3Bde., 187176), Blankenhorn („Entstehung und Ge—
schichte des T. M.“, 1896), Gautier (franz., 1901).
Totes Renuen, s. vw. unentschiedenes Renutten.
Totes Werk, Gesamtbezeichnung der Schiffsteile
iber der Wasserlinie.
Totfall, . v. w. Baulebung (s. Besthaupt).
Töth, Ede (d. i. Eduard), uüngar. Dramatiker geb.
14. Okt. 1844 in Putnok (Komitat Gömör), gest. 27. Febr.
1876 in Budapest; schrieb Volksstücke („Der Dorflump“,
„Namenlose Helden?““ u. a.).
Töth, Koloman, ungar, Dichter, geb. 80. März 1831
in Baja, gest. 3. Febt. 1881, nach Petöfi beliebtester
Liederdichter, schrieb auch Dramen.
Totila, König der Ostgoten 542-662, fiel 662 bei
Tagina, gegen Narses. —
en Dotis), ungar. Tata, Großgemeinde im ungar.
omitat Komorn, (1000) 7220 E., Esterhazysches Schloß,
Schwefelquellen; jenfeits des 41, icm langen Sees Nagyto
Großgemeinde Tata⸗Toͤvaros, 4060 E.
Totlage, s. Totpunkt.
Totleben lauch Todleben), Franz Eduard, Graf, russ
Beneral, geb. 20. Mai 1818 zu Mitau, berühmt durch
seine Befestigung und Verteidigung Sewastopols 1855
leitete 1877 78 die Belagerungsarbeiten vor Plewna,
1878 -79 Oberkommandant der russ. Armee in Bulga—
rien, 1880 Kommandant des Militärbezirks Wilna, gest,
14. Juli 1884 im Bade Soden, 17. Okt. in Sewastopol
heigesetzt. Hier besteht ihm zu Ehren ein Totlebenmuseum.
T. schrieb: „Die Verteidigung Sewastopols“ (5 Bde—.,
Bgl. Brialmont (ranz., 1884), Schilde
russ., 2 Bde., 188887), Krahmer 888).
eeee s. v. w. Rotliegendes (j. d.).
Totonicapan, Stadt in der Republik Guatemala
1804) 28 810 E. Indianer).
Totpunkt, toter Punkt, Totlage, diejenige Stellung
eines Mechanismus, bei Diced das treibende Glied eine
Bewegung nicht hervorrufen kaun, z. B. bei Hubmotoren
die äußersten Stellungen des Kolbens, über welche das
sanged hinweghelfen muß.
otschlag, vorsatzliche, aber im Gegensatz zum Mord
ohne UÜberlegung, in überwallender Leidenschaft ausge—
führte Tötung aites Menschen, wird nach g8 212-215
des Deutschen Reichsstrafgeseßbuchs in der Regel mit Zucht⸗
haus von s bis 15 J. bestraft, beim Vorliegen mildernder
Umstände mit Gefängnis nicht unter 6 Monaten.
Totteilung, Grundteilung, Erbteilung, bei welcher
alle gemeinsamen Rechte aufhören, ausgenommen die gegen—
seitige Anwartschaft der verschiedenen Geschlechtslinien.
Tottenham (spr. töttenämm), nördl. Vorort Lon—
dons, (1801) 102841 6.
Tottori, Stadt auf der japan. Insel Nippon, (1899)
28496 E.; Baumwoll- und Seidenindustrie.
Tötung (Fomicidium), die widerrechtliche Herbei—
führung des Todes eines Menschen (nicht aus Notwehr
oder * verpflichteten Befehls), wird, wenn aus Fahr⸗
lässigkeit bdegangen, nach, dem Deutschen Reichsstrafgeseßb
8222 mit Gefängnis bis zu 3 J., bei der durch Ant,
Beruf oder Gewerbe gegebenen besondern Verpflichtung
zur Aufmerksamkeit bis zu 5 J., wenn mit Vorsatz aus⸗—
geführt, als Mord (s. d.), Totschlag (s. d.) oder Kindes
mord (s. d.) bestraft.
Toujours en vedetteo (frz., spr. tuschuhr ang wedett),
immer auf dem Posten, Zitat aus Friedrichs d. Gr., Pxpost
du gouvernement prussien“.
Fougours perdrix (frz., spr. tuschuhr perdrih), d. h
immer Rebhuhn, Ausdruck der Übersättigung.
Toul (spr. tul), Stadt und Festung ersten Ranges
im franz. Dep. Meurthe-et-Moselle, an der Mosel und
dem Rhein-Marne-Kanal, (1801) 12 287 E., Befestigungswerke
 im Umfang von 46 Am; bis 1552 deutsche Reichs—
stadt, seitdem französisch, kapitulierte 23. Sept. 1870 an
die Deutschen.
Toulom (spr. tulsng), Stadt und Festung ersten Rangek
im franz. Dep. Var, an der Bai von T. des Mittelländ,
Meers, (1801) 101 602 E., neben Brest bedeutendster franz
Kriegshafen, Handelshafen und Hauptstation der franz
Mittelmeerfiotte, Arsenal, Maschinenwerkstätten, Artilleriepark,
 Schiffsmuseum, Schulen für Schiffsürzte, Schiffahrts⸗
dunde ꝛc.; Seefischerei, Handel mit Getreide, Südfruüchten

853

Tou
ind Schiffsbedarfsartikeln. — Vgl. Lambert (Geschichte,
ranz., 3 Bde., 1886- 90).
