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Geschichte. T., im Altertum in weiterer Ausdehnung
Tyrrhenien, Etruͤrien und Tuscien, kam nach der Er—
oberung des Langobard. Reichs durch Karl d Gr. 774
unter — Herrschaft und wurde bis zum 12. Jahrh.
von Herzögen und Markgrafen regiert. Nach dem Tode
der ‚Narkgrüfin Mathilde (1. d.) 1115 erlangten die
Städte waͤhrend des Streites um deren Besitz tatsäch⸗
liche Unabhoͤngigkeit; unler ihnen gewann Florenz, ge⸗
eitet von der Jamilie der Medic (j. d.), nach Ünter—
verfung von Pifa (1509) und Siend (15589) die Herr⸗
chaft von T. Alerander von Medici ward 1582 zum
erblichen Herzog von Florenz, Herzog Cofimp I. 1869
zum Kroßherzog von T. erhoben. Neg dem Aussterben
der Medici 1737 folgte gemäß den estimmungen des
Wiener Friedens (1735) Herzog Franz Stephan von
Lothringen (als röm.⸗deutscher Kaiser Franz J. 1748 -65)
As Großherzog in T. welcher dieses 17683 zu einer österr
Sekundogenitur bestimmte. Unter Leopold T. (17685 00;
als Kaiser Leopold II.) gelangte das Land zu neuen
Blüte; sein Rachfoiger Ferdinandutr. . Ferdinand, Groß⸗
—7 — von Toskana) mußte im Frieden zu Luneville
. Febr, 1801 auf T. verzichten, nachdem dasfelbe 1. Ott
800 als Königr. Etrurten an den Herzog Ludwig von
barma verliehen worden war. Diefes wurde 240 Mai
808 Frankreich einverleibt. 1814 erhielt Ferdinand II.
T. zurück; ihm fölgte (feit 1324) sein Sohn Leopoldi. (. d.).
Als 1858 das Voͤlk durch Demonstrationen die Allianz mit
Sardinien und Frankreich zu erzwingen suchte, reiste dieser
27. April nach Hsterreich ab; Vittor Emanuel II. ward
als „Protektor der Nationalregierung von T.* ausge⸗
rufen. Durch den Frieden von Villafranca (11. Juli)
vard die habsburg.-lothring. Dynastie wieder eingefeb
und Leopold II. dantte (21. Juli) zugunsten feines Sohnes
Ferdinand IV. ab; doch dekretierte“rine Nationalversamm⸗
lung 16. Aug. 1859 dessen Absetzung und erklaͤrte sich für
die Vereinigung T.s mit Sardinien, die nach der Velts—
zbstimmung vom 11. und 12. März 1860 durch Dekret
Biktor Emanuels vom 22. Mäürz 1860 erfolgte. Vgl.
Reumont (2 Bde. 1876- 77). nins (s. d.).
Toskanisches Hügelland, westl. Vorlage des Apen⸗
Toskanisches Meer, Tyrrhenische⸗ Meer, s. Tyr⸗
Tosken, der südl. Stamm der Albanesen. srhener.
Toskische Sprache, die Mundart der Tosken (Süd⸗
ihanesen; f. Albanien).
Tossefta (Tosifta, aramüisch, „Ergänzung“), jüd.
Sammelwerk, in welchem aller Stoff der rabbinischen
Lehrüberlieferung, sowelt er nicht schon in der offigziellen
Mischna (s. Talmud) Aufnahme gefunden, vereinigt ist
Ausg. von Zuckermandel (1880), Friedländer (18890 - 90)
Toößuh, Lungenmaß in 2,86 om.
Tost, Stadt im preuß. Reg ez. Oppeln, (1805)
384 E. Amtsgericht, Provinzialirrenanstalt.
Tostão (pr taung), portug. Silbermuͤnze zu 0 Mil⸗
is, Setwa 489. 1644 E. Amtsgericht.
Tostedt, Dorf im preuß. Reg.⸗Bez. Lüneburg, (1008)
Toston, der halbe merit. Peso—
Total (lat.), gänzlich vollständig.
Totalifator, eine Einrichtung zum Glücksspiel beim
Pferderennen: Wetteinsätze auf die am Rennen beteiligten
Pferde, nach Abzug von 6 Proz. Verteilung aller Ein ätze
unter diejenigen, welche auf das siegende Pferd gefeßt
zaben. Das geschäftsmäßige Vermitteln von Wetten fuͤr
jffentliche Pferderennen ist in Deutschland durch Geset
ↄvm 4. Juli 1905 (sog. Totalisatorgesetz) verboten.
Totalitãt (vom lat, totus, ganz), Gesamtheit, Voll⸗
tändigkeit; totaliter, gänzlich, vollstündig.
Tolanga, Stadt in der span. Prov. Murcia, am San—⸗
Jonera, (1000) 18 703 E. Gqur Hälfte Zigeuner).
Tote Hand Aanu mortua), Bezeichnung verstor⸗
bener Besiher oder zurist. Personen, welche über ihr Ver⸗
mogen nicht willkürlich verfügen können, insbes. die Kirche,
deren Güter nicht wieder veräußert werden dürfen;, Ab⸗—
zabe von der TsG., s. v. w. Baulebung (s. Besthaupt).
