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Torcy (spr. Hih), Jean Baptiste Colbert, Marquis de
ranz. Staatsmann, geb. 1665, 1696 Staatssekretär
1689 - 1715 Minister des Auswuͤrtigen, gest. 1746.
Torda⸗Aranyos (spr' iosch), Komutat in Sieben—
zürgen, 83497 qkm, (1900) 160379 E.; reiches, wild—
romantisches, vom Aranyos und der Maros bewüssertes
Hochland; Bergbau auf Gold, Silber, Eisen, Salz;
Tordalk, s. Alken. Hauptstadt Thotenburg.
Toreador (pan.), Stierkümpfer (f. Stiergefechte).
Torell, Otto schwed. Naturforscher, geb. 5. Fun 1828
u Warberg, unternahm 1888 und 1864 ir G A. von
Nordenstiöld Polarreisen, 1866 Prof. in Lund, seit 1871
Thef der geolog. Untersuchung Schwedens zu Stockholm,
gest. das. 14. Sept. 1900, schried: „Die schwed. Erpeditlonen
nach Spitzbergen und Bäreneiland“ (deutsch 1869).
Torelli⸗Torriani Maria, ital. neehrift⸗
tellerin, Pseudonym La Marchese Colontbi, geb, in No—
dara, verehelicht mit Eugenio Torelli-Viollint in Mai⸗
'and; schrich: Tn Sento per bene“ (1877), „Tempesta
honaccia“ (1878)1 Risaja“ (1877), „Troppa tardi“
1880), „Cauua pιαινα— (1885) n. .
Torero (span) Stierkämpfer (f. Stiergefechte).
Toreutik grch.), die Kunst, Melallarbeiden (Statuen.
gefäße, Reliefs) bef. aus edlen Metallen durch Treiben,
Bunzen oder Bildgießerci herzustellen.
Torf, Aggregat abgestorbener, in Gärung begriffener,
omprimierter Pflanzenteile, bildet sich in den Moobren
Torfntoore), ist nach seinem Borkommen Morast⸗T., Kies⸗
Lande) T. oder Meer⸗T.; wichtig als Brennmaͤterial,
als Streumateriale(s. Torfstreu), als Spinnfaser, nach⸗
dem durch chem. Aufbereitung (Verfahren von Geige)
die Torffaser isoliert ist (Torfwolle) VBgl. Hausding
2. Aufl. 1804), Thenius (1904).
Torfbeere, s. Kubus.
Torfgas, durch trockne Destillation von Torf ge⸗
vonnenes Leuchtgas; wegen großen Kohlensäuregehalts
»on geringer Leuchtkraft.
Torfkohle, durch trockne Destillation von Torf her⸗
iestellte, sehr weiche Kohle.
Torfmiovs, Sphaguum [Abb. —
Torfftreu, ein Streumaterial, hergestellt aus den
ʒhersten Torfschichten der Moore; wird ebenfo wie Torfmull
der beim Zerkleinern entstehende Staub) wegen der Fähig⸗
eit, Flüssigkeiten und Gase in großer Menge aufzusaugen,
als Stallstreu und zur Desodorisierung und Desinfektion
der Gruben benutzt. — Bgl. Danger (3. Aufl. 19019
Torfwolle, sTorf.
Torgan, Kreisstadt im preuß. Reg.⸗ Bez. Merseburg,
edn der Elhe, 1800) 11 8ö7 (böαααα E. Gat⸗
nison, Land-, Amtsgericht, Schloß Hartenfels (jetzt Kaserne),
Bymnasium; hier 3. Rob. 1760 Sieg Friedrichs 11. übes
die Osterreicher. T.ist seit 1815 preußisch, war bis 1861
Festung. — Bgl. Knabe (Geschichte, 1880).
Torgauer Artikel, ein dem Kurfürsten Johann von
Sachsen im Maͤrg 130 zu Torgau von Luther/ Jonak,
Bugenhagen und Melanchthon üͤbergebenes Verzeichnis
der streitigen Glaubenslehren und Kirchengebräuche; eine
der drei Grundlagen der Augsburgischen Konfefflon.
Torgauisches Buch, s. Honkoͤrdienformel.
Torgelow, Ddorf im preuß. Reg.-Bez. Stettin, an
cAcker, (1905) 3806 E.; Eisengießereien
Torgot, ein Stamm der Kalmücken (s. d.).
Tories spr. tohris), Mehrzahl von Tory (s. d.).
Toril, eiweißhaltiges Fleischextrakt.
Torino, ital. Name von Turin.
Torjaer Stinkberge der Berg Büdös (s. d.) in
iebenbürgen. Kelter, Weinpresse.
Torkel (lat. toroulum), in Süddeutfschland s. v. w.
Torlonta, reiche röm. Bankierfamilie, gestiftet von
Biovanni S, geb. 1754 zu Sieng, gest. 26. Febr. 18209,
der vom Papst zun Herzog von Bracciano erhoben wurde.
— Sein jüngerer Sohn Alessandro —AV
70 . Febr. 1886. vermehrle noch die itid seines
Vaters und machte sich durch gemeinnützige Unternehmungen
verdient Trockenlegung des durer Sees).— Dessen Tochten
und Univerfalerbin nn Maria, geb. 8. Marz 1865
gest. 18.Sept. IAgo“ Rom, war vermählt seit 187
mit dem Fürsten Giulio Borghese, Hexrzog von Ceri, der
den Namen T. angenommen hät. Chef der herzogl. dinie

