ihm benannt die Prov. T. (108 000 E.) in Ecuador; Haupt—
ort Ambato (10 doo E.). —..
TTungusen, Volksssamm mongol. Rasse in Sibirien,
ostl. vom Jeniffei bis zur e etwa 60 000 Seelen
Romaden, Schamanisten. Tungnsischer Äbkunft sind aus
die Mandschu, Ranaugren (Manjagren), Oltscha, Golde
Lamuten un a. über Sprache und Mundarten der T. fchrie⸗
ben Castren und Schiefner; Grammatik von Adam Franz.
1874), Wörterbuch von Czekanowsti (1877). — Val. Sickisch
1875), Ferd. Müller, Unter T. und Jakuten“ (1882)
Tuugusisches Beer, Odghotstisches Reer.
Tunguska, drei Nebenflüsse des Jenissei in Sibirien
die Obere T. oder Angara (s. d.); die Niedere T. mündel
bei Turuchanst, 2689 k Ig., davon 750 schiffbar; die
Mittiere oder Steinige T., Iso6 x Ig., 780 schiffbar.
Tunicella (lat.), kath. Priestergewand, bei der Messe
iber der Alba getragen.
Tunika, altröm. weißwollenes Unterkleid, über dem be
Männern die Toga, bei Frauen die Palla getragen wurde.
Tunikaten (unioata), s. Manteltiere.
Tunis, Tunesien, grab. Ifrikija, seit 1881 franz. Schutz⸗
taat in Nordafrika Karten: Afrika J, J. 4u. IIJ, am
Mittellünd. Weer, I67 400 gkm. I7, Proz. fruchtbares
dand), Lge Mill. E. (12 Mill. Eingeborene, meist ara—
bisch; sonst fiart gemischt, wovpon 6d doo Juden, ferner
(1901] 21 204 Frauzosen, [1802] 75978 Italiener u. a.),
851 xm lange, im O. flache, im N. gebirgige, buchtenreicht
Golf von T von Hammamet und von Gabes, Kap Blauco,
nördlichster Punkt Afrikas) Küste, im R. meist Plateau⸗
land mit Atlasausläufern (bis 1600 m), im S. Steppe
mit dem Schott el⸗Dscherid; unbedeutende, nicht schifbare
Flüsse, von denen der Medscherda der längste; bet günstigem
Klinig (von 4. 110 bis —360 0.) und fruchtbarem Boden
reichliche Vegetation, bes. Datteln und Korkeichen, Weizen,
Gerste, Wein⸗ und Obstkultur; Handel s. Beilage:
Afrika; Eisenbahnen s. Beilage: Eisenbahnen; Taͤc⸗
graphenlinien (1804) 3449 kKm. Budget (1904, Ausgaben)
67,3 Mill. Frs.; Schiffsverkeht s. Beilage: Frankreich
Die Armee besteht aus der dem Bei bewilligten kunef
Ehrengarde und der franz. Besatzungsdipifion (1006: 20 320
Manndy. Die Regeutfchaft führt ein Bei (seit 18820 Sid
Ali) unter Aufsicht eines frang Ministerresidenten. Flaggt
Blau⸗s Rot⸗ Grun⸗ Rot· Blau Weer Flaggen]. — vi⸗
Hauptstadt T., 45 Km vom Meere entfernt, im Hinter:
grunde des Golfs von T. sKarte: Afrika J, 4]), 1700006
50 000 Europuer), befestigter Sitz der Regierung, poly⸗
technische Schule, zählreiche Moscheen; Industrie in Selden⸗—
und Wollwaren, Stickereien, Juwelierarbeiten; neuer Hafen
CT.⸗Goletta, seit 1803). T.ist das Tunes der Alten; in
der Nähe Ruinen des alten Karthago—
Die ältere Geschichte von T. füllt mit der Karthagos
gusammen. 429 - 538 n. Ehr. beherrschten es die Van—⸗
dalen, um 670 wurde es von den Arabern erobert, 1578
der Zürkei unterworfen und seitdem von Beis regiert
Durch Ferman vom 285. Okt. 1871 wurde die Autonomit
von T. und die Erblichkeit der Beiwuͤrde genehmigt.
Unter Mohammed es⸗Sadok (1859 82) wurde es durch
Vertrag vom 12. Mai, 1881 unter frang. Schutz gestellt
deg folgte 1882 ein 38 Aufstaud/ seit 1887 ganz
in Häudeun der Franzofen. Auf den Bei Sidi Ali ffei⸗
1882) folgte 11. Juni 1902 dessen Sohn Sidi Mohammed,
diesem Maͤi 1806 dessen Vetter El⸗Nazar. — Vgl. von Hesse⸗
Waͤrtegg (1882), Fitzner (1805), Là Tunicie⸗ (2. Aufl.
2Bde 1900), Schanz (1905), Friedberget (1906); Ge—⸗
ichihte von Clarin de la Rive (franz. RAufl. 1895).
Tu nisnüsse, eine Art der Pistazien (f. 2).
Tunja, Hauptstadt des Dep. Bohacai in Kolumbien
1802) 10006 E. sKarte: Südamerika 1J, 11.1
Tunker (von tunken, tauchen), engl. Dunkers, holländ.
Dompelers, prot. Sekte, Anfang des 18. Jahrh. in Rhein—
land und Westfalen entstanden, seit 1719 meist nach
Amerika übergesiedelt; vollziehen die Taufe nach Art der
Baptisten und stimmen in der Lehre am meisten mit den
Mennoniten (s. Taufgefinnte) überein; jetzt in Amerika
etwa 100000 Mitglieder.
Tunkzündhörzchen, s.v. w. Tauchzündhölzchen (s. d.)
Tunnel (euglid, ruͤnstlich hergeieuter —V
Gang von größerm Querprofil zur Durchführung von
Straßen, Kanälen ꝛc., bes. Eisenbahnen, schon im —

