mark angeregte, unwillkürliche, schwache Zusammenziehung
der Muskeln. (S. Atonie.)
Tonwaren, keramische Produkte, aus Ton ge—
formte und gebrannte Gegenstände, schon in uralter Zeit
gefertigt. Die gebrannte Masse (der Scherben) ist ent—
weder dicht (durch scharfes Brennen zusaͤmmengeflossen,
im Bruch glasartig, undurchdringlich für Wasser, hell⸗—
klingend) oder poroös (locket und zerreiblich, erdig im
Bruch, iim unglaͤsierten Zustande durchlässig für Wässer,
an der Zunge klebend); sie bleibt eutweder rauh oder
wird mit Glasur (s. d) überzogen. In der eigentlichen
Töpferei, sowie in der Steingut- und. Porzellanfabrikation
dient zur Formgebung der Gefäße die Drehscheibe (s. d.).
stleinere Gefüßteile (Henkel, Ringe, Knöpfe u. g.) formt
man auf der Trittpresse, bei welcher der Ton zwischen ent—
sprechend geformten Matrizen mittels Hebeldrucks gepreßt
wird. Steingut- und Majolikagefäße werden auch in Guß—
formen aus Gips gegossen. Das Brenuen von Fayences,
Steingut- und Porzellanwaren erfolgt meist in sog. Etagen⸗
öfen mit kontinuierlichem Betrieb.
Tooke (spr. tuht), Thomas, engl. Nationalbkonom, geb.
1774 in Pelersbutg, Vorkümpfer für den Freihandel, gest—
26. Febr. 1858 in London; Hauptwerk: „A history of
prioes“ (6 Bde. 1838 57; deuntsch 1883869).
Toow vomba (spr. tuwum.), Stadt, in Queensland,
Top (Secw.), s. Topp. [(1901) 9137. E
Topas, rhoumbisches Thäufige Kristallformen auf Tafel:
Edelsteine T 27, 28). aus Kieselsäure, Tonerde, Fluor
und Wasser bestehendes, glasglänzendes Mineral, meist
weins bis honiggelb, auch derb (Pyrophysalit) oder parallel⸗
stenglig (Pyrnit), findet sich bes. in zinnerzführenden
Graniten (Erzgebirge), als Geschiebe im Sande GBrasilien,
Ceylon), im Topasfels, einem Gemenge pon Quarz,
Turmalin und Topaskristallen, in Sibirien, Brasilien, in
Sachsen (am Schneckenstein bei Muldenberg, Schnecken⸗
T.) ic. in seinen schön gefärbten und durchsichtigen Varie—
täten als Schmuckstein geschätzt. Orient. T. ist gelblicher
orund, böhm. T. der Zittin; auch gelblicher Flußspat heißt T
Topeka (spr. pihke), Hauptstadt des nordamerik.
Staates Kansas, am Kansasfluß, (1900) 33 608 E.
Topeltus, Zacharias, schwed.⸗finn. Dichter, geb
14. Jan. 1818 zu Kuddnäs (Finnland), 1884278 Prof.
zu Helsingfors, gest. das. 13. März 1888; schrieb lyrische
WBedichte, Romane, Kinderschriften.
Topen (aus Pali thupa — Sanskrit stũpa), kegel⸗
oder enensormige Grabdenkmäler in Indien, Afghani—
stan, dem südl. Asiat. Rußland; auch zum Andenken an
heilige Männer errichtet. Im innern, Dagob (s. d.) ge⸗
nannten Raume werden oft Reliquien aufbewahrt.
Topfbaum, brasilianischer, s. Lecythis.
Töpfer, Karl, Lustspieldichter, geb. 26. Dez. 1782 in
Berlin, gest. 22. Aug. 1871 in Hamburg; bekannteste
Stücke: „Der beste Ton“, „Rosenmüller und Finke“.
Töpferkunst, die Herstellung von Tonwaren (s. d.)
ind Topferwaren (s. d.).
Töpferscheibe, s. v. w. Drehscheibe (s. d.).
Töpferton, s. Tone.
Töpfervogel, Ofenvogel, Lehmhans (Furnarius
eufus d'Orb.), ein Schreivogel Südamerikas, rostbraun,
baut auf horizontalen Baumästen ein großes, backofen⸗
förmiges Nest aus Lehm oder Ton.
Töpferware, Töpferzeug, Tonware aus eisenhaltigem
Ton, der beim Brennen gelbbraun oder rötlichbraun wird.
Maun unterscheidet Weißlöpferei und Brauntöpferei; die
erstere liefert weniger besiändige Erzeugnisse mit stark erdigen
Scherben. Die Geschirre der Bunzlauer Brauntöpferei be—
stehen aus ziemlich feuerfestem Ton und sind mit bleihaltiger
oder borhaltiger Glasur versehen. Auch werden, häufig
Angußglasuren aus Lehm und Bleiglätte gebraucht.
Töpffer, Nudolf, Maler und Novellist, geb. 31. Jan.
1799 in Genf, Prof. an der Akademie das., gest. 8. Juni
1846; bekannt durch seine „Nouvelles Gepevoises“
(deutsch 1847) und geistvolle Genrezeichnungen. — Vgl.
Blöckner (1881).
Topfhelm, Kübel-soder Stülphelm, ein bis zum
44. Jahrh. verwendeter, einem umgestülpten eisernen Topfe
ihnlicher Ritterhelm mit weiten Augenschlitzen und Luft—
löchern darunter [Tafel: Kriegswesen J, 85.
Topfstein, s. Talk.
Brockhaus' Hleines Konversations-Lexikon. b. Aufl. W.

