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Chef der Kreuzerdivision, wurde 1897 zum Staatssekre—
rär des Reichsmarineamtes und 1898 zum preuß. Staatsminister
 ernannt, 1899 Vizeadmiral, 1900 geadelt, sei⸗
1903 Admiral.
Tirfchenreuth, Bezirksstadt im bayr. Reg.-Bez
Dberpfalz, an der Waldnaab, (1905) 4455 E. Amtsgericht.
Tirfchtiegel, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Posen, an
er Ebra, zwaschen zwei Seen, (1905) 2229 E. Amtsgericht
Tirso, bedeutendster Fluß der Insel Sardinien, münde
ach 135 Kmein den Golf von Oristano.
Tirfo de Molina, span. Dichter, J. Jellez, Gabriel.
Tirunelweli cengi. Tinneveliy), Distriktshanptstadt
in der britzind. Präsidentsch. Madras, an der Tambra—
varni, (1901) 40 469 E. —
Tirufchilapalli, ind. Name für Trichinopoly (s. d.).
Tirnwanantapuram, s. Trawankur.
Tiryns (iryniho, alte griech. Stadt, in Argolis,
168 v. Ehr. von den Argivern zerstört; Ruinen 3 km
nördl. von Rauplia. Wichtige Ausgrabungen (alter Königs—
velehe Iurd Echiemqnn 1884 und 1885 (Bericht 1886)
isane Efrz.), s. Ptisane.
Tischbein, — Hrint. der Altere, Historien- und Bild⸗
nismaler, geb. . Okt. 1722 zu Haina in Hessen, gest
22. Aug. 1789 als Direktor der Kunstakademie zu Cassel. —
Sein Neffe Wiltz. T., geb. 15. Febr. 1751 zu Haina
Historien⸗ und Bildnismaler, 1790 — 99 Direktor der
Akademie in Neapel, gest. 26. Juli 1829 zu Eutin, Goethes
Freund. Berühmtestes Wert: „Honier, nach Antiken
gezeichnet“ (1801 5283). Selbstbiogr. (1822).
Tischendorf, Koustantin von, prot. Theolog, geb
18. Jau. 1815 zu Lengenfeld im Vogtland, Zest. 7. Dez
1874 als Prof. der Theologie und biblischen Paläographi
zu Lripzig, berdient als Heransgeber der berühmtesten Hand⸗
schriften der griech. Bibel „Godex Sinaitieus“, 1862)
zu deren Auffindnug und Vergleichung er seit 1840 zahl⸗
reiche Reisen in Europa und dem Orieunt unternahm
Reisewerke: 1845 und 1862.
Tischklopfen, s. Tischrücken.
Tischri, der 1. Moungt des bürgerlichen, der 7. des
kirchlichen Jahres der Juden, fällt inden September und
Otlober; am 1. Tage Neujahr, am 3. das Fasten Ge—
dalija; am 10. der große Versöhnungstag (s. d.); 15. bis
22. Laubhüttenfest (1j. d.).
Tischrücken, ein Vorgang, der sich zeigt, wenn ein
Tisch durch vereinigtes Händeauflegen mehrerer Personen
in eine drehende, fortschreitende Bewegung pversetzt wird
um die Mitte des 19. Jahrh. als angebliche Geister—
offenbarung von Amerika aus überall hin verbreitet und
meist mit dem sog. Tischklopfen (Geisterklopfen) ver—
bunden, durch das die Geister den Menschen Mitteilungen
nachen sollen.
Tisi⸗ n⸗Tamdschurt, höchster Gipfel des Atlas, 4700 m
Tifto, Benvenuto, ital. Maler, s. Garofalo.
Tisiphonuec, eine der Erinnyen (s. d.).
Tisri, jüd. Monat, s. Tischri.
Tisserand (spr. tiss'sraug), Francçois Felix, franz
Astronom, geb. 13. Jan. 1845 zu Nuits, seit 1878 Mit:
glied der Atademie und Prof. an der Sorbonne, 189*
direktor des Observatoriums zu Paris, gest. das. 20. Okt
1896; hauptsächlich um die Gebiete der himmlischen Mecha
nik (Lehrbuch, Bd. 124, 1889 -96) verdient.
Tissot (spr.-oh), Victor, franz. Schriftsteller, geb. 15. Aug
1845 zu Freiburg (Schweiz), gest. 9. Aug. 1802 in Paris
bekannt durch Schmähschriften über Deutschland („Voyage
an pays des Milliards“, deutsch 1875; „Les Prussiens en
Allémagne“, 1876; „DPe Paris à Berlin“, 1886 n. a.)
Tisza (ungar., spr. tissa; lat. Tissus), s. Theiß.
Tisza (spr. tissa), Koloman von, ungar. Staatsmann,
geb. 16. Dez. 1830 zu Geszt (Komitat Bihar), seit 1861
Führer des linken Zentrums im Abgeordnetenhause, 1875
—a0 ungar. Ministerpräsident und Minister des Innern,
führte den wirtschaftlichen Ausgleich mit Zisleithanien
durch, gest. 23. Maͤrz 1902 in Buͤdapest. — Sein Bruder
Ludwig, Graf von T., geb. 12. Sept. 1832, Anhängen
Deaks, 1871 — 73 Miunister der öffentlichen Arbeiten,
1832 294 Minister am königl. Hoflager, gest. 26. Jan
1898 in Bndapest. — Kolomans Sohn Stephan, Graf
von T., geb. 22. April 1861 in Budapest, seit 1886 Mit⸗
Jlied des Reichsstags, an der Leitung indnstrieller und

Tit
inanzieller Institute beteiligt, 26. Okt. 19038 bis Ende
zau. 1905 Ministerpräsident.