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Tur

um bekannt, aber erst in neuester Zeit zu einem sehr
vichtigen Zweige der e et entwickelt, bes.
eit Einführung der brifanten Spreugstoffe (meist Dynamit)
und der Gesteinsbohrmaschinen. Der älteste Eisenbahn-T.
vurde für die Liverpool⸗ Manqhester⸗ Bahn 1826 — 29
erbaut. Bedeutende Gebirgs⸗T. Gotthard⸗T. (. Gott⸗
jardhahn), Mont⸗Cenis⸗T. (. Mont-⸗Cenis), Arlberg⸗T.
s. Arlberg), Simplon⸗T. (f. Simplon). Auch unter
dem Wasser sind T. erbaut worden; der ülteste der 1842
röffnete erste Themse-T. in London'von Brunel. Neuer—
inge wurden Unterwasser-T. mehrfach ausgeführt mit
erbessertem Brustschild zum Abschluß des im Bau ——
nen Tunnelwerkes und raschem Vortrieb, zum Teil 'unter
Anwendunug von Preßluft, ähnlich wie bei der pneumat.
Bründung, so der Blackwell⸗T. in London unter der
Themse, der Spree-T. bei Berlin ꝛc. Ausgedehnte Tunnel⸗
anlagen erfordern die städtischen Untergrundbahnen; älteste
in London, neueste in Paris. Die T werden dann viel⸗
fach als offene — hergestellt und erst nachträglich
iberdeckt (Unterpflasterbahnen, z. B. in Berlin).
Tunnelkrankheit, s. v. w Minenkrantheit (s. d.);
nich die von Anchylostomum duddenale (f. d.) erzeugte
Form der Anämie.
Tunnland, schwed. Flächenmaß — 436 3.
Tunsberg, Stadt in Norwegen, s. v. w. Tönsberg.
Tunstall (spr. Stadt in der engl. Grafsch.
Stafford, (10904) 180 482 E., Töpferei.
Tupelo (Nysaa aquatioa L.), eine nordamerik. Sunmpf⸗
flanze der Kornazeen, die die quellbaren, in der Chirurgie
»erwandten Tupelostifte liefert. Inium.
Tuũpfelfarn, s. Polypodium, Aspidium und Asple-Tüupfelratze,
 Taraikatze (Folis viver,n Benn.), zur
Bruppe der Servale gehörige Katzenart, gelblichgrau,
inten weiß, dunkel gefleckt, Ostindien bis Formoso, des
Belzes halber gejagt.
Tupi, Indianervolk, früher längs der Küsten von
Zrasilien und am untern Amazonenstrom, jetzt in der
Mischlingsbevöllerung Brasiliens anfgegangen.
Tur, die Steinbockrasse des Kaukasub
Turä, J. Nebenfluß des Tobol, in den russ. Gonv. Perm
iud Tobolst, 725 xm Ig., 355 km schiffbar.
Turako (Turacus), der Pisangfresfer (s. d.).
Turalinzen oder Turaly, zu den Irtyschiataren (. d.)
ehöriger Stamm am Irtysch und der Benanka.
Turan, Land im N. von Jran, das jetzige Turkestan
Tafel: Kart ographie II, 1j. Turanifche Vötker und
zprachen, s. v. w. Ural-Altaische Völker und Sprachen.
Turban (pers.⸗türk. Tusbend, Dulbend), Kopfbedeckung
»er Türken und anderer orient. Völker, bestehend aus
einem viermal um eine Art Mütze gewickelten Stück far⸗
bigen oder weißen Baumwollstofss.
Turbation (at.), Verwirrung, Störung; turbieren,
unruhigen, stören, verwirreu.
Turbelaria, s. Strudelwürmer.
Zurbinen (vom lat. turbo, Kreisel), Kreiselräder,
Wassermotoren, bestehen aus einem Rade (Laufrad) mit
ertikaler oder horizoutaler Achse, dessen stetig aekrümmte
Schaufeln das durqhfließende
Wasser ablenken und ihm sein
Arbeitsvermögen entziehen.
Dem Laufrade wird das Was⸗
ser stets im geschlossenen Rohre
und durch einen besondern
deitapparat (Leitrad, Leit—
chauseln) zugeführt. Wirkt
das Wasser nur durch seine
ebendige Kraft auf die T.,
'o nennt man diese Aktions- oder Druck⸗T.; wirkt es
leichzeitig auch durch hydraulische Pressung, so heißt sie
deaktions- oder überdruck.T.; die Urform der Reattsonb
T. ist das Segnersche Reaktionsrad (s. d. nebst Abb. 1717).
Brenz⸗T. sind Druck-T., bei denen die Schaufelu den
urchfließenden Wasserstrahl allseitig begrenzeu. Strömt
das Wasser in Richtung der Achse durch das Laufrad, so
hat man eine Achsiat⸗T. [Abb. 18005 à Achse mit Lauf⸗
ad L; 1Leitrad]; strömt es aber in Richtung des Radius
—X eine Radial-T., und zwar, wenn es von
nnen nach außen tritt, eine innen beauffchlagte Radial⸗T.
Fourneyron⸗T.), fließt es in entgegengeseßter Richtung,

Aci lultus.