Timavo, Fluß im österr. Küstenland, der untere
dauf der Keka, verschwindet auf eine Strecke von 32 xm
unter die Erde und tritt schiffbar wieder hervor, um in
den Busen von Triest zu münden.
Timbale (irz, spr. tängbäll), Pauke.
Timber, engl. Stückmaß für Rauchwerk ⸗ 40 Stück
Timbo, Hauptstadt von Futa Dschalon (s. d.).
Timbre Afcz. spr. tängbr), Glocke; Klang Klang⸗
arbe; Stempel; Timbre-posto (spr. voit) Briefmarke.
Timbuken (omobutiu).altberühmte Handelsstadt
in FrangSudan (Obersenegal und Niger) 16 ⁊m noͤrdl.
vom Niger sKarte: Afrika 1, 101, sos) etwa b0oc
fchhafte E. (Maroikaner, Tnareg, Fulbe), zur Zeit des
Handelsverkehrs (ührl. 400 Karawanen) etwa 4000
uͤremde; Sit mohammed. Gelehrsamkeit; südl. der Hafen
abara (2000 E.). — T., im 11. Jahrh. von den Tuͤarec
Jegründet, im 18. Jahrh. vorübergehend im Besitz der Fulbe,
S804 von den Franzosen besebt. Bgl. Lenz (2. Aufl
1892), Dubois (franz., 1897), Hacquard Eranz. 1000).
Tins is money (engl., spr. teim is mönns), Zeit
ist Geld. sid est ete.
Timéo Danaos et dona ferentes, s. Quidquid
Times, The (engl., spreteims, „Zeiten“), bedeuten dste
engl. Zeitung, 1783 von J. Walter in London gegründet
seit 1788 T. genannt.
Timgad, Thamugadi, Thamugas, alte Stadt in
Algerien, in der jetzigen Prop. Constantine, zusammen
mitr dem nahen Lantbäsis (jetzt Lambese, ca. 1700 E.) und
Theveste in röm. Zeit Militärstation, als Kolonie ge⸗
gründet 100 n. Ehr., zur röm. Kaiserzeit bedeutend;
neuerdings Ausgrabungen.
Timmd (lat.) furchtsam, schüchtern, zaghaft.
Timofesew, German, Eroberer Sibiriens, s. Jermak.
Timok, .Nebenfluß der Donau in Serbien entspringt
auf dem Balkan, bildet die Grenze wisgen Serbien und
Bulgarien, mündet nach 171 xm bei adujevac. Da⸗
nach' benaunt der serb. Kr. T. (3196 qkm, 1904: 142582
E.); Hauptstadt Zajekar.
Timokratie (grich), Staatsform, in der die polit.
Nechte nach der Hoͤhe des Vermögens verteilt sind.
Timoleon, borinth. Feldherr und Staatsmann, geb
110 v. Chr., befreite 346 Syrakus von dem Tyranner
Dionysius, besiegte 848 die Karthager am Krimisos, gest
ni 336 v. Chr.
imon, der Misanthrop, ein durch seinen Menschen⸗
haß sprichwörtlich gewordener Athener, Zeitgenosse des
Sokrates T.aus Phlius, Philosoph und Dichter im
3. Jahrh. v. Thr., bes. durch seine satir. Gedichte, die
„Sillen“ (s. d.) bekannt.
Timor, größte der Kleinen Sundainseln, 82617, mi
Nedeninfeln 31907 qk, (1895) co. 800 600 E, (meisl
Papua, sonst Malaien, Chinesen, Portugiesen, Nieder—
länder), gebirgig (an der Südküste bis 3100 m); der
südwesti. Teil gehört den Niederländern (Niederländ.T.
16 511 4km, 200 000 E. ) und bildet mit Rotti, Sawu.
Sumba und Ost-Flores die Residentschaft T. (46 056 qkm,
1900: 742 000 E.); Hauptort Kupang (6781 E.); der
nordöstl. den Portugiesen (Portugies.T., 16 106 qkw
Handel s. Beilage: Asien), mit Kambing 16 248 4km
200 000 E.; Hauptort Deli. — Vgl. Bastian, „Indo—⸗
nesien“ (2. Lfg., 1885).
Timorlãautinseln, s. Tenimberinseln.
Timotheus, athen. Feldherr, Sohn Konons, schlug
375 p. Chr. die spartan. Flotte bei Alyzis und gewann
den Athenern die Inseln Kephallenia ünd Kerkyra, er—
oberte 366 Samos, gest. 334 in Chalkis.
Timotheus, Begleiter des Apostels Paulus, aus
Lystra in Lykaonien, der Sage nach erster Bischof von
Ephesus und das. unter Domitian als Märtyrer ge—
storben. Die beiden neutestamentlichen Briefe des Paulus
an T. (sog. Pastoralbriefe) stammen erst aus dem 2. Jahrh.
apokryphe Aeta Timothei“ gab Usener 1877 heraus.
Timotheusgras, s. Phloum eh 1383).
Timpangagossee, Süßwassersee im nordamerik
Staate Utah, s. Utahsee.
Timpano (ital. Mehrheit Timpani), Pauke.
Timpf, poln. Silbermünze zu 18 Groschen.
Timfaͤhsee, See in Unterägypten, 16 4km, vom
stanal von Sues durchzogen.

