Tou

85

Touffaint (pr. tußäng), Charles, bekaunt durch die
Toussaint⸗Langenscheidtschen Unterrichtsbriefe zur Selbst⸗
erlernung moderner Sprachen (. Langenscheidt), geb. 1813
gest. 17. Okt. 1877 in Berlin.
Toufsaint lOuveriure ( spr. tußäng luwürtühr),
ein Neger auf Haiti, geb. 17483, stieg 1757 bis zum Sber⸗
general aller Truppen auf San Domingo, ließ sich 1799
zum Präsidenten erheben, wurde 1801 vönr franz. General
declerc sdlagen und nach seiner Unterwerfung auf die
Festung Jour gebracht, gest das. 27. April 1803.- Bloqgr.
on Schölcher ranz, 1889).
Tout va (frʒ., spr. tu wa), Kartenspiel; im Spiel
Ales (Gesetzte) gilt! [s. Totis.
Zövaros (spr. toöhwahrosch), ungar. Großgemeinde,
Tovote, Heinz, Schriftsteller, gebe 13. Aprik 1864 0
hannover, lebt in Berlin; schrieb naturglistische Romane
Im Liebesrausch⸗ (I880), Fallobst (1860) „Mutter“
1892), „Das Ende von⸗ Liede“ (1890) „Heißes Blut“
1895), „Die rote Laterne“ (1900), „Soniiemanns“ una
owie das Drama „Ich lasse dich nicht“ (1905).
Tower (engl., spr. taner), die altberühmte, von Wil⸗
helm dem Eroderer angelegte Zitadelle aͤn der Ostseite
der City von London, am Themseufer, ursprünglich Wohn—
ort der Könige, später Staatsgefüngnis, jeht histor. Mu⸗
eum, Waffen magazine, Kaserne. — VBgl. Dixron (deutsch
2 Bde., 1870), Goͤwet (engl., 2 Bde 1902).
Tower Hamleis (speetaner häümm-), einer der
irmsten Stadtteile Londons (East End), (19019 467 386 E
Town (engl., spr. taun), Stadt. Towuhall (spr.
aunhahl), Stadt⸗, Rathaus. Towushipe(spr. taunschipp)
Stadtbezirk, in den Ver. Staaten von Amerika Unter⸗
abteilung des County.
Townsville (spr.taunswill), Stadt in Queensland, an
ber Clevelandsbat des Stissen Ozeans, (1901) 12715 6.
Toralbumme, giftige Stoffwechselprodukte von Bak—
erien, die gewisse chem Reaktionck mit den Eiweiß⸗
örpern gemeinsam haben, ohne jedos in reinem Zustande
olche zu enthalten.
Torikãme, Toxichümie (grch.), die Aufnahme von
Toxincn in das Blut, Blutvergiftuͤng. (S. Pyãmie.)
Toxikologie (grch.), Lehre von den Giften.
Torxine, von Batterlen gebildete, giftig wirkende Stoffe,
die zum Teil an den Leibedes Bakterinms gebunden
ind (Cholera), zum Teil in das Nährmedium übergehen
Diphtherie, Tetanus)
Torodonten (Toxodontia), große fossile Säugetiere
aus dem Diluvium Südamerikas, mit merkwürdig ge⸗
nischten Eigenschaften im Knochenbau und in der Zahnbil⸗
dung, „an Nager, Zahnarme, Huftiere, selbst an Scekühe
ind Waltiere erinnecnd.
Zoxogiõsssa, die Pfeilzüngler ¶. Vorderkiemer).
Toxroten, die Bogenschuhen der alten Griechen.
T. p. in Briefen Tituio pleno (lat.), unbeschade
des vollen Titels.
Trabakel (ital.), den Schonern ähnliche Schiffe im
Mittelläud. Meer, nit (zwei) senkrecht stehenden Masten
ind lat. Segeln.
Trabanten, im Mittelalter die Leibwachen und be⸗
ländigen Begleiter hoher Personen; in der Astronomie
die Nebenplaueten (s. d.). sund Ritter.
Trabea, purpurgestreifter Mantel der röm— Augurn
Traben, Flecken uͤn preuß. Reg.Bez. Koblenz, lan der
Mosel, gegenüber von Trarbach, (1905) 2603 E.; Weinbau.
Traber raberpferd), Pferderasse, der hervorragende
Trableistungen eigen sind. Alten RKuf besizen die engl.
Norfolt. T.ihnen noch überlegen sind die russ. Orlow
raber (s. d.). Am leistungsfähigsten sind die XE
Traberkrankhein, Nervenkrankheit der Sqafe,
harakterisiert durch unsichern, trippelnden, trabartigen
Sang der Tiere (Traber), ein zum Tode führendes Rücken—
narksleiden, bei dem sich die Tiere wegen des starker
Juckreizes im Kreuze scheuern (Wetzkrankheit) oder be—
iagen Gnubberkrautheih.
rabizun (Trabeonß s. Trapezunt.
Trace ftz. Trasse.
dracee ¶h, Grundrißform einer Befestigung.
Trach, Joh luth. Theolog, s. Draconiles.
Irs onsa g.) dis Sufchöhre.
Trachealrassein. Lungenödem.

