Ton

Tolosa, Stadt in der span. Prov. Guipüzcoa, am Oria,
1900) 8111 E.
Tälpel, Pflanze, s. v. w. Raps (s. d).
Tölpel (Sula), Gattg. der Ruderfüßler, Schwimm-—
vögel mit großeni, an Gesicht und Kehle nacktem Kopf,
zienilich langem, geradem, seitlich zu—
sammengedrückteni Schnabel, langen,
spitzen Flügeln, langem, keilförmigem
Schwanz, leben gesellig auf den kalten
und gemäßigten Meeren, auf dem zur
Brutzeit aufgesuchten Lande unbehol—
fen, nähren' sich ausschließlich von
Fischen. Gemeiner T. (weisßer T.,
Baß⸗T., Basan⸗ rd npang 8.
—E— an er
mit schwarzen Handschwingen; nach 1860. Tolpel.
der schotte Insel Baß, seinem Hauptbrüteplatz, genannt.
Tölpelkrankheit, s. v. w. Bauernwetzel.
Toiftoj, Alexej Koustantinowitsch, Graf, russ. Dich⸗
er, geb. 3. Sept. 1817 in Vetersburg, gest. 11. Ott.
1875 im Gouv. Tschernigow; schrieb die dramat. Trilogie
Der Tod Jwans des Schrecklichen“, „Zar Fedor Iwano—
witsch“ Zar Boris“ (2. Aufl. 1876), yrische und epische
Gedichte, den Roman, Fürst Serebrjanyi“ (deutsch 1881)
Tolstöj, Dmitrij ülexaudrowitsch, Graf, russ. Staatsaaun,
 geb i828, 1806—80 Minister des Innern und Ober⸗
proturor (jeit 18608) des Heiligen Synod, machte sich durch
seine Bevorzugung des Studiums der klassischen Sprachen
und bes. durch seine Uberwachung der Universitäüten und Maß—
regelungen der Studenten mißlüebig; er war dann Prüsiden
der Akademien der Wissenschaften, 1882—85 Minister des
Innern, gest. 7. Mai 1889;5 schrieb: „Le Catholiciemé
romain en Russie“ (2 Bde. 1863-64).
Tolstsi, Lew (Leo) Nitolajewitsch, Graf, russ. Schrift:
steller, geb. h. Sept. 1828 im Gonv. Tula, studierte in Kasan,
181 536 Offizier, von da an meist auf seinem Gute Jasnajca
Poljana (Gouv. Tula) lebend, 1862 verheiratet mit Sofijo
Audrejewna Behr; schrieb eine Reihe von Erzählungen,
Kriegscrinnerungen ec, denen die großen Romaue „Krieg
und Frieden“ (1865) und „Anna Karenina“ (1874) folgten
Hierauf trieb T. theol. Studien, übersetzte die Evangelien.
schrieb legendenartige Erzühlungen, seine, Beichte“ (drutsch:
„Worin vesteht mein Glaube“, 1884), später jedoch auch
wieder Novellen: „Der Tod Iwan Iljitschs“, „Die Kreutzer⸗
sonate“, ferner „Die Macht der Finsternis“ (Drama), „Die
Früchte der Bildung“ (Lustspiel), „Die Auferstehung“
(Roman), religiöse, sozialpolit. und andere Abhandlungen,
Was isfi die Kunst“, „Memoiren“ ꝛc., alles auch deutsch
übersetzt. — Biogr. von Löwenfeld (3. Aufl. 1901), Seuron
(1895), Ettlinget (1880), Zabel (1901), Hart (1800); vgl.
Schmuͤtt, „T.s Bedeutung für unsere Kultur“ (1901). —
Sein Sohn Lew Lwowitfch T., Graf, geb. 1871; schrieb:
„Ein Prälndium Chopius“ (deutsch 1887 u. ö.; als Gegen⸗
stück zur „Kreutzersonate“ des Vaters) u. a.
Tolteken (Tulteken), altmexik. Volk, gründete im
5. Jahrh. in Anahuagc das Toltekische Reich, seit dem
11. Jahrh. von den Azteken erobert.
Tolubalsam, das erhärtete Harz von Myroxÿlon
toluifsra . braunrote, kristallinische, leicht zu einem gelb—
lichen Pulver zerreibliche, wohlricchende, arsmatisch säuer—
lich schmeckende Masse. Wird zu kosmetischen Zwecken,
innerlich wie Perubalsam in Pillen bei Katarrh verwendet.
Toluüca, Hauptstadt des mexik. Staates Mexiko, am
1500 m hohen Nevado de T. (ausgebrannter Vulkan),
Tolucanaöl, s. Carapa. [(1900) 25 940 6
Toluidine, s. Toluol.
Toluol, Methylbenzol, wasserhelle, stark lichtbrechende,
ieicht bewegliche, bei 1110 0. siedende Flüssigkeit vom spez.
Gewicht 6,882, dem Benzol sehr ähnlich; entsteht bei der
trocknen Vestillation des Tolubalsams (s. d.), wird aus
leichtem Steinkohlenteeröl durch Destillation abgeschieden,
liefert mit Salpetersäure drei Nitro-T. hauptsächlich Ortho—
nitro⸗T., Flüssigkeit vont Siedepunkt 21880, und Para
nitro⸗T., Kristalle vom Schmelzpunkt 549. Die Nitro-T
gehen durch Reduktion in Toluidine (Amido-T.) über,
bon denen das Orthotoluidin und Metatoluidin von großer
Bedeutung für die Darstellung des Fuchsins und anderer
Farbstoffe iun ihr Gemisch heißt flüssiges Toluidin, ihr Ge—
misch mit Anilin Anilinöl für Rot oder Rotöl.