841

Tin

Timur (d. i. Eisen), auch Timur⸗Beg oder Timur⸗
reng (lahmer T.), gewoͤhnlich Tamerlan genannt, asiat.
Lroberer, geh. 9. April 1336 zu Sebz in der Prov, Ketsch,
»emächtigte sich 1870 Tschagatais, eroberte ganz Zentral⸗
isien, Persien und Indien, nahnm den Sultan Bajazet J.
402 bei Angora gefangen, gest. 18. Febr. 1405.
Tindale, Willlam, J. Tyndale.
Tines (lat.), die Motte; T. tarõösa, der Favus (s. d.).
Tinel, Edgar, Komponist, geb. 27. März 1884 zu
Sinay Gelgien), seit 1880 Inspektor der belg. Musitchulen,
 seit 1806 auch Prof. am Konservatorium in Brüssel;
Ieer— das Oratorium „Franziskus“ (1888).
Ting (Thing), Gericht, s. Ding.
Ting⸗hai, Stadt in der chines. Proy. Tsche-kiang,
auptort der Insel Tschou-schan, 30000 E.
Tingieren (lat.), eintauchen, färben.
Tingis, alter Name von Tanger.
tinian, eine der Marianen, 188 qkm, (1904) 34 E.
ZTinkal, s. Bor.
Tinkalzit, s. Boronatrokalzit.
Tinktur é(lat.), Färbung, Anstrich; in der Wappen—
kunde s. v. w. heraldische Farben (s. Farben und Tafel:
Wappenkunde J, 842—u); in der Pharmazie: wein—
zeistiger, weiniger oder wässeriger Auszug aus Pflanzen-—
oder Tierstoffen. Rote und weiße T., s. Ischimie- Aro⸗
natische und Bittere Tinktur, s. diese Artikel.
Tinne, Alexine, Afrikareisende, geb. 17. Olt. 1839
m Haag, reiste 1836657 nach Palustina, Syrien und
Agypten, bereiste 1862 das Gebiet des Weißen Nils
his Gondokoro, 1863 mit Heuglin und Steudner den
Bahr el⸗Ghasal bis Tembo, 1868 die franz. Sahara,
vurde auf einem Versuche, über Bornu nach dem Nil
vorzudringen, 1. Aug. 1868 westl. von Mursuk ermordet
— Bgl. Heuglin (1865).
Tinneh, Itynai, Thnaina, Kenai, auch Athabasca,
Athabasken (im engern Sinne), von den Engländern
Thipeway (im weitern Sinne) genannt, nomadische In—
dianerstämme in der Westhälfte von Brit.⸗-Nordamerika,
Fischer und Jäger, zerfallen in Chepewyan oder Chippe
vay (Tschipewe; im engern Sinne), die östlichsten der T.,
Dogrib oder Hundsrippenindianer im O. des Mackenzie
uind im N. des Großen Sklavensees, die Hasenindianer
m N. des Sktlavensees, die Kupferindianer im O. des
Sklavensees, die Yellow Knives oder Gelbmesserindianer
m O. der Dogrib. Außerdem gehören zu den T. die
Biberindianer, die Sarcee oder Sufsie, die Tahkali⸗ oder
Carrierindianer im W. des Felsengebirges, die Kutschin
westl. vom untern Mackenzie ꝛc. Sie alle bilden einen
Ast des athabaskischen Völker- und Sprachstammes im
veitern Sinne, zu dem auch die Apachen mit den Navajo,
die Indianerstämme des Innern der Halbinsel Alaskasu. a.
gehören. — Vgl. Buschmann (1856 u. 1863).
Tinnevelly, brit.⸗zostind. Stadt, s. Tirunelweli.
innum, Dorf auf der Insel Sylt, (1900) 450 E.,
Linos, Insel, s. Tenos. (Amtsgericht.
Tinte (ital.), s. v. w. Farbenton.
Tinte (mittellat.), jede gefärbte, bes. zum Schreiben die⸗
iende Flüssigkeit. Gewöhnliche Schreib-T.: Gallus. T. aus
Zalläpfeln ünd — ———— waren früher trüb; seit Gr⸗
aͤndung der Alizarin⸗T. durch Leonhardi in Dresden (1868)
bilden sie klare, filtrierbare Flüssigkeiten und lagern erst
nach dem Schreiben das Eisensalz in unlöslicher Form
zuf dem Papier ab. Blauholz⸗T. aus Blanholzextrakt,
Taliumdichromat, Chromalaun und verschiedenen in der
Fürbexei aͤls Beizen gebrauchten Salzen und Säuren;
je besitzen große Kopierfähigkeit, sind billig (werden als
Schul⸗T. benuht, z. B. Kaiser-T.), lassen sich aber vom
ßapier leichter eutsernen als die Gallus-T. Die Anilin⸗
c. sind 1,⸗ bis 1 prozentige Lösungen der betreffenden
farbstoffe (z. B. Tiefschwarz, Phenenschwarn Resorzinblau,
Nethylgrün, Methylviolett, Eosin) in Wasset mit Zu—
atz von etwas Oralsäure und Zucker; sie stehen in bezug
auf Echtheit und Beftändigkeit den Gallus- und Blau—
solz⸗ T. bedeuntend nach, besitzen aber meist große Kopier⸗
uhigkeit. Vor Anwendung von Anilinfäarben fertigte
nan rote T. meist aus Pernambukholz, 833 oder
Zarmin, blaue aus Indigokarmin oder Berlinex Blau.
stanzlei⸗T. müssen Gallus-T. sein und 55 der
Intlichen Prüfung. Kopier⸗T. enthalten größere Mengen