Tracheãten, Trachẽentiere, f. Gliederfüßer.
Tracheen (grch), die Atmungswerkzeuge der Glieder—
üßer, röhrenformige, sich meist dichotomisch verzweigende,
ft mit feinen Bluͤschen endigende und größere blasen⸗
artige Erweiterungen in ihrem Verlauf aufweisende Kanale,
die auf der Körperoberfläche in verschiedener Anordnung
mit schlitzförmigen Offnungen (Stigmen) beginnen und
n ihren Wanduͤngen durch chitinsse Spiralfaͤden gestützt
verden. Sie können sich im Körperinnern mannigfach
niteinander verbinden. Bei einet Anzahl im Wasser
ebender Insektenlarven finden sich sog. Tracheenkiemen,
Kiemen⸗-T.), d. h. blattartige Anhünge des Hinterleibs,
n denen sich T. verzweigen, um durch deren zarte Ober⸗
lächenhaut Luft aus dem umgebenden Wasser aufzu⸗
nehmen. Die Larven der Libellen haben ähnliche Gebilde
n dem Mastdarm, in den sie willkürlich Wasser auf—
iehmen können. Auch die sog. Lungen der Spinnen sind
nodifizierte T.; es sind mit der AÄußenwelt kommuni—
ierende, blasenartig erweiterte Einstülpungen der ußern
daut, die durch vorspringende, die Trachecnanhänge ent⸗
altende Falten fächerartig abgeteilt sind.
Tracheiden, Wasser oder Luft führende, spirals, zing
der netzartig verdickte pflanzliche Zellen, welche dieselbe
zunktion wie die Gefäße haben und diese bei den meisten
vefäßkryptogamen uünd den Gymuospermen ersetzen.
Tracheitis (grch) Entzünduͤng, Katarrh der Luftröhre.
Trachenberg, Stadt im preuß. Reg.Bez. Breslau,
wischen Bartschuͤnd Schätte, (1805) 8361 E., Schloß
»es Fürsten von Hatzfeldt, Herzogs von T.; im Schloß
12. Juli 18183 Vereinbarung des Kriegsplans zwischen
Alexander J. Friedrich Wilhelm III. und dem Kronprin⸗
en von Schweden. Die Hatzfeldtsche Standes herrjchaft
d . wurde 1741 zum Fürstentuüm erhoben.
Tracheobronuchitis (grch.), Katarrh der Luftröhre
und der Bronchien; Tracheorele, Luftröhrenbruch; Tracheokopie,
 Untersuchung der Luftröhre mittels des Kehlkopf⸗
Ides Tracheostenose, Luftröhrenverengerung (s. Lufthre).

Tracheotomie (grch.), Zuftröhrenschnitt, chirurg. Er⸗
iffnung der Luftröhre und Einfügung einer Kanüle (s. d.)
eim Eintritt von Erstickungsgefahr durch Krupp, Fremd⸗
örper u. a., auch verbunden Spaltung des Ring⸗
norpels des Kehlkopfes.
Trachom (grech.), eine Form der Agyptischen Augen⸗
mntzündung, bei der sich in der Bindehaut der Lider zahl⸗
eiche rundliche Körner rachomfolliket) bilden, deren
Beseitigung nötig ist, um das Fortschreiten des Krank
Jeitsprozesses zu verhindern.
Tracht, eine Laft. die nian trägt (T. Holz); auch die
Art, die Gewänder zu tragen (s. Kostüm); dann Teil' des
Sattels (s. d.); auch Bezeichnung der Gebärmutter.
Trächtigkeit, bei Lieren s. v. w. Schwangerschaft.
Ddie Dauer der Teist bei den Haustieren im Durchschnitt:
»eim Pferd 340 Ta e, beim Esel 865 Tage, benn Rind
280 Tage, bei — und Ziege 150 Tage, beim Schwein
20 Tage, bei der Katze 6 Tage und beim Hund 63 Tage.
Iraonxlopium Name Pflanzengattge der Legumi—
nosen, trop. Buume, von denen mehrere Kopal liefern.
Trachypteriden Trachypteridae), s Bandfifche.
Trachyt, lichtgraues oder xötliches, quarzfreies, junges
kruptivgestein, iist einer rauhen, wesentlich aus Sanidin,
dornblende oder Augit bestehenden Grundmasse, in welcher
n der Regel Kristaue von Sanidin, Hornbleudesäulchen,
venig Plagioklas, Glimmerblättchen (Glimmer T.) ades
Augit (AugitT.) eingewachsen liegen, vildet meist isoliert
tehende kuppel⸗ oder domförmige Berge, findet sich aber
auch in Gäugen, Stromen und Decken an Vulkanen.
Lithoidit ist ein einsprenglingsarmer T. mit porzellan⸗
artig dichter Grundmasse Glasige Ausbildungen sind
icht, Trachytpechstein) oder schaumig Trachytbimsstein),
ie Auswürflinge trachytischer Eruptionen Trachyttuff)
Tracy, s. Destutt de Tracy. khell gefürbt.
Iradescantia L., Pflanzeugattg. der Kommelingzeen,
usdauernde Kruͤuter in Amerika; Zierpflanzen, z. B. T.
rirginloa L. ljuhnkens), s. Gewerbvereine.
Trade⸗ Unions oder Trabes Unens (engl. pr. trehds
Tradition (lat) Übergabe, Ubertragüung des Be—
itzes (s. d.); Uberlieferung, insbes. die mündliche, ge⸗
nohnbheitsmäßige, im Gegenfatz zur schriftlichen ————