dem tief nach T. hineindringen den Kwen⸗lun und dez
chines. Prov. Szerischwan, etwa 2 Mill. gkm (einschließlic
des Kutu-nor-Gebieisy, meist Hochebenen von 36800 bis
—AVI O. von chines
und hinierind. Fluͤssen, im S. vom Indus und Brahmaputro
durchzogen, mit Gebirgsketten von 6000 his 8000 m Höhe
Duplere und Tangela-Gebirge); Klima trocken mit
kalten, schnecarmen Wintern ünd heißen, regenlosen
Sommern und starken Gegensützen zwischen der Tag- und
Nachttemperatur; Schneegrenze 49005670. m; Fauna
reichhaltig, bes. Hack, Antilope Moschustier, Nager.
Feldschaf Murmelnier, Wolf, Bür. Bevölkerung (GTbern
2 Mill.) meist Mongolen, inn N. Tanguten Religion s
Lama Politisch gehoͤrt T. im üußersten W. zu Brit.eIndien.
im O. zur o Prov. Sze⸗tschwan, ini übrigen chines.
Nebenland mit ð1d0 o0 qkm, 2,2s Mill. E.; Hauptort
mit qhines. Refidenten Lhaso (s. d.). [S. auch Beilage
Entdecungsreisen. Das Tibeüische Reich, wurd⸗
angeblich shoͤn im 13. Jahrh. v. Chr. gegründet, seit der
Miͤtte des 8. Jahrh. v. Chr. buddhistisch, seit 1125 vorüber;
Eehend Thing unnerworfen, seit dem 14. Jahrh. unter der
Herischaft des Dalai-Lama; chines. Besatzüung seit den
8. Jahrh. Ende 1003 sandte England eine große Erpe⸗
dition nach T. und erlaugte nach mehrern —
einen Verlrag 7. Sept. 18004 wichtige Zugeständnisse.
Val. Ganzenmüller (1878), Bishop lengi., 1894), Marston
————
Rrenard (franz., 1904), Wegener (1904) und die Werke
S. von Hedins u. a. Reisender.
Tibetaͤffe, tibetischer Nasenaffe, (Rhinopithecus
roxelianue A α sTafel: Asilatische Tierwelt,
22)], in Tibet einheimischer Affe mit enni erhobener
Rafe; Gesicht grün, Hals gelb, Oberseite bis zu den
Schultern tnig weiter hinten 3 Hinterbeine
braun. Gesellig auf Bäumen lebende Tiere.
Tibetdogge, tibetischer Mastiff, wahrscheinlich Stamm⸗
raffe der Doghen, aber mit lüngerer Behaarung und buschi⸗
gem Schwanz; uͤhnelt dem Neufundländer, nur schwerer
als dieser und weniger edel gebaut.
Tibetische Sprache und Literatur. Die tibet
Sprache ist die altertümlichste der sog. indochines, Sprachen,
hat mehrere Dialekte, von denen Dertranhesnae der
ausgebreitetste ist, wird mit einer Abart des ind. De⸗
vanaͤgari⸗Alphabets geschrieben. Die Literatur besteht
meist aus Ubersetzungen (bes. buddhist. Werke) aus dem
Sauskrit, außerdem aus Geschichtswerken, Fabeln, Märchen
und Liedern. Grammatiken von Csoma (1834), Jäschke
(2. Aufl. 1883), Sandberg (1884); Wörterbuch (tibet.⸗
deutsch, 1871 -76; tibet.⸗engl., 1881) von Jäschke.
rivia (lat.), Schienbein; bei, den alten Römern ein
dötenartiges Biasinstrument [Tafel: Musik J, 4].
Tibulius, Albius, röm. Elegiker, geb. um 54 v. Chr
in Rom, gest. 18 p. Chr.; überliefert ccz von ihm vier
Bücher Elegien. Ausg. von M. Haupt (6. Aufl. von
Vahlen, 1904), Hiller (1885), Belling (1897); Uber⸗
setzüungen von Teuffel (1853) ü. a.
Tibur, alte Stadt in Latium, am Anio, mit vielen
Villen (des Horaz, Hadrian ꝛc.); jetzt Tipoli.
Tic (frz.), Gesichtszucken; das Krippenbeißen der Pferde
dann laͤcherliche Gewoͤhnheit, Grille; T. douloureux (spr.
duluröh), Gesichtsschmerz (s. d.); T. conrulsit (spr
dongwül.), der mimische Gesichtskranipf, beruht auf krampf⸗
haften Zuckungen der Gesichtsmuskeln.
Tichatschek, Jos. Aloys, Tenorist, geb. 11. Juli 1807
zu Oberweckelsdorf (Böhmen), 183872 am Hoftheater
in Dresden, gest, das. 18. Jan. 1886, der erste Sünger
in Wagnerschen Heldenpartien.
Tichwin, Kreisstadt im russ. Gouv. Nowgorod, an der
Tichwinka, 6142 E. Umladeplatz der Waren, die auf dem
Tichwinschen Kanalsystem (von der Newa zur Wolge gehen.
Ticino (spr.titsch.), Tessin. lat. Ticinus, J. Nebenfluß
des Po, entspringt aus zwei Quellen am Sankt Gotthard
und am Nufenenpaß, durchfließt den Kanton Tessin (Tal
Leventina) und den Lago Maggiore und mündet nach
23 xm unterhalb Pavia.
Ticinum, lat. Name von Pavia.
Tick, s. v. w. Tic.
TioKot (engl.), Zettel, Billett, Lottericlos. T. of leare
Ispr. lihw), Urlaubsschein,die amtlich als License be—

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Tie

eichnete Bescheinigung, die einem vorläufig entlassenen
S2träfling in England als Legitimation ausgestellt wird.