Tiszaeszlar (pr. tissacßlahr), Großgemeinde im ungar.
domitat Szäbolcs, J. an der Theiß, (1900) 3260 E.
Tiszaföldvar (spr. tissa), üngar. Großgemeinde,
Földvar
Tiszafüred (spr. tissa⸗), Großgemeinde im ungar.
domitat Heves, unweit J. der Theiß (1900) 8643 E.
Tiszapolgär, Gemeinde im ungar. Komitat Szabolcs,
.900) 10608 E.
Titan (chem. Zeichen Ti), metallisches Element vom
Ltomgewicht 48,1, kommt in Form der Titansäure als
Rutil, Anatas, Brookit, ferner als Titaneisen weit ver—
hreitet, aber immer nur in geringer Menge vor, findet sich
erner, an Kohlenstoff und Stickstoff gebunden, in den
Schlacken der Eisenhochöfen, bildet, aus dem Oxyd durch
Aluͤminium reduziert, ein dunkelgraues, nicht kristallinisches
Pulver, das an der Luft mit starkenn Glanz zu Titan—
dioxyd (Titansäure, Titansäunreantzydrid) verbrenut; dieses
vermag sich mit Basen zu titansauren Salzen (Titauaten),
aber auch mit starken Süuren zu verbinden. Titanverbin—
dungen dienen in geringer Menge zur Herstellung gelber
Korzellanfarben und grüner Anstrichfarben. Schwefel-T.
wird kristallisiert als Tstanbronze, wie Musivgold verwendet.
Titaneisenerz, Ilmenit, rhomboedrisches, eisen—
chwarzes, selten braunes Mineral, titansaures Eisen—
yxydul; überzieht sich bei der Verwitterung mit gelblich—
veißer Rinde von Titanit (Titanomorphit oder Lenkoxen);
atzessorisch in vielen Gesteinen, lose als Titausand (Me—
naccanit) oder erbsengroße Körner (Iserin), hier und da
auf Eisen verschmolzen. Abarten: Kibdelophan. Crichto—
nit, Wafhingtonit ꝛc.
Titanen, nach dem griech. Mythus das alte vor—
Aympische Göttergeschlecht, Söhne und Töchter (Titaniden)
des Uranos und der Gaia. Einer der Ti, Kronos, stieß
seinen Vater vom Throne und entmannte ihn; dafür
ward das ganze Geschlecht von Uranus verflucht und nach
langem, erbittertem Kampfe (Titauomachie) von Zeus be—
iegt. Zeus schlenderte die T. in den Tartaros, wo sie
oon den Hekatoncheiren bewacht wurden.
Titandla, Elfenkönigin, Gemahlin des Oberon.
Titanit, monoklines shäufige Kristallform Abb. 1868),
gselbes und braunes, glasglünzendes Mineral —
Gelb⸗ und Brauumenakerz Werners), be— 8
stehend aus Kieselsäure, Titanstäure und Kalk,
zäufig im Syenit und Phonolith; die durch— 75
ichtigen grünen, auf Klüften kristalliner Tianit
Schiefer aufgewachsenen Varictäten (Sphen)
dienen als Schmücksteine. — T. heißt auch ein Spreng—
nittel, Gemisch von Zellulosedynamit mit schwarzem Pul—
Titanomachie (grih.), s. Titanen. sver.
Titanomorphit, s. Titaneisenerz.
Titansäure, s. Titan.
Titcomb (spr. tittköm), Pseudonym, s. Holland, J. G.
Titel (lat. titülus), Auf-, Überschrift eines Buchs,
dunstwerks ꝛc.; Amts-, Ehrenname (s. Titulaturen); ge—
setzlicher Grund, aus dem jemand ein Recht zusteht (Mechts-7);
 anch Bezeichnung der einzelnen Kapitel in Gesetz—
sammlungen; im kath. Kirchenrecht eine Stelle, spüter der
Nachweis gesicherten Lebensunterhalts (Beneficium. Patrivonium
 zc.) bei der Ordination.
Titer, s. Titre.
Tithon, oberste Stufe des Malm.
Tithonos, Sohn oder Bruder des trojau. Königs
raomedon, von Eos nach üthiopien entführt und auf
hr Bitten von Zeus mit Unsterblichkeit begabt. Da
ber Eos vergessen hatte, auch ewige Jugend zu erbitten,
hrumpfte Tim Alter immer mehr zusammen und ward
hließlich in eine Zikade verwaudelt.
Titicacasee, Landsee zwischen Pern und Bolivia,
60 xmulg., bis 60 xmubr, 8400 qkm, bis 272 mm tief,
3812 mü. d. M., zahlreiche Inseln mit altperuan. Ruinen;
Abfluß der Desaguadero. —
Titles, eine der drei ersten Tribus (s. d.) von Rom
Titisee, See im bad. Schwarzwald, ani Feldberg,
Cmü. d. M., I,es kmelg., bis 40 in tief. [j. d.).
Titliussche Reihe, s. v. w. Bode-Titiussche Reihe
Titlis, Bergstock der Berner Alpen auf der Grenze
on Unterwalden und Bern, im Nollen 83239 mu.