st Don Leopoldo T., geb. 25. Juli 1853, bis 1888 Bürger⸗
veister von Rom.
Tormentiila s. Potentilla.
Formes, Jl. Nebenfluß des Duero, entspringt in Alt⸗
astilien, zuletzt Grenzfluß zwischen Salamanca“ und Za⸗s
nora, 230 Kmulg.
Torna, ehemal. Komitat in Ungarn; 1881 mit Abauj
um Komitat Abauj-Torna (. d.) vereinigt.
Tornado (spant) Windstoß von kurzer Dauer und
zerheerender Kraft. Die T. an der Westküste von Afrika
ind nur heftige Gewitterböen, die in Nordamerika da—
egen sind Wettersuulen (s. d.), die eine schmale, aber lange
zerstörungsspur hinter sich lässen.
Tornauer Heide, v Dübener Heide (s. Düben).
Torneaͤ (spr nko), finn. Tornio, Stadt im finn. Lun
Ueaborg, an der Mundung des Torneaͤelf (420 km Ig.) in
en Bottnischen Mecrbusen, Haparanda gegenüber, 1806 E.
Torneutik sarch), Drecslerkunst.
Toro, Stadt in' der span. Prov. Zamora, am Duero,
900) 8379 E.
Torvid, ein Ring mit kreisförmigem Querschnitt.
Törökszentmiklös (spr. ßentmicklohsch), Groß⸗
emeinde im ungar. Komilat Jazygien⸗Großkuͤmanien⸗
Szolnok, (1900) 218816.
Torontaäl, Komitat in Ungarn (909033 qkm, 1900:
80318 E.), au der Donau und der untern Theiß; Haupt⸗
tadt Nagy-Becskerer.
Torvnto, früher VYork, Hauptstadt der kanad. Prov.
Ontario, am Outariosee, 801) 208 040 E. Universität,
nediz. Colleges (auch für Frauen).
Toröpez, Kreisstadt im russ. Gouv. Pskow, an der
Toropa (zur Düna), 6781 E.
Torpeder, in der deutschen Marine Deckoffiziere, die
zei der Aufbewahrung und Instandhaltung der Torpedos
erwendet, werden; aus ihnen gehen die Torpederoffiziere
Forpederkapitanleutnant, Torpederleutnant. Torpeder⸗
berleutnant) hervor.
Torpeds (lat., „Zitterroche“), unterseeischer Spreng⸗
örper zur Zerstörung feindlicher Schiffe, 1776 om Amenaner
 D. Bushnell erfolglos versucht, dann von Fulton
1801) angewendet; er ist entweder fest verankert (See⸗
nine, s. d) oder beweglich (Offensivn⸗T.); in Deutschland
vird nur der letztere genannt. Den Übergang von der
Seemine zum T. bildet der Stangen⸗- oder Spieren⸗T. der
yon eigenen Dampfbooten an ein langen über den Bug
agenden Stange gegen die feindlichen Schiffe geführt wurde

1871. Torpedo.

ind der Harvey⸗, Otter- oder Schlepp⸗T. der an einer Leine
zon der See aus abfeits geschleppt, in geringem Abstand vom
Feinde durch Nachlassen der Schleppleine untertauchte und
en Schiffsboden traf. Der FischT. eine Erfindung des
sterr. Seeoffigiers Lupis, nach dem Verbesserer der Waffe
Vhitehead⸗T. genannt, hat beinahe die Form eines Fisches
der einer an beiden Euden spitzen Zigarre. Schwarzkopff in
Berlin fertigte ihn aus Hartbronze. Der vordere Teil, der
dopf, enthält die BZündvorrichtung die qus Schießbaumiolle
estehen de Sprengladung, dann folgt der Tiefenapparat,
velcher durch ein am Schwanz befinduches Horizontalrudet
ie Tiefensteilung bewirkt, der mit Druckluft gefuͤllte Kessel,
tus welchem die Maschine gespeist wird, welche zwei an
Schwanzstück befindliche Schrauben dreht und dem T. eine
Veschwindigkeit bis zu zd Sccneiten gibt. Am Schwanz⸗
tück befindet fich noch ein Vertikalruder. Die Maschine
ritt erst in Tali keit, wenn der Taus dem Aus stoß⸗
rohr heraus ist. Sinkventil, welches sich nach Ver⸗
rauch der Luft selbsttätig öffnet, verhindert, daß nicht
um Treffen gebrachte Tedie eigenen Schiffe gefährden.
Durch die Obrhfche Steuervorrichtung ist die Treffficherheit
er T.wesentlich echöht [Abb. 1871]. T. werden durch Druck⸗
uft oder durch Pulvergase aus metallenen Rohren (Lancier⸗
ohren) ausgestoßen. Ausstoßrohre sind auf Schifsen fest ein⸗
ebaut, auf Torpedobooten um'ein Pivot drehbar auf dem
Aberdeck angebracht (Torpedokanonen). In Torpedobatte⸗
ꝛien, welche im Fahrwasser versenkt werden, liegen die T.
n einem Abgangsrohr, mit der Lösung ihrer Befestigung,