ung und festen Gesetzen; in der jüd. und christl. Theologie
die Lehren und Satzungen, welche nicht in der Bidel
schriftlich fixiert, sondern durch mündliche Üüberlieferung
erhalten sind. Nach kath. Lehre ist die echte christl. Uber⸗
lieferung allein in der kath. Kirche ursprünglich und rein
bewahrt weil von Jesu und den Aposteln her durch die
Bischoͤfe und Kirchenvüter ununterbrochen fortgepflanzt;
aber erst gegenüber der Reformation, welche sich alleir
auf die Auͤtoritüt der Heiligen Schrift berief, wurde die
T. vom Tridentinifchen Konzil ausdrücklich als das un—
geschriebene Gotteswort der Heiligen Schrift für völli—
ebenbürtig erklärt. Auch die griech, Kirche stellt die Auto—
rität der T. neben die der Heiligen Schrift. — Vgl. Fried—
lieb (1839, Roͤhm (1877), Dieckhoff (prot. 1870).
Traditlonell (ftz.), durch Tradition überkommen,
jerkömmlich.
Traditorgeschütze, Flachbahngeschütze mittlern Ka—
libers der Festungsarlillerie, die von guter Deckung aus
das Vorgelunde uͤberraschend bestreicheü.
Traktto, Minturno, lat. Minturnä, Stadt in der ital
Prov. Caferia, (1901) 9813 7.
Trafalgar, Vorhebirge in der span. Prov. Sevilla
Karte: Europa I1, 51, am Atlant. Meere, zwischen der
Straße von Gibraltar und Cädiz; hier 21. Okt. 1805
Seesieg Nelsons (welcher fiel) über die franz.⸗span. Flotte
Trasit (ital. traftico), Handel, Verkehr: in Osterreich
die Tabaksperkaufsstellen.
Trafoi, Dorf in Südtirol, zur Gem. Stilfs gehörig,
in der Straße über das Stilffer Joch, (1800) 110 6.
Tragaänt, der aus dem Stamm zahlreicher Ärten von
Astragalus (s. d.) ausfließende, an der Luft erhärtende
Gummischleim. Handelssorten: Smyrnaer T., aus Klein—
asien, flaͤche (Blätter⸗T.), faden⸗ oder wurmförmige Stücke
(Faden-T., Vermizell); persischer (syrischer) T., weiß,
tnollig oder traubig; Morea⸗T., bräunliche, uuregelmäßige
Stücke, von Kretä und Griechensand. Der T. enthäit
Bassorin, wird als Bindemittel zu Pastillen, Pillen, Emul⸗
sionen und Konditoreiwaren (Tragantfiguren, blumen),
zum Appretieren, in der Kattundruckerei ꝛc. verwendet.
Afrik. T., s. Sterdalia. Altertums.
Tragelaph (grch.), Bockhirsch, fabelhaftes Tier des
Traeger, Alberi, Parlamentarier und Dichter, geb.
42. Juni 1830 zu Angsburg, Rechtsanwalt erst in Cölleda,
seit 1875 in hen 1874-78 und wieder seit 18806
Mitglied des Reichstags (deutsch-freisinnig); schrieb:
„Gedichte“ (17. Aufl. 1892), Lustspiele u. a.
Tragezeit der Hanstlere, f. Trächtigkeit.
Tragfähigkeit eines Schiffs, s. Lastigkeit.
Tragfedern, s. Federn.
Trägheit, in der Mechanik, s. Beharrungsvermögen.
Trägheitsmoment, ein in der Mechanik angewaudter
Begriff für die Energie eines rotierenden Lörpers Das T.
ist eine im Achsenabstand 1 gedachte Masse, welche dieselbe
lebendige Kraft besitzt, wie der rotierende Körper. Das
T. von Querschnittsflüchen spielt in der Festigkeitslehre
Traghimmiel, s. Baldachin. leine wichtige Rolle
Tragit (grch.), Gesamtwirkung tragischer Greigniss
andtragischer Kunst; Tragiker, Dichter von Tragödien —d.).
Tragikomisch (grhc), halb traurig, halbehustig,
Tragikomödie, ag in dem das Traͤgische mit dem
Komüschen verschmolzen ist. straurig
Tragisch (gich.), der Tragödie angehörig; erschütternd,
Tragödie (grch), Trauerspiel, Gattung des Dramas
(s. d.), in dem der einzelne Mensch seinen Willen und
sein Tun dem allgemeinen sittlichen Bewußtsein ent—
gegensetzt, in eine tragische Schuld verfuͤllt und in
diesem Kampfe, dem tragischen Konflitt, untergeht. Die
moderne T. ist im Gegensatz zur antiken Schicksals⸗T
J. d.) wesentlich Charakter⸗T. swelt, 15.
Tragopan, s. Hühner und Tafel: Asiatische Tier
Tragopogon L., Pflanzengattg. der Kompositen,
milcheude Hräuter der gemäßigten Zone, gute Futter?
pflanzen. Verbreitet P. pratensis T. und orientau—
ascq.; T. porrifoltus L Cauchblätteriger Boksbart
daferwurz), als Zierpflanze und Wurzelgemüuse kultipiert
Tragstein, s. Konsole sAbb. 88).
Traignen (spr. gen), Dep.-Haupistadt in der chilen
Brov. Malleco, am Flufse T (Isd2) 7oοον
Traille (frz. spratrai), fliegende Brüte.

