, als Antiseptikum zu Ver—
ün den zu Mundwafser und innernch anwendbar,
Thymus L., Thymian, Pflanzengattg. der Labiaten
räuter oder Halbftruucher, meist der ——S—
Sowohl die getrockneten, beblätterten ind vlübenden

2869

zweige von 7. serpyllum L. (Feldthymian, Quendel,
Feldtümmel), als auch die von T. vulgaris L. (Garten⸗
hymian) dienen als Kräuterkissen, letztere auch als Ge—
vürz. Der buntblättrige Zitronenthymian (T. eitrioloxus
 Schreb.) ist Teppichpflanze.
Thymusdrüse, quase bei Embryonen und Neu—
eborenen unter dem Brustbein liegende traubenförmig
ebaute Drüse, verkümmert späterhin völlig; steht in naher
zeziehung zur Blutbildung. Bie T. vom Kalb heißt
Thynnus, s. Thunfisch. [Kalbsmilch (s. d.).
Thyraden, mit Milchzucker eingetrocknetes Extrakt der
neeß des Schafes. Verwendung wie bei Thyreoidin
hyrein, s. v. w. Thyrojodin (s. d.). [0. d.y).
hyreosides, s. Schilbodrüse. [der Schilddrüse.
Mrendsenne (grch.), die operative Eutfernung
Hhyrevidin, die getrocknete oder gepulverte Schild⸗
rüse des Schafes, in der Organotherapie gegen Myröbem,
dropf, Fettsucht und Basedowsche Krankhest angewendet,
uthält Thyrojodin (s. d.). lder entzündliche Kropf.
Thyreviditis (grche), Entzündung der Schilddrüfe,
hyreotomie (Irch), die Spaltung der Schilddrüse
hufs Eröffnung der Kehlkopfshöhle.
Thyrojodin, Jodothyrin, sodhaltige Verbindung in
der Schilddrüse des Schafes, der wirtsame Bestandteil
»er Schilddrüse und ihrer Präparate, wie Thyreoidin
s. d.) angewendet.
Thyrsus — der in einen Fichtenzapfen aus—
aufende, mit Epheu und Weinlaub umwundene Stab
Thyrsusstab) der Mainaden.
Thysanuren (TbPysanũra), Ordnung der Insekten, mit
jestreckt keulenförmigem Körper, beißenden, meist ver⸗
ümmerten Mundteilen, flügellos, mit eigentümlichem
Schuppen⸗ oder Haarkleid und befondern Anhängen am
dinterleibsende, durchlaufen keine Metamorphose und
eben an feuchten, modrigen Orten von allerlei verwesen—
»er organischer Substanz. Hierzu die Familien der
dorstenschwünze und Springschwaänze (s. diese Artikel).
Ti, chem. Zeichen für Titan (s. d).
Tiahuangco, altamerik. Ruinenstätte auf dem Hoch—
ande im S. vom Titicacasee. — Vgl. Stübel und Uhle (1892).
Ziara (grch.), Kopfbedeckung der altpers. Könige; jeht
Rie dreifache Krone des Papstes, Symbol der dreifachen
Zerrschaft der Päpste in der leidenden, streitenden und
riumphierenden Kirche. sTafel: Wappenkunde J, 68.4
Tibaldi, ital. Architekt und Maler, s. Pellegrino.
Tibati, Landschaft (Fulbestaat) in Adamaua; die
zʒauptstadt T., 6,8 (m Umfang, 187 Ba, befestigt.
Tibbu (Tubu, Tebu), zerfallend in Teda (int N.) und
dasa (im S.), Regervolk in der östl. Sahara, Moham—
nedauer und Heiden, treiben Viehzucht und Handel.
Tiber (ital. Tevere, lat. Tiberis), größter Fluß in
Nittelitalien, entspringt im Etrurischen Apennin, am
Monte Fumajolo (1100 m), durchfließt die röm. Cam—
agna sowie Rom Karte: Italien L, 8), mündet über
4 xm unterhalb Rom in zwei Armen bei Fiumicino und
Jola sacra ins Tyrrhen. Meer, 880 xmIlg.; früher bis
som, jetzt nur bis Fiumicino schiffbar: Nebensluͤsse: Topino,
baglia, Nera, Anio.
Tiberias (arab. Tabarije), Stadt in Galiläa sTafel:
Bilder zur Biblischen Geschichte, 4], Wilajet
Beirut, westl. am See en (See von T.), 7400 E.;
im 25 n. Chr. von Herodes Antipas gegründet; hier
3. Juli 1187 Sieg Saladins über die Christen.
Tiberius (T. Claudius Nero), röm. Kaiser (11-37
iu. Chr. ) geb. 42 v. Chr., Stiefsohn des Kaisers Augustus,
vemahl von desch Tochter Juͤlia, unterdrückte 6—s
i. Chr. den Aufstand in Pannonien, 14 vom Senat als
daiser anerkannt, im Reiche ein tüchtiger Regent, in Rom
)espotisch und grausam, von Macro, dem Präfekten der
brätorianer, 37 ermordet. — Vgl. Stahr (2. Aufl. 1873),
Freytag (1870), Beule (deutsch 1873), Spengel (1803)5.
Tibesti, Landschaft in der östl. Sahara, vom Tarfo—
jebirge (im Tusidde 2700 mm hoch) durchzogen, im NO.
ruchtbar, von den Tibbu (etwa 12 000) bewohnt. Haupt⸗
rte Tao und Bardai.
Tibet, geköpertes kammwollenes, sich weich anfühlen—
es Zeug ohne glänzende Appretur.
Tibet, größtes Hochland der Erde, in Zentralasien
darte: Assen Lu. J. 31, zwischen Himalaja, Karakorum.