Traulisuius (grch.), Stammeln (s. da.
Traum, das Erzengnis der Seelentaͤtigkeit im Schlafe,
Zelche zusammenhängende Reihen von Erscheinungen und
Ereignissen vorführt, die scheinbar durch die Sinne zum
Vorstellungspermoͤgen gelangen, in Wirklichkeit im Gehirn
selbst (aus dem Gedächtnis) erzeugt werden. — Vgl. Spitto
(2. Aufl., 2 Bde., 1882), Gießler (1890 u. 1886), Wey⸗
gandt (1803), de Sanctis (deuͤtsch 1901).
Traumas(grch.), Wunde, Verletzung.
Traumatifsche Entzündung, die nach einer Ver—⸗
wundung auftretende Entzündung, führt durch unmittel—
bare Verklebung oder durch Granulationsbildung zur
Wundheilung.
Traͤumatische Neurvose, unfallnervenkrankheit,
krankheitsformen, die nach heftigen allgemeinen Erschütte—
rungen des Zentralnervenfystems, so nach Eisenbahn—
unfallen u. ac, entstehen und bei denen pfychische Mo—
mente (Schreck) in hohem Grade mitwirken, sind der
Hysterie Neurasthenie, auch manchen Psychosen (Melan—
cholie, Hypochondrie) ühnlich.
Traumwandeln, s.v. w. Nachtwandeln.
Traun, Fluß im steiermärk. und oberösterr. Salz⸗
dammergut, entsteht bei Aussee aus drei Bächen, durchfließt
 den Halssttätter See und den Gmundener oder Traunsee
 (25 4km, 12 Kmulq., bis 8 Km br., 422 mü. d. M.,
bis 191 tief), bildet bei Gmunden den Traunfall, mün—
det nach 180 küm unterhalb Linz in die Donau, wichtig für
die Verschiffung des Salzes aus dem Salzkammeiguüt.
Traum, DVorf in Oberösterreich, an der T. (1900)
2624, als Gemeinde 4248 E., Schloß.
Traun, Julius von der, s. Schindler, Alex. Julius
Traunstein, Felsgipfel des Voralpenzugs der Salz⸗
zurger Kalkalpen, am Traunsee (s. Traun), 1691 mn.
Traunstein, Bezirksstadt im bayr. Reg.«Bez. Ober⸗
bdayern, an der Traun, (1905) 7427 E., Land-⸗, Amtsgericht,
 Bezirksgremium, Hauptsalzamt, große Salint
(s. Reichenhall); bes. besucht von Nervenkranken, Blut—
armen, Herzleidenden.
Traͤusnitz. 1) Burg bei Landshut (Niederbayern)
— 2) Burgruine bei Nabburg (Oberpfalz).
Trautenau, Bezirksstadt in Böhmen, an der Aupa,
(1800) 13290 E.; Garn⸗, Flachsspinnerei, Leinweberei.
Am 27. Juni 1866 wurden hier die Preußen unter Bonin
von den Hsterreichern unter Gablenz zurückgedrängt, sieg⸗
ten aber 28. Juni. — Vgl. über die Gefechte Kühne
(4. Aufl. 1881), Pauer (1851), Strobl (1801).
Trautmanng Franz, Schriftsteller, geb. 28. März
18183 in München, gest. das. *. Nov. 1887; schrieb die
Erzählungen „Eppelein von Gailingen“ (1882), „Die
Abenteuer des Herzogs Christoph von Bayern“ (18683),
den Roman „Die Glocken von St. Alban“ (1875), auch
Lyrisches, Dramen und Kunsthistorisches.
Trautmann, Moritz, Philolog, geb. 24. März 1842
zu Klöden (Prov. Sachsen), seit 1880 Prof. in Bonn,
gründete mit Wülker die Zeitschrift „Anglia“; Haupt-⸗
werk: „Die Sprachlaute“ (1884).
Traͤuttmansdorff, altes Adelsgeschlecht in Oster—
reich, zerfällt in die böhm. Linie, seit 1808 reichsfürst⸗
lich Jeßiger Chef Furst Karl von T., geb. 8. Sept. 1845)
und in die steirische Linie Gjetziger Chef Graf Maximilian
Weichhard von T. geb. 80. April 1842). — Maximilian
Graf von T., geb. 1584 auf Gleichenberg (Steiermark),
österr. Diplomat, hochverdient um den Abschluß des Westfäl.
Friedens, gest. 8. Juni 1650 zu Wien. — Ferdinand,
Graf von S., geb. 27. Juni 1825, 1889-66 Gesandter
in Karlsruhe, 1867—268 in München und bis 1872 in
Rom, 1872 Vizepräsident, seit 1879 Prüsident des Herren—
hauses, 1884 Oberstkämmerer, gest. 12. Dez. 1896 auf
Schloß Friedau bei St, Pölten.
Trauung, die feierliche Zusammensprechung Verlob⸗
ter zur Ehe, geschieht entweder durch Beaufttagte des
Staates als soög, Zibil-T. (. Zivilehe) oder durch die
Organe der Kirche als kirchliche oder priesterliche T.
Kopulation); in beiden Fällen ist die ausdrückliche Wil—
lenserklärung der Verlobten nötig. UÜber T. an die linke
Hand s. Morganatische Ehe. — Val. Friedberg (1876),
Sohm (1876). Dieckhoff (1878 u. 1880).
Travancore (Travankur), s. Trawankur.