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Tra

Train (frz, spr. träng), Wagenzug, auch Troß (früher
stoßpartei), das Fuhrwesen eines Heers: Faͤhrzeuge,
Bespannung, Mannschaft (Trainsoldaten) und Zubehor (Ar⸗
tilleriez, Munitions⸗, Proviant-, Sanitäts⸗T.); in Deutsch⸗
land bestehen Trainbataillone, in Osterreich Traiuregi⸗
menter, in Frankreich Traineskadrons. Vgl. Schäffer
2. Aufl. 1887).
Zrain brücken, Kriegsbrücken (Bocke, Pontons, ge⸗
nischte Brücken), zu denen vorbereitetes Naterial auf
jesondern Wagen (Hakets, in Deutschland Brückeuwagen)
nitgeführt wird.
Trainieren (engl. spr. trehn.), abrichten; den ti erischen
oder menschlichen Körper durch“f stematifch betriebene
Ubungen, verbunden mit ——— —— Diät, zur
yöchsten Kraftentfaltung zu bringen: Pferde zum Weitren⸗
ren, Menschen zum Boxen, Tauchen, Rudern, Radfahren,
Feiten c.; Trainer, Person, die sich berufsmäßig mit
Trainieren beschäftigt; Training, Abrichtung, Schulung.
Traisen, r. Nebenfluß der Donau in Niederösierreich,
ründet nach 84 Km unterhalb Traismanern.
Traiteur (ftz. spr. trätöhr), Speisewirt.
Trajan, s. Trajanus.
Trajanspforte, s. v. w. Noterturmpaß (. d.).
Trajanswall, eine von den Römern in Mösien an—
gelegte, zum Teil noch in der Dobrudscha erhaltene Be—
estigungslinie von Czernavoda bis Küffendsche (60 xm).
Trajanus, Marcus Ulpius, rom. Kaifer, 8811
i. Chr., geb. 53 zu Italica (bei Sevilla), von Nerva
adoptiert, einer der trefflichsten röm. Kaifer, erweiterte
urch die Dazischen Kriege (101 5102 und 104.1075
u deren Andenken auf dem von ihm angelegten Forui
bragani die Trajanssäule (Oolumua Trajaus) errichtet
vurde, und durch den Partherkrieg (114- 116) die Grenzen
des Reichs, gest. zu Selinus in Cilicien Aug. 117. —
Bgl. Petersen (2 Tle. 1899 -1808).
Traseotum ad Mosam, lat. Name von Maastricht;
T. ad Rhenum, lat. Name von Utrecht.
Trajekt (lat.), Überfahrt, Eisenbähnfähre.
Trajektorie (neulati), in der Mathemckit eine Kurve,
die glle Kurven einer Kurvenschar unter demfelben Winkel
chneidet.
Trakasserie (frz.), Neckerei, Plackerei, boshafter Streich;
trakassteren, necken, beunruhigen.
Trakehnen, Dorf im preuß. Reg.⸗Bez. Gumbinnen,
906) 2429 E., königl. Haupigestüt
Trakehner, s. Pferde.
Tratt Gat. Bug, Ausdehnung in die Länge, z. B.
ẽisenbahn-T. Strecke Landes; kath. Fastengesang zwischen
x5pistel und Evangelium.
Fraktabel (lIat.), wohl umgänglich, fügsam.
raktament (ueulai.), Behandlung Bewirtung,
maus; Löhnung.
Traktarignismus, s. Puseyismus.
Traktat (lat.), Abhandlung, bes. Flugschriften reli—
iösen Inhalts (Traktätchen), die zur Belebung des religibsen
Sinns und Lebens unter das Volk von Vereinen (Xraktat
zesellschaften; zuerst 1796 in Schottland, 17989 in Eng⸗
and, 1814 die Wuppertaler Traktatgefellschaft in Barmen,
1845 der Evang. Bücherverein in Berlin ec.) verbreitet
nerden; auch Vertrag, bes. zwischen Staaten.
Traktathäfen, J. v. w Vertragshäfen.
Traktieren (lat.), behandeln; verhandeln; bewirten.
Traktorle (neulat.), Zuglinie, in der Mathematit
ine Linie, deren Tangente eine gegebene Linie so schneidet,
daß zwischen Berührungspunkt und Schnitipunkt ein—
gegebene Strecke liegt.
Tralee (spr. trällt), Hauptstadt der irischen Grafsch.
Ferry, an der Traleebai, (1891) 9318 E.
Tralje (holländ.), Gitter an Fenstern, Brüstungen ꝛc.
Tralles, alte Stadt in Karien, jetzt Mdin Güzel⸗
jissar (s. Aidin).
Tralles, Joh. Georg, Mathematiker und Physiker,
geb. 158. Okt. 1763 zu Hamburg, 1785 Prof. in Bern,
i804 in Berlin, gest. 190. Nov. 1822 zu London, Erfindet
des nach ihm benannten Alkoholometers . d.).
Trania (ital.; frz. Trame), Einschlag des Gewebes;
)aher Tramafeide, Tramseide, gezwirnte Seide von ge⸗
cingern Kokons zum Einschuß bei Seidenzeugen ꝛc.
Tramtbahnen, s. v. w. Straßenbahnen'?f. dd.