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Tor

Top⸗Hane (türk.), Kanonenfabrik; Name eines Stadt⸗
eils von Konstantinopel mit Arsenal und Kaserne.
Topil (grch.), in der Rhetorik die systematischhe Dar⸗
dellung gewisser allgemeiner Begriffe und Sätze, die beim
Ausarbeiten von Vorträgen als Richtschnur oder Leit—
aden für die Auffindung zweckmäßiger Beweisgründe
dienen; auch Lehre von der Wort- und Satzstellung; in der
Theologie Kunde von den biblischen Beweisstellen (topoĩ).
—A—
Topisch (grch.), örtlich, den Ort oder die Lage be—
treffend; topische Mittel, Heilmittel, welche nur auf die
leidende Sielle wirken sollen.
Topische Färberei, s. v. w. Zeugdruck (s. d.).
Toepler, Aug., Physiker, geb. 7. Sept. 1836 zu Brühl
hei Köln, seit 1876 Prof. und Dircktor des Physik. In—⸗
tituts in Dresden, Erfinder mehrerer physik. Apparate.
Toplicza (spr. -itza), Großgemeinde in Siebenbürgen,
domitat Maros-Torda, an der Maros, (1900) 5218 E.,
chwefel⸗ und eisenhaltige Quellen.
Töplitz. 1) Badeort in Krain, (1900) 384, als Gemeinde
2677 E., drei indifferente Thermen; dabei die Töplitzer
xishöhle. — 2) Badeort in Böhmen, s. Teplitz. — 3) Bade—
ort in Kroatien, s. Krapina-Töplitz und Warasdin-Töplitz.
Topograph (grch.), jemand, der berufsmäßig topogr.
Zeichnungen und Landesaufnahmen macht.
Topographenkorps, in Rußland eine dem General⸗
stab unterstehende Truppe, die die Vermessungsarbeiten aus—
uführen hat; sie besteht aus Generälen, Stabs-, Oberoffi—
ieren und Topographen (Beamte und Unteroffiziere). Die
Veilitärtopographeuschule (40 Junker) liefert den Ersatz des
zeschlossen in sich avancierenden Offizierkorps.
Topographlie (grch.), Ortsbeschreibung, Beschreibung
einer Gegend mit Angaben der Geländeverhältnisse, Wäl—
der, Flüsse, Wege, Gebände ꝛc.; topographisch, ortsbe⸗
chreibend; die topogr. Aufnahmen erfolgen meist in
zroßem Maßstabe (1; 25 000); Topogr. Burecaus, s. v. w.
lankammern, baung Unterabteilungen des General—
tabes, zum Teil auch mit dem statist. Landesamt ver—
Topolia, See von, s. Kopais. leinigt.
Topologie (grch.), Ortslehre, Ortskunde.
Topolya (spr. toͤppolja), Großgemeinde im ungar.
mitat Bäcs-Bodrog, (1800) 12029 E., Schloß.
Toponomästik (Irch.), Ortsnamenkunde.
Topp (Top), das oberste Ende eines aufrecht stehen⸗
den Gegenstandes, bes. der Mastbäume; über die Toppen
flaggen, die Ausschmückung eines Schiffs mit Signal—
flaggen und Wimpeln bei einer festlichen Gelegenheit.
Toppen, das Bewegen der Rahen in der senkrechten
Ebene; vierkant toppen, die Rahen genau wagerecht hängen;
uaber Kreuz toppen, als Zeichen der Trauer, die Rahen am
Fock⸗ und Kreuzmast mit der Steuerbord-, im Großtopp
mit der Backbordnock nach oben toppen.
Toppunanten, die Taue, welche von den Toppen der
Masten und Stangen —J— den Nocken der Rahen führen
und dazu dienen, die Rahen horizontal festzuhalten.
Toppsältester, ein Ober- oder Bootsmannsmaat,
der in jedem Mast für die ordnungsmäßige Instandhaltung
 der Takelage verantwortlich ist.
Toppschilling, s. v. w. Draufgeld (s. Arrha).
Toppsoffizier, der Seeoffizier, welchem die Mast⸗
division unterstellt ist.
Toppzeichen, die Unterscheidungsabzeichen, welche die
Fahrwassertonnen (Kugeln, Kegel, Zylinder ec.) tragen, auch
die, welche Torpedoboote an der Spitze des Mastes tragen.
Topschau, ungar. Stadt, s. Dobschau. —
Topusko, Bad in Kroatien-⸗-Slawo⸗
nien, das „krvat. Gastein“, an der Glina,
nit drei erdigsalinischen Quellen.
rop-woeignt (engl., spr. weht), das
öchste Gewicht, das das am meisten be⸗
astete Pferd in einem Handikap zu
tragen —A sur. tock), das hut
Foque (frz., spr. tock), das hut—
rrũg sieise daltenbarett aus Seide oͤder 1on0. Wne.
Samt, Ende des 16. Jahrh. von beiden Geschlechtern ge⸗
ragen [Abb. 1870)].
Toraillen Ertz. spr. ralljen), unbearbeitete Korallen.
Torcello (spr.tortsch), Laguneninsel in der ital. Prov.
Zenedig, 130 E., Dom aus dem 7. Jahrh.

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