Toulounsfe Upr. tuluhs'), Hauptstadt des franz. Dep.
haute⸗Garonne und früher von Languedoc, an der Garonne
und dem Canal du Midi, (1901) 149 841 E., Kathedrale
Saint-Etienne (183. Jahrh.), roman. Kirche Saint⸗Sernin
11. bis 13. Jahrh.), Universitüt (1288 gegründet, 4 Faknul⸗
äten, von denen die prot.theol. fich im Montauban be—
indet, freie Fakultäten für Theologie und Philosophie),
Tierarzneischule, Kunstschule, mehrere Akademien, Stern⸗
warte, staatliche Papierfabrik, Industrie in Tabak, Papier
und Jandw. Maschinen. — T. lat. Tolofa, schon unter
den Römern bedeutend, 419—507 Hauptsladt des Westgot.
Reichs, 778 1271 selbständige Grafschaft, fiel 1271 an
Frankreich; 10. April 1814 Sieg Wellingtons über die
Franzosen. — Vgl. Jordan (franz., 2. Aufl. 1877).
Toupet (ftz. spr. tupeh), Haarbüschel, gekranseltes
Stirnhaar; toupieren, das Haar aufpuffen, wellig machen.
Touwv rz., spr. tuhr), Umlauf, Runde, Reise; Weg⸗
trecke; Wendung, bes. im Tanz; Irri Schelmstück.
Touraine (pr. turähn), alte franz. Landschaft, das
etzige Dep. Indrezet-Loire; 18336—1584 mit eigenen Her—
zögen; Hauptstadt Tours. — Vgl. Bourasste (18085)
Tourbillon (Efrz., spr. turbisong), Feuerwerkskorper,
der ein kreisendes und senkrecht aufsteigendes Feuer bildet.
Tourcoing (spr. turköüng), Fabrikstadt im frang.
Dep. Nord, (1901) 73 243 E.; Tertilindustrie.
Tourenzähler, s. Zählwerke.
Tourist (engl.; frz. touriste, spr. tu), Vergnügungs⸗
zeisender, bes. der Füßwanderer in landschaftlich schönen
Gegenden. Touristit foͤrdern etwa 80 Touristen⸗ und Ge—
birgsvereine mit über 100 9000 Mitgliedern, die sich 1883
zum Verbaud deutscher Touristenvereine zusammenge—
chlossen haben. (S. auch Alpenvereine.)
Tourka, Kendyie, russ. Jute, Spiunfaser aus der
Rinde der Schößlinge von Appcynum venetum T. in Süd—
europa, Sibirien und Japan, dient zu Bindfaden u. a.
Tournachon (spr. turnaschöng), Felix, genannt Nadac,
—AO
1820 zu Paris, begruͤndete 1349 die „Revue comique“;
schrieb: „A terre et en Pair“ (I864), „Le droit au vol“
(I865), ferner „us monde ou VPon patauge“ (1883) u. a.
Tournai (pr. turnäh), fläm. Doornit, Stadt in der
helg. Prov. Hennegau, au der Schelde, (1804) 36 744 E.
roman. Kathedrale (12. Jahrh.).
Tournantöl (spr. tur-⸗), s. Olivenöl.
Tournée (frz. spr. turueh), Rundreise, Rundgang.
Tournefort (spr. turn'fohr), Jos. Pitton de, frang.
Botaniker, geb. 5. Juni 1666 zu Air, seit 1683 9
deim königl. Pflanzengarten zu Paris, bereiste Kleinasien
BRolation d'un voyage du Levant“, 1712; deutsch
773-76), gest. 28. Nop. 1708; veröffentlichte Institu
ionoes rei herbarias“ (3 Bde., neue Aufl. 1719).
Tournesol gng spr. tur-), s. Crozophora. Tournesoläppchen,
 s. v. w. Bezetten (. d.).
Tournieren (frz., spr. tur-), drehen, wenden.
Tourniquet (frz., spr. turnikeh), Aderpresse, durch
einen Gurt befestigtes Polster zum Zusammenpressen von
Arterien, um bei Amputationen Blutung zu verhüten;
meist ersetzt durch die künstliche Blutleere (s. Amputa—
tion); auch s. v. w. Drehgefach (s. d. nebst Abb. 448).
Tournois, Tournoisgroschen, s. Gros touraois.
Lvro tournois, s. Livre.
Tours (spr. tuhr), Hauptstadt des franz. Dep. Indre⸗
et⸗Loire und früher der Grafsch. Touraine, an der Loire,
(1801) 64695 E., got. Kathedrale (12. bis 165. Jahrh.);
Vorbereitungsschule für Medizin und Pharmazie; Indü—
strie in Buchdruck, Chemikalien, Tuch, Teppichen, Seiden⸗
waren u. a, Handel; 13. Sept. bis 8. Dez. 1870 Sitz
der franz. Regierung. — Bgl. Giraudet (2 Bde., 1874).
Tourville (spr. turwil), Anne Hilaridn de Cotentin,
Graf, franz. Admiral, geb. 25. Nov. 1648 zu T. (Dep.
La Manche), kämpfte gegen die arer (41676) und
Engländer (1677), 28. Mai 1692 beim Kap de la Hogue
von letztern besiegt, 1693 Marschall, gest. 28. Mai 1701.
— Vgl. Delarbre (1889).
Toussaint (spr. tußäͤng), Anna Louise Geertruida,
niederländ. Romandichterin, geb. 16. Sept. 1812 zu Alk⸗
maar, gest. 13. April 1886 im Haag.