Tit
Titre (spr. titx), Titer, Titel, Urkunde, Wertpapier;
Feingehalt der Münzen und Feinheitsgrad der Seide;
maßaualytisch, s. Maßanalyse; Titrieranalyse, s. Maß⸗
znalyse; titrieren, das Sortieren der Seide nach der
Feinheit, bestimmt durch das Verhältnis des Gewichts und
der Fadenlänge; maßanalytisch bestimmen.
Tittmoning,/ Stadt iin bayr. Reg.-Bez. Oberbayern,
an der Salzach, (1905) 1688 E., Amtsgericht.
Tittoni, Tommaso, ital. Staatsmann, geb. 4. Mai
1849 in Rom, 1887 Präfekt der Prop. Perugia, 1000
oon Peapel, 1601 Senator, 1903 bis Dez. 1003 Minister
des Auswärtigen, März 1806 Botschafter in London,
9. Mai 1906 wieder Minister des Auswaͤrtigen.
Titular (lat.), nur dem Titel (titdius) nach, ohne
das Amt; Titularbischof, s. In partibus intidebum.
Titulaturen (neulat.), die ——— welche jemand
einem Stand und Amte gemäß, bes. in der Anrede, erhält.
J. Allgemeine Negeln. 1) Das Geburtsprädikat fürstl.
Lersonen schließt in der Regel das Dienstprädikat (z3. B.
Erzellenz) aus, Ebenso erhält ein Beamter oder Offi—
zier, der dienstlich auf Hochwohlgeboren Anspruch hat,
das Geburtsprädikat, fals es höher ist. — 2) Frauen
nehmen am Prädikat des Gatten teil. Ist die Gattiu
höhern Geburtsstandes, so behält sie das durch die Geburt
hr zustehende Prädikat auch wohl in der Ehe mit einem
Batten geringern Standes bei. Damen, die zur linken
Hand vermählt sind, erhalten das ihrem persönlichen Stande
ntsprechende Prädikat. — 3) Bei Gesuchen u. dgl. Schrift⸗
tücken sind zu egen a. Die Adresse auf dem Umschlag.
Sie wird unter Berücksichtigung der unter II. folgenden
alphabetischen Poeree der Prädikate verfaßt. 8. B.:
Seiner Magnifizenz dem Rektor der königl. Albertus—
Universität Herrn Prof. N. N. zu Königsberg. Die Adresst
pflegt man noch einmal zu wiederholen, und zwar bei mehr⸗
seitigen Briefen in der linken untern Ecke der ersten Brief⸗
seite, oder auch in der linken untern Ecke der Briefseite,
welche die Unterschrift enthält. — b. Der Beginn des
Briefs (die Anrede). Fällt diese nicht mit dem Prädikat
zusammen, so ist das Nötige bei den einzelnen Titeln be—
merkt. — 6. Der Kontert, d. h. derjenige hauptsächliche
Teil eines Schriftstückes, in dem im Zusammenhange die
Zache vorgetragen wird. Dem Kontert geht die —
ooran und folgt am Schlusse die Ehrfurchts- oder Er—
zebenheitsbezeugung mit der Unterschrift. Es liegt in der
Ratur der Sache, daß im Kontert eines Gesuchs oder
Briefs die Kurialien (Höflichkeitsformen) hinter den sach—
lichen Ausführungen zurücktreten. Gleichwohl beachte man
'olgendes: Zur Vermeidung von Wiederholungen gebraucht
man bei Kaisern und Königen und deren Gemahlinner
auch Allerhöchst Sie (Allerhoͤchst Ihnen), Allerhöchstdiesel⸗
ben, bei audern regierenden Fürsten und fürstl. Personer
Höchst Sie (Höchst Ihnen), Höchstdieselben, bei andern
Johen Personen Hochdieselben. — aͤ. Die Ehrfurchts. und
Ergebenheitsversicherungen am Schluß der Schriftstücke
erfordern eine ganz besondere Abmessung, je nach dem Ab⸗
stande zwischen Empfänger und Absender. Es wird ge—
oraucht! Alleruntertänigst bei Kaisern, Königen und bei
Broßherzögen; Untertänigst bei allen übrigen Fürsten; ehr⸗
zrbietigst, gehorsamst, ganz gehorsamst bei Regierungen,
Behörden, Vorgesetzten und ältern Respektpersonen; ganz
ergebenst, ergebenst bei Bekannten und Untergebenen.
Hierher gehört auch die Skala: Mit größter Hochaächtung,
nit vorzůglicher Hochachtung, Hochachtungsvoll. Odet: mit
Hochachtung, Achtungsvoll (bei Gleichstehenden und Unter—
gebenen). — II. Spezielle T. s. Beilage: Titulaturen.
Titürel, ein Held der Gralssage, Urgroßvater Parzi—
»als. In den von Wolfram von Escheubach gedichteten
vwei Liedern („Der ältere T.) handelt es sich nicht um
T. „ exst Albrecht von Scharfenberg stellte in dem „jüngern
T.sein Leben dar. — Vgl. Zarncke (1876).
Titus (T. Flavius Vespafianus), röm. Kaiser (79
78), Sohn des Kaisers Vespasian, geb. 41n. Chr., er⸗
oberte 79 Sernfalem, regierte milde dest. 13. Sept 81.
Titus, ein Heidenchrast, Begleiter des AÄpoftels Pau—
us, der Sage nach erster Bischof von Kreta, der neu—
restamentliche Brief Pauli an T. ist nicht von Paulus
Zitusbogen, der vom Kaiser Titus if. dy) zum An—
denken an seine Eroberung Jerusalems (70 n. Thr. ) in
Rom erbaute Triumphbogen.

