Tröltsch, Anton, Freiherr von, Ohrenarzt, geb
3. April 1828 zu Schwabach bei Nürnberg, 1864 Prof.
in Würzburg, gest. das. 9. Jan. 1880; schrieb: „Lehr⸗
buch der Ohrenheiltunde“ (7. Aufl: 1881),Zur pathol
Anatomie des Ohres“ (1883) u. a.
Tromba (ital), Trompete; T. marina, s. Trumscheit
Trombe lital.), s. v. w. Wettersäule (s. d. nebst Abb
Trombone (ital.), Posaune. (1862)
Tromlitz, A. von, Pseudonym für Karl Aug. Friedr.
»on Witzleben (s. d.).
Tronimel Lital. tamburo), Schlaginstrument, be—
stehend ans einem Holz- oder Metallzylinder, dessen beide
offene Seiten mit Kalbfell überzogen sind. — Im Bauwesen
zin kurzer zylindrischer Körper, J. B. die einzelnen Werk—
steine, aus denen sich der Schaft einer Säule zusammeu⸗
setzt; auch der Tambour einer Kuppel. — Im Maschinen⸗
dau an verschiedenen Maschinen Krempeln, Rauhmaschi⸗
nen, Zentrifugen u. a.) ein den ree bildender
rotierender Hohlzylinder; auch ein Zylinder zum Auf⸗
winden von —2 oder Ketten.
Trommelfell, s. Ohr und Tafel: Sinneßargane
V, 1-23; s. auch Ohrenkrankheiten.
Trominielfifch Eogontas chromis GC. V.), zu den
Umberfischen gehöriger Fisch mit ziemlich langem, seitlich
———J Körper, Ostl. Küste von Nordamerila.
ntwickelt einem fernen Trommeln ähnliche Töne noch
unbekannter Entstehung.
Trommelrad, eine Art Schöpfrad (s. d.).
Trommelreuse, Fischereigerät, s. v. w. Bunge.
Trommelsäge, s. v. w. Zhlindersäge (j. d.).
Trommeltaube, Spielart der Haustaube (s. Tauben),
deren Stimme entferntem Trommeln ähnelt.
Trommelwehr, s. Wehr.
Tromp, Mart. Harpertzoon, holländ. Seeheld, geb,
4597 zu Briel, 1639 Admiral von Holland, zeichnete sid
in den Seekämpfen gegen Spanier und Engländer aus
fiel 7. Aug. 1603 im Kampfe gegen letztere bei Scheve⸗
ningen. — Sein Sohn Cornelius T., geb. 9. Sept. 1629
gleichfalls ausgezeichnet als holländ. Seeheld, gest. als
Oberbefehlshaber der holländ. Flotte
29. Mai 1661 zu Amsterdam.
Trompe, eine Wölbung zur Unter⸗
stütung einer überstehenden Ecke oder
Maͤuerfläche, kommt vor bei unterhalb
—D——
ednar Mauerecken, bei Tür—
men, die aus dem Viereck in das Achteck —
übergehen [Abb 1888). — 1888. Trompe.
Tromper Wiek, Meerbnsen an der Nordseite Rügens
Trompete (ital. tromps, frz. trompotte), Blechblas⸗
instrument. Mit der Natur-T., ohne Tönlöcher in der
Röͤhre, kann man nur die Naturtöne hervorbringen, mit
der Ventil- oder Klappen-⸗T. 1817 vpon Stölzel in Berlin
exfunden, auch alle dazwischen liegenden Ganz⸗ und
dalbtone. —
Trompete, Fisch, s. v. w. Seenadel (s. Büschelkiemen
Trompetenbaum, s. Catalpa, Cecropia, Tecoma
Trompetenblatt, s. Sarracenis [Abb. 1598).
Trompetenblume, s. Bignonis.
Trompelenfchnecken (Tritonsidae), Familie der
Borderkiemer, mit ei⸗ oder spindelförmiger Schale und
ziemlich spitzem, gestrecktem Gewinde. In allen wärmern
Meeren, namentlich den trop. asiatischen. Hierher das
Tritonshorn (Tritonium Tritönis Cuvi), Schale gestreck!
legelförmig, weiß, rot, braunrot geschedtt, als Trompet⸗
Trompeterschwan, s. Schwan. benutzt
Trompetervogel, s. Agami [IAbb. 32)].
Tromsõö, Hauptstadt des norweg. Amtes T. (26 246
4km, 1900: 71362 E.), auf der Insel T. im Tromsö—
sunde, 6955 E., Hafen, ethuogr. Museum.
Trona, Urao, monoklines, farbloses Mineral, andert—
sain kohlensaures Natrium und Wasser (in den Natron⸗
seen Agyptens, in Ostindien), kristallissert beim Ver⸗
dunsten aus, dient zur Glas- und, Seifenfabrikation.
Trondhiem, norweg. Stadt, s. Throndhiem.
Tronto, Küstenfluß in Mittelitalien, entspringt in
der Prop. Aquila degli Abruzzi, mündet nach 88 Km
ins Adriat. Meer. (zige De Tropaeolum
Tropäolazeen, Pflanzenfamilie der Gruinalen; ein—

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Tro

Tropävline, eine Anzahl orangeroter und gelber
Azofarbstoffe, Natriumsalze der Sulfosäuren von Ory—
und Amidoazokörpern, z. B. Chrysaurkin, Chryseolin und
Chrysoin. Tropäolin O. s. Resorzin.