Travaux foroés (frz., spr. trawoh forßeh), s. T. F

859

Tre
Trave, Fluß in Holstein und im Lübeckischen, ent—
pringt im oldenb. Fürstent. Lübeck, wird bei Lübeck schiff⸗
dar, fällt nach 112 km bei Travemunde in die Osisee,
die hier den, Travebusen (Lübecker Bucht) bildet.
Travemünde, Stadt im Gebiet der Freien Stadt
dübeck, an der Mündung der Trave in die Ostsee, (1905)
2017 E., Lenchtturm, Lotsenstation, Rettungsstation für
Schiffbrüchige, Hafen, Sccbad. sKarte: Rordwestdeutsch—
sand J,«4, beĩ Hannoper.]
Traventhal (Travendal). Dorf im preuß. Reg.-Bez.
Schleswig, an der Trave, (1900) 198 E., Landgeftut; hier
18. Aug. 1700 Friede zwischen Schweden und Sanemart.
Travers (frz., spr. währ), Quere, in der Reitkunst
ein Seitengang, bei dem das Pferd mit der Hinterhaud
einen kleinen Schritt in der Bahn steht, nach innen ge⸗
stellt ist und mit den auswendigen Füßen über die du—
wendigen tritt; Gegensatz: Renvers (s. d.); traversiereu,
durchqueren; hintertreiben, seitwärts wenden; in der Fechte
tunst: seitwärts ausfallen.
Travers, Val de (spr. währ), Juratal im schweiz.
danton Neuenburg, von der Areuse und Reuse bewäffert;
wichtigste Orte: Fleurier, Mötiers, Couvet, T. (1900.
2083 E.); Zementfabrikation, Asphaltgruben.
Traverfe (frz.), Querlinie, im Befestigungswesen
ZQuerwall als Deckung im Innern von Werkeun gegen
Seiten⸗ und, Rückenfener; Traversensappe, s. Sappe
Abb. 1595]; im Maschinenbau ein zwei parallele Stau—
jen u. dgl. verbindendes Querstück.
Traversieren, s. Travers.
Travertin (ital. travertino), durch Niederschlag aus
alkhaltigen warmen Quellen entstandener harter Kalk—
uff, Matexial antiker Bauwerke Gbeterskirche).
Travestie (vom ital. trayestine), Umkleidung eines
ernsten Dichtwerks in ein possenhaftes mit Beibehaltung
des Gegenstandes und Änderung der Form (s. auch Parodie);
ravestieren, umkleiden, lächerlich darstellen.
Travnik, Kreisstadt in Bosnien, an der Lasva,
(1856) 6261 E.
Trawankur (engl. Travancore), brit.sind. Vasallen—
taat, zur Präsidentschaft Madras gehörig, 18365 qkm,
J1901) 2952157, E. an der Küste flach, im Innern ge—
hzirgig, gut bewässert und fruchtbar; Hauptstadt Tiru—-vangauntapuram,
 engl. Trivaudrum, 57882 E.
Trawl (engl., spr. trahl), s. Baumschleppnetz.
Traz oz Montes (spr. strahs us mongtesch), nord⸗
stlichste Provinz Portugals, 111164km, (1900) 487 358 E.,
erfällt in die Distr. Villa Real und Braganze.,, meisi
Hochebene und Gebirge; Hauptstadt Braganza.
Treka, Graf, s. Terzka.
Treasuro (engl., spr. trescher), Schatz; Tréasnrer,
Schatzmeister; Treasury, Schatzamt, Finanzministerium;
Treasury note, Schatzschein, Kassenbillett.
Trebbla, im Altertum Trebia, Apenninfluß in Ober—
italien, mündet nach 93 xmr. bei Piacenza in den Po;
an ihm 218 v. Ehr, Sieg Hannibals über die Römer.
Trebbin, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Potsdam, an
»er Nuthe, (1905) 36586 E., Amtsgericht.
Treber, s. Trester.
reberausschlag, s. Mauke.
Lrebinje, Bezirkssstadt in der Herzegowing, an der Tre—
injkira (zur Narenta), (1895) 1292 E, kath. Bischofssitz.
Trebisfond, türk.-kleinasiat. Stadt, s. Trapezunt.
Trebitsch, Bezirksstadt in Mähren, an der Iglawa,
1900) 12 115 E., Schloß des Grafen Waldstein; Tuch—
ndustrie, Pferdemärkte.
Trebnitz, Kreisstadt im preuß. Neg.-Bez. Breslau,
im Fuße des Trebnitzer Landrückens, am Trebunitzer Wasser,
1905) 6852 E., Amtsgericht, Wallfahrtskirche mit Grab
der heil. Hedwig. [Mulde, (1805) 1391E.
Trebsen, Stadt in der süchs. Kreish. Leipzig, an der
Trebur, Marktflecken in der hess. Prov. Starkenburg, am
Schwarzbach, (18900) 1993 E.; hier im Mittelalter die
ckaiferl. Pfalz Tribur, wo verschiedene Kirchenversamm
lungen und Reichstage stattfanden (887 Absetzung Karls
des Dicken; 1076 Suspension Kaiser Heinrichs 1V.).
Trecate, Gemeinde in der ital. Prov. Novara, (1801)
1018 E., Reisbau, Seidenzucht.
Trecentisten (pr. -tschen), die ital. Künstler des
4. Jahrh. (ital. Trécento, d. i. Dreihundert,