Tölz, Marktflecken und Bezirksort im bayr. Reg.-Bez.
Aberbayern, an der Isar, (1905) 5261 E., Amtsgericht,
ewerbliche Fortbildungsschule, histor. Museum; Luftkur—
irt; dabei Bad Kraukenheil (s. d.d.
Tomi (Tomj),er. Nebenfluß des Ob im russ.⸗sibir. Gouv.
musk, 843 kmulg. (Indianer.
Tomahawt (spr. hahk), Streitart der nordamerik.
Toman(Thoman, Tumand, pers. Goldmünze —7, 166⸗)M.
S. auch Tomin.)
Tomaäschow, (poln. Tomaszöw). 1) Kreisstadt im
russ.-poln. Gouv. Ljublin, 6224 E. — 2) Stadt im
russe-poln. Gouv. Petrokow, an der Wolborka, 18 724 E.
Tomasee, Quellsee des Vorderrheins (s. Rhein).
Tomasu, japan. Hohlmaß 18 620 1.
Tomate, s. Liebesapfel [Abb. 1051).
Tombak, goldfarbige Legierung aus 41,, bis 12 Teilen
pfer und 1 Teil Zink. lbei Volksfesten gespielt.
Tonmibola (ital.), eine Art Zahlenlotto, bes. in Italien
Tombutktu, s. Timbuktu.
Tomet, Väclav Vladivoj, böhm. Historiker, geb.
;1. Mai 1818 in Königgrätz, 1850 Prof. in Prag, seit
882 an der tschech. Universituͤt, seit 1885 zugleich Mitglied
es österr. Herrenhauses, gest. 12. Juni 1905; schrieb:
„Geschichte der Stadt Prag“ (tschech, Bd. 127, 1888 —
7; Bd. auch deutsch), uͤber Zizkaͤ (1880)9, Hand- und
⸗hulbücher der böhm. und österr. Geschichte.
Tomelloso (spr. melljoö⸗), Stadt in der span. Prov.
Findad Real (Neukastilien), (1900) 13 929 E.
Tomi, alte Stadt in Unterniösien, am Schwarzen
Meer, Opids Verbannungsort; Ruinen bei Küstendsche.
Tomin (Mehrzahl Tomines), Silbermünze in Bo—
ivia — 20 Centavos; merik. Goldgewicht — 100 Marco
* O,oes g; mexit. Silbergewicht iseg Marco O, voo g
Heldgröße in Sansibar (auch Toman) — 1, Marid⸗
noresientaler.
Tomleschg, Tal in Graubünden, s. Domleschg.
Tömling, siames. Gewicht, das Vierfache des Bat
d.). sengl. gemeinen Soldaten.
Tomnmty Atkins, volkstümliche Bezeichnung für den
Tömöser Paß, s. Predeal.
Tomsk, russ. Gouvernement in Westsibirien, im Ge—
nete des obern Ob, im SO. an die Mongolei grenzend,
mit Hochgebirgen, im NO. Steppen, 857682 qkm,
927679 E., Russen (91 Proz.), Ostiaken, Ostjak-Samo—
eden, Tataren u. a.; Berg- nud Hüttenwerke (für Gold,
Silber, Kupfer, Blei, Eisen, Steinkohlen u. a.). — Die
dauptftadt T. am Tom, Bischofssitz, Universität (seit
888), Technisches Institut mit Bergschule, 63533 E.,
Bahnendstation, Flußhafen mit Dampfschiffahrt; Transit—
sandel nach Sibirien.
Ton (yhysik.), s. Schall; T. (mineralog.), s. Tone; D.
ei den Minnesängern die Vers- und Strophenform sowie
Melodie eines Gedichts.
Ton (spr. tönn), engl. Gewicht zu 20 engl. Handels—
entner S 2240 engl. Pfund — 1016 kg (Long Ton); in
en Ver. Staaten von Amerika zu 20 Cental — 2000 Pfund
. xg (Short Ton); als Holzmaß (T. of Shipping)
oad.
Tonalepaß, Alpenpaß zwischen der Ortler-s und Ada—
nellogruppe der Tiroler Alpen, 1884 m; darüber führt
ine Straße aus dem Val Camonica (am Oglio) nach
dem Sulzberg in Tirol; das nordöstl. vom T.agelegene
Fort Strino dient als Paßsperre; am T. in den J. 1799,
809, 1848, 1866 heftige Küämpfe zwischen Tirolern, Fran—
»osen und ital. Freischaren.
Tonart, die Anwendung der immer gleichen Dur—
»der Molltonleiter auf die 12 verschiedenen Intervalle;
es gibt daher 12 Dur- und 12 Molltonarten.
Tonbridge (spr. tönnbriddsch), engl. Stadt, s. Tun—
zridge.
adorn, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Schleswig,
in der Wiedau, (1903) 4243 E., Anitsgericht, Lehrer—
eminar; dabei, Dorf Mögeltondern (s. d.J.
Tondeur (spr. tongdöhr), Alexander, Bildhauer, geb.
7. Inli 1829 in Berlin, gest. das. 21. April'1806, seit
892 Prof.; allegorische Gestalten, Porträtstatnen (Kaiser
Wilhelm J. in Tessau, 1882) und Büsten.
Tondruck, das Eindrucken glatter oder gemusterter
irbiger Flächen in einzelne Vartien eines Bildes oder