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Tituskopf, Kopf mit kurzem Lockenhaar.
Titusville (spr. teitößwil), Stadt im nordamerik.
gate Pennsylvanien, am Oil Creet, (1900) 8244 E.
Tiverton (spr. tiwwert'n), Stadt in der engl. Grafsch.
Devon, am Ere, (1901) 10 382 E.
Tivsli, das alte Tibur, Stadt in der ital. Prov.
Rom, am Teverone (Anio), (1901) 13386 E.; antike
Ruinen (Tempel der Vesta Tafel: Griechisch-Römische
Funst T, 7) u. a.) Villa' d'Este, Wasserfälle.
Tiwurzel, Nahrungspflanze, s. Cordyline.
Lirtla, Stadt im mexik. Staate Guerrero, (18900) 6316 E.
Tiza, Mineral, s. Boronatrokalzit.
Tizian, eigentlich Tiziäno Veceilio (spr. wetschellio),
xößter Maler der venez. Schule, geb. 1177 zu Pieve di
Aadore in Friaul, gest. 27. Aug. 1676 in Venedig an der
Lest; bedeutender Kolorist, fast alle Gattungen der Ma—
erei mit gleicher Kraft und Höhe umfassend, am meister—
aftesten im Porträt und in der Darstellung des nackten
dörpers. Nennenswert von Kirchenbildern: Zinsgroschen
Dresden), Himmelfahrt Mariä (1518, Venedig; uͤm
543, Verona), Madonna der Familie Pesaro (Venedig),
Narter des heil. Laurentius (ebd.), sog. Kirschenmadonna
Wien), Eoeé homo (ebd.), ent (Madrid),
ʒrablegung (mehrmals); von mytholog. Darstellungen:
zenusfest (Madrid), Jupiter und Antiope (Paris), Danaë
mehrmals), Ruhende Venus (Cambridge, Kopie in
Resden), sog. Venus von Urbino (Florenz), Toilette der
zenus (Petersburg); von Allegorien: Himmlische und
rdische Liebe (Rom); von Bildnissen; Karl V. (Madrid,
Rünchen), Selbstbildnis (Berlin), Geschichtschreiber Varchi
Wien [Tafel: Porträtmalerei J, s)), feine Tochter
ravinia (Berlin, Dresden), sog. Maitresse T.s (Paris),
og. Flora (Florenz), sog. Bella (ebd.). — Biogr. von Crowe
ind Cavalcaselle (deutsch 1877), Fischel (2. Aufl. 1906).
Tjalk, plattbodiges Küsten- und Flußfahrzeug mit
em Mast und Schwertern, in der Ost- und —** be⸗
Tjendang, Insel, s. v. w. Sumba. sbenutzt.
Tiettek, s. Pfeilgifte.
Ljost eeenn vom altfranz. jousto), ritter⸗
iches Kampfspiel, Einzellämpf mit dem Speere zu Pferde
s. Buhurt); davon tjostieren.
Tjumeit, Kreisstadt im russ.ssibir. Gouv. Tobolsk, an der
Tura, 29 651 E., Bahnendstation, Dampfschiffahrt; Transit⸗
andel von und nach Sibirien, Teppichweberei.
7TIu. chem. Zeichen für Thallium.
Tlacotaälpan, Stadt im merik. Staate Veracruz,
in der Mündung des Papaloaban in den Golf von
Tlalhuica, s. Nahua. sCampeche, (1900) 6314 E.
Tlarxecäla (Tlascäta), Staat der Republik Meriko,
132 4k4m, (1800) 172315 E. (meist Indianer); die
dauptstadt T. am Rio Atoyac, 2715 E.; zur Zeit der span.
kroberung große Hauptstadt einer mächtigen Republit.
Tlaxcalteca, inexik. Volk, s. Nahua.
Tlemsen (Tlemcen), Stadt in der alger. Prov. Oran,
am Flusse T. (1801) 35 468 E.; im 183. Jahrh. Hauptstadt
des Reichs der Zijaniden. [3446 E.
Tlumacz (spr. matsch), Bezirksstadt in Galizien, (1900)
Trmesis (grch.), Treunung eines zusammengesetzten
Wortes durch ein anderes da ———
Tmolos, im Altertum des südl. vom alten
ardes aufsteigenden Höhenzuges in Lydien; jetzt Bog⸗
To, japan. ee 18, o80 1. sdaghbaschi.
Toast (engl., spr. tohst), geröstete Brotschnitte; daun
inkspruch bei feierlichen Gelegenheiten.
Tobago, eine der Kleinen dnae s. Tabago.
TSobarra, Stadt in der span. Prop. Albacete, (1900)
87 E., Schwefelquellen.
Tobel, s. v. w. Klingen (. d.).
Tobelbad (Dobelbadb, Doblbad). Wildbad in Steier⸗
aark, (1900) 78 E., zwei Quellen (Kohlensäure und
hwefelsaure Salze).
To beo or not to be, that is the question, „Sein
der Nichtsein, das ist (jetzt) die Frage“, Zitat aus
Shakespeares Hamlet.
Toberentz, Rob., Bildhauer, geb. 4. Dez. 1849 in
Zerlin, das. und in Dresden gebildet, 18835—289 in Ame⸗
ika, 1895 Prof., gest. 31. Juli 1895 in Rostock; Genre⸗
tücke, Reiterstatue Friedrich Barbarossas in Goslar, Voll⸗
ndung des Ottoschen Lutherdenkmals in Berlin,—