Tote Konten in der Buchhaltung die Sachkonlen.
Totem, Staminsymbole der Indiader Nordamerikas
meist Ziere, seltener Pfiangen, deren ve meist tätowieri
am Körpec getragen hurde Totemismus ist die
Verehrung dieser Tiere, und hält oft weit entfernte
Stämme zusammen. sWFafel Religionen J.7u. 81]

Totenamt, Gottesdienst zu Ehren Verstorbener; in
Jath. Kirche die Seelenmesse - Messe).
Totenbeschauer, s. v. w. Leichenschaugrzt (s. Leiche).
otenbestattung, s. Bestattung der Toten.
ptenblume, s. Calendula.
oteneunle, der Steinkauz (s. Eulen).
Totenfest, das feierlich begangene Andenken der
doten, in der kath. Kirche an aeee (2. Nov.), in
er prot. Kirche am letzten Sonntag des Kirchenjahres.
Totenflecke, . Leiche.
Btengericht, in der ägypt. Mytho⸗
ogie das Gericht über jeden Toten, von
Dsiris und 42 andern Göttern in der Unter⸗
velt abgehalten [Tafel Religionen JLII].
optengraber, Aaskäfer [Abb. 5).
ZTotenkäfer, Trauerküfer (Blaps), bes.
n den Mittelmeerlaändern bertretett arten⸗
eiche Gattg. anfehnlicher nächtlicher Schwarz⸗
üfer mit widerlichem Geruch, vom Habitus i872.
er Laufkäfer. In Deutfchland mehrere Totentafer.
Arten, die sich in finstern“ Winkeln der
Züuser aufhalten, z. B. Blaps mortisaga L. Abb. 1872].
Totenkopf cheronti Atröpos L. IAbb. 1878)),
ettrlinn der Sahnvarmmerfamiite hegen i2 hnn wennen
3om Ig., Körper
olump, dick, wollig
ehaart, Vorder
flügel schwarzbraun,
gelblich braun mar—
noriert, Hinter⸗
lügel gelbe und
og gebändert,
ittelleib m gel⸗
der, einem Toten-—
dedei —5 1873. Totenkopf.
Zeichnung, Zintantein schwarz und gelb geringelt; Süd⸗
uropa, in Veutschland felten. Raupe 13 cm T. grün⸗
ichgelb, blau, schräg gestreift, mit gekrümmtem chwanz⸗
iorn, auf Kartoffeln, Teufelszwirn ꝛc.
Fotenlade (mediz)ef. Knochenbrand.
ptenlade, Berg. . Milsebuͤrg.
vtenmesse, s. Messe.
vtenschau, s. Leiche. laustreiben).
Lotensonniag, das Totenfest (s. d)y. (S. auch Tode
Fotenftarre, J. Leiche.
Totentanz (lat. orea Machabaeorum, frʒ. danse
macabro), seit dem 14. Jahrh. beliebte Gattung von Dicht⸗
und Bildwerken, welche in einer Reihe allegorischer Gruppen
inter dem vorherrschenden Bilde des Tanzes die Maͤcht
des Todes über das Menschengeschlecht zu peranschaulichen
suchen. Am berühmtesten der T. bon Holbein (gZeich⸗
ungen für den Holzschnitt), im 10 Jahrh. der T. von
Zatkler, Klinger un Bal. Maßmann (1841, 1847),
Zeelmann (1893), Kurth (1900).
Totenuhr, Kuͤfers Holzfresser [Abb. 816).
Totenvogel, Zeichenhuhn, Leichenhuhnchen, Bezeich⸗
tung für mehrere Ueine Eulenarten, bes. den Steinkauz,
die dem Aberglauben zufolge durg ihr Schreien in der
Nachbarschaft der Wohnung einer schwer kranken Person
exen baldiges Ableben verkündigen sollen.
Toter Punki, s. Totpunkt.
Toter Winkel, der Kaum vor Befestigungen (meist
n den Gruben vor den Brustwehren oder in“ Gelaͤnde
ertiefungen), der vom Frontalfeuer derfelben nicht be⸗
trichen werden kann und deshalb von den Flanken unter
Feuer genommen wird.
Totes Gebirge, Gebirgsstock der Salzburger Kalk—
Ipen in Ieresieei und Steiermark, im Großen Priel
26514 m hoch.
Totes Meer, Satzmeer, Asphaltsee, Lots See, tiefstes
Wasserbecken in Palästina sKarten zur Biblischen
Seschichte, 43 Tafel Bilder zur Biblischen Ge—
chichte, 2, bei Palästina], in einer Grabensenkung
»om Roten Meer bis zum untern Ornles durch Einsturz
ntstanden, 73 km Ig., 17,8 Kmeäbr., 384 3 unter dem
Mittelmeer, bis 793 w tief, wegen starken Salzgehalts
21 Proz., Brom und Chlor mit Natrium, Magnesium,
dalium und Kalzium) ohne organisches Leben, abflußlos;
auptzufluß der Jordan'im a Val Luynes (franz.