entweder unbestimmt und unterliegt individuellen Schwan.
ungen (Amorphozoa, z. B. Schwämme, Amöben), oder
ie ist bestimmt und chtweder unsymmetrisch oder symme
trisch, nnd zwar entweder strahlig, radiär (Hohl⸗T.,Stachel⸗
hänter), oder bilateral-symmetrisch (Wuͤrmer, Glieder⸗T.
die Mehrzahl der Weichtierordnungen, Wirbel-T.); die
radiäre und bilateral⸗ symmetrische Gestalt können kom⸗
biniert auftreten (Rippenquallen, unregelmäßige Seeigel).
Die marimale Größe der T. schwantt von kaum einigen
Tausendsteln Mill imeter (Infnsorien) bis 30 m (nordischen
Finnwal); die kleinsten und die größten Formen finden sich
im Wasser. Die Fortpflanzung ist eutweder ungeschlechtlich
oder geschlechtlich. Erstexe beruht auf Teilung, Knospung oder
Sprossung; besondere Formen ungeschlechtlicher Fortpflan⸗
uung sind Parthenogenesis (s. d.) und Padogenesis (s. d.)
Der geschlechtlichen Fortpflanzung geht eine Begattung
voraus, und die T. sind entweder getrenntgeschlechtig oder sie
find Ziwitter; aber, auch bei diesen letztern scheint Selbst⸗
befrnchtung sehr selten zu sein, wenn sie überhanpt vor⸗
komme, VRugemein erscheinen die Nachtkommen bei der
Jeschlechtlichen und parthenogenetischen Fortpflanzung in
anderer Gestalt, häufig als Eicr, und müssen eine oft lang⸗
wierige und sehr verwickelte Metamorphose (s. d.) durch⸗
machen, bevor sie die Gestalt des Muttertiers erreichen,
Bisweilen geschieht das überhaupt nicht, sondern die Entel
gleichen den Großeltern, oder es folgen mehrere nuter fich
bereinstinumende, aber von den ersten Eltern abweichende
Senerationen aufeinander. Bei Schmarotzertum und
Sessilität kann die Verwandlung auch rückschreitend sein.
Der unterfchied der Geschlechter ist oft sehr beträchtlich,
und meist sind die männlichen Judividnen die bes. aus—
gezeichneten. Uber die Verbreitung Dder T. s. Tierver⸗
breitung. Mit der Erforschung des Baues der T., ihrer
Lebensbedingungen zc. beschäftigt sich die Zoologie s. d.).
Wer ohne polizeiliche Erlanbnis gefährliche T.hält oder
wilde oder bösartige frei herumlaufen läßt, wird mit Geld—
strafe bis zu 1020 oder Haft bis zu 6 Wochen bestraft
Deutsches Strafgesetzb. ß337). Wenn durch ein Tier ein
Mensch getötet oder verletzt, oder eine Sache beschädigt wird,
ist derjenige, welcher das Tier hält, schadenersaßzpflichtig
Bürgerl. Gesetzb. g 83).
Tierepos, Tierfabel, s. Tiersage.
Tiergeographre, Soogevgraphie, Zweig der Gev—
graphie, die Wissenschaft, die sich mit der Tierverbreitung
(1. d) beschäftigt.
Tierheilkunde, s. Tie atzneikunde.
Tierische Elektrizität, die Gesamtheit der im leben⸗
den lierischen Körper (Muskeln und Nerven) zu beobach—
tenden elektr. Erscheinungen.
Tierischer Magnetismus, Lebensmagnetismus,
Biomagnetismus, nach Franz Mesmer (s. d.) auch Mes.
merismus genannt, die augebliche Einwirkung des Nerven⸗
lebens eines Menschen auf das eines andern zum Zweck der
Heilung (magnetische Kur, Heilmagnetismus, Magneto⸗
therapie), gewerbsmäßig von den sog. Heilmagnetiseuren
Magnetopathen, s. d.) ausgeübt.
Tierische Wärme, s. Wärme (tierische).
Tierkohle, durch Verkohlung tierischer Substanzen
erhaltene Kohle, bes. Knochenkohle (f. d.).
Tierkreis, Zodiatus, schmaler, zu beiden Seiten der
Ekliptik um den Himmel laufender Gürtel, in welchem sich
Sonne, Mond und die größern Planeten bewegen; wird
in 12 gleiche Teile, Zeichen, eingeteilt; diese sind von
Westen nach Osten: Widder (Xy), Stier (F), Zwillinge
D Krebs (5), Löwe (9), Inugfrau (ny), Wage (0).
Ztkorpion (m) Schüte (2). Steinbock (7), Wassermann
(), Fische (X). Tafel; Astronomie J, 191) Ent—
sprichend dem Stande der Sonne bezüglich des T. in den
berschiedenen Jahreszeiten heißen die drei ersten Zeichen
Fruͤhlingszeichen, die drei folgenden Sommerzeichen, das
siebente bis neunte Herbstzeichen, die drei letzten Winter
zeichen; die drei ersten und drei letzten zusammen heißen
iuch die aufsteigenden, die übrigen sechs die niedersteigen—
Tierkreislicht, s. Zodiakallicht. [den Zeichen.
Tierkunde, s. Zoologie.