Ticknor, George, amerik. Literarhistoriker, geb. 1. Aug.
1781 zu Boston, Prof. zu Cambridge (Ver. Staaten),
gest. 26. Jan. 1871; Hauptwerk: „Ristory of Spanish
literature“ (4. Aufl. 1871; deutsch 1882—67). — Biogr.
von Hillard (engl., 2 Bde., 1876).
Ticul, Grabstätte im mexik. Staate Yucatän.
Tidemand, Adolf, norweg. Maler, geb. 14. Aug.
1814 zu Mandal, gest. 25. Aug. 1876 in Kristiania;
bes. schlichte Genreszenen aus dem norweg. Bauernleben
Versammlung der Haugianer, Hausandacht, Der Groß—
nmutter Brautkrone) und einige Ültarbilder.
Tiden (niederd), s. Ebbe und Flut.
Tidore, eine der Molukken, südl. bei Ternate, 108
Ikm, 8000 E. — Das Reitch T., ohne Niederländ.⸗Neu—
juinea 10272 4km, 28000 E., mit demselben 405 061
Ixm, 268 000 G., zur Residentschaft Ternate gehörig.
Tieck, Ludw., Dichter, geb. 31. Mai 1773 zu Berlin,
ebte 1799 — 1800 in Jena, 1805—6 in Italien, dann
in Ziebingen bei Frankfurt a. O., München, Wien, seit
1819 als Dramaturg des Hoftheaters in Dresden, seit
1841 als Geh. Hofrat in Berlin, gest. das. 28. April
853; mit den Gebrüdern Schlegel Haupt der Romanti—
chen Schule; veröffentlichte: „Romantische Dichtungen“
1799 -1800, darin die Tragödie „Genoveva“), un
heater“ (1817), die Märchensammlung „Phantasus“
1812 -17), „Novellen“ (1835-42, 18863- 54), ausgeeichnete
 Ubersetzungen („Don Quirxote“, „Altengl. Thea⸗
ter“ 2c.). Die von Schlegel begonnene Shakespeareüber—
etzung wurde unter seiner Lestung von seiner Tochter
dorothea und Wolf Graf von Baudissin (s. d.) fortgesetzt.
— Vgl. Köpke (2 Bde., 1855), Hoffmann (1856), Friesen
2 Bde., ard Klee As⸗. — Sein Bruder Christian
Friedr. T., Bildhauer, geb. 14. Aug. 1776 in Berlin,
eest. das. 14. Maĩ 1851; Büsten beruͤhmter Männer für
ronprinz Ludpig von Bayern, das Giebelfeld und
anderes für das Berliner eee
Tiedge, Christoph Aug., Dichter, geb. 14. Dez. 1752
u Gardelegen, treuer Lebensgefährte der Frau Elisa von
er Recke (s. dy), gest. 8. März 1841 zu Dresden; Hauptverk:
 das syrisch-didaktische Gedicht ,Urania“ (1801 n. ö.).
— Biogr. von Falkenstein (1841). — Die ihm zu Ehren
zenannte Tiedgestiftung, 1842 in Dresden begründet,
hezweckt Unterstützung von Dichtern und Künstlern.
Tiefbau, die Gesamtheit aller derjenigen technischen
Arbeiten (bes. einer Stadtbauverwaltung), welche den
Brücken- und Straßenbau, die Wasserversorgung und
danalisation ꝛc. betreffen; im Bergbau der Grubenbau
nit Hilfe künstlicher Wasserhaltung.
Tiefbohrungen, Erdbohrungen zur Aufsuchung nutz⸗
jarer Mineralien, Petroleum, Solquellen oder Brunnen—
wasser. Der Bohrer (Erdbohrer, Bergbohrer, Grundbohrer)
wird an einem Gestänge befestigt und bei größern Tiefen
durch Maschinen bewegt. Bei festem Gestein bohrt man
reuerdings auch mittels Diamanten; dabei sitzt an dem
untern Ende des hohlen Gestänges ein mit Diamanten
hesetzter Stahlring; bei Drehung des Gestänges läßt der
Stahlring einen Kern im Gestein zurück, der zeitweise
heraufgeholt wird. Das tiefste Bohrloch befindet sich bei
haruschowitz (bei Rybnik in Oberschlesien); es ist 2005,8 m
tief; die Kosten betrugen 37,80A pro Meter; die Tempe⸗
atur an der tiefsten Stelle war 69,82 C. — Bgl. Fauck,
Fortschritte der Erdbohrtechnik“ (2. Aufl. 1800); Teck⸗
cuaburg, „Handbuch der Tiefbohrkunde“ (6 Bde., 1886
g96; Bd. I, 2. Aufl. 1900), Stein, „Verfahren und Ein⸗
vr en zum Tiefbohren“ (190535.
—S der Druck von Platten mit vertieft gestoche⸗
ien oder geätzten Darstellungen auf der Kupferdruckpresse.
Tiefenhafen, Hafenplaß auf der Insel Dagö — d).
Tieffenbrucker (Duiffopruggar), die älteste bekaunie
geigenbauerfamilie in Oberitalien; der bedeutendste war
raspar, geb. 1514 in Freising, gest. 1872. — Vgl. Cou⸗
agne (franz., 1893).
Tiefkolonne, Aufstellung des deutschen Infanterie—
ataillons, Kompanien hintereinander, im Gegeusatz zur
Zreittolonne G . d.).
Tiefladelinie (in England nach dem beantragenden
darlamentsmitglied Plimsollmarke genannt), die gesetzliche