Tropaeslum IL., Pflanzengattg. der Tropüolazeen,
chön blühende südamerik. Kraͤuter von kressenartigem Ge—
chmack (daher ind. span., türk., Kapuziner- oder Blumen⸗
resse genannt). P. majus L. in zahlreichen Varietäten
ils Zierpflanze gezogen; die Blätter dienen als Salat,
die unreifen, Früchte und Blütenknospen als Kapern.
Andere Zierpflanzen die kleinere T. minus L. die schwefel—
gelbe T. peregrinum Jacq. GKanarienvogelrebe) u. a.
das peruan. P. tuberösum R. et P. wird in Südaämerika
vegen der eßbaren Wurzelknollen kultiviert. slieder.
Troparion (grch), Bezeichnung der griech. Kirchen⸗
Trope, richtiger Tropus (grch.,Wendung“), in der
Rhetorit Vertauschung des eigeuntlichen Ansdrucks mit
dem uneigentlichen; tropisch, uneigentlich, bildlich.
Tropena, Stadt in der ital. Prov. Catanzaro, am
Meerbusen von Eufemia, (1901) 5906 E.
Tropen (grch.), die Wendekreise; jetzt gewöhnlich
v. w. Tropenländer (s. d.).
Tropensieber, s. Wechhselfieber.
Tropenhelm, s. Helm.
Tropenhygiene, s. Tropenkrankheiten.
Tropenkrankheiten, Krankheiten, die vorzugsweise
in den Tropen herrschen und mittelbar oder unmittelbar
durch das Tropenklima hervorgerufen werden: die Tropen—
anämie, eiterige Leberentzündung, Wechselfieber, Ruhr,
Gelbes Fieber, Cholera, Beriberi, Schlafkrankheit u. a.
Maßregeln zum Schutze gegen die T. (Tropenhygiene):
knthaltung von Alkoholgennß, Mäßigkeit in der Nahrung,
Meiden fetter Speisen; Kleidung aus hellfarbigen leichten
Stoffen; Wohnung möglichst auf hügeligem Boden, in
einem gewissen Abstand von Teichen und Gebüschen, Betten
mit Moskitonetzen versehen; Meiden schwerer körperlicher
Arbeit. Ein Institut für Schiffs und Tropenkrankheiten,
der Erforschung dieser Krankheiten dienend, besteht seit
1900 in Hamburg. — Vgl. Dänbler, „Tropenhygiene“
2. Aufl. 1900), Fisch (3. Aufl. 1803), Scheube (3. Aufl.
1903), Mense („Handbuch“, Bd. 1'u. 2, 1805), Plehn,
„Tropenhygiene“ (2. Aufl. 1906).
Tropenländer, Aquinokttialgegenden, die zwischen
den Wendekreisen, also in der heißen Zone, gelegenen
Lünder, in denen die Mitteltemperatur auch des kältesten
Monats nicht unter 207 0. sinkt, mit üppigster Flora
(trop. Gewächse) und Fauna, streng periodisch wechseln—
den Regen, starken Stürmen und Gewittern JErdkarten
II, 2-4]. — Bgl. Hartwig (2. Aufl. 1876); Semler,
Die trop. Agrikultur“ (2. Aufl. 1887 f9.); Nackow, „Trop.
Agrikultur“ (1800). — S. auch Tropenkrankheiteu.
Tropfen bildung, in der Astronomie, eine auf Irra—
diation beruhende Erscheinung, die während eines Venus—
eene kurz vor dem Moment eintritt, wo die Venus—
cheibe den innern Sonnenrand berührt, indem sich zwischen
zeiden eine tropfenartige Verbindung bildet (Bailyscher
oder schwarzer Tropfen).
Tropfstein, Mineralform aus Kalkspat oder Aragonit,
die als Niederschlag aus herabträufelnden Wassern ent—
teht, bildet Zapfen und Säulen an den Decken und
Waãnden (Stalaktiten) und auf dem Boden (Stalagmiten)
»on Kalksteinhöhlen (Höhlenstein).
Trophäen (grch. tröpaion; lat. tropaeum, auch
rophaéum), im Altertum Siegeszeichen aus erbeuteten
Waffen, auch monumentale, aus Stein, Bronze, jetzt bes.
die im Felde eroberten Fanen und Geschütze.
Trophologte (grch.), Lehre von der Ernährung.
Trophoneurose (grch.), Ernährungsstörung infolge
Erkrankung der trophischen, d. i, der Ernährung vor⸗
ehenden Nerven, so die Gürtelflechte, die halbseitige Ge—
sichtsatrophie u. a.
Trophonlos (Trephonios), sagenhafter griech. Bau—
neister wie sein Bruder Agamedes, ward in Böotien
von der Erde verschlungen ünd erteilte das. aus einer
Höhle Trophonische Höhle) Orakel.
Tropikvoögel Phastonidae), Familie der Ruderfüßler,
nit nur einer, drei Arten umfassennden Gattung (Phabton),
nur zwischen den Wendekreisen vorkommende (woher ihi
Name) Seevögel mit langen, spiten Flügeln und kurzen
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