Tieriaus (Aematopinus), Gattg. der Läuse, gelb⸗
ich bis braunz mit deutlich abgesetztem Mittelleib, letz
terer viel schmäler als der ovale oder runde Hinterleib:
Hhmaroten auf verschiedenen Säugetieren. Schweinelaus

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Tie

H. suis L.), an den Hinterschenkeln des Haus- und
Wildschweins; Pferdelaus (J. macrocephalus Buri.),
am Hals und Nacken von Pferd und Esel; Rinderlaus
(M. Jituli L.), anf Rindvieh, größer als die ebensalls
auf Rindvieh schmarotzende Ochsenlaus (V. eurysternus
Steph.): Hundelaus (U. piliférus Burm.), auf Hunden.
*ierlymphe, animale Lumphe, s. Künhpocke.
Tiermalerei, dieienige Gattung der Malerei, welche
ich mit der Darstellung der Tiere (Haustiere, jagdbare
Tiere, wilde Tiere) beschästigt; das Bild heißt Tierstück.
Berühmte Tiermaler des 17. Jahrh.: Snyders, Potter,
Hondecoeter; des 19. Jahrh.: Adam, Ansdell, Bache,
Zaisch, Beard, Inl. Blaas, Rosa Bonheur, Braith, Bras—
rassat, Brendel, Delacroix, Aug. Fink, Friese, Koller,
eröner, Landseer, Palizzi, Pausinger, Schmidtson, Schreyer,
Steffeck, Trohon, Vayson, Verboeckhoven, Voltz, Zügel. —
ögl. Ellenberger, Baum, und Dittrich, Handbuch der
Auatomie der Tiere für Künstler (1888 -1801).
Tiermärchen, s. Tiersage.
Tiermedizin, s. v. w. Tierarzneikunde (s. d.).
Tiermisben (Gamasidae), Familie der Milben, mit
eils freilebenden, teils auf Infekten schmarotzenden Arten.
Zierher die Käfermilbe (Famasus coleoptratorum 4.),
uf Käfern und Hummeln schmarotzend; Vogelmilbbe (Dernanyssus
 avium Dug.), braunrot, schmarotzt anf Hühnern,
»auben zꝛc., gelegentlich auch auf Säugetieren.
Tieröl, s. Dippels Ol.
Tierplastik, derjenige Zweig der Bildhauerkunst, der
ich nut der Wiedergabe des Ticres in Stein, seltener in
kon (Terracotta) nud in Metall (Bronze, Ziuk ꝛc.) be⸗
chäftigt; am hänfigsten das Pferd zu Reiterstatnen, auch
sog., Rossebandigern, der Löwe als dekorative Tier⸗
igur für größere Dentmalsanlagen nud der Adler zu
ieger⸗ uud Siegesdenkmälern. Teutsche Tierplastiker:
Haud, Hofer, Kiß, Rusche, Alb. Wolff, Wilh. Wolff;
ranz.: Barye, Cain, Fremict, Gardet, Puget, Ronillard;
engle: Edwin Landseer; amerik.: Proctor, Shrady n. a.
Tierpfychologie, Zweig der allgemeinen Psychologie,
wescher die Erscheinnngen und Gesetze des Seelenlebens
r Tiere durch vergleichende Beobachtung zu erforschen
fucht. — Vgl. Darwin (engl.,18723; deutsch, 4. Aufl. 1884),
sherty (2. Aufl. 1875), Vignoli (1879), Romanes (deutsch
1885), Wasmann (83. Aufl. 1905).
Tierqualerei ist nach F 360 des Deutschen Reichstrafgesebbuchs
 mit Geldstrafe bis 160 40 oder Haft bis
zu sechs Wochen bedroht.
Tierra del Fuego, s. Fenerland.
rFIorra firma, s. Terra.
Tierreich, die Gesamtheit der Tiere (s. d.).
Tierfage, der Kreis der Erzählungen, in deuen Tiere
als handelnde Personen mit menschlihem Denken, Emp—
inden und Sprechen auftreten, exscheint als Tiermärchen,
Tierfabel, mit didaktischem Zweck, und als Tierepos, das
mehrere Tiermärchen und -fabeln umfaßt. Das erfte Tier—
epos im Abendlande ist die „Pebasis cuiusdam eaptiviꝰ
J. Robasis), dann der „Xsengrimus“ des flandr. Dichters
Rivardus (69. von Voigt 1884), der Roman de Reantin
 Frankreich (99. von Martin, 3 Bde. 1882-87)
der niederländ. „Reingert“ (um 12500 von Willem ver—
aßt, hg. von Martin 1870); der neu bearbeitete Reinaert II.
urde ins Niederdeutsche überfeht als Reincke Vos (s. d.).
Bgl. Grimm, „Reinhart Fuchs“ (1834).
riers-argent (frʒ., spr. ——
drittelsilber.
Fiern-état (frz., spr. tiährsetä, „dritter Stand“), in
rrankreich im öffentlichen Recht des Feudalzeitalters das
vürgerliche Volk (Mittelstand) gegenüber den privilegier⸗
en“Standen, dem Adel und der Geistlichkeit.
riers-parti (frz., spr. tiähr-, „dritter Stand“), unter
zudwig Philipp eine Fraktion des Zentrums in der De—
tiertenkammer; Mittelpartei.
Tierstöcke, s. v. w. Kormen (. d.).
Tierftück, s. Tiermalerei.
Tierverbreitung, die keineswegs gleichmäßige Ver—
reitung der Tiere über die Erde sErdkarten II,4 und
ie betr Karten bei den einzelnen Erdteilen und Ländern).
Zungchst gibt es landbewohnende und wasserbewohnende,
Etztere zerfallen wieder in See-, Brackwasser- und, Süß—
oafsertiere. Im übrigen hat man die Erde